Anleihen

Bundesbankchef Weidmann schiesst gegen Griechenlands Banken

Von Markus Fugmann

Jens Weidmann, Chef der Bundesbank und als Kritiker der Notkredite an Griechenlands Banken bekannt, schiesst eine schwere Breitseite gegen Griechenlands Banken. Banken, so Weidmann, die Notkredite bekommen, sollten keine T-Bills des griechischen Staates kaufen. Vielmehr sollten diese Banken alles tun, um ihre eigene Liquiditätslage zu verbessern und nicht „illiquide T-Bills“ Griechenlands kaufen.

Wenn Banken ohne Zugang zu Märkten (sprich griechische Banken, die von den Märkten keine Kredite mehr bekommen) dann diese T-Bills kauften, werfe das schwere geldpolitische Bedenken auf. Und solche Bedenken wiederum seien nicht etwa durch eine vermeintliche deutsche Verbohrtheit begründet, sondern entsprächen den Grundprinzipien der Währungsunion. Daher sollte allen Beteiligten klar sein, dass nur aufgrund der Hoffnung auf eine Vereinbarung das Eurosystem Griechenland keine Brückenfinanzierung geben sollte.

Damit zielt Weidmann ins Nervenzentrum der griechischen Regierung: der griechische Staat kann sich derzeit nur durch die Käufe von T-Bills durch griechische Banken über Wasser halten. Ohne diese Käufe aber wäre Griechenland schon jetzt nicht mehr in der Lage, staatliche Ausgaben wie Pensionen oder Gehälter für Staatsbedienstete zu bezahlen. Mario Draghis Strategie aber basiert genau darauf: solange die Verhandlungen zwischen Griechenland und den Gläubigern laufen, dreht er den Geldhahn für die Banken Griechenlands nicht zu. Und es ist Draghi, der das Sagen hat in der EZB..



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