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Bundeshaushalt spart dank EZB 180 Milliarden Euro – mit praktischem Rechenbeispiel

Claudio Kummerfeld

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am

Der Bundeshaushalt (also nicht der Bürger) hat von 2008 bis 2018 gut 180 Milliarden Euro an Zinskosten gespart. Denn die Bundesregierung war in ihren Haushaltsplanungen für diesen Zeitraum davon ausgegangen Zinskosten in Höhe von 484,8 Milliarden Euro zu haben. Aber es wurden letztlich “nur” 304,5 Milliarden Euro. Dies hat laut Medienberichten eine Nachfrage des Grünen-Haushaltsexperten Sven-Christian Kindler bei der Bundesregierung hervorgebracht. Zum Vergleich der Größenordnung: Letztes Jahr betrugen die Gesamtausgaben des Bundes (Bundeshaushalt) 344 Milliarden Euro.

Bundeshaushalt spart nicht nur, sondern macht schöne Gewinne mit Anleihen

Es gab in der Vergangenheit von Ökonomen schon Berechnungen, wo ebenfalls gigantische Zinsersparnisse errechnet wurden. Aber diese Zahl stammt ja nun direkt von der Bundesregierung, und ist eine konkrete Hausnummer. Es ist nicht nur so, dass der Bund statt 5% Zinsen jetzt nur noch 2% oder 1% Zinsen für langlaufende Anleihen zahlt. Besonders lukrativ ist es seit mehreren Jahren für den Bundeshaushalt, dass der Finanzminister über die “Finanzagentur Deutschland GmbH” vor allem Kurzläufer von 2 und 5 Jahren Laufzeit zu begibt.

Denn es ist wie bei allen Dingen im Leben. Je kürzer die Laufzeit, desto geringer die Kosten oder auch die Zinsen. Und Deutschland als “Sicherer Hafen” der globalen Schuldnergemeinde gilt für Anleiheinvestoren als total-super-sicher. Und wer am besten da steht, kann auch als Schulden-Verkäufer die geringsten Zinsen aufrufen. Somit ist Deutschland seit Jahren im Stande bei 2 und 5 Jahren Laufzeit Negativrenditen zu “bezahlen”. Also kassiert man vom Anleger sogar Geld für neue Schulden.

Anleihen werden offiziell zu 100% Nennwert begeben. Der Anleger kauft eine gerade Summe von zum Beispiel 100.000 Euro. Diese gerade “volle” Summe wird auch exakt zu 100.000 Euro Wert nach 2 oder 5 Jahren Laufzeit zurückgezahlt. Der Zins liegt bei 0,00% dank Deutschlands toller Bonität. Aber die Negativrendite entsteht, indem Deutschland am Verkaufstag der Anleihe nicht zum Nominalwert von 100,00% verkauft, sondern vielleicht zu 100,5% oder 101%. Somit muss der Anleger beispielsweise heute 101.000 Euro bezahlen, bekommt in ein paar Jahren am offiziellen Rückzahlungstag aber nur 100.000 Euro zurückbezahlt. Der Anleger macht effektiv Verlust, der Bundeshaushalt macht Gewinn. Und den streicht er ja nicht erst in ein paar Jahren ein, sondern schon heute, am Starttag der Emission.

Wo jemand gewinnt, muss auf jemand verlieren

Wir bei finanzmarktwelt.de begleiten regelmäßig diese bizarren Anleiheemissionen des Bundes mit Artikeln. Erst gestern berichteten wir über eine frische Emission fünf Jahre laufender Anleihen des Bundes. Der Verkaufspreis lag bei 101,84%, und in fünf Jahren erhält der Anleger 100,00% zurück. Der Zins liegt bei 0,00% (versteht sich von selbst). Alleine gestern machte der Bund mit dieser einen Transaktion (Verkaufsvolumen 3,16 Milliarden Euro) einen sofortigen Gewinn von 58 Millionen Euro. Das summiert sich im Lauf der Monate und Jahre! Hier nochmal im Zitat aus unserem gestrigen Artikel:

Ein Nominalwert von 3,162 Milliarden Euro wurde heute tatsächlich verkauft. Der tatsächliche Verkaufserlös lag dank einem Kurs von 101,84% aber bei 3,22 Milliarden Euro. Da man in fünf Jahren aber nur den Nominalwert von 3,162 Milliarden Euro zurückzahlen muss, streicht man heute per sofort einen Gewinn ein in Höhe von 58 Millionen Euro!

Jetzt fragt man sich vielleicht: Na und, was geht mich das an? Nun ja, Sie als Renteneinzahler, privater Einzahler in Betriebsrentenkassen, privater Einzahler in eine Lebensversicherung oder einen Investmentfonds, sie zahlen das, was der Bundeshaushalt hier verdient. Denn all diese Fonds und Kassen sind gigantische Kapitalsammelstellen, die in der Regel sehr viel Geld in Anleihen investieren, und natürlich vornehmlich auch in deutsche Staatsanleihen. Was der deutsche Staat jetzt gewinnt, fehlt Ihnen später ganz real. Das merken Sie abe rerst dann, wenn die Anbieter ihnen viel weniger ausschütten können, als ursprünglich prognostiziert.

Bundeshaushalt Bundeskanzleramt
Bundeskanzleramt in Berlin. Foto: Julian Mößle CC BY-SA 4.0

21 Kommentare

21 Comments

  1. Avatar

    asisi1

    21. Februar 2019 13:15 at 13:15

    In dem Bericht, haben sie einen großen Lapsus gebracht: Grüner und dazu ein “Haushaltexperte”!
    Das schlisst sich gegenseitig aus. Ein Grüner ist nie ein Experte, sondern ein Studienabbrecher der von nichts eine Ahnung hat. Außerdem wächst für die Grünen das Geld auf Bäumen!

    • Avatar

      tm

      21. Februar 2019 13:37 at 13:37

      Sie wissen aber schon, dass die Grünen die Wähler mit den durchschnittlich höchsten Bildungsabschlüssen und den höchsten Einkommen haben?

      https://www.dw.com/de/wer-w%C3%A4hlt-ist-schlau-wie-das-bildungsniveau-die-wahlbeteiligung-beeinflusst/a-44353361

      “Wir haben natürlich Parteien, die extrem viele hochgebildete Wähler haben. Da zählen vor allem die Grünen dazu. In der deutschen Wahlstudie hatten drei Viertel der Grünen-Wähler Abitur.”

      https://www.diw.de/documents/publikationen/73/diw_01.c.562050.de/17-29.pdf

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        leftutti

        21. Februar 2019 15:11 at 15:11

        @tm, ich stimme Ihnen dieses Mal natürlich zu und bestreite gar nichts. Es ist ja nicht so, dass ich Ihnen immer und fast schon pathologisch widersprechen will.
        Aber: Eigentlich hat @asisi1 nicht von den Wählern, sondern von den Politikern gesprochen. Auch wenn sein Kommentar haltloser Unsinn und ein niveauloses Vorurteil ist, passt Ihre Antwort dennoch nicht wirklich zur Fragestellung. Aber das passiert schon ab und zu mal…

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          tm

          21. Februar 2019 15:22 at 15:22

          :-) Ich wusste, dass dieser Einwand kommt – und dass Sie der Besserweiser sein würden… Lassen Sie es mal gut sein, ich bin Ihre Provokationen heute leid, sachlich diskutieren wollen Sie ja ohnehin nicht.

          • Avatar

            leftutti

            21. Februar 2019 15:54 at 15:54

            Der Besserweiser ;) sagt dazu: Sachlich kann man nur diskutieren, wenn man auch auf das Thema eingeht. Wer das nicht macht, will auch nicht sachlich diskutieren.

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            Lars

            21. Februar 2019 16:11 at 16:11

            2 x 3 macht 4 –
            widdewiddewitt und 3 macht 9e !
            TM macht sich die Welt – widdewidde wie sie ihm gefällt …

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        asisi1

        21. Februar 2019 21:06 at 21:06

        Ich kenne , durch meinen Tennis-, Badminton -und Golfverein sehr viele Lehrer und Beamte. Die meisten davon wußten alles besser und konnten auch alles besser! Nur auf meine Frage , warum seit ihr denn nicht “Selbstständig”? Darauf kamen nur dumme Antworten!

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    Moritz

    21. Februar 2019 14:33 at 14:33

    https://www.dw.com/de/wer-w%C3%A4hlt-ist-schlau-wie-das-bildungsniveau-die-wahlbeteiligung-beeinflusst/a-44353361

    praktisch keine richtige Aussagekraft. Viele Faktoren werden hier einfach nicht berücksichtigt oder genannt…

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      tm

      21. Februar 2019 14:50 at 14:50

      :-) wie immer….wenn die Zahlen nicht passen, sind sie eben falsch oder nicht aussagekräftig. Ist ja auch so viel einfacher, als die eigene Einschätzung zu korrigieren.

      Wieviele Untersuchungen wollen Sie haben? Oder woran zweifeln Sie? Es kommen doch letztlich alle Untersuchungen der Wählerschaft zu dem Ergebnis, dass die Grünenwähler im Schnitt eine sehr hohe Bildung und ein hohes Einkommen haben.

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        Moritz

        21. Februar 2019 15:57 at 15:57

        Habe ich behauptet das die Zahlen nicht passen oder falsch sind? NEIN! Und welche eigene Einschätzung korrigieren? Ich habe vorher keine abgegeben!
        Ich stelle nicht in Frage das alle Untersuchungen zu diesem Schluss kommen. Allerdings stellt sich dennoch die Frage, welche Faktoren berücksichtigt werden und welche nicht.

      • Avatar

        asisi1

        21. Februar 2019 21:13 at 21:13

        Hohe Bildung, also Schlau sein, hat mit Intelligenz nichts zu tun! Jemand der Intelligent ist, erkennt Zusammenhänge und die Folgen davon. Deshalb werden Grüne fast nie Selbstständig, da sie das nicht können. Sie müssen für ihren Blödsinn nie gerade stehen. Bestes Beispiel bei Lehrern das gern gesehene Burn Out Syndrom! Komischer Weise hatte ich so etwas nie, obwohl ich 40 Jahre lang Selbstständig war und immer Existenzangst hatte.

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          Moritz

          22. Februar 2019 11:17 at 11:17

          Dem kann ich nur Zustimmen!

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    Columbo

    21. Februar 2019 15:54 at 15:54

    Hoher Bildungsgrad=hohes Einkommen=viel freie Zeit in der Natur, und schon ist man grün.
    (Sorry für den blöden Scherz?, wollte nur die Spannung zwischen @leftutti und @tm etwas lockern).

    • Avatar

      leftutti

      21. Februar 2019 16:30 at 16:30

      @Columbo, herzlichen Dank, dass Sie sich um uns beide kümmern :)
      Sie haben recht, @tm wirkt heute wirklich etwas angespannt. Da stimme ich ihm schon mal zu, formuliere ganz sachlich und höflich, provoziere ihn noch nicht einmal, und dennoch geht er auf wie ein Hefeteig.
      Um mich brauchen Sie sich nicht zu sorgen, ich bin, wie fast immer, ganz locker und entspannt…

      • Avatar

        Columbo

        21. Februar 2019 17:50 at 17:50

        @leftutti und @tm,
        würden Sie beide mich eventuell als einen von FMW eingesetzten Paartherapeuten akzeptieren?

  4. Avatar

    md

    21. Februar 2019 16:28 at 16:28

    klar die grünen kamen in den 90 ern als partei des kleinen mannes und sind jetzt die partei der reichen. die fdp hat das nachsehen. die grüne umverteilung ( mit beteiligung von spd ) von unten nach oben ist nicht von der hand zuweisen. fürs volk steuern, agenda 2010 und die erschaffung von tafeln und die reichen wurden reicher. und das in einer phase von wirtschaftswachstum und exportüberschuß rekorden. bei so einer “grünen” lobbypartei ( studienabgänger ) hat die fdp es sehr sehr schwer ihre wählerschaft (studierte reiche ) von den grünen zurück zu gewinnen.

  5. Avatar

    Psycho- Klempner

    22. Februar 2019 09:34 at 09:34

    @Columbo, Es braucht keinen Paartherapeuten, in diesem Fall muss nur Einer therapiert werden.
    Ich verrate aber nicht ,welcher es ist.

    • Avatar

      leftutti

      22. Februar 2019 11:27 at 11:27

      @Psycho-Klempner, den jüngsten Kommentaren nach zu urteilen, ganz klar @Roberto ;)

      Ansonsten melde ich mich gerne freiwillig,, so lerne ich @Columbo mal persönlich kennen, komme mal wieder in den warmen Süden und wirklich schaden kann’s ja nicht…

  6. Avatar

    Scheingrüner

    22. Februar 2019 09:41 at 09:41

    Grün ist man auch wenn man ein vom Staat subventioniertes Elektroauto kauft, das mit staatlich subventioniertem Kohlestrom betrieben wird. Der Mittelständler, der diesen Wahnsinn mit den Steuern bezahlt, muss pendeln u. kann sich nicht einmal einen neuen sauberen Diesel leisten.

  7. Pingback: Meldungen und Nachrichten vom 22.2.2019 | das-bewegt-die-welt.de

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Dr. Jens Ehrhardt: Dax 2021 bei 16.000 Punkten, Deflation statt Inflation

Claudio Kummerfeld

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Laut Dr. Jens Ehrhardt wird der Dax weiter kräftig ansteigen

Dr. Jens Ehrhardt (hier mehr zu seiner Person) ist ein anerkannter Börsianer. Aber auch seine Meinung ist nur eine von vielen. Er betont in einem ganz aktuellen Videobeitrag, dass er auch im Tief des Börsencrash im März diesen Jahres seine Prognose bestätigt hatte. Der Dax werde nächstes Jahr bei 16.000 Punkten notieren.

Dax 16.000 Punkte laut Dr. Jens Erhardt

Und heute erneuert er diese Prognose. 16.000 Punkte für das nächste Jahr, das sei für den Dax sogar eher eine bescheidene Prognose. Bei Börsenkursen gehe es nun mal nicht um wirtschaftliche Realitäten, sondern um Angebot und Nachfrage im Handel, so seine Aussage. Die Notenbanken würden immer weiter Liquidität in die Märkte pumpen. Und irgendwo hin müsse all dieses neue Geld fließen. Es treibe die Börsenkurse an. Auch bei seiner letztjährigen Gold-Prognose von 2.000 Dollar hätte ihn so mancher schief angeguckt. Und jetzt sei sie eingetreten. Und warum der Dax derzeit noch so gut aussehe? Die Börsianer würden nun mal in den Kursen die realwirtschaftliche Entwicklung ein halbes Jahr vorwegnehmen! Und wie Dr. Jens Erhardt schon richtig sagt im Video… so weit entfernt sind die 16.000 Punkte von heutiger Sicht aus gar nicht mehr. Nur noch ein klein wenig zusätzliche Euphorie… der Sprung von 12.500 Punkten rauf auf 16.000 ist ja nicht mehr so groß?

Inflation?

Wo viele andere Kommentatoren wie Markus Krall etc eine Hyperinflation oder zumindest eine deutlich spürbare Inflation anrollen sehen, da spricht Dr. Jens Ehrhardt heute eher von Deflation. Er nennt dafür auch konkrete Gründe. Ob er Recht hat oder doch eher die Krall-Fraktion? Wir werden das wohl erst in gut einem Jahr genauer wissen. Erhardt meint, dass Inflation für die nächsten 1-2 Jahre gar kein Thema sei.

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Künstliche Intelligenz: Die nächste Generation der Robo Advisor?

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Künstliche Intelligenz pusht den Robo Advisor in der Geldanlage?

Vor wenigen Jahren noch völlig unbekannt, ist die Geldanlage über einen Robo Advisor für viele deutsche Verbraucher heute zu einer echten Alternative geworden. Jeder dritte Deutsche (29 Prozent) weiß bereits was ein Robo Advisor ist. Von denjenigen, die mit dem Begriff vertraut sind, kann sich sogar jeder fünfte (20 Prozent) vorstellen, sein eigenes Geld über einen Robo Advisor verwalten zu lassen. (Info: Begriffserklärung Robo Advisor) Zu diesem Ergebnis kommt zumindest die vom Marktforschungsinstitut Toluna durchgeführte Studie ,,Robo Advice in Deutschland – Status quo und Entwicklungsperspektiven 2020“, welche von der European Bank for Financial Services in Auftrag gegeben wurde.

370,10 Prozent Anstieg des Anlagevolumens bis 2024 erwartet

Belief sich das Anlagevolumen im Segment Robo Advisor im Jahr 2017 in Deutschland noch auf 756 Millionen Euro, wird für das Jahr 2024 ein satter Anstieg auf insgesamt 29,860 Milliarden Euro Anlagevolumen prognostiziert. Bereits in diesem Jahr (2020) wird mit einem Anlagevolumen von über 8 Milliarden Euro allein in Deutschland gerechnet. (Quelle: Statista.com) Kein Wunder also, dass Banken und Finanzdienstleister weiterhin massiv in Neuentwicklungen und Verbesserungen der Analysefähigkeiten der digitalen Berater investieren. Nachdem anfängliche Kinderkrankheiten nach und nach beseitigt wurden, sollen Robo Advisor in Zukunft deutlich cleverer werden als ihre ,,Vorfahren“.

Die nächste Generation kommt – mit ihr die Künstliche Intelligenz

War der Anlagevorschlag der „ersten Generation“ noch aufgrund einer einfachen Risikoabfrage und Auswahl an möglichen Anlageklassen relativ statisch und konnte sich bei kurzfristigen Marktveränderungen nur bedingt schnell anpassen, wird die nächste Generation schneller und individueller arbeiten.

Die laufenden Verbesserungen der Künstlichen Intelligenz bieten besonders im Segment Robo Advisor ein enormes Potenzial. Es ist bereits in naher Zukunft denkbar, dass Robo Advisor eine smarte Steuerung des Portfolios durch eine Echtzeit Risikosteuerung ermöglichen und besondere Anlegerwünsche wie ESG-Investing (Environment, Social and Governance – sprich: Ethisches Investieren) vermehrt berücksichtigen.

Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz könnte mittel- und langfristig ganzheitlichen Charakter erlangen, welcher ein solides Cashflow-Management, einen entscheidenden Teil der Altersvorsorge, die übergreifende Investitionsplanung, das Finanzrisikomanagement und individuelle Steuerplanungen des Anlegers begleitet.

Fazit: Wo führt das hin?

Dort wo Wachstum stattfindet, wird investiert. Dort wo investiert wird, entstehen neue Möglichkeiten. Es ist mehr als wahrscheinlich, dass die Geschwindigkeit der Veränderung in Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz nie wieder so langsam sein wird wie heute. Von diesem Standpunkt aus betrachtet wird die Zukunft viele Chancen bieten, aber auch enorme Risiken in sich bergen, die heute noch kaum vorstellbar sind. Eine kritische Betrachtung möglicher Veränderungen ist daher durchaus gesund.

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TikTok: Opfer des US-Monopols? Trump und Microsoft in Aktion

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TikTok App auf einem Smartphone

Achtung Verschwörungstheorie? Oder jede Menge heiße Luft? Nein, hier geht es um mehr als nur ein Geschmäckle. Offiziell zumindest geht es um Datenschutz. Es ist ja bekannt, dass der Social Media-Dienst TikTok mit Sitz in China auch im “Freien Westen” eine ernsthafte Gefahr für Instagram und YouTube geworden ist. Noch schlimmer. TikTok ist erfolgreicher und beliebter. Mit alleine 46 Millionen Downloads in den USA alleine im Jahr 2019 ist TikTok als Plattform für kurze Videos richtig angesagt. Die allermeisten Nutzer konsumieren nur Inhalte, wie auf anderen Plattformen auch.

TikTok als einzig ernsthafte Gefahr für das US-Monopol

Damit ist TikTok die erste wirklich ernsthafte Gefahr für das Social Media-Monopol der USA. Denn mal ehrlich. Es ist ein Monopol, wenn man danach geht, aus welchem Land die Anbieter kommen. YouTube, Google, Twitter, Instagram, Facebook, Whatsapp, LinkedIn. Was man in Europa und Nodamerika und in den meisten anderen Teilen des Planeten nutzt, kommt aus den USA. Und TikTok wird offenbar immer beliebter und erfolgreicher. In den App Stores wird die App häufiger geladen als die Apps von den großen US-Anbietern. Und das auch noch völlig ohne Zwang. Die Kids und jungen Erwachsenen in Europa und den USA finden etwas aus China viel besser als etwas aus den USA?

Das kommt noch hinzu zum Angriff auf das Monopol der USA. So was darf doch nicht sein, dass die Chinesen etwas anbieten, was die Leute im Westen besser finden? Und dann wie gesagt noch das schöne Monopol der USA, das bedroht ist. Dagegen musste etwas unternommen werden? Schon seit Wochen gab es Drohungen gegen TikTok vorzugehen, zum Beispiel seitens des US-Kongress oder durch US-Außenminister Pompeo. Als Grund führt man Datenschutzbedenken an. Nutzerdaten könnten bei der chinesischen Regierung landen. Ob es so ist? Man weiß es nicht. Aber dass gerade die US-Regierung nun mit dem Datenschutz kommt (Thema NSA-Skandale), ist schon witzig, oder eher traurig?

Trump droht, Microsoft will kaufen

Und jetzt ganz frisch droht Donald Trump damit TikTok als App in den USA komplett verbieten zu wollen. Und upsss, ohhhh Wunder. Exakt zur selben Zeit, nämlich am letzten Wochenende, wird bekannt, dass Microsoft mit dem chinesischen Betreiber von TikTok (der Firma ByteDance) in Verhandlungen stehe (hier die offizielle Mitteilung von Microsoft). Man wolle der Firma das TikTok-Geschäft für die USA, Kanada, Australien und Neuseeland abkaufen. Offenbar geht es um eine Kaufsumme in Höhe von 50 Milliarden Dollar. Bis zum 15. September wolle man eine Einigung erreichen. Warum bis dahin? Laut Berichten soll die Trump-Administration bis dahin Zeit gegeben haben. Schafft Microsoft bis dahin keine Einigung zur Übernahme, wolle man TikTok in den USA verbieten. Was für ein zeitlicher Zufall zwischen aktueller ganz konkreter Verbotsandrohung und der Microsoft-Verhandlung? Ein Schelm, wer Böses dabei denkt?

Denn was wäre ohne die Verbotsandrohung durch Donald Trump passiert? Welchen Grund hätte ByteDance haben sollen, nun womöglich zügig TikTok für die angelsächsischen Märkte verkaufen zu müssen? Gar keinen. Aber gibt es keinen Käufer und die USA verbieten TikTok im eigenen Markt einfach, dann ginge ByteDance ein gigantischer Milliardenbetrag durch die Lappen, beziehungsweise ein beträchtlicher Wertverlust für den chinesischen Anbieter als Gesamtunternehmen.

Nur eine dumpfe Verschwörungstheorie rund um TikTok?

Ist es ein abgesprochenes Spiel hinter den Kulissen? Ich (Trump) drohe mit Verbot, und damit wird TikTok genötigt sein Geschäft für die USA schnell und günstig zu verkaufen, und zwar an einen US-Konzern? Wenn nicht, drohe ich einfach weiter mit Verbot? Ja, das ist natürlich rein spekulativ und klingt schon stark nach Verschwörungstheorie. Aber der zeitliche Zusammenhang von ganz konkreter Androhung eines schnellen Verbots von TikTok, und der Kaufverhandlung durch Microsoft, das wirkt sehr, sehr, sehr stark wie Geschmäckle hoch 10!

Natürlich kann man auch argumentieren, dass die Trump-Administration derzeit ja eh grundsätzlich die Krallen ausfährt gegen China, siehe die Konsulats-Schließung, verschärfter Handelskrieg, Vorwürfe in Sachen Covid-19 usw. Da könnte TikTok nur ein weiterer Eskalations-Baustein sein. Aber ich denke mal: Man sollte das bisherige Social Media-Monopol der USA nicht außer Acht lassen, und dass TikTok derzeit in der Tat dem Monopol den Rang abläuft. Holt man TikTok in die USA und bringt die App in die Hände eines US-Konzerns, kann die Monopol-Party weitergehen, im Zugriffsbereich der NSA versteht sich. Aber, da darf man wenigstens beruhigt sein… dann gäbe es immerhin keine Datenschutzbedenken mehr, dass die chinesische Regierung Daten abgreift.

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