Folgen Sie uns

Allgemein

Bundesregierung mit erbärmlich schwachem Bild Richtung USA – zwei aktuelle Beispiele

Redaktion

Veröffentlicht

am

Es ist inzwischen kein Geheimnis mehr. Persönlichkeiten wie Donald Trump verachten Schwäche und nutzen diese aus. Wer auch nur halbwegs von Trump respektiert oder als Gesprächspartner ernst genommen werden will, muss Stärke demonstrieren – auf welche Weise auch immer. Die deutsche Bundesregierung hat in diesem Zusammenhang offenbar den Weg „wegducken und kuschen“ eingeschlagen.

Iran

Nach den neuen Iran-Sanktionen der USA hatten EU und auch Deutschland stolz verkündet, dass man nach wie vor ganz normal weiter Geschäfte mit dem Iran machen werde, und sich somit auch nicht von den USA beeinflussen lasse, mit wem man Geschäfte zu machen hat. Das Atomabkommen gelte weiter. Aber der völlig normale Wunsch einer in Deutschland tätigen iranischen Bank 300 Millionen Euro in bar von ihrem Bundesbank-Konto abzuheben und das Bargeld in den Iran zu bringen, wurde durch die Bundesbank unterbunden.

Denn sie änderte einfach schnell ihre AGBs, wodurch dieser Vorgang quasi verhindert wurde. Wie Medien heute übereinstimmend melden, verzichtet die „Europäisch-Iranische Handelsbank“ mit Sitz in Hamburg erst einmal auf diesen Bargeld-Transfer. Die Intention dahinter war ja klar. Der Iran will echte Devisen physisch ins Land schaffen. Diese Euro-Scheine kann dem Land dann niemand mehr wegnehmen, und auch nichts beschlagnahmen. Der US-Botschafter in Deutschland hatte Druck auf Deutschland gemacht. Wie einfach es doch geht mit ein bisschen Druck deutsche Institutionen zu beeinflussen. Ist die Deutsche Bundesbank nicht eigentlich „unabhängig“ von der Politik?

Digitalsteuer

Heute wird bekannt, dass Finanzminister Scholz (der G20-Held von Hamburg) die Pläne für eine Digitalsteuer ganz aufgeben will. So berichtet es die „BILD“. Dabei war es letztes Jahr ein Wahlkampfversprechen der SPD Google, Facebook und Co mit einer Digitalsteuer zur Kasse zu bitten, weil gerade diese großen Konzerne massiv Gelder ins Ausland verschieben, wodurch dem deutschen Fiskus offenbar in großem Umfang Steuern entgehen. Warum dieser vermeintliche Rückzieher von Scholz, der noch nicht bestätigt ist?

Nun, es geht wohl darum Donald Trump im aktuellen Handelskrieg nicht noch mehr zu erzürnen. Offensichtlich hat die Bundesregierung Angst vor Gegenmaßnahmen der USA in Richtung deutscher Unternehmen in den USA. Denn die von so einer EU-Digitalsteuer betroffenen großen Internetkonzerne sind durchweg in den USA beheimatet, und die Steuer würde also vor allem sie treffen. Stellt sich Deutschland in Brüssel quer bei diesem Projekt, ist es in der Realität auf EU-Ebene kaum umsetzbar.

Das dürfte nicht nur in der aktuellen US-Administration gut ankommen. Es zeigt, dass eine massive Drohkullisse seitens der Amerikaner mehr denn je die deutsche Bundesregierung kuschen lässt. Dieses Zeichen der Schwäche wird aber in keinster Weise von Donald Trump belohnt werden. Es wird nur eine Aufforderung an ihn sein immer neue Forderungen gegen die EU zu stellen, um für die USA weitere Vorteile im globalen Handel rauszuschlagen.

Die Führungsspitzen der aktuellen Bundesregierung
Die Führungsspitzen der aktuellen Bundesregierung. Foto: Sandro Halank, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0 – Ausschnitt aus Originalfoto

11 Kommentare

11 Comments

  1. Avatar

    Kritisch

    5. September 2018 17:50 at 17:50

    Also, vorausgesetzt das stimmt, na dann „Gute Nacht Marie“, äh, Angela! Wenn das die treibende Kraft der EU-Wirtschaft ist, mache ich mir gar keine Sorgen mehr über EU und EURO, denn dann ist beides sowieso mausetot. Wie kann man sich nur so ins Hend machen vor einem, ja wie sage ich es möglichst treffend, WELTENHERRSCHER (wird ihm zumindest mit solchen Aktionen attestiert). Und hier in diesem Forum wettert man gegen Vladimir? Der ist ja ein Lämmchen gegen den ZER-TRUMPLER!
    Und wenn „Vladimir“ ein Lämmchen ist, was ist denn dann die Bundesregierung?

  2. Avatar

    Wolfgang M.

    5. September 2018 17:54 at 17:54

    Auch wenn die deutsche Regierung durch Weggucken wieder einmal Schadensbegrenzung im Stile Merkels betreiben will, ist doch einiges festzustellen, was auch in Richtung dieses Berichts von FMW zielt.
    Die Abkehr von den USA beginnt mit kleinen Schritten, doch sie ist klar erkennbar. Seien es Fragen um die US-Energiepolitik (Nord Stream 2), das Thema Iran-Sanktionen mit all seinen Folgewirkungen, die Diskussionen um das Zahlungssystem Swift, die Bildung neuer Wirtschaftsabkommen u.s.w. – man hat realisiert:
    Trumps Absichten mit der alle Lebensbereiche tangierenden Zielrichtung „America first“ sind klar: Er will alle Staaten dieser Erde, aufgrund der Dominanz des US-Dollars als Handels- und Leitwährung und der US-Wirtschaft, dazu zwingen, nach seiner „Pfeife zu tanzen“. Dazu sollen nicht nur die Zölle nach seinem Gusto gestaltet werden, Produktionen in die USA verlagert und unilaterale Verträge zu bilateralen ausgestaltet werden. Nein, er wird auch bei Konzessionen der Handelspartner in seiner megalomanen Art nicht ruhen (auch wenn die EU die Zölle auf US-Fahrzeuge auf null senkt, reicht ihm das nicht), sondern immer weiter provozieren. Wenn ein Land nachgibt, motiviert ihn das um so mehr in der Annahme der Richtigkeit seiner Vorgehensweise.
    Er blendet dabei eines aus: Die anderen Nationen stellen sich langfristig anders auf (die USA sind kein verlässlicher Partner mehr) und schmieden neue Allianzen.
    Donald Trump vergisst, dass die Bevölkerung der USA mit aktuell 329 Mio. Menschen nicht einmal einen 5% Anteil an der Weltbevölkerung hat – verglichen mit China und Indien, beide über 1,4 Mrd. Bürger. Klar will er den Aufstieg Chinas zur wirtschaftlichen Nummer eins verhindern, aber wie will er das anstellen? Sollen die Amerikaner noch mehr konsumieren? Ich habe vor ein paar Monaten den Anstieg des chinesischen BIP von 2007 bis 2016 von 3,5 auf knapp 12 Bio. $ kommentiert, binnen eines Jahrzehnts! (USA knapp 19 Bio.$), das macht den USA Sorgen.
    Kurzum, Trump wird mit seiner Unberechenbarkeit, seinen permanenten Drohgebärden nach Mafia-Art und seiner Maßlosigkeit langfristig für den Abstieg der USA (America alone ) sorgen.
    Die von mir skizzierte Entwicklung wird durch einen Bericht in der „Welt“ in dieser Woche bestätigt, wo man den Aufstieg des chinesischen Ölhandels in Yuan thematisierte. Während bisher der internationale Ölhandel in Höhe von 14 Bio. $ fast ausschließlich über die US-Währung abgewickelt wurde (ein unglaubliches Druckmittel für die USA) wird derzeit, nach Berechnung von Reuters, schon jeder 7. Ölkontrakt in der chinesischen Währung gehandelt. Damit verliert die US-Sanktion gegenüber dem Iran schon ein bisschen an Wirkung – Abnehmer des iranischen Öls wird China sein. Das ist nur der Anfang.
    Kurzfristig kann Trump nur die Wall Street oder der Wähler stoppen, oder vielleicht doch die Summation der Ermittlungen gegen ihn? Fallen die Kurse an der Wall Street über 10%, so glaube ich nicht, dass seine Anhänger / „Tolerierer“ ihm noch folgen werden. In den USA gilt „Money Makes the World Go Round“, wie in keinem anderen Land.
    Meine Sichtweise

    • Avatar

      tm

      5. September 2018 17:59 at 17:59

      Inwiefern sehen Sie die Abwicklung vieler internationaler Transaktionen in USD als Druckmittel?

      • Avatar

        Wolfgang M.

        5. September 2018 19:29 at 19:29

        @tm. Äh, kann man unliebsame Staaten über das Bankensystem nicht vom Dollarhandel ausschließen? Wurden im letzten Jahr nicht Öllieferungen in Höhe von 14 Bio.$ getätigt, nicht zu reden von den anderen Rohstoffen. Haben nicht die Schweizer Banken das Bankgeheimnis „gelockert“, um nicht die Zulassung für die USA aufs Spiel zu setzen? Noch braucht man viele Dollars.
        Gruß

        • Avatar

          tm

          6. September 2018 09:26 at 09:26

          klar und vom Euro auch.

          Mag sein, dass für 14 Bio USD Öl gekauft wurde, aber inwiefern ist das für die USA ein Druckmittel? Es sind doch die Ölförderstaaten, die USD haben wollen, weil diese Währung global akzeptiert ist. Mit Euros können die vemrutlich auch ganz gut leben und wenn der Yuan irgendwann mal frei konvertierbar ist, vielleicht auch mit CNY. ich sehe noch nicht, wo darin für die USA ein (relevanter) Vorteil liegt. Letztlich wird der USD dadurch von anderen manipuliert und ist so stärker als er sonst wäre, was mit ein Grund für das Handelsbilanzdefizit ist.

  3. Avatar

    Beobachter

    5. September 2018 18:46 at 18:46

    Der Dollar als Weltwährung war für die USA solange nützlich ,als sie sich bei hohem Dollar verschuldeten u.mit dem jahrzehntelangen Abwerten ihre Schulden verminderten. Es passierte also genau das Gegenteil, was jetzt den Schwellenländern passiert.Jetzt bei steigendem Dollar u.wieder steigenden Schulden verkehrt sich dieser Effekt genau ins Negative.
    Trump ist also definitiv nicht der Wunderstaatsmann, der die USA an der Spitze halten kann.Wenn, wie schon gesagt wurde, DIE EINFACHEN LEUTE merken, dass eben Trump eher der Mann DER MEHRFACHEN MILLIARDÄRE IST ist der Zauber vorbei.

  4. Avatar

    leftutti

    5. September 2018 22:44 at 22:44

    Offensichtlich hat die Bundesregierung Angst vor Gegenmaßnahmen der USA in Richtung deutscher Unternehmen in den USA. Denn die von so einer EU-Digitalsteuer betroffenen großen Internetkonzerne sind durchweg in den USA beheimatet, und die Steuer würde also vor allem sie treffen.
    Große Internetkonzerne in den USA, wer wird das denn sein? Sicherlich keine ehemaligen Staatskonzerne wie die Telekom, denen man ohnehin schon lange mal den Kopf waschen müsste ;)
    Nachdem sie in Deutschland für Generationen ihre Kunden bis aufs letzte Hemd ausgezogen und danach noch gerupft haben, sollte man sie ohne schlechtes Gewissen einem amerikanisch-juristisch-administrativen Läuterungsprozess à la Deutsche Bank oder VW aussetzen. Bis sie gelernt haben, ehrlich zu sein.
    Et vice versa, was Ami-Konzerne in der EU betrifft.
    Das gilt analog übrigens auch für die Bundesregierung, mehr als zwei Regierungsperioden führen zu Filz und Sumpf, zu Abhängigkeiten und Trägheit, zu Selbstzufriedenheit und extremer Wahrnehmungsverzerrung.

    • Avatar

      Wolfgang Koch

      6. September 2018 11:03 at 11:03

      Wie wahr leftutti!Mir aus der Seele gesprochen.Der unfähigsten Kanzlerin,die wir je hatten(zum Glück bisher nur eine!)gelingt es,mir völlig unverständlich,immer wieder die Deutschen zu täuschen.Wer,so wie ich auch von mir denke,bei klarem Geist ist,der muss eigentlich beinahe wahnsinnig werden,wenn er die von Lügen & Gesetzesbrüchen dominierte „Politik“ dieser Amerikaspionin bewertet!Sie sitzt noch einen Platz höher ,als damals Guillaume.Leute,verschafft euch Wissen über diesen Maulwurf,den ihr Kanzlerin,nennt.Ich sage nur Rosenholzdateien!Hier wird ihnen aufgeklärt, würde Schnuckelchen Verena zu Recht flöten!

  5. Avatar

    leftutti

    6. September 2018 00:22 at 00:22

    Wer auch nur halbwegs von Trump respektiert oder als Gesprächspartner ernst genommen werden will
    Wer will das schon? Und warum? Und wieso halbwegs von Trump?
    Die Frage ist doch: Warum sollte jemand Trump halbwegs ernst nehmen?
    Die Welt ist groß genug, um sich gegen diesen neuen Gröfaz zu wehren.

    • Avatar

      Finanza

      7. September 2018 12:55 at 12:55

      Anscheinend aber nicht wenn ihm jeder nachrennt.
      Normalerweise dreht man sich um und geht zum Nächsten. War aber abzusehen. Wenn einer, und sei es auf Grund seines geistigen Zustandes, ernst macht und es durchzieht, dann geben die anderen klein bei. Man will ja nicht auf dieselbe Stufe gestellt werden wie Trump. Wenn er sich dem bewusst sein sollte, dann kann er es durchaus auch absichtlich einsetzen.

  6. Avatar

    leftutti

    8. September 2018 01:52 at 01:52

    @Wolfgang Koch, ich freue mich, dass ich Ihnen aus der Seele spreche!
    Schön, dass Sie mich übergangslos in Ihr Merkel-Bashing integrieren, aber leider muss ich Ihnen mitteilen, dass ich Ihre rechtspopulistischen, primitiven, zusammenhanglosen und AfD-nahen Postulate so gar nicht teilen kann.
    16 Jahre Kohl zuvor waren mindestens genau so traumatisch und frustrierend wie die seiner Schülerin. Nebenbei bemerkt, reaktionäre Voll-Horste und korrupte Straußenvögel in und aus Bayern, die seit Bestehen der Bundesrepublik (seit fast 70 Jahren) quasi-monarchistisch den Bundesstaat beherrschen, sind noch viel schlimmer zu ertragen.
    Hatte ich nicht eigentlich eher global über Filz und Sumpf, Betrug, Manipulation und Machtmissbrauch bei Staat, Telekom, VW, Deutsche Bank etc. geschrieben?

    Was hat das alles mit Guillaume als ehemaliger DDR-Spion, und der wiederum mit Merkel als sog. Amerikaspionin zu tun?

    Wer,so wie ich auch von mir denke,bei klarem Geist ist,der muss eigentlich beinahe wahnsinnig werden
    Ich befürchte, Sie sind bereits wahnsinnig geworden, da es Ihnen an klarem Geist, gesundem Menschenverstand, an Vernunft und Urteilsvermögen fehlt.
    Nur so lässt sich Ihre „logische“ Kette von Großen Internetkonzernen in den USA hin zu Guillaume, weiter zu Merkelund hin zu Schnuckelchen Verena in ein paar Worten erklären…

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Allgemein

Donald Trump und die Deutsche Bank – hochinteressante Doku

Redaktion

Veröffentlicht

am

Von

Warum hat Donald Trump von der Deutschen Bank immer wieder Geld bekommen? Das ist vielleicht die interessanteste Frage, die in der folgenden Doku besprochen wird. US-Banken wollten Donald Trump offenbar kein Geld mehr leihen. Aber die Deutsche Bank tat es, und gab immer mehr Geld, für immer mehr Immobilienprojekte des heutigen US-Präsidenten. Und das, obwohl er vorher zahlreiche Projektpleiten hingelegt hatte. Gab es Sicherheiten aus Russland?

Die Doku beleuchtet im Detail die Beziehungen von Donald Trump nicht nur zur Deutschen Bank, sondern auch wie eng tatsächlich seine Verbindungen zu russischen Geschäftskreisen in New York und in Russland selbst waren. Bisher kam der Präsident selbst bei den Mueller-Ermittlungen in den USA ungeschoren davon. Der Schlüssel liegt wohl in den Geschäftsunterlagen der Deutschen Bank. Wer machte mit wem Geschäfte? Wer hat eventuell Geld gewaschen? Auffällig oft haben russische Käufer bei Trump-Projekten Wohnungen gekauft. Beispielhaft beleuchtet wird dieses Lizenz-System an einem Hochhaus in New York, für das er nur seinen Namen gab, und dafür 18 Prozent der Einnahmen kassierte.

Wusste Donald Trump, dass über seinen Namen und seine Projekte womöglich in gigantischem Umfang Geldwäsche zwielichtiger russischer Kreise abgewickelt wurde? Nachweisen lässt sich bis jetzt definitiv nichts, aber die Dokumentation der Geschäftsabläufe, wie es im folgenden Beitrag gezeigt wird, ist doch sehr aufschlussreich.

Donald Trump im Jahr 2020
Donald Trump

weiterlesen

Allgemein

Immobilienpreise steigen kräftig an – keine Spur von Corona!

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Hausbau

Bei Immobilien ist keinerlei Spur von der Coronakrise zu entdecken. Unfassbar. Die Immobilienpreise klettern weiter nach oben wie in den letzten Jahren auch. Im zweiten Quartal sind die Preise für Wohnimmobilien nämlich im Vergleich zum 2. Quartal 2019 um 6,6 Prozent gestiegen, wie das Statistische Bundesamt heute meldet. Die folgende Grafik zeigt den Häuserpreisindex seit dem Jahr 2015. Es ist keinerlei Einbruch erkennbar in den letzten beiden Quartalen. Nochmal… unfassbar, dass bei 10 Millionen Kurzarbeitern im Höhepunkt der Krise kein Einbruch der Immobilienpreise erkennbar war. Die Statistiker melden aktuell auch, dass die Preise für Wohnungen sowie für Ein- und Zweifamilienhäuser gegenüber dem Vorquartal um 2 Prozent gestiegen sind. Damit verteuerten sich Wohnimmobilien trotz Corona-Krise weiterhin sowohl in der Stadt als auch auf dem Land.

Immobilienpreise klettern mitten in der Coronakrise immer weiter nach oben

Hier weitere Details von den Statistikern im Wortlaut:

Im 2. Quartal 2020 waren in den sieben größten Metropolen (Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt, Stuttgart und Düsseldorf) Ein- und Zweifamilienhäuser 6,5 % und Eigentumswohnungen 6,1 % teurer als im Vorjahresquartal. Damit setzte sich der Anstieg der Preise für Wohnimmobilien in Metropolen zwar fort, jedoch weiterhin mit einer abnehmenden Dynamik bei Wohnungen. Für Eigentumswohnungen hatte die Veränderungsrate zum Vorjahresquartal im 2. Quartal 2019 noch 7,9 % betragen, im 2. Quartal 2018 lag sie bei 11 %. In den anderen Großstädten ab 100 000 Einwohnerinnen und Einwohnern stiegen im 2. Quartal 2020 die Häuserpreise um 7,3 % und die Preise für Eigentumswohnungen um 8,2 % im Vergleich zum Vorjahresquartal. Auch in ländlichen Kreisen wurden Wohnimmobilien im Durchschnitt teurer. So erhöhten sich die Preise für Häuser in dichter besiedelten ländlichen Kreisen um 8,9 % und für Eigentumswohnungen um 5,9 %. In dünn besiedelten ländlichen Kreisen stiegen die Preise für Ein- und Zweifamilienhäuser um 4,8 %, Wohnungen verteuerten sich um 6,6 %.

weiterlesen

Allgemein

US-Wirtschaft: Warum es ohne KMUs keine Erholung gibt

Hannes Zipfel

Veröffentlicht

am

US-Wirtschaft ist angewiesen auf Arbeiter bei den KMUs

Die kleinen und mittleren Unternehmen sind für die US-Wirtschaft von besonderer Bedeutung. Sie stellen einen Großteil der Arbeitsplätze, stehen aber vor enormen Herausforderungen und viele sogar vor dem Aus. Ohne die KMUs wird es keine nachhaltige Erholung und erst recht keinen Wirtschaftsboom in den USA geben.

US-Wirtschaft braucht dringend neue Finanzhilfen

Als Steven Terner Mnuchin (Rep.), seit Februar 2017 US Finanzminister, am Dienstagnachmittag vor dem US-Repräsentantenhaus vom kommenden Boom der US-Wirtschaft im vierten Quartal schwärmte, muss dem ehemaligen Chef der Investmentbank Goldman Sachs die zuvor veröffentlichte Umfrage zum Paycheck Protection Program (PPP) seines früheren Arbeitgebers entgangen sein. Das Ergebnis der Umfrage kontrastiert die Jubelstimmung, die auch von seinem Amtskollegen Olaf Scholz (SPD) in Deutschland immer häufiger zu vernehmen ist.

Nüchterner war da schon die dringende Empfehlung des US-Notenbankchefs Jerome Powell an die Abgeordneten im US-Kongress, die kleinen und mittleren Unternehmen (KMUs) des Landes mit zusätzlichen fiskalischen Maßnahmen zu unterstützen, da ansonsten eine nachhaltige Erholung der US-Wirtschaft nicht möglich sei.

Gemäß der jüngsten verfügbaren Daten gab es in den USA im Jahr 2019 gut 31 Millionen Unternehmen mit weniger als 500 Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen. Diese sogenannten „Small Businesses“ repräsentieren 99,9 Prozent aller Unternehmen und sind größter Arbeitgeber im privaten Sektor der US-Wirtschaft. Die amerikanischen KMUs schufen im letzten Jahr mehr als 1,5 Millionen neue Arbeitsplätze. Daher ist das Schicksal der kleinen und mittleren Unternehmen bei der Wiederherstellung der wirtschaftlichen Erholung von so großer Relevanz.

Weil das so ist, hat die Trump-Administration Ende April im Rahmen des CARES Act (Coronavirus Aid, Relief and Economic Security Act) das Paycheck Protection Program (PPP) über 659 Milliarden US-Dollar verabschiedet. Das ermöglichte es vor allem kleinen und mittelgroßen Unternehmen, zinsgünstige Privatkredite zu beantragen, um ihren Gehaltsverpflichtungen trotz Coronakrise weiter nachzukommen.

Die Höhe eines PPP-Darlehens entsprach dabei ca. dem Zweieinhalbfachen der durchschnittlichen monatlichen Lohnkosten des Unternehmens. Die Darlehen können neben der Zahlung von Löhnen (Paychecks) auch für Mieten, Zinsen und Nebenkosten verwendet werden. Das Darlehen wurde aber nur dann gewährt, wenn das Unternehmen versprach, die Anzahl seiner Mitarbeiter und die Löhne stabil zu halten. Die ursprüngliche Frist für die Beantragung eines PPP-Darlehens war zunächst der 30. Juni dieses Jahres und wurde später bis zum 8. August 2020 verlängert.

Der PPP-Stimulus läuft aus

Nachdem das Gesetz seit fünf Monaten in Kraft ist, läuft die Hilfe nun aus und kann wegen der Blockade im US-Kongress für ein fünftes Konjunkturpaket nicht aufgestockt und verlängert werden. Das bringt viele KMUs an den Rand des Ruins – ein enormes Problem für die US-Wirtschaft!. Gemäß einer aktuellen Umfrage von Goldman Sachs unter US-KMUs haben 88 Prozent ihre PPP-Kredite bereits vollständig ausgeschöpft. Ein Drittel der befragten Unternehmen sah sich bereits gezwungen, die Löhne zu kürzen oder Entlassungen vorzunehmen. Weitere ca. 30 Prozent gaben an, dass ihnen ohne weitere Finanzhilfen bis zum Ende des Jahres das Geld ausgeht.

Anders als Großkonzerne können sich kleine Unternehmen nicht direkt über den Kapitalmarkt refinanzieren und kommen somit auch nicht in den Genuss der Unternehmensanleihekäufe durch die US-Notenbank (Fed), die in diesem Jahr ein neues Rekordvolumen erreicht haben.

Die auf Banken zur Refinanzierung angewiesenen KMUs haben ein weiteres, sich verschärfendes Problem: Wegen der anhaltend schlechten geschäftlichen Situation, aufgebrauchter Rücklagen und ausgeschöpfter Kreditlinien sind die Perspektiven für viele potenzielle Kreditnehmer so schlecht, dass die Banken sie als zu risikoreich einstufen und weitere Kredite verweigern. Schattenbanken, v. a. Hedgefonds, die in diese Lücke springen, verlangen dem Risiko angemessene hohe Zinsen, die für die in Not geratenen KMUs nicht zu stemmen sind.

Da gleichzeitig die im Sommer vom US-Finanzministerium an US-Bürger mit geringen und mittleren Einkommen verteilten Schecks in Höhe von 1.200 US-Dollar pro Person zunehmend eingelöst und aufgebraucht sind, haben viele Kleinunternehmer, Soloselbstständige und Freiberufler auch immer stärker eingeschränkte private Finanzspielräume.

US-Wirtschaft mit Entlassungswelle ab 1. Oktober

Ohne neue Fiskalstimuli droht der US-Wirtschaft im Abschlussquartal eine sich wieder verstärkende Entlassungswelle. Zumal ab 1. Oktober auch die US-Fluggesellschaften trotz vorheriger finanzieller Unterstützung aus dem PPP wieder Massenentlassungen vornehmen dürfen und dies auch bereits für Anfang Oktober angekündigt haben. Allein die größte US-Fluggesellschaft American Airlines will ab diesem Stichtag 20 Prozent ihrer Belegschaft abbauen – also jeden fünften Mitarbeiter. Ähnliche Ankündigungen gibt es von der zweitgrößten US-Fluggesellschaft Delta Airlines und kleineren Fluggesellschaften. Damit wird in den USA das nachgeholt, was bei deutschen und europäischen Airlines wie Lufthansa oder Ryanair bereits Realität ist.

Besonders betroffen von dem Auslaufen des PPP sind neben den Branchen Verkehr und Touristik vor allem Gastronomen, Konzert-Veranstalter, Kreuzfahrt Reedereien, stationäre Einzelhändler, Unterhaltungskünstler, Wedding Planner und andere Event-Manager. Besonders in der US-Gastronomie sind viele KMUs tätig. Generell wird der Dienstleistungssektor von KMUs dominiert. Für die US-Wirtschaft hat dieser Sektor eine besondere Bedeutung: 79,4 Prozent aller Erwerbstätigen ist hier angestellt, davon über 90 Prozent bei KMUs (Daten von 2019, Quelle: Statista).

Fazit

Die Indizien verdichten sich, dass es im vierten Quartal entgegen der Beschwichtigungsrhetorik mancher Politiker statt eines Booms einen Pleite-Tsunami und Massenentlassungen in der US-Wirtschaft geben könnte. Das Erschreckende dabei ist, dass diese Entwicklung noch keine zweite Pandemie-Welle berücksichtigt, die den Schaden in der US-Wirtschaft nochmals maximieren würde. Es bleibt für die KMUs Amerikas zu hoffen, wenn aus heutiger Sicht auch unwahrscheinlich, dass sich der US-Kongress nach dem Wahltermin Anfang November schnell auf ein neues, billionenschweres Hilfspaket einigen kann.

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage

Wenn Sie diese Webseite weiter verwenden, stimmen Sie automatisch der Verwendung von Cookies zu. Zur Datenschutzerklärung

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um Ihnen das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn Sie diese Website ohne Änderung Ihrer Cookie-Einstellungen verwenden oder auf "Akzeptieren" klicken, erklären Sie sich damit einverstanden.

Schließen