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Bundesregierung mit erbärmlich schwachem Bild Richtung USA – zwei aktuelle Beispiele

Redaktion

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Es ist inzwischen kein Geheimnis mehr. Persönlichkeiten wie Donald Trump verachten Schwäche und nutzen diese aus. Wer auch nur halbwegs von Trump respektiert oder als Gesprächspartner ernst genommen werden will, muss Stärke demonstrieren – auf welche Weise auch immer. Die deutsche Bundesregierung hat in diesem Zusammenhang offenbar den Weg „wegducken und kuschen“ eingeschlagen.

Iran

Nach den neuen Iran-Sanktionen der USA hatten EU und auch Deutschland stolz verkündet, dass man nach wie vor ganz normal weiter Geschäfte mit dem Iran machen werde, und sich somit auch nicht von den USA beeinflussen lasse, mit wem man Geschäfte zu machen hat. Das Atomabkommen gelte weiter. Aber der völlig normale Wunsch einer in Deutschland tätigen iranischen Bank 300 Millionen Euro in bar von ihrem Bundesbank-Konto abzuheben und das Bargeld in den Iran zu bringen, wurde durch die Bundesbank unterbunden.

Denn sie änderte einfach schnell ihre AGBs, wodurch dieser Vorgang quasi verhindert wurde. Wie Medien heute übereinstimmend melden, verzichtet die „Europäisch-Iranische Handelsbank“ mit Sitz in Hamburg erst einmal auf diesen Bargeld-Transfer. Die Intention dahinter war ja klar. Der Iran will echte Devisen physisch ins Land schaffen. Diese Euro-Scheine kann dem Land dann niemand mehr wegnehmen, und auch nichts beschlagnahmen. Der US-Botschafter in Deutschland hatte Druck auf Deutschland gemacht. Wie einfach es doch geht mit ein bisschen Druck deutsche Institutionen zu beeinflussen. Ist die Deutsche Bundesbank nicht eigentlich „unabhängig“ von der Politik?

Digitalsteuer

Heute wird bekannt, dass Finanzminister Scholz (der G20-Held von Hamburg) die Pläne für eine Digitalsteuer ganz aufgeben will. So berichtet es die „BILD“. Dabei war es letztes Jahr ein Wahlkampfversprechen der SPD Google, Facebook und Co mit einer Digitalsteuer zur Kasse zu bitten, weil gerade diese großen Konzerne massiv Gelder ins Ausland verschieben, wodurch dem deutschen Fiskus offenbar in großem Umfang Steuern entgehen. Warum dieser vermeintliche Rückzieher von Scholz, der noch nicht bestätigt ist?

Nun, es geht wohl darum Donald Trump im aktuellen Handelskrieg nicht noch mehr zu erzürnen. Offensichtlich hat die Bundesregierung Angst vor Gegenmaßnahmen der USA in Richtung deutscher Unternehmen in den USA. Denn die von so einer EU-Digitalsteuer betroffenen großen Internetkonzerne sind durchweg in den USA beheimatet, und die Steuer würde also vor allem sie treffen. Stellt sich Deutschland in Brüssel quer bei diesem Projekt, ist es in der Realität auf EU-Ebene kaum umsetzbar.

Das dürfte nicht nur in der aktuellen US-Administration gut ankommen. Es zeigt, dass eine massive Drohkullisse seitens der Amerikaner mehr denn je die deutsche Bundesregierung kuschen lässt. Dieses Zeichen der Schwäche wird aber in keinster Weise von Donald Trump belohnt werden. Es wird nur eine Aufforderung an ihn sein immer neue Forderungen gegen die EU zu stellen, um für die USA weitere Vorteile im globalen Handel rauszuschlagen.

Die Führungsspitzen der aktuellen Bundesregierung
Die Führungsspitzen der aktuellen Bundesregierung. Foto: Sandro Halank, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0 – Ausschnitt aus Originalfoto

11 Kommentare

11 Comments

  1. Avatar

    Kritisch

    5. September 2018 17:50 at 17:50

    Also, vorausgesetzt das stimmt, na dann „Gute Nacht Marie“, äh, Angela! Wenn das die treibende Kraft der EU-Wirtschaft ist, mache ich mir gar keine Sorgen mehr über EU und EURO, denn dann ist beides sowieso mausetot. Wie kann man sich nur so ins Hend machen vor einem, ja wie sage ich es möglichst treffend, WELTENHERRSCHER (wird ihm zumindest mit solchen Aktionen attestiert). Und hier in diesem Forum wettert man gegen Vladimir? Der ist ja ein Lämmchen gegen den ZER-TRUMPLER!
    Und wenn „Vladimir“ ein Lämmchen ist, was ist denn dann die Bundesregierung?

  2. Avatar

    Wolfgang M.

    5. September 2018 17:54 at 17:54

    Auch wenn die deutsche Regierung durch Weggucken wieder einmal Schadensbegrenzung im Stile Merkels betreiben will, ist doch einiges festzustellen, was auch in Richtung dieses Berichts von FMW zielt.
    Die Abkehr von den USA beginnt mit kleinen Schritten, doch sie ist klar erkennbar. Seien es Fragen um die US-Energiepolitik (Nord Stream 2), das Thema Iran-Sanktionen mit all seinen Folgewirkungen, die Diskussionen um das Zahlungssystem Swift, die Bildung neuer Wirtschaftsabkommen u.s.w. – man hat realisiert:
    Trumps Absichten mit der alle Lebensbereiche tangierenden Zielrichtung „America first“ sind klar: Er will alle Staaten dieser Erde, aufgrund der Dominanz des US-Dollars als Handels- und Leitwährung und der US-Wirtschaft, dazu zwingen, nach seiner „Pfeife zu tanzen“. Dazu sollen nicht nur die Zölle nach seinem Gusto gestaltet werden, Produktionen in die USA verlagert und unilaterale Verträge zu bilateralen ausgestaltet werden. Nein, er wird auch bei Konzessionen der Handelspartner in seiner megalomanen Art nicht ruhen (auch wenn die EU die Zölle auf US-Fahrzeuge auf null senkt, reicht ihm das nicht), sondern immer weiter provozieren. Wenn ein Land nachgibt, motiviert ihn das um so mehr in der Annahme der Richtigkeit seiner Vorgehensweise.
    Er blendet dabei eines aus: Die anderen Nationen stellen sich langfristig anders auf (die USA sind kein verlässlicher Partner mehr) und schmieden neue Allianzen.
    Donald Trump vergisst, dass die Bevölkerung der USA mit aktuell 329 Mio. Menschen nicht einmal einen 5% Anteil an der Weltbevölkerung hat – verglichen mit China und Indien, beide über 1,4 Mrd. Bürger. Klar will er den Aufstieg Chinas zur wirtschaftlichen Nummer eins verhindern, aber wie will er das anstellen? Sollen die Amerikaner noch mehr konsumieren? Ich habe vor ein paar Monaten den Anstieg des chinesischen BIP von 2007 bis 2016 von 3,5 auf knapp 12 Bio. $ kommentiert, binnen eines Jahrzehnts! (USA knapp 19 Bio.$), das macht den USA Sorgen.
    Kurzum, Trump wird mit seiner Unberechenbarkeit, seinen permanenten Drohgebärden nach Mafia-Art und seiner Maßlosigkeit langfristig für den Abstieg der USA (America alone ) sorgen.
    Die von mir skizzierte Entwicklung wird durch einen Bericht in der „Welt“ in dieser Woche bestätigt, wo man den Aufstieg des chinesischen Ölhandels in Yuan thematisierte. Während bisher der internationale Ölhandel in Höhe von 14 Bio. $ fast ausschließlich über die US-Währung abgewickelt wurde (ein unglaubliches Druckmittel für die USA) wird derzeit, nach Berechnung von Reuters, schon jeder 7. Ölkontrakt in der chinesischen Währung gehandelt. Damit verliert die US-Sanktion gegenüber dem Iran schon ein bisschen an Wirkung – Abnehmer des iranischen Öls wird China sein. Das ist nur der Anfang.
    Kurzfristig kann Trump nur die Wall Street oder der Wähler stoppen, oder vielleicht doch die Summation der Ermittlungen gegen ihn? Fallen die Kurse an der Wall Street über 10%, so glaube ich nicht, dass seine Anhänger / „Tolerierer“ ihm noch folgen werden. In den USA gilt „Money Makes the World Go Round“, wie in keinem anderen Land.
    Meine Sichtweise

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      tm

      5. September 2018 17:59 at 17:59

      Inwiefern sehen Sie die Abwicklung vieler internationaler Transaktionen in USD als Druckmittel?

      • Avatar

        Wolfgang M.

        5. September 2018 19:29 at 19:29

        @tm. Äh, kann man unliebsame Staaten über das Bankensystem nicht vom Dollarhandel ausschließen? Wurden im letzten Jahr nicht Öllieferungen in Höhe von 14 Bio.$ getätigt, nicht zu reden von den anderen Rohstoffen. Haben nicht die Schweizer Banken das Bankgeheimnis „gelockert“, um nicht die Zulassung für die USA aufs Spiel zu setzen? Noch braucht man viele Dollars.
        Gruß

        • Avatar

          tm

          6. September 2018 09:26 at 09:26

          klar und vom Euro auch.

          Mag sein, dass für 14 Bio USD Öl gekauft wurde, aber inwiefern ist das für die USA ein Druckmittel? Es sind doch die Ölförderstaaten, die USD haben wollen, weil diese Währung global akzeptiert ist. Mit Euros können die vemrutlich auch ganz gut leben und wenn der Yuan irgendwann mal frei konvertierbar ist, vielleicht auch mit CNY. ich sehe noch nicht, wo darin für die USA ein (relevanter) Vorteil liegt. Letztlich wird der USD dadurch von anderen manipuliert und ist so stärker als er sonst wäre, was mit ein Grund für das Handelsbilanzdefizit ist.

  3. Avatar

    Beobachter

    5. September 2018 18:46 at 18:46

    Der Dollar als Weltwährung war für die USA solange nützlich ,als sie sich bei hohem Dollar verschuldeten u.mit dem jahrzehntelangen Abwerten ihre Schulden verminderten. Es passierte also genau das Gegenteil, was jetzt den Schwellenländern passiert.Jetzt bei steigendem Dollar u.wieder steigenden Schulden verkehrt sich dieser Effekt genau ins Negative.
    Trump ist also definitiv nicht der Wunderstaatsmann, der die USA an der Spitze halten kann.Wenn, wie schon gesagt wurde, DIE EINFACHEN LEUTE merken, dass eben Trump eher der Mann DER MEHRFACHEN MILLIARDÄRE IST ist der Zauber vorbei.

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    leftutti

    5. September 2018 22:44 at 22:44

    Offensichtlich hat die Bundesregierung Angst vor Gegenmaßnahmen der USA in Richtung deutscher Unternehmen in den USA. Denn die von so einer EU-Digitalsteuer betroffenen großen Internetkonzerne sind durchweg in den USA beheimatet, und die Steuer würde also vor allem sie treffen.
    Große Internetkonzerne in den USA, wer wird das denn sein? Sicherlich keine ehemaligen Staatskonzerne wie die Telekom, denen man ohnehin schon lange mal den Kopf waschen müsste ;)
    Nachdem sie in Deutschland für Generationen ihre Kunden bis aufs letzte Hemd ausgezogen und danach noch gerupft haben, sollte man sie ohne schlechtes Gewissen einem amerikanisch-juristisch-administrativen Läuterungsprozess à la Deutsche Bank oder VW aussetzen. Bis sie gelernt haben, ehrlich zu sein.
    Et vice versa, was Ami-Konzerne in der EU betrifft.
    Das gilt analog übrigens auch für die Bundesregierung, mehr als zwei Regierungsperioden führen zu Filz und Sumpf, zu Abhängigkeiten und Trägheit, zu Selbstzufriedenheit und extremer Wahrnehmungsverzerrung.

    • Avatar

      Wolfgang Koch

      6. September 2018 11:03 at 11:03

      Wie wahr leftutti!Mir aus der Seele gesprochen.Der unfähigsten Kanzlerin,die wir je hatten(zum Glück bisher nur eine!)gelingt es,mir völlig unverständlich,immer wieder die Deutschen zu täuschen.Wer,so wie ich auch von mir denke,bei klarem Geist ist,der muss eigentlich beinahe wahnsinnig werden,wenn er die von Lügen & Gesetzesbrüchen dominierte „Politik“ dieser Amerikaspionin bewertet!Sie sitzt noch einen Platz höher ,als damals Guillaume.Leute,verschafft euch Wissen über diesen Maulwurf,den ihr Kanzlerin,nennt.Ich sage nur Rosenholzdateien!Hier wird ihnen aufgeklärt, würde Schnuckelchen Verena zu Recht flöten!

  5. Avatar

    leftutti

    6. September 2018 00:22 at 00:22

    Wer auch nur halbwegs von Trump respektiert oder als Gesprächspartner ernst genommen werden will
    Wer will das schon? Und warum? Und wieso halbwegs von Trump?
    Die Frage ist doch: Warum sollte jemand Trump halbwegs ernst nehmen?
    Die Welt ist groß genug, um sich gegen diesen neuen Gröfaz zu wehren.

    • Avatar

      Finanza

      7. September 2018 12:55 at 12:55

      Anscheinend aber nicht wenn ihm jeder nachrennt.
      Normalerweise dreht man sich um und geht zum Nächsten. War aber abzusehen. Wenn einer, und sei es auf Grund seines geistigen Zustandes, ernst macht und es durchzieht, dann geben die anderen klein bei. Man will ja nicht auf dieselbe Stufe gestellt werden wie Trump. Wenn er sich dem bewusst sein sollte, dann kann er es durchaus auch absichtlich einsetzen.

  6. Avatar

    leftutti

    8. September 2018 01:52 at 01:52

    @Wolfgang Koch, ich freue mich, dass ich Ihnen aus der Seele spreche!
    Schön, dass Sie mich übergangslos in Ihr Merkel-Bashing integrieren, aber leider muss ich Ihnen mitteilen, dass ich Ihre rechtspopulistischen, primitiven, zusammenhanglosen und AfD-nahen Postulate so gar nicht teilen kann.
    16 Jahre Kohl zuvor waren mindestens genau so traumatisch und frustrierend wie die seiner Schülerin. Nebenbei bemerkt, reaktionäre Voll-Horste und korrupte Straußenvögel in und aus Bayern, die seit Bestehen der Bundesrepublik (seit fast 70 Jahren) quasi-monarchistisch den Bundesstaat beherrschen, sind noch viel schlimmer zu ertragen.
    Hatte ich nicht eigentlich eher global über Filz und Sumpf, Betrug, Manipulation und Machtmissbrauch bei Staat, Telekom, VW, Deutsche Bank etc. geschrieben?

    Was hat das alles mit Guillaume als ehemaliger DDR-Spion, und der wiederum mit Merkel als sog. Amerikaspionin zu tun?

    Wer,so wie ich auch von mir denke,bei klarem Geist ist,der muss eigentlich beinahe wahnsinnig werden
    Ich befürchte, Sie sind bereits wahnsinnig geworden, da es Ihnen an klarem Geist, gesundem Menschenverstand, an Vernunft und Urteilsvermögen fehlt.
    Nur so lässt sich Ihre „logische“ Kette von Großen Internetkonzernen in den USA hin zu Guillaume, weiter zu Merkelund hin zu Schnuckelchen Verena in ein paar Worten erklären…

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Bundesbank veröffentlicht erschreckende Zahl für deutsche Banken

Claudio Kummerfeld

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Banken in Frankfurt

Die Coronakrise trifft die Wirtschaft und auch die Banken, das ist verständlich. Aber bei der folgenden Zahl möchten wir betonen, dass es um das Gesamtjahr 2019 geht, also die Zeit noch vor dem Ausbruch der Coronakrise. Las man die großen Medienpublikationen, dann lief ja noch in 2019 alles total rosig in der Wirtschaft. Gut, hier und da eine „kleine Delle“ bei den Autoherstellern. Aber es gab doch de facto Vollbeschäftigung, die Steuereinnahmen sprudelten. Alles war doch irgendwie in Ordnung?

Nein, einige Kritiker wie zum Beispiel Markus Krall weisen seit Jahren auf eine schwelende Krise hin, und auch speziell auf den sich immer weiter fortsetzenden Niedergang der Banken. Und dieser Niedergang sei eine sehr, sehr ernste Angelegenheit für die ganze Volkswirtschaft. Denn wenn Banken Verluste machen, schrumpft ihr Eigenkapital. Und je weniger Eigenkapital, desto weniger neue Kredite können Banken vergeben. Denn jeder Kredit muss mit einem gewissen Eigenkapital-Anteil als Sicherheit für Kreditausfälle hinterlegt werden.

Bundesbank präsentiert Jahresverlust für deutsche Banken

Und jetzt sehen wir was? Die Bundesbank schreibt ganz frisch in ihrem heute veröffentlichten Monatsbericht September, dass die deutschen Banken in der Gesamtbetrachtung (im Jahr 2019) 2,2 Milliarden Euro Verlust nach Steuern gemacht haben. Und das nach einem Gewinn in 2018 in Höhe von 12,2 Milliarden Euro. Und wie gesagt, in diesen 2,2 Milliarden Euro Verlust im deutschen Bankensystem war die gesamte Coronakrise ja noch überhaupt nicht berücksichtigt. Die kommt erst im folgenden Jahr 2020 noch oben drauf.

Der Chart im folgenden Tweet der Barkow Consulting zeigt, wie die deutschen Banken also zu Ende letzten Jahres insgesamt ins Defizit gerutscht sind, nach jahrelangen Gewinnen. Zuletzt waren sie im Zuge der Finanzkrise 2008 zwei Jahre im Minus gewesen. Zur Ehrenrettung der Bankenbranche darf man erwähnen, dass die Großbanken diesen Verlust im Jahr 2019 verursacht haben. Die große Bundesbank-Tabelle zeigt Finanzdaten nach Bankensektoren. Nur die Großbanken machten Verlust. Sparkassen, Volksbanken etc lagen in der Gewinnzone. Aber abwarten, wie das Gesamtjahr 2020 aussehen wird! Können die Zahlen möglicherweise optisch deutlich besser ausfallen, als sie es tatsächlich sind? Denn bis Ende September gilt eine Sonderregel, nach der Banken wegen Corona gestundete Kredite nicht als Kreditausfall abschreiben müssen. Wird diese Sonderregel bis Jahresende verlängert, könnten die Jahreszahlen der Banken für 2020 rein optisch weniger katastrophal aussehen.

Grafik zeigt Finanzdaten deutscher Banken im Jahr 2019

Hier auszugsweise Aussagen der Bundesbank im Wortlaut:

Die Betrachtung der einzelnen Bankengruppen zeigt, dass die Gesamtentwicklung wesentlich durch die Großbanken getrieben wurde. Vor allem aufgrund eines negativen Sondereffekts infolge des strategischen Umbaus bei einem Institut verringerten sich bei den Großbanken der Zins- und Provisionsüberschuss, wodurch die Großbanken einen starken Rückgang ihrer operativen Erträge um 3,1 Mrd € auf 27,6 Mrd € verzeichneten. Die Sparkassen wiesen 2019 mit 29,7 Mrd € um 0,9 Mrd € geringere operative Erträge aus als noch im Jahr zuvor. Die Kreditgenossenschaften konnten hingegen ihre operativen Erträge im Vergleich zum Vorjahr leicht um 0,2 Mrd € auf 22,1 Mrd € steigern. Den mit 1,6 Mrd € größten Anstieg bei den operativen Erträgen auf 20,8 Mrd € im Jahr 2019 verzeichneten die Regional- und sonstigen Kreditbanken.

Auch die Entwicklung der Eigenkapitalrentabilität wurde wesentlich durch den Sondereffekt bei einem Institut aus der Gruppe der Großbanken getrieben. Die Eigenkapitalrentabilität vor Steuern in dieser Bankengruppe brach von 1,14 % im Vorjahr auf – 16,63 % im aktuellen Berichtsjahr ein.

Die Eigenkapitalrentabilität der Sparkassen sank

leicht um 0,33 Prozentpunkte auf 6,86 %. Dagegen steigerten die Kreditgenossenschaften ihre Eigenkapitalrentabilität um 1,04 Prozentpunkte auf 9,23 % und näherten sich damit anders als die Sparkassen ihrem langfristigen Mittel (10,76 %) an.

Chart zeigt Eigenkapitalrentabilität der Banken

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Warum wir technische Innovationen unterschätzen – Werbung

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Lieber Börsianer,

als damals zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts die ersten Autos über die Straßen rollten, wollte niemand so richtig an die Zukunft dieser Vehikel glauben. Sie waren schmutzig, laut und nicht besonders zuverlässig. Lediglich besonders wohlhabende Menschen und technikaffine Bastler interessierten sich für diese Entwicklung. Der Verkehrsalltag wurde, auch nach der Erfindung des Automobils von Kutschen und Pferdekarren dominiert. Die meisten Menschen glaubten daran, dass sich das wohl nie ändern würde. Kaiser Wilhelm II soll gesagt haben: „Ich glaube an das Pferd, das Automobil ist eine vorübergehende Erscheinung.“

Diese Geschichte lehrt uns, wie falsch die meisten Menschen die Tragweite von technischer Innovation beurteilen. Innerhalb weniger Jahrzehnte sind Autos und Lastkraftwagen zur Normalität geworden. Das Pferd als Transportmittel ist hingegen zu einem Exoten für Liebhaber geworden.

Die technische Innovation schreitet seit Menschheitsbeginn immer schneller voran und keine Branche ist davor geschützt, plötzlich obsolet zu werden. Die Kunst liegt darin, diese Veränderungen frühzeitig vorherzusehen. Allerdings ist das gar nicht so einfach, denn den meisten Menschen fällt es schwer das Potential neuer Technologien zu erkennen.

Während sich viele Unternehmen auf eine spezielle Branche fokussieren, kämpfen andere gleich an zahlreichen Fronten. Ein gutes Beispiel ist Apple, das wertvollste Unternehmen der Welt. Kaum ein Konzern hat die Entwicklung moderner PCs so maßgeblich beeinflusst wie das Unternehmen aus Cupertino. Seit der Jahrtausendwände dringt Apple regelmäßig in neue Märkte vor. Mit dem iPod hat Apple die Branche für mobile Mediaplayer quasi erfunden. Mit dem iPhone revolutionierte Apple den Handymarkt und drängte die großen Player wie Nokia und Blackberry in die Bedeutungslosigkeit. Auch das iPad war das erste massentaugliche Gerät seiner Klasse.

Vor fünf Jahren hat das Unternehmen mit der Apple Watch einen neuen Markt betreten. Anfangs wurde die Computeruhr von vielen belächelt. Geringe Akkukapazität, geringe Leistung. Jetzt auch noch die Armbanduhr jede Nacht ans Ladegerät hängen zu müssen, war für viele Menschen, die erst kurz zuvor von den alten Handys mit schier ewiger Akkuleistung auf die energiehungrigen Smartphones umgestiegen sind, eine Horrorvorstellung.

Die meisten dachten wohl, die Apple Watch wird ein Nischenprodukt für Technikfreaks. Niemand rechnete damit, dass Apple eine ernsthafte Konkurrenz für die altehrwürdige Luxusuhren oder für die Hersteller auf dem Massenmarkt werden könnte.

Wer so dachte, unterlag dem gleichen Irrtum wie einst Kaiser Wilhelm II. Innerhalb weniger Jahre stieg die Apple Watch zur meistverkauften Uhr der Welt auf. Im Jahr 2019 verkaufte Apple 31 Millionen Stück seiner…..

Wollen Sie meine komplette Analyse lesen?

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Aktuell: Risk Off treibt US-Dollar – Dax, Goldpreis und Euro fallen

Claudio Kummerfeld

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Da hatten wir gerade erst darüber berichtet, dass man als Gold-Trader genauer auf den US-Dollar schauen sollte, dann bewegt er sich kurz darauf tatsächlich. Nur halt in die falsche Richtung, aus Sicht der Gold-Bullen. Der Dollar-Index (Währungskorb gegen Euro, Pfund, Franken etc) prallte bei 92,80 Indexpunkten zum siebten Mal in zehn Tagen nach oben ab, und steigt die letzten Stunden auf aktuell 93,32 Indexpunkte.

Risk Off beeinflusst US-Dollar

Risk Off nennt man das. Hat der Markt aufgrund bestimmter Umstände plötzlich Angst, flieht man in sichere Häfen. Und heute ist dies der US-Dollar. Euro, Pfund und Franken verlieren heute alle gleichzeitig gegen den US-Dollar. Und wenn er schnell steigt, leidet oft auch der Goldpreis. Manchmal ist beim Risk Off auch Gold als sicherer Hafen der große Gewinner. Aber schon seit Wochen schielt der Goldpreis in erster Linie auf den US-Dollar, und nimmt logischerweise die gegenteilige Positionierung ein. Der Goldpreis verliert daher seit heute früh von 1.954 auf aktuell 1.931 Dollar.

Dax, Euro und Goldpreis fallen gleichzeitig

Der Euro verliert seit heute früh gegen den US-Dollar von 1,1870 auf aktuell 1,1784. Von einem schwächeren Euro profitiert in der Regel der exportlastige Dax. Aber nicht so in einem Corona-Umfeld mit steigenden Infektionen und immer mehr Beschränkungen (ganz aktuell zum Beispiel in Bayern). Sowas macht auch in angelsächsischen Medien die Runde, dass sogar im so „erfolgreichen“ Deutschland nun wieder mehr Corona-Restriktionen um sich greifen! Der Dax verliert im Vergleich zu Freitag Abend gut 450 Punkte. Im Chart sehen wir seit Freitag den heute steigenden US-Dollar gegen den gleichzeitig fallenden Dax und Goldpreis.

Chart zeigt Kursverläufe von US-Dollar, Goldpreis, Dax

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