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Bundestagswahlen: Das wichtigste „non-Event“ seit Jahrzehnten? Gefährlicher Irrtum..

Wird die Wahl in Deutschland wirklich ein nicht wirklich wichtiges Ereignis für die Märkte? Viele nehmen das an, der Mainstream geht davon aus, dass Merkel die Wahl gewinnt und alles so weiter geht wie bisher. Also eine Art „non-Event“, ein unwichtiges Ereignis. Wir aber haben da so unsere Zweifel!

Redaktion

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FMW-Redaktion

Wird die Wahl in Deutschland wirklich ein nicht wirklich wichtiges Ereignis für die Märkte? Viele nehmen das an, der Mainstream geht davon aus, dass Merkel die Wahl gewinnt und alles so weiter geht wie bisher. Also eine Art „non-Event“, ein unwichtiges Ereignis. Wir aber haben da so unsere Zweifel!

Ziemlich sicher ist, dass die Merkel-CDU mit der CSU die stärkste Kraft wird. Aber wir sehen eine gute Chance dafür, dass die CDU/CSU eher am unteren Rand der Prognosen abschneiden wird, auch die SPD dürfte schwach sein mit knapp über 20%. So oder so dürfte es dann für eine große Koalition reichen, aber die Frage ist, ob sich die deutschen Sozialdemokraten nach einem schwachen Ergebnis eine Koalition mit Merkel noch einmal antun wollen, wenn ihnen doch klar ist, dass sie dabei wenig zu gewinnen haben und mittelfristig die größte Chance in der Opposition läge.

Wir gehen weiter davon aus, dass die AfD stärker wird als derzeit prognostiziert, ebenso die FDP. Vor allem letzteres aber könnte für die Märkte eher schwierig werden, sprich, wenn es für eine schwarz-gelbe Koalition reicht. Geht rein rechnerisch eine Koalition CDU/CSU mit der FDP, wird der Druck der christdemokratischen Basis immens hoch sein, die SPD durch die FDP auszutauschen. Mithin besteht also durchaus die gute Chance für eine schwarz-gelbe Koalition, und das hätte weitreichende Auswirkungen. Es wäre, mit anderen Worten, eine Stärkung der Position des bisherigen Finanzministers Schäuble, in der Europa-Frage einen harten Kurs zu fahren.

Nun fordert die FDP, sollte sie in eine Koalition mit der CDU/CSU eintreten, eben jenes Amt, das derzeit Schäuble innehat: das Finanzministerium. Je besser das Abschneiden der FDP und je schwächer das der CDU/CSU, umso größer die Chancen, dass die FDP mit dieser Forderung auch Erfolg haben wird. So oder so: eine Koalition, in der die FDP ist, wird einen anderen Europa-Kurs fahren, das werden die Liberalen zur Voraussetzung einer Koalition machen.


Könnte das entscheidende Zünglein an der Waage werden: Christian Lindner
Foto: Olaf Kosinsky – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=59380666

Die FDP wiederum lehnt einer Vertiefung von Transferzahlungen ab, sieht weitere Griechenland-Rettungen sehr skeptisch, ist gegen die Banken-Union, gegen all das, was Macron von der deutschen Politik in Sachen Europa fordert (gemeinsames Budget). Mithin würde sich damit das Verhältnis zwischen Deutschland und Frankreich abkühlen, Deutschland zudem eine deutlich weniger tolerante Haltung gegen der bisherigen EZB-Politik einnehmen etc. Und das würde zu heftigen Unruhen am europäischen Anleihemarkt führen, was wiederum auch den Dax nicht kalt lassen würde.

Hinzu kommt, dass sich die Koalitionsverhandlungen monatelang hinziehen dürften. Das schafft Unsicherheit, vor allem, wenn nicht von Anfang an klar ist, auf was es hinausläuft. Man sollte sich also besser nicht so sicher sein, dass die Wahlen in Deutschland ein „non-Event“ sein werden. So richtig turbulent wird es wohl erst danach – aber dann vielleicht umso heftiger..

8 Kommentare

8 Comments

  1. Avatar

    Gerd

    18. September 2017 12:39 at 12:39

    „Man sollte sich also besser nicht so sicher sein, dass die Wahlen in Deutschland ein „non-Event“ sein werden. So richtig turbulent wird es wohl erst danach – aber dann vielleicht umso heftiger.“

    Da bin ich ja in der Tat mal wieder so richtig einer Meinung mit FMW.

  2. Avatar

    frank

    18. September 2017 12:55 at 12:55

    Umfrage vom 16.09.2017: 36% Union, 22% SPD, 11% AfD, 10% Linke, 9% FDP, 8% Grüne

    somit ist möglich: Union + SPD = 58%, Union + FDP + Grüne = 53% – das sind die wahrscheinlichsten Koalitionen.

    RRG geht nicht, aber evtl. könnte RRG mit der FDP eine knappe Regierung bilden. Theoretisch ginge auch noch Schwarz-Gelb + AfD = 56%. Das wäre eine stabile Regierung und inhaltlich eigentlich auch vorstellbar. Aber eher unrealistisch…

  3. Avatar

    PK

    18. September 2017 13:01 at 13:01

    CDU/CSU wird aktuell bei 36% gesehen, FDP bei 9%, zusammen 45%.
    Wenn die CDU/CSU, wie Sie oben schreiben eher am unteren Rand der Erwartungen liegen reicht es nicht für eine einfache Koalition mit der FDP. Chance dafür ist extrem gering.
    Dann bleibt ausser der GroKo nur Jamaika.
    Die wiederum ist auch sehr unwahrscheinlich, wenn man sich die letzten Kommentare der Grünen so anschaut.
    Aber richtig ist – die SPD wird sich zieren. Also bis die GroKo wieder steht wird es tatsächlich sehr lange dauern. Aber sie wird mit >90% Wahrscheinlichkeit eben doch wieder kommen, so sehr man das bedauern mag.

    • Markus Fugmann

      Markus Fugmann

      18. September 2017 13:05 at 13:05

      @PK, ich sehe die FDP mit mehr Prozent; da vermutlich nun sechs Parteien im Bundestag sein werden, reicht wohl auch eine Zahl unter der 50% zur absoluten Mehrheit..

      • Avatar

        PK

        18. September 2017 13:53 at 13:53

        Im Endeffekt muss CDU/CSU+FDP > SPD + Grün + AFD + Linke gelten.
        Dazu die Direktmandate, es zählen die Sitze im Bundestag.
        Also ja, ist nicht ausgeschlossen bei 35% unentschlossener Wähler. Aber dennoch nach aktueller Datenlage nicht wahrscheinlich.
        Wobei ich gefühlt die FDP auch vor den Prognosen sehe.

        Ob es wünschenswert für die FDP wäre in der nächsten Koalitionsperiode die EU Fehler der GroKo (Griechenland etc.) ausbaden zu müssen ? Denn die Fehler sind irreversibel, die FDP kann nur Unruhe ins System bringen aber nichts mehr grundlegend ändern. Aber da gleiten wir ins politische ab…

  4. Avatar

    frank

    18. September 2017 13:14 at 13:14

    Union und Merkel könnte eben nur durch RRG+FDP verhindert werden, aber auch nur sehr knapp. Theoretisch könnten sich alle kleinen Parteien zusammenschließen und Merkel verhindern, also RRG+FDP+AfD. Dies ist aber sehr unwahrscheinlich.

    Ich rechne mit weiter mit einer Groko, die Union wird die SPD mürbe klopfen und ihnen alles abpressen. Dafür gibts ein paar Pöstchen für die roten Bonzen…

    • Avatar

      Petkov

      18. September 2017 13:52 at 13:52

      Ganz Ihrer Meinung, GroK.O. bis zum endgültigen K.O. (ich rechne allerdings nicht mit einer vollen Legislaturperiode für die merkel).

  5. Avatar

    M.

    18. September 2017 14:30 at 14:30

    Für mich ist klar, dass Jamaika kommt, wenn die Chance dazu besteht. FDP und Grüne beschimpfen sich zurzeit nur, weil sie um die Zweitstimmen gleicher Wählergruppen kämpfen. Für schwarz-gelb wird es wohl eng, wenn die CDU nicht stark genug wird, wie es momentan von der Tendenz her aussieht.

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Ballard Power vor gewaltigem Kursrutsch? – Werbung

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Lieber Börsianer,

da stimmen Sie mir sicherlich zu. Die Stimmung an den Börsen hat sich im Oktober eingetrübt. Vor allem das europäische Infektionsgeschehen schlägt uns aufs Gemüt. Auch im Alltag werden wir die Folgen nächstens wieder alle ganz gegenständlich spüren, wenn Deutschland in den Lockdown light geht. Das nämliche Bild bei unseren Nachbarn. In Wien werden derzeit ähnliche Maßnahmen vorbereitet, um die zweite Covid-Welle zu brechen. In Frankreich gelten sogar wieder harte Ausgangssperren. Man darf dort zur Arbeit und zum Einkauf fahren. Ansonsten gilt: Rien ne va plus.

Da überrascht es nicht, dass der DAX südwärts läuft und derweil auf Wochensicht über 8 % eingebüßt hat. Ähnlich wie im vergangenen Februar und März sind auch die Ölpreise wieder massiv rückläufig und verlieren zur Vorwoche rund 9 %. US-Aktien halten sich noch recht wacker, aber auch hier sehe ich Gefahr im Verzug.

Verstehen Sie mich bitte nicht falsch, ich mache jetzt hier nicht den Pessimisten. Gleichwohl halte ich es für ratsam, kurzfristig in unseren Depots die Cashquoten zu erhöhen und den ein oder anderen Titeln zu veräußern, um dann am Ende zu günstigeren Kursen wieder in den Markt zurückzukommen.

Diese Taktik dürfte etwa bei dem Wasserstoff-Titel Ballard Power reizvoll sein, denn hier kündigt sich ein scharfer Ausverkauf an. Schauen wir uns zunächst einmal die letzten Zahlen aus dem zweiten Quartal an. Das kanadische Unternehmen meldete einen Umsatz in Höhe von 25,8 Millionen USD. Das entspricht einem recht vernünftigem Wachstum im Vergleich zum Vorjahresquartal in Höhe von 9 %. Den Verlust konnte man spürbar eingrenzen, gleichwohl hat das…..

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