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BYD startet Flash-Charger-Offensive BYD baut in Europa schnellstes Ladenetz auf

Gefahr für Tesla

Foto: Scaliger99 - Freepik.com

BYD bringt 1.500-kW-Lader nach Europa und greift Tesla frontal an. Die neue Infrastruktur könnte den E-Auto-Markt dauerhaft verändern.


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BYD baut in Europa schnellstes Ladenetz auf

Mit einem der schnellsten Ladenetze der Welt will BYD den europäischen Automarkt neu angreifen. Der Konzern plant tausende neue Schnellladepunkte in Europa und setzt dabei auf extrem hohe Ladeleistungen. Der Ausbau fällt in eine Phase, in der Elektroautos in Europa deutlich an Bedeutung gewinnen und der Wettbewerb zwischen den Herstellern spürbar härter wird.

BYD startet Flash-Charger-Offensive

BYD will in den nächsten 12 Monaten in Europa 3.000 Schnellladepunkte installieren, die mit einer Leistung von bis zu 1.500 kW E-Autos in etwa fünf Minuten von 10 auf 70 Prozent laden können. Etwa 300 dieser Ladepunkte sollen in Deutschland entstehen. Dies ist Teil der BYD-Strategie, außerhalb von China binnen eines Jahres 6.000 und innerhalb der Volksrepublik 20.000 Ladepunkte aufzubauen.
Dieses Ziel ist selbst in China ambitioniert, wo der Automobilbauer aus Shenzhen derzeit 5.000 Ladepunkte betreibt. Innerhalb eines Monats sind rund 800 hinzugekommen, was auf 12 Monate gerechnet nur einen Zubau von ca. 10.000 Ladepunkten bedeuten würde, also nur die Hälfte der geplanten Anzahl. BYD hat angekündigt, 18.000 davon gemeinsam mit Partnern in Gewerbegebieten aufzubauen, während die verbleibenden 2.000 entlang von Autobahnen entstehen sollen.


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Detaillierte Pläne für Europa oder Deutschland hat BYD bisher nicht vorgestellt. Bisher existieren in der EU, Großbritannien und anderen europäischen Ländern etwa 200.000 Schnellladepunkte, davon etwa 51.000 in Deutschland. Damit würde BYD zwar zu einem bedeutenden Anbieter von Ladesäulen sowohl in Europa als auch in Deutschland werden, aber nur etwa 20 bis 25 Prozent der Kapazität bereitstellen, die Tesla anbietet.

Allerdings sind die neuen Flash Charger leistungsstärker als jene von Tesla, die im Moment maximal 1.000 kW pro Ladepunkt zur Verfügung stellen. Bei einer Probevorführung in Paris erreichte ein Denza Z9GT, das Flaggschiff der BYD-Premiummarke, mit dem Flash-Charging-System eine durchschnittliche Laderate von 7,2 C. Diese entspricht dem 7,2-Fachen der Batteriekapazität pro Stunde und reicht aus, um das Fahrzeug von 10 auf 70 Prozent in nur fünf Minuten aufzuladen.

Mit der Vorführung gab BYD auch den Startschuss für die Markteinführung von Danza in Europa. Zunächst sind in sieben Ländern drei Modelle verfügbar, die zwischen 100.000 und 115.000 Euro kosten sollen. Der Fokus des BYD-Marketings liegt dabei weniger darauf, auf die Volumina zu achten, als Danza als technologisch fortschrittliche Marke zu positionieren. Dazu zählt die 800-Volt-Architektur, die in Europa erst in einer Handvoll Modellen verfügbar ist, wie dem Porsche Taycan, Audi e-tron GT oder Hyundai Ioniq 5 bzw. 6 sowie den Schwestermodellen von Kia, dem EV 6 und EV 9.

Elektroautos gewinnen bei Neuzulassungen

Die Markteinführung von Danza erfolgt in einer Phase, in der die Verkäufe von Hybriden und vollelektrischen Autos in Europa und besonders in Deutschland an Dynamik gewinnen. Im ersten Quartal sprangen die Verkäufe von batteriebetriebenen Pkw auf 19,8 Prozent und die von Hybriden auf 38,6 Prozent. Im ersten Quartal des letzten Jahres waren es noch 15,2 Prozent vollelektrische Fahrzeuge und 35,6 Prozent Hybride. Die benzinbetriebenen Fahrzeuge nahmen im selben Zeitraum von 28,7 auf 22,6 Prozent ab. Besonders in Spanien und Italien wuchsen die Absätze von vollelektrischen Fahrzeugen bzw. von Hybriden.

In Deutschland hat sich die Entwicklung in den vergangenen Monaten ebenfalls beschleunigt. Im April entfielen 25,8 Prozent der Neuzulassungen auf reine Elektroautos; damit lagen sie zum zweiten Mal vor Benzinern, die auf einen Anteil von 21,4 Prozent kamen. Insgesamt liegen Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor jedoch weiterhin vor den vollelektrischen Modellen, da auch Diesel auf 13,8 Prozent der Neuzulassungen kamen.

Eine wichtige Rolle spielt dabei, dass die Benzinpreise im Zuge des Iran-Kriegs in den vergangenen Wochen deutlich gestiegen sind. Selbst auf Basis relativ hoher Ad-hoc-Preise von 0,64 Euro pro Kilowattstunde für Schnellladevorgänge betragen die Energiekosten für einen vergleichbaren Opel Astra auf 100 Kilometer 13,68 Euro bei einem Benziner gegenüber 11,52 Euro bei einem Elektroauto. Bei einem realistischeren Ladepreis von 50 Cent pro Kilowattstunde sinken die Kosten für den Stromer auf rund neun Euro.

Hinzu kommt, dass Elektroautos nach der jüngsten Pannenstatistik des ADAC bei vergleichbaren Jahrgängen nur etwa halb so oft Hilfe benötigen. Niedrigere Lade- und Unterhaltskosten können die höheren Anschaffungskosten damit bereits nach 25 bis 40 Prozent der üblichen Nutzungsdauer eines durchschnittlichen deutschen Autos ausgleichen. Damit rücken für viele Käufer zunehmend die Gesamtkosten über die Haltedauer in den Vordergrund, was elektrifizierte Modelle wirtschaftlich attraktiver erscheinen lässt.

BYDs Vorstoß in den europäischen Lademarkt ist weniger Infrastrukturprojekt als strategischer Markteintritt in eine Branche im Übergang. Während sich die Elektromobilität in Europa zunehmend auch ökonomisch durchsetzt, verschiebt der Aufbau eigener Schnellladeinfrastruktur den Wettbewerb entlang der gesamten Wertschöpfungskette.

Der europäische Lademarkt steht damit vor einer neuen Phase des Wettbewerbs, in der Infrastruktur und Fahrzeugentwicklung enger zusammenrücken.



Über den RedakteurDói Ennoson
Dói Ennoson schreibt unter einem Pseudonym. Er ist China-Experte und vermittelt tiefgreifende Einblicke in das Reich der Mitte.
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2 Kommentare

  1. Meinem Wissen nach muss man solche Anlagen ans Mittelspannungsnetz anschließen. Das heißt, das ist nicht in der Fläche möglich und schnell schon gar nicht. Ich glaube Porsche hatte so etwas auch mal gewollt.

    1. In Gewerbegebieten und an Autobahnen sollte das kein Problem darstellen – siehe Teslas Supercharger…

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