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Cannabis-Aktien: Achterbahn-Woche als Startschuss für Erfolgsstory?

Cannabis-Pflanze

Sind die Cannabis-Aktien jetzt schon wieder out? Von Ende letzter Woche bis Mitte diese Woche lief der große Euphorie-Trade in Aktien wie Tilray oder Sundial Growers. Man könnte noch viele weitere nennen. Es sind allesamt kanadische Cannabis-Aktien. Die Hoffnung ist groß, dass nun unter Joe Biden als neuem US-Präsident die Legalisierung von Cannabis in den USA auf Bundesebene durchkommt.

Diese Story spielte der wilden Trader-Meute im Wallstreetbets-Forum auf Reddit in die Hände. Aktien-Hypes bei Gamestop, Nokia etc brachen nach ein paar Tagen in sich zusammen, und man war auf der Suche nach neuen Zocker-Objekten. Und da passte diese Story gut ins Bild, und unzählige Cannabis-Aktien wurden hochgekauft, und das richtig kräftig. Dann gestern der große Zusammenbruch (wir berichteten). Die ganzen Gewinne verpufften an nur einem Tag. Nun ist die Frage: Ist diese Branche auch schon wieder out nach gerade mal einer Woche?

Was die Cannabis-Aktien von den vorigen Hype-Aktien unterscheidet

Aber halt. Wenn man die Cannabis-Aktien mit den vorigen Hype-Aktien vergleicht, dann sehen wir hier einen wichtigen Unterschied. Aktien wie Gamestop wurden von den Reddit-Tradern vor allem deswegen gekauft, weil man hier sehr hohe Short-Quoten (Wetten auf fallende Kurse) durch Profi-Investoren vorfand. Man sah die Chance als große schlagkräftige Community diese Aktien hoch zu pushen (viele kleine Privatanleger haben als Masse was zu melden). Würde einem das gelingen, müssten die Hedgefonds ihre Shorts auflösen – folglich würden sie somit noch viel mehr Kaufdruck auslösen.

Und genau so kam es. Gamestop und Co schossen durch die Decke, weil die Shorties beim Glattstellen ihrer Positionen kaufen mussten – die Kurse explodierten – das bezeichnet man als Shortsqueeze. Aber die dort gehandelten Aktien wie Gamestop haben in der Regel kein funktionierendes oder zukunftsträchtiges Geschäftsmodell. Gerade deswegen wetteten die Profis ja ursprünglich auf fallende Kurse in diesen Aktien. Dass die Kurse wieder zusammenbrachen nach dem Aufwärts-Hype, war nur folgerichtig.

Aber die Cannabis-Aktien haben eine andere Perspektive. Sie führten lange einen Dornröschenschlaf. Jetzt haben die Anbieter die große Hoffnung auf einen riesigen Wachstumsschub am US-Markt. Hier ist die Zukunftsperspektive ganz real vorhanden, mit viel möglichem Wachstum für die Anbieter. Es könnte also sein, dass nach diesem ersten Erwachen und dem Rückfall eine Art neue Aufmerksamkeit am breiten Markt für diese Aktien entstanden ist. Haben die Cannabis-Aktien die Chance nach diesem schnellen Auf und Ab wieder anzusteigen, und zwar auf mittlere und lange Sicht, was untermauert wird mit echter Zukunftshoffnung auf reale Umsatzsteigerungen? Ja, das ist möglich, auch wenn die Legalisierung auf Bundesebene in den USA ja erst noch kommen muss.

Analystenmeinung

Ipek Ozkardeskaya von Swissquote hat sich gestern auch über die Cannabis-Aktien geäußert. Gestern seien die Kurse von ihren Höchstständen abgestürzt, obwohl die Stimmung am Markt sonst nicht allzu schlecht war. Die Reddit-Blase sei nur von kurzer Dauer gewesen, und ging wieder einmal auf Kosten der Nachzügler. Aber es gebe einen großen Unterschied zwischen GameStop und Cannabis-Aktien. Cannabis sei eine fast 350 Milliarden Dollar schwere globale Industrie, die jeden Tag größer werde, und nur ein paar Anbieter habe. Was den Cannabis-Rausch von GameStop trenne, sei, dass es tatsächlich Potenzial für einen weiteren, substanziellen und nachhaltigen Boom in dieser Branche gebe. Und die Preiskorrektur, die man am Ende der Reddit-Episode sehe, sollte nicht demoralisierend wirken, sondern eine Chance sein, so Ipek Ozkardeskaya. Trotzdem könne es jetzt noch zu früh sein erneut auf kräftig steigende Kurse zu setzen, so ihre Meinung.

Chart zeigt Kursverlauf von zwei Cannabis-Aktien seit dem 1. Februar
Kursverlauf der Cannabis-Aktien Tilray und Sundial Growers seit dem 1. Februar.



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3 Kommentare

  1. Cannabis Aktien waren niemals „in“

    Das sind 08/15 Robin-Hood-Jäger die sich NULL um Aktienbewertungen kümmern ! Ganz im Gegenteil, die kaufen einen Schrott wie Gamestop.
    Das sind moderne, „digitale Raubritter“, die bei möglichst niedrigste kapitalisierte Unternehmen aussuchen, mit einem möglichst hohen Short-Exporse. Den ganzen Rest, ob die Aktie gut oder schlecht sei bewertungstechnisch, interessiert die NULL !
    Und dann einen Short-Squeeze erzeugen, vorher billigst einsteigen, und das wars !

    ‚Und die werden wohl genau so weitermachen !

  2. Und gerade bei dem ami-Markt können die aber mal locker Druck machen auf der Long-Seite, über den Optionsmarkt. wen ich da marktgenau über ‚Kurzläufer einsteige, habe ich ein wahnsinniges Omega (also einen hohen Hebel).

  3. Und na klar haben die einen Trend / Hype ausgenutzt, sie suchen sich eben die schwächsten Unternehmen / Aktien, mit einem hohen Put-Call-Ratio und einem geringeren Umsatzvolumen aus.
    Dann kann ich in der Masse die Aktie auf der Long-Seite massivst angreifen, und der „Hedge-Fonds/Bank/Big-Boy“ ist der Blöde. Short-Squeeze erzeugen und gut ist, und die gewinnen in kürzester Zeit, viel Geld.

    Große Aktien wie Walmart, Bayer, usw.. scheiden bei so einer „Strategie“ automatisch aus, weil dann das Wallstreet-Wettbüro keine Chance hat, eben wegen des großen Umsatzvolumens. Die gehen bei sowas im „Marktrauschen“ unter.

    Deshalb : 08/15 Schrottaktien…
    Vg

    Marko

    wie gesagt, da steht eine strategie dahinter, dumm sind die nicht..

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