Folgen Sie uns

Allgemein

Aktuell: CETA erst mal gescheitert! Merkwürdige Argumente der CETA-Lobby

CETA ist gescheitert, so kann man es ganz aktuell sagen. Belgiens Premierminister Charles Michel sagte vorhin er habe EU-Ratspräsident Donald Tusk bereits angerufen und ihn…

Redaktion

Veröffentlicht

am

FMW-Redaktion

CETA ist gescheitert, so kann man es ganz aktuell sagen. Belgiens Premierminister Charles Michel sagte vorhin er habe EU-Ratspräsident Donald Tusk bereits angerufen und ihn über das Scheitern des Krisentreffens informiert. Das bedeutet: Die EU wird wohl das für Donnerstag angesetzte Treffen mit Kanada für die „feierliche Ratifizierung“ von CETA absagen. Damit ist CETA erst einmal gescheitert. Wann man sich wieder zusammensetzt, wann es den neuen Anlauf gibt, all das ist jetzt noch offen. Sicher ist, dass die EU-Politik natürlich weiter alles daran setzen wird CETA durchzudrücken. Man wird also weiter versuchen auf Belgien einzuwirken.

ceta-jean-claude-juncker
Das Scheitern von CETA ist für EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker eine Blamage. Foto: Factio popularis Europaea / Wikipedia (CC BY 2.0)

Aber das Problem in Belgien sitzt tiefer als nur in der Wallonie. Denn wie heute bekannt wurde, hat auch die zweite der drei Regionen, nämlich die Region „Brüssel-Hauptstadt“, ihre Zustimmung zu CETA verweigert, womit es dem Zentralstaat „Belgien“ noch viel weniger möglich ist, CETA zu unterschreiben. Auch der flämische Regierungschef (die 3. Region Begliens) Geert Bourgeois sagt aktuell Belgien könne CETA nicht zustimmen, weil es keine Einigung zwischen den drei Regionen des Landes gebe! Daher sei eine Unterschrift der Zentralregierung unmöglich!

Jetzt also muss wohl nochmal ganz grundsätzlich über die Kritikpunkte bezüglich CETA gesprochen werden. Die Regierung der Wallonie hatte erneut abgelehnt mit dem klaren Hinweis, dass man Ultimaten nicht anerkenne. So etwas sei unvereinbar mit demokratischen Prozessen, sagte der wallonische Regierungschef Magnette. Er lasse sich nicht in einem Zeitrahmen einzwängen. Natürlich ist das jetzt eine Blamage für die EU als Institution. Aber soll man einem Abkommen nur deswegen zustimmen, um eine Image-Balamage zu vermeiden, obwohl man inhaltlich ganz anderer Meinung ist?

Der grüne EU-Abgeordnete Sven Giegold äußert sich aktuell wie folgt:

Die CETA-Lobby

Merkwürdig ist das aktuelle Raunen der CETA-Befürworter aus Wirtschaft, Politik und Presse. Ein winziger Teil Europas würde die ganze EU als Geisel nehmen, und noch Schlimmeres. Dabei ist es doch ganz einfach. In Belgien war schon vorher bekannt, dass die Wallonie nicht zugestimmt hatte. Also warum bitte ist dann der Ministerpräsident überhaupt mit einer angeblichen Zustimmung Belgiens in die Endrunde zur CETA-Abstimmung gegangen, so als hätten die drei belgischen Landesteile bereits zugestimmt? Das ist doch sein Problem, und nicht das der CETA-Gegner!

Aber noch merkwürdiger ist unserer Meinung nach das Verhalten auch so einiger Pressevertreter, hier mal exemplarisch ein aktueller Tweet mit Artikel-Link der FAZ. Wir haben gar kein Problem damit, wenn Pressevertreter für CETA sind. Der eine ist dafür, der andere dagegen. Der eine sieht nur Vorteile, der andere sieht mehr Vor- als Nachteile, und der andere sieht es einfach viel zu kritisch, und ist daher dagegen. Dann gibt es noch die Total-Verweigerer. Wir zählen wohl zu denen, die es etwas zu kritisch sehen, aber nicht prinzipiell gegen freien Handel sind. Dieser FAZ-Reporter aber ist der Meinung wer gegen CETA ist, sei generell für Protektionismus. Diese Schwarz Weiß-Sicht kennt man zum Beispiel auch aus der parallel geführten TTIP-Debatte. Da hatte zum Beispiel eine Anwältin, die bei einem Schiedsgericht in Washington auch Richterin „spielt“, öffentlich verkündet wer gegen TTIP ist, sei ein Rassist. So einfach geht das?

Folgt man der aktuellen FAZ-Logik, müssten in all den letzten Jahrzehnten, bevor CETA und TTIP überhaupt angedacht waren, alle EU-Politiker und nationalen Politiker in Europa Protektionisten gewesen sein. Denn sonst hätte ihnen das CETA-Abkommen ja schon vor 40 Jahren einfallen können, oder? Es fehlt nur noch, dass auch bei CETA das Thema Rassismus ins Spiel gebracht wird, um Kritiker runterzumachen. Eine traurige Schwarz Weiß-Malerei, die da abläuft. Eine inhaltliche Auseinandersetzung mit den Kritikern wäre doch viel sinnvoller!

15 Kommentare

15 Comments

  1. Avatar

    V

    24. Oktober 2016 15:39 at 15:39

    Es ist eine Schande, dass zwei (ex)-Alkoholiker die Geschicke von Europa gegen den Willen der Völker lenken. Aber auch wieder bezeichnend….

  2. Avatar

    hans

    24. Oktober 2016 15:50 at 15:50

    Das ganze Dreckspack an nach Guantanamo Bay.

    Und die **alles wird gut** zum Waterbording.

    Meine Meinung!

    • Avatar

      Michael

      24. Oktober 2016 23:29 at 23:29

      Nanana!!!
      Immer mit der Ruhe, der Herr Wutbürger!
      Haben Sie Ihre Benimmregeln an der Börse verzockt oder niemals etwas Vergleichbares wie Anstand von Ihren Eltern erlernt?
      Derartige Kommentare sind etwas für die Twitter-Ticker der RTL-Gruppe im TV, wenn das hier mein Blog wäre, würde ich Sie sofort rausschmeißen.

      • Avatar

        Michael

        24. Oktober 2016 23:57 at 23:57

        … ein paar Journalisten reden doch hier nur davon, dass es im Hinblick auf demokratische Grundwerte etwas seltsam erscheint, dass quasi ein Landkreis in einem winzigen EU-Land gegen den Willen einer überwältigen Mehrheit Entscheidungen blockieren kann und darf.
        EU = Walldorf-Schule ;)

        • Avatar

          Dreistein

          25. Oktober 2016 08:11 at 08:11

          Daran sieht man wie die Demokratie mit Füssen getreten wird, hier wird einfach nur Wallonie ins Zentrum gerückt hat irgendjemand mal die CETA Gegner gezählt in ganz Europa? Die ReGieRungen
          der einzelnen Länder mögen ja zugestimmt haben über die Köpfe des Volkes, nur hat niemand die Gegner gezählt. Wenn CETA so toll ist warum wurde alles hinter verschlossener Tür verhandelt
          und es dem Volke verschwiegen was wirklich in diesem Vertrag zum Ausdruck kommt.
          Zölle haben einen Sinn, sie sollen in erster Linie die heimische Wirtschaft schützen, wird der Zoll aufgehoben kommt es in einem bestimmten Zeitraum zu Verwerfungen die natürlich (weil Vertrag) vor einem Gericht (Schiedsgericht) ausgefochten wird. Also wie gehabt Gewinne privatisieren
          Verluste darf dann ruhig der Steuerzahler übernehmen. Mehr Arbeitsplätze bringt CETA auch nicht und wenn Arbeitsplätze geschaffen werden durch CETA dann Billiglohn oder warum sind diese Arbeitsplätze nicht schon jetzt entstanden?

  3. Avatar

    leser

    24. Oktober 2016 17:10 at 17:10

    Das „Raunen“ der Ceta-Befürworter und der Satz „Ein winziger Teil Europas würde die ganze EU als Geisel nehmen“ ist Unsinn.
    CETA und TTIP wurden als Elitenprojekt unter Ausschluss der Öffentlichkeit verhandelt. Die EU ist nicht Europa. Hätte man die Bevölkerung gefragt, gäbe es weder die EU, noch EURO oder eine nicht funktionierende Grenzsicherung. „You don’t need a treaty to have free trade.“ (Murray Rothbard). Vielen Dank an die Wallonen. Die sogenannte Opposition hierzulande sollte dort in die Lehre gehen.

    • Avatar

      Brigitte Bergmann

      24. Oktober 2016 21:34 at 21:34

      Ja genau!!! bin der gleichen Meinung und es ist eigentlich mehr als peinlich überhaupt derartige menschen- und planetenunwürdige Ideen aufs Tablett zu nehmen und zu diskutieren!! Was ist los mit den Politikern?? Da muss man ja schauen, wie man seine Haut vor ihnen noch retten kann? Lasst uns ein Beispiel nehmen an den Wallonen!! Danke.
      lg

  4. Avatar

    isntit

    24. Oktober 2016 17:39 at 17:39

    Danke, liebe FMW-Redaktion, sie sprechen mir und vielen anderen aus der Seele!

    Die Online-FAZ hatte auch getitelt (inzwischen geändert): „Europa im Würgegriff der Wallonen…“.
    Und Spiegel Online – das sich immer mehr zu einem transatlantisch-neoliberalen Kampforgan wandelt – ist nicht besser und titelt: „Widerstand gegen Ceta: In Geiselhaft der Wallonen“.
    „Geiselhaft“, „Würgegriff“: Auch im übertragenen Sinne liegen die Vergleiche völlig daneben, und ich fürchte, es ist keine Gedankenlosigkeit, sondern absichtliche Diffamierung, die CETA-Kritik und die Wahrnehmung demokratischer Rechte sprachlich in die Nähe von Gewaltverbrechen zu rücken.
    Propaganda anstatt Berichterstattung – aber wenn sie als Lügenpresse beschimpft werden, schütteln sie verständnislos den Kopf …

    • Avatar

      Wolfgang Koch

      25. Oktober 2016 01:46 at 01:46

      Wird es jemals herauskommen&wenn, qui bono?Oiropa bzw.Rosenholzmerkel,als willfährige Helferin des „american way of life?Warum,kapiert das gemeine Volk nicht,bzw.will es nicht kapieren, dass sich seine/ihre/lesbischen/schwulen/sondergenderischen Volksvertreter(ich hoffe alle korrekt aufgeführt zu haben)immer nach der „Musikbox“(hallo,Jugend,was’n das gewesen?)richten.Will heissen:Wer bezahlt,bestimmt auch, was gespielt wird!Steigt der DAX(mille grazie Mario)dann steigt auch die Laune im Land!Der geldpolitische Endsieg wird uns europäischen Herrenmenschen überall auf dem Planeten nützen.Dem“ Farbigen“,der mich zu seinen, landesattraktiven Primaten führt,werde ich mit dem Spruch: Ihr schafft das, belohnen.Wer bei dieser Nummer die Affen bzw. die Safaristen sind,erlaube ich Euch zu entscheiden.

  5. Avatar

    hans

    24. Oktober 2016 17:58 at 17:58

    Das Ganze erinnert stark an 1933.

    • Avatar

      Lars

      25. Oktober 2016 00:34 at 00:34

      Waren Sie damals dabei?
      Wie war es denn? Bitte beschreiben Sie uns ihre Erfahrungen!
      Etwas weiter oben fordern Sie Konzentrationslager (Guantanamo Bay) und entsprechende Maßnahmen (Waterboarding).
      Ich gehe davon aus, dass Sie mit derartigen Maßnahmen vertraut sind…

  6. Avatar

    gerd

    24. Oktober 2016 18:18 at 18:18

    „Dieser FAZ-Reporter aber ist der Meinung wer gegen CETA ist, sei generell für Protektionismus.“

    Geht bei allen Sachverhalten in eine Ähnliche Richtung.
    Wer nicht links ist, ist rechts.
    Und wer ledig seine Besorgnis über die Zuwanderung ausdrückt, ist sofort rechtsextrem.

  7. Avatar

    Schneller

    24. Oktober 2016 18:20 at 18:20

    Unser Vizekanzler und Wirtschaftsminister Gabriel (SPD- man glaubt es nicht!) und ein gerüttelt Maß an Medienvertretern meinen gar wir wären in einer Krise, wenn wir CETA nicht bekämen! Was für ein Schwachsinn, als wären wir zur Zeit in einer Krise ohne CETA!

    WIR WERDEN IN EINE DAUERKRISE GERATEN MIT CETA, denn dann wird alles das, was uns jetzt schon an der offiziellen Politik ankotzt, verschärft serviert bekommen- denn das ist nichts anderes als ein FREIBRIEF für die WIRTSCHAFT, weiter an Arbeitnehmerrechten, Umweltstandards und überhaupt :Nationalen Gesetzesstandards zu schrauben!

    Also weg mit dem MIST, und Gabriel gleich mit. (Bei Streichung des Pensionsanspruchs!)

  8. Avatar

    Steven

    24. Oktober 2016 20:45 at 20:45

    Genau dieser Extremismus „wer dagegen ist , ist ein rassist“ ist das beste Beispiel warum man solche Verträge sofort stoppen sollte .auch wenn das wiederum extrem ist.

    Aber bisschen schwanger gibt es nicht . und bisschen fanatisch auch nicht .

    Zumal die Verträge ja „dynamisch“ sind . sprich …einmal eingeführt , beliebig erweiterbar . im hinterzimmer

  9. Avatar

    Michael

    24. Oktober 2016 23:06 at 23:06

    Ganz Gallien ist von den Römern besetzt.
    Ganz Gallien? Nein! Ein kleines Dorf leistet Widerstand…

    Nett, schön und gut. Und typisch europäisch.
    Wir machen hier auf Demokratie und vergessen, was die Grundlagen von Demokratie sind. Ganz Europa ist von einem Römer besetzt, der auf draghische ;) Weise seine eigene Wirtschaft in den Ruin führt.
    Wenn wir schon soweit sind: Kann uns nicht die Wallachei oder ein anderes Dorf im Harzgebirge endlich von Gaius Draghius befreien und mit 50 zu 510.000.000 Stimmen die Geschicke lenken?

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Allgemein

Sparquote explodiert – der deutsche Michel sorgt in der Krise vor!

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Stapel an Geldmünzen als Symbol für höhere Sparquote

Zur Sparquote kommen wir gleich noch. Aber erstmal eine Frage für Sie: Was macht man in Krisenzeiten, wenn extrem viel Unsicherheit herrscht? Das Konsumverhalten hat sich schon nachweislich geändert. Die Deutschen geben weniger für Bekleidung aus, dafür mehr für die Einrichtung ihrer vier Wände, was aktuelle Daten belegen. Aber wenn man nicht gerade arbeitslos geworden ist, und nun dank entfallender Events, Restaurantbesuche und Urlaubsbuchungen viel Geld übrig hat, was macht man? Während die Amerikaner wie die Geisteskranken seit Monaten ihr Geld in die Börse pumpen, macht der deutsche Michel was?

Ja, Sie haben richtig geraten. Der deutsche Michel pumpt sein Geld aufs Sparbuch – offensichtlich ist es egal, dass man real sogar Geld verliert. Gut, seit drei Monaten schwankt die Inflation in Deutschland an der Null-Linie und ist derzeit sogar negativ. Aber seit Jahren verzeichnen die Sparer bei Nullzinsen nach Abzug der Inflation reale Wertverluste. Nimmt man an, dass die Inflation wieder über die Null-Linie steigt, geht dieser Trend so weiter. Aber wie wir es schon mehrmals die letzten Jahre thematisiert hatten – was der Sparer am Zins verliert, gleicht er ganz einfach aus, in dem er Monat für Monat einfach mehr Geld zurücklegt!

Sparquote in Deutschland explodiert

Dieses Verhalten untermauert eine heute veröffentlichte Studie des Bundesverbands der deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR). Die Sparquote, also der Anteil vom verfügbaren Einkommen der Bürger, der auf die hohe Kante gelegt wird, lag von 2015-2019 immer im Bereich zwischen 10,1 und 10,8 Prozent. Jetzt soll dieser Anteil (die Sparquote) in 2020 aber laut BVR auf 15 Prozent hochspringen! Was sich auf das gesamte Einkommen bezogen nicht nach viel anhört, ist aber mal eben ein Plus von grob gesagt 50 Prozent in der Sparquote bei den privaten Haushalten.

Laut dem Bankenverband sei dieser massive Anstieg des Sparens ist ein Corona-Sondereffekt. Ausgefallene Urlaubsreisen und verschobene Autokäufe würden nur allmählich nachgeholt. Auch in 2021 dürfte die Sparquote noch erhöht bleiben und erst danach wieder auf rund 11 Prozent zurückgehen, so der BVR. Und der Verband bestätigt unsere These, dass die Menschen bei ausbleibenden Zinsen einfach mehr Geld auf die Hohe Kante packen, als Ausgleich. Zitat BVR:

Die Sparquote sei in Deutschland im internationalen Vergleich in den vergangenen Jahren vergleichsweise hoch und stabil geblieben, so der BVR. Martin: „Die Sparkultur ist in Deutschland fest verankert.“ Die historisch niedrigen Zinsen senkten die Sparanreize, erhöhten aber wegen des fehlenden Zinseszinseffekts das für ein Vorsorgeziel nötige Sparvolumen. Ein nachlassendes Sparen war in den vergangenen Jahren allerdings bei Sparern mit niedrigen Einkommen festzustellen.

Der deutsche Michel bleibt Sparbuch-Liebhaber, und kann mit der Börse nach wie vor kaum etwas anfangen. Dies kann man aus den folgenden Aussagen des BVR herauslesen:

Die Deutschen seien bei der Geldanlage weiterhin risikoscheu. Dies zeigten die vorliegenden Zahlen zur Geldvermögensbildung der Bundesbank. Im Zeitraum vom zweiten Quartal 2019 bis zum ersten Quartal 2020 hätten die privaten Haushalte 282 Milliarden Euro neues Geldvermögen gebildet. Dieser Betrag ergebe sich im Wesentlichen aus dem Sparen zuzüglich der Netto-Kreditaufnahme und abzüglich der Sachinvestitionen, hauptsächlich in Form des Wohnungsbaus. Mit 49 Prozent sei fast die Hälfte der Geldvermögensbildung in Form von Bargeld und Bankeinlagen geflossen, sehr hoch liege mit 28 Prozent auch der Anteil des Versicherungssparens.

Der Anteil des Wertpapiersparens, wozu neben Investmentfonds, Aktien und an anderen Anteilsrechten auch Schuldverschreibungen zählen, habe bei 23 Prozent gelegen. Wertpapiere hätten als Anlageform zuletzt etwas an Bedeutung gewonnen, im internationalen Vergleich sei ihr Anteil aber ausbaufähig. Beispielsweise liege der Anteil der Wertpapieranlage in Schweden und Finnland bei rund 50 Prozent. Martin: „Mit einer stärkeren Geldanlage in Investmentfonds und Aktien können Sparer höhere Renditechancen bei überschaubaren Risiken erreichen, wenn grundlegende Anlageprinzipien eingehalten werden.“ Hierzu zählt eine breite Streuung der Investments, wie sie über Investmentfonds erreicht werden kann, eine langfristige Anlageperspektive und ausreichende Liquiditätspolster für den Fall unvorhergesehener Ausgabenotwendigkeiten.

weiterlesen

Allgemein

Einzelhandelsumsätze: Krise vorbei – nur Bekleidungsgeschäfte haben ein Problem

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Frau mit Einkaufstaschen

Erst vorgestern berichteten wir über das veränderte Konsumverhalten der Deutschen im Zuge der Coronakrise. Die Menschen würden den Rotstift zuerst bei Urlaub, Bekleidung oder Schmuck ansetzen. Und diese Erkenntnis, gewonnen aus Umfragedaten von Creditreform, erkennt man auch in den heute veröffentlichten Einzelhandelsumsätzen vom Statistischen Bundesamt für den Monat August. Noch nicht wieder auf dem Vorjahresniveau sind demnach nämlich die Einzelhandelsumsätze in den Bereichen Textilien, Bekleidung, Schuhe, Lederwaren, sowie der Einzelhandel mit Waren verschiedener Art (zum Beispiel Waren- und Kaufhäuser) mit real -10,1 % und -2,5 % gegenüber dem Vorjahresmonat.

Aber abgesehen davon sind die gesamten Einzelhandelsumsätze im Vergleich zu Februar und auch im Jahresvergleich zu August 2019 inzwischen wieder höher! Damit kann man also sagen: Die Menschen konsumieren wieder mehr als vor der Krise, von daher ist die Konsum-Angst offenbar verflogen – nur das Konsumverhalten hat sich verschoben, zum Beispiel von Bekleidung hin zu Wohnungseinrichtung. Deutlich zugenommen hat auch der Handel mit Einrichtungsgegenständen, Haushaltsgeräten und Baubedarf mit einem realen Plus von 8,1 Prozent.

Die gesamten Einzelhandelsumsätze sind im August im Jahresvergleich um 3,7 Prozent gestiegen (der August 2019 hatte sogar einen Verkaufstag mehr), und im Monatsvergleich um 3,1 Prozent. Hier weitere Details der Statistiker im Wortlaut:

Der Einzelhandel mit Lebensmitteln, Getränken und Tabakwaren setzte im August 2020 real 2,6 % und nominal 5,4 % mehr um als im August 2019. Dabei lag der Umsatz bei den Supermärkten, SB-Warenhäusern und Verbrauchermärkten real 2,9 % und nominal 5,6 % über dem des Vorjahresmonats. Der Facheinzelhandel mit Lebensmitteln (wie zum Beispiel der Facheinzelhandel mit Obst und Gemüse, Fleisch, Backwaren oder Getränken) setzte im entsprechenden Vergleich real 0,3 % und nominal 3,7 % mehr um. Im Einzelhandel mit Nicht-Lebensmitteln stiegen die Umsätze im August 2020 im Vergleich zum Vorjahresmonat real um 4,5 % und nominal um 5,4 %. Das größte Umsatzplus zum Vorjahresmonat mit real 23,0 % und nominal 24,4 % erzielte der Internet- und Versandhandel.

Grafik zeigt Details der Einzelhandelsumsätze im August

weiterlesen

Allgemein

Das ist die erfolgreichste deutsche Anlegerin – Werbung

Avatar

Veröffentlicht

am

Werbung

Lieber Börsianer,

vorgestern ist Beate Sander mit 82 Jahren einem Krebsleiden erlegen. Hierzulande wurde sie bekannt als die „Börsen-Oma“, die in den 90er-Jahren völlig unbeleckt an die Börse startete und aus 60.000 DM weit über 2 Millionen Euro machte. Sie gilt zu Recht als die erfolgreichste Privatanlegerin Deutschlands.

Dabei war ihr der Börsenerfolg definitiv nicht in die Wiege gelegt. Sie wuchs in Rostock auf und hat im Arbeiter- und Bauernstaat sicherlich nicht viel über den freien Markt gelernt. Als Jugendliche kam sie nach Süddeutschland und schlug dort eine Laufbahn als Realschullehrerin ein.

Im Alter von 60 Jahren hat sie dann ihrem Leben eine Wende gegeben und wurde Börsianerin, ohne dabei ihre Aufgaben als Pädagogin zu vernachlässigen. Ich wiederhole mich, ihrem Sohn hinterlässt sie nun ein Depotvermögen von weit über 2 Millionen Euro. Daneben setzte sie sich erfolgreich für die Aktienkultur in Deutschland ein, schrieb einige Börsenratgeber und verfasste regelmäßig Börsen-Kolumnen etwa in der Bild-Zeitung.

Ihre Erfolgsformel: Kaufen, wenn die Welt vermeintlich untergeht

Was war ihr Erfolgsrezept? Frau Sander pflegte einen offensiven Anlagestil und war in besonderem Maße an Technologie und Innovation interessiert. Gewissermaßen war das Silicon Valley ihre zweite Heimat. Daneben zeichnete sie sich durch einen streng antizyklischen Ansatz aus. So nutzte sie die Finanzkrise bzw. den Börsen-Crash von 2008, um ihr Depot nochmals auszubauen. Sie hat damals, als viele Anleger…..

Wollen Sie meine komplette Analyse lesen?

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage

Wenn Sie diese Webseite weiter verwenden, stimmen Sie automatisch der Verwendung von Cookies zu. Zur Datenschutzerklärung

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um Ihnen das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn Sie diese Website ohne Änderung Ihrer Cookie-Einstellungen verwenden oder auf "Akzeptieren" klicken, erklären Sie sich damit einverstanden.

Schließen