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Aktien

CFD-Handel: Broker-Aktien abhängig von erfolgreicher Umklassifizierung der Kunden?

Redaktion

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am

Broker-Aktien sind in den letzten Monaten gut gelaufen – zumindest die von Brokern, die im CFD-Handel tätig sind. Plus500 ist als Broker einer der Vorreiter im Handel mit Kryptowährungen. Für 2017 lieferte man Sensationsdaten, weil man während der Jahreswende 2017/2018 im Zuge des Krypto-Hypes sehr viele Neukunden und somit auch Gebührenerlöse reinholen konnte. Diese Zahlen zu toppen beziehungsweise das enorme Wachstum von Ende 2017 und Anfang 2018 zu halten, ist fast unmöglich. Umso erfreulicher ist der Markt aktuell, dass Plus500 heute verkündet hat, dass das Geschäft auch jetzt weiterhin sehr stark laufe. Deshalb habe man seine Erwartungen für das Gesamtjahr 2018 angehoben. Der Start ins Jahr sei wegen der noch starken Krypto-Umsätze im ersten Quartal sehr gut gewesen. Aber auch im 2. Quartal laufe es sehr gut.

Interessant ist der aktuelle Kommentar von Plus500 bezüglich der neuen ESMA-Regeln für den CFD-Handel ab 1. August. Dort sinken die maximal möglichen Hebel für Privatkunden drastisch. Das bedeutet auch vermutlich deutlich weniger Kommissionserlöse für die Broker. Daher weist auch Plus500 darauf hin, dass man schauen müsse, wie viele Kunden vom Status eines Privatkunden in den Status eines Profi-Kunden wechseln. Denn als Profi-Kunden klassifizierte Trader sind von den Hebel-Restriktionen nicht betroffen. So wie es formuliert ist, gibt man sich offenbar alle Mühe möglichst viele Trader neu zu klassifizieren. Zitat:

As previously announced in the 1 May 2018 trading update, the full impact of the ESMA measures, which are now confirmed to take effect from 1 August 2018, are difficult to assess. Similarly, the Group’s performance could also be impacted by the rate at which customers request to be reclassified, and are accepted, as elective professional clients.

Der Chart zeigt die Aktie von Plus500 seit September 2017. Die Kreise zeigen die Zeitpunkte, wo mit Veröffentlichungen und Vorab-Infos die Sensationszahlen der letzten Quartale bekannt wurden. Bis dato kann die Euphorie aufrecht erhalten werden. Bremsen die CFD-Beschränkungen das Tempo beim Umsatz- und Gewinnwachstum? Das sieht man wohl erst gen Herbst oder Winter, wenn man auf das 3. Quartal zurückblicken kann (Start der ESMA-Regeln ist 1. August). Seit Herbst 2017 hat die Aktie um 70% zugelegt!

Plus500 CFD-Handel

IG Markets

Im folgenden Chart ist die Aktie der IG Group seit August 2017 zu sehen. Die Aktie ist seitdem „nur“ um 30% gestiegen. Auch IG meldete für letztes Jahr sensationell gute Zahlen. Prinzipiell steht man nun vor der selben ESMA-Herausforderung wie Plus500. Am 23. Mai verkündete man, dass man durch die verschärften Regeln einen Umsatzrückgang erwarte – aber nach 2019 solle es dann wieder aufwärts gehen.

CMC Markets

Bei CMC Markets endete das letzte Geschäftsjahr am 31. März 2018. Die Zahlen für das Jahr präsentierte man heute früh. Der Umsatz steigt um 16%, der Gewinn pro Aktie um 26%. 187 Millionen Pfund Umsatz und dann 60 Millionen Pfund Gewinn – das sind Relationen! Man geht nicht näher auf die CFD-Beschränkungen ein, aber die Aktie legt heute gut zu. Seit August ist die Aktie um 30% gestiegen.

comdirect

Und was machen deutsche Anbieter? comdirect bietet auch CFDs an, aber man ist ja eine richtige Bank – von daher wären reduzierte Hebel im CFD-Handel nur ein winziger Teil der Umsatzerlöse, die verloren gingen. Seit August 2017 ist die Aktie um 17% gestiegen. Die CFD-Story dürfte der Aktie wohl nicht besonders stark schaden, aber vorher hat sie ja auch nicht so extrem positiv profitiert vom extremen Krypto-CFD-Handel wie beispielsweise die Aktie von Plus500. Aussagen zu den ESMA-Auswirkungen hat comdirect nicht gemacht.

4 Kommentare

4 Comments

  1. Avatar

    leokatz1

    7. Juni 2018 17:11 at 17:11

    …sich als „Profi“ klassifizieren zu lassen hat nur einen fetten Haken: Im Falle einer Insolvenz des Brokers hafte ich, denn die Einlage beim Broker übersteigt die garantierten Summen bei Weitem. In UK werden über den Daumen 50,000 GBP garantiert. Nur, wenn ich 250,000 oder mehr beim Broker habe, verliere ich richtig viel Geld bei einer Insolvenz. Ich hab so meine persönlichen Erfahrungen mit Alpari.uk. Profitrader haben richtig viel Geld verloren bei der Insolvenz. Was ich mir überlege ist, in ein anderes Land mit Regularien zu wechseln. Und ich meine nicht die Karibik, zum Beispiel. Australien oder Neuseeland oder die USA sind gute Alternativen. Selbst in den USA ist der Hebel ja bei 50.Es gibt ausreichend ECN-Broker in diesen drei Staaten.

    • Avatar

      leokatz1

      8. Juni 2018 17:06 at 17:06

      …Nachtrag, ich bin heute von meinem Broker informiert worden über die neuen Leverages. Der Broker bietet auch eine Klassifizierung als Profi an. Mindesteinlage 500,000. Aber das Wichtigste, was ich meinte:
      „Als professioneller Kunde sind Sie nicht länger berechtigt für das Financial Services Compensation Scheme (FSCS) für Kunden von **** UK Limited and Investor Compensation Fund (ICF) für Kunden von ****, falls wir unseren Verpflichtungen Ihnen gegenüber nicht nachkommen.“
      Bedeutet, ist der Broker insolvent, verliere ich unter Umständen fast mein komplettes Geld. Denn es wird gehandhabt wie haftendes Kapital. Als „Profi“ stünde ich völlig schutzlos da.

  2. Avatar

    Kritisch

    8. Juni 2018 22:18 at 22:18

    Welcher Broker verlangt eine Einlage von EURO 500.000,00 bei Klassifizierung als Profitrader? Dort würde ich ja sofort alles auflösen und den Broker wechseln.

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      leokatz1

      9. Juni 2018 07:29 at 07:29

      …meines Wissens verlangen ALLE EU-regulierten Broker das oder in ähnlicher Höhe. Aber das ist noch nicht mal interessant, denn welcher private Trader hat mal eben eine halbe million in der Portokasse? Der Punkt ist: Als Pofitrader haften Sie bei einer Insolvenz des Brokers mit Ihrem Geld und Sie verlieren Ansprüche gegenüber den Entschädigungsfonds. Beispiel: Als mit Freigabe des Schweizer Franken Alpari.UK insolvent war, haben alle privaten Trader ihr Geld von der FSCS innerhalb weniger Wochen erhalten, so lange es nicht den Höchstbetrag überstieg. Der dürfte bei etwa 50,000 Euro liegen. Hab ich nun mehr Geld auf den Account, kann ich das zusätzliche Geld verlieren. Aber Profitrader haben gar keinen Anspruch auf diesen Entschädigungsfond. Dass andere Broker ähnlich viel Geld verlangen, können Sie in einem früheren Artikel nachlesen.
      https://finanzmarktwelt.de/cfd-handel-so-umgehen-broker-und-trader-die-neuen-hebel-beschraenkungen-91784/
      Die Broker müssen die Klassifizierung mit der nationalen Aufsichtsbehörde absprechen.

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Aktien

Banken: Es hagelt sensationell gute Quartalsergebnisse!

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Hochhäuser von Banken im Londoner Viertel Canary Wharf

Was ist das los? Gerade in der schlimmsten Rezession seit Jahrzehnten sollten sich die Banken doch in einer dramatischen Schieflage befinden? Denn Kreditausfälle müssten aus Quartalsgewinnen eigentlich Verluste machen und damit folglich das Eigenkapital der Banken angreifen? Dieses Szenario steht womöglich bevor, wenn die anstehende Pleitewelle Löcher in die Bücher der Banken reißt.

Aber noch ist es nicht soweit. Derzeit hagelt es sensationell gute Quartalszahlen von Banken weltweit. Vor allem fällt auf, dass gerade die Banken tolle Zahlen melden, die stark im Kapitalmarktgeschäft tätig sind, und eher weniger im Privat- und Firmenkundengeschäft mit Krediten, wo Probleme mit Kreditausfällen drohen, und wo die Banken sich derzeit mehr denn je mühen neue Kundeneinlagen abzuweisen – weil sie selbst sonst Strafzinsen zum Beispiel bei der EZB entrichten müssten.

Banken mit starkem Kapitalmarktgeschäft im Vorteil

Wie gesagt. Wer stark im Kapitalmarktsegment engagiert ist, der feiert die Krise. Zum Beispiel lässt sich derzeit viel Geld machen mit den globalen Schuldenorgien. Wo die Banken zum Beispiel in Europa in den Erstauktionen der staatlichen Schuldenagenturen Staatsanleihen aufkaufen, können sie mutmaßlich schön und entspannt Gewinn machen mit dem Weiterverkauf der Anleihen an die EZB am Sekundärmarkt. Auch in vielen anderen Bereichen des Kapitalmarkts war die letzten Quartale viel los. Man beachte in diesem Zusammenhang die sensationell guten Quartalszahlen von Goldman Sachs vom 14. Oktober. Der Quartalsgewinn konnte gegenüber dem Vorjahresquartal verdoppelt werden (hier die Details). Bei den anderen großen US-Banken gab es keine Katastrophen-Meldungen. Und dann am Dienstag dieser Woche meldete die Schweizer Großbank UBS ebenfalls eine Gewinn-Verdoppelung (hier die Details).

Barclays

Heute nun hat die britische Großbank Barclays ihre Quartalszahlen veröffentlicht. Der Gewinn liegt mit 611 Millionen Pfund gut drei Mal so hoch wie erwartet, und auch dramatisch besser als im Vorjahr. Da war es noch ein Verlust von 292 Millionen Pfund – auch wenn man hier berücksichtigen muss, dass der Verlust aufgrund von Schadenersatzzahlungen an geschädigte Kreditnehmer zustande kam. Dennoch ist heute ein Gewinn, der drei Mal so hoch reinkommt wie erwartet, beachtlich. Außerdem hat Barclays wie viele andere Banken auch im dritten Quartal die Risikovorsorge für mögliche Kreditausfälle deutlich reduziert, nämlich auf 608 Millionen Pfund nach 3,7 Milliarden Pfund in den ersten sechs Monaten des Jahres.

Nordea

Bei der größten skandinavischen Bank Nordea könnte man glatt meinen, dass die Krise zeitlich auf den Kopf gestellt wurde. Auch hier gab es heute Quartalszahlen. Der operative Gewinn steigt binnen Jahresfrist von 875 Millionen auf 1,09 Milliarden Euro. Die Gründe für die guten Zahlen: Einerseits mehr Kreditvergabe-Volumen in der Krise – andererseits nicht mehr vorhandene Belastungen durch Schrottkredite (331 Millionen Euro Belastung im Vorjahresquartal). Dennoch erwartet Nordea für das Gesamtjahr Kreditausfälle von gut einer Milliarde Euro. Es klingt wie ein Witz, dass jetzt Belastungen durch Kreditausfälle weggefallen sind. Aber aktuell wirkt es noch schlüssig. Es werden weltweit auch mit Staatshilfen viele neue Kredite vergeben, wo die Kreditnehmer natürlich erstmal wieder liquide sind und auch die monatlichen Raten einige Zeit lang zahlen können.

Noch sieht es gut aus

Wenn die große Pleitewelle bei Unternehmen denn kommen sollte, dürfte sich die Lage für die Banken verdunkeln. Banken wie Goldman Sachs mit fast null klassischem Privatkundengeschäft könnten auch in einer Pleitewelle gut da stehen, weil man ja keine Kreditausfälle verkraften müsste. Und die deutschen Banken? Die Commerzbank meldet ihre Quartalszahlen am 5. November, die Deutsche Bank am 28. Oktober. Es ist möglich, dass sie schon vorab als Ad Hoc-Meldung ihre Finanzdaten berichten, wenn sie zu stark von den Erwartungen abweichen. Es könnte sein, dass auch die beiden deutschen Großbanken jetzt halbwegs akzeptable Zahlen melden, und dass die bitteren Verluste der Kreditausfälle erst noch anstehen, wenn die Pleitewelle wie von vielen Experten erwartet demnächst einsetzt. Aber es kann vielleicht noch einige Zeit dauern, bis eine Pleitewelle wirklich auf die Quartalszahlen der Banken durchschlägt. Denn bis die Bank wirklich einen Kredit als Verlust abschreibt, muss erstmal der Schuldner den Bach runtergehen, dann gibt es Verhandlungen über Umschuldungen usw. Also, kurzfristig könnten auch Deutsche Bank und Commerzbank noch akzeptable Quartalszahlen melden.

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Value-Werte auf der Überholspur

Redaktion

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Von

Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Es gibt gute Konjunkturindikatoren aus Deutschland und Asien. Laut Markus Koch sind die Value-Werte jetzt auf der Überholspur.

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fashionette: Onlineshop für Luxus-Shopping geht an die Frankfurter Börse

Claudio Kummerfeld

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Bürotürme in Frankfurt

fashionette ist kein normaler Onlineshop für Klamotten und Schuhe. Nein, hier werden nur hochpreisige Handtaschen, Schuhe, Schmuck etc verkauft. Darauf hat sich die Düsseldorfer fashionette AG spezialisiert. Man konzentriert sich auf die Region Deutschland, Österreich und Schweiz. Nach eigenen Angaben bietet das Portal 11.000 Artikel von 150 Premium- und Luxus­marken, und hat pro Monat mehr als 3 Millionen Seitenaufrufe. Die Umsatzerlöse lagen im Jahr 2019 bei 73 Millionen Euro, und der Gewinn (EBITDA) lag bei 6,8 Millionen Euro. Das entspricht einer Marge von 9,3 Prozent.

Die Deutsche Börse hat heute offizielle Angaben zur Aktienzeichnung und zum ersten Handelstag an der Börse für das Unternehmen veröffentlicht. Die Aktienzeichnung für den Börsengang der fashionette AG (ISIN: DE000A2QEFA1) an der Frankfurter Wertpapierbörse ist heute gestartet und wird voraussichtlich bis zum 27. Oktober andauern. Inklusive der Mehrzuteilungsoption werden bis zu 3.605.000 Aktien angeboten, die Bookbuilding-Spanne liegt bei 30,00 bis 38,00 Euro je Aktie. Der erste Handelstag der fashionette AG im Segment Scale ist laut der Deutschen Börse für den 29. Oktober geplant.

Beim Klick an dieser Stelle finden sie alle Detaildaten zu dieser Emission bei der Frankfurter Börse.

Der Börsengang von fashionette hat einen Gesamtumfang von bis zu 137 Millionen Euro. Aber der Großteil der Papiere werden vom aktuellen Hauptaktionär Genui verkauft, womit ein Großteil der Emission nicht in der Firma landet, sondern an den Altaktionär fließt. Im Unternehmen werden von der Emission wohl 36-46 Millionen Euro ankommen.

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