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CFD-Handel: Drei deutsche Anbieter mit Totalausfall – der verblüffende Grund

CFD-Handel bei deutschen Anbietern zeitweise nicht möglich - Symbolfoto

Seit Montag gab es große Probleme und sogar Totalausfälle im CFD-Handel. Das betraf aber offenbar nur deutsche Anbieter. Darunter die comdirect, S-Broker und Flatex. Da denkt man zuerst: Ohhh, die Umsätze an den Börsen waren durch den Aktiencrash der letzten Tage derart gigantisch, dass die Systeme dieser Anbieter wohl zusammengebrochen sind? Dem ist nicht so. Denn ähnlich umfangreiche Meldungen von Kunden gab es bezüglich ausländischer Broker nicht, die einen großen Teil im gesamten CFD-Handel für Privatkunden in Deutschland abwickeln.

CFD-Handel ausgefallen – wer ist verantwortlich?

Aber auch deutsche Anbieter mischen „so ein wenig“ mit im CFD-Handel. Aber wichtig zu wissen ist: Sie sind nur die Retail-Anbieter, also der Endverkäufer des Produkts gegenüber dem Privatkunden, so wie der Supermarkt um die Ecke die Produkte letztlich an den Privatkunden verkauft, obwohl dahinter noch der Großhandel steht. Hinter den Brokern stehen aber die tatsächlichen Market Maker, oft große Banken. Sie stellen die Kurse. Und wie finanz-szene zuerst berichtete, hatte die Commerzbank Teile ihrer Geschäftsaktivitäten an die französische Großbank Societe´Generale verkauft, darunter auch das Market Making für den CFD-Handel. Und offenbar fällt der Ausfall des CFD-Handels bei den deutschen Retail-Anbietern genau in die Zeit, wo die Systeme von der Commerzbank auf die der Societe´ Generale umgestellt werden! Und oh Wunder, die deutschen Anbieter lassen ihr Market Making über die Societe´Generale laufen.

Bei zwei von drei Anbietern wurde heute verkündet, dass der CFD-Handel zur exakt selben Zeit wieder aufgenommen werde, nämlich um 8 Uhr heute früh. Das lässt darauf schließen, dass in der Tat bei den Anbietern das selbe Problem auftrat, und die Problemlösung (bei der Societe´Generale) ebenfalls gleichzeitig erfolgte. Außerdem hatte Flatex in einem gestrigen Tweet sogar ganz offen verkündet, dass das Problem mit dem Ausfall im CFD-Handel nicht beim Anbieter selbst, sondern beim in Wirklichkeit für die Kursstellung zuständigen Market Maker liegt, nämlich der Societe´Generale (ehemals Abwicklung über die Commerzbank). Die Franzosen bestreiten dies zwar laut finanz-szene.de, aber die Info von Flatex lässt doch vermuten, dass das Problem in der Geschäftsübertragung von CoBa zu SocGen zu suchen ist. Frage: Haben nun so einige Kunden im CFD-Handel die Schnauze voll, dass gerade in der interessantesten Trading-Phase der letzten Jahre kein Trading möglich war? Orientiert sich der ein oder andere Kunde nun hin zu angelsächsischen CFD-Brokern?



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1 Kommentar

  1. hallo,
    ich bin bei IG (England) und hatte jetzt 2mal in kurzer Zeit einen Totalausfall der Webplattform. Jedesmal wenn die Vola hochgeht, also schnelle Bewegungen sind, geht nix mehr, kein Handel möglich.

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