Folgen Sie uns
Giovannie Cicivelli Tradingchancen

Aktien

CFDs, Forex und Binäre Optionen in Frankreich: Die knifflige Sache mit der Werbung

Deutschland erwartet lediglich eine Garantie von den Brokern, dass die Kunden keine Minussalden mit Nachschusspflicht zu fürchten haben. Frankreich ist da ein interessanterer Fall. Man konzentriert sich nun…

Veröffentlicht

am

FMW-Redaktion

Erst gestern gaben wir einen aktuellen Überblick über die fortschreitende Regulierung für CFDs in Europa, aber auch für die als Hebel- und Hochrisikoprodukte eingestuften Binäre Optionen und den Devisenhandel. Nur in Großbritannien trifft die Neuerung der Aufsichtsbehörden die Broker wirklich hart durch die Einschränkung des maximalen Hebels. Deutschland erwartet lediglich eine Garantie von den Brokern, dass die Kunden keine Minussalden mit Nachschusspflicht zu fürchten haben. Frankreich ist da ein interessanterer Fall. Man konzentriert sich nun anscheinend auf die Verlockung der Anleger, nämlich die Art und Weise der Werbung.

Die Aufsichtsbehörde AMF hat nun in einer Veröffentlichung Stellung bezogen. Werbung jeglicher Art für hochriskante Produkte soll verboten werden. Explizit nennt man CFDs, Forex und Binäre Optionen. Man führt auf, dass die Kunden großer Broker von 90% Verlustquote berichtet hätten. In den letzten vier Jahren hätten 175 Millionen Euro Verlust nur 13 Millionen Euro Gewinn bei den Kunden gegenüber gestanden. Die Werbung im Internet vor allem durch unseriöse und unregulierte Anbieter verspreche aber oft einfache Gewinne mit wenig oder gar keinem Risiko, so fassen wir die Aussagen der AMF sinngemäß zusammen.

Daher spricht man in seiner aktuellsten Direktive namens „Sapin II“ nicht nur Broker, sondern auch die gesamte französische Werbeindustrie an, insbesondere Agenturen und Porteilbetreiber, die für Werbung auf Internetseiten zuständig sind. Hier werde man das Verbot solcher Werbung von nun an rigoros kontrollieren und durchsetzen. Aber die Frage ist: Was genau ist die Werbung für risikoreiche Produkte? Der britische Branchenprimus IG Markets (IG Group) veröffentlichte erst gestern ein Schreiben, in dem man erwähnte, dass man für seine CFD-Produkte keine wikrlichen Probleme in Frankreich sehe.

Denn wenn man Minussalden in den Konten ausschließe, und bei Verlustbegrenzungsorders (Stop Loss) die Order selbst auch als Ausführungskurs garantiere (garantiere Stop-Ausführung), sei das kein Problem. Es wirkt also so, als hätte sich IG von der AMF eine Detailerläuterung geben lassen, dass diese beiden Bedingungen erfüllt sein müssen, damit das eigene CFD-Produkt nicht als übermäßig riskant erachtet wird.
Also scheint die „Werbung für riskant Hebelprodukte“ so auszulegen sein, dass eine garantierte Stop-Ausführung und der Schutz vor Minussalden genug Absicherung gegen Risiko ist.

Zumindest scheint dies genug Risikovorsorge zu sein, dass man weiterhin in Frankreich für CFDs und Co Werbung machen kann. So wie man den gesamten veröffentlichten Text der AMF interpretieren kann, bedeutet „Sapin II“ wohl auch: Die Behörden werden sich genau anschauen, in welcher Art und Weise Broker und deren Werbeagenturen Werbebanner auf Internetseiten platzieren. Zu reißerisch, zu sehr auf den schnellen einfachen Gewinn ausgerichtet, und es könnte selbst für IG Markets Probleme geben. Deswegen erwähnt die AMF in ihrer Veröffentlichung auch ausdrücklich, dass die Werbeindustrie und die Internetportal-Betreiber ebenso von ihr ins Auge genommen werden wie die Broker als letztendliche Werbekunden. Ein kurzer Auszug aus dem AMF-Schreiben:

„The regulator has used all available means to limit retail investors’ access to these highly speculative tools and, in particular, suggested that a legislative measure grant the legal capacity to ban advertising for these products. This measure for regulating advertisements for highly speculative and risky contracts is now enshrined in the Sapin II law.“

Der französischen Aufsicht scheint auch bewusst zu sein, dass ein plumpes Verbot von CFDs und Co kaum etwas nützen würde. Die französischen Zocker würden einfach ihre Konten bei Brokern auf Zypern, in London oder sonst wo eröffnen. Aber wenn man wie es hier angedacht ist, sämtliche französischen Internetportale von all zu aggressiver und euphorischer CFD-Werbung befreit, dann ist das schon ein Dämpfer für die Industrie. Fazit: Falls IG mit seiner Auslegung der AMF-Direktive richtig liegt, müssen sich die CFD-Broker gerade ein Frankreich zukünftig viel Mühe geben.

Sie müssen ihre Werbung dann halt so gestalten, dass keine allzu große Gewinneuphorie beim Konsumenten entsteht, und dass man den Kunden garantierte Verlustbegrenzungen offeriert, die auch in der Praxis eingehalten werden. Gesamt-Fazit für die EU: Die diversen Anforderungen verschiedener Regulierer bringen den meisten Kunden handfeste Vorteile. Da wäre es doch im nächsten Schritt wünschenswert, wenn sich die Aufsichtsbehörden jetzt mal dem deutlich bedeutenderen Markt für Zertifikate widmen. Aber der wird ja von Banken betrieben und nicht von Brokern. Und wie wir alle wissen: Banken sind der „finanzielle Sockel“ eines jeden Staatsgefüges, und die wissen was sie tun. Die werden schon ein Auge darauf haben, dass die Trader mit von Banken ausgegebenen Zertifikaten nicht übermäßig viel Geld verlieren…..

Hier klicken und kommentieren

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Aktien

Aktienrückkäufe: Kontroverses Thema im Detail besprochen

Veröffentlicht

am

Von

Der Börsen-YouTuber Jens Rabe bespricht aktuell ausführlich das Thema Aktienrückkäufe. Und er sagt es ganz zu recht. Es ist ein kontroverses Thema! Im Video spricht er die Grundthematik an wie auch das Pro und Contra. Wir meinen: Kurzfristig und vordergründig mögen Aktienrückkäufe für die Aktionäre vielleicht reizvoll sein. Aber langfristig entziehen sie dem Unternehmen Cash, das man besser für Zukunftsinvestitionen nutzen sollte. Auch haben viele US-Konzerne in den letzten Jahren auf Pump (die tollen Niedrigzinsen) eigene Aktien zurückgekauft. Was für ein Wahnsinn. Und dann am Ende landen einige dieser Unternehmen im Voll-Desaster, siehe General Electric. Aber schauen Sie selbst das folgende Video (bitte erst ab Minute 3 gucken, dann ersparen Sie sich das Intro-Gelaber).

weiterlesen

Aktien

Vapiano: Kurze Pause vom Dauer-Desaster

Veröffentlicht

am

Von

Die Vapiano-Aktie ist ein Dauer-Desaster. Kommen die meisten Kunden irgendwann auf den Trichter, dass Kantinen-Flair zu Restaurant-Preisen doch nicht das Wahre ist? Mal ganz zu schweigen vom teilweise langen  Schlangestehen? Da nützt auch kein Olivenbaum mit Holztisch für ein hippes Ambiete, um das grundlegende Problem zu kaschiren? Gut, das mag ein langfristiges Problem sein, ob die Kunden dem angeblich hippen Restaurant-Betreiber auch in Zukunft die Bude einrennen.

Aber schauen wir doch mal zurück bis zum Börsengang von Vapiano. Im Jahr 2017 mit 24 Euro als ersten Börsenkurs hat die Aktie bis heute eine katastrophale Entwicklung hingelegt. Aktuell notiert die Aktie bei 6,03 Euro, was gegenüber gestern Abend ein Plus von 1,69% darstellt. Bei der ganz aktuellen Nachrichtenlage ist das ein Witz. Denn eigentlich hätten heute mal locker +5% drin sein können? Denn immerhin hatte Vapiano heute Nacht etwas Erfreuliches zu verkünden. Zitat:

Am heutigen Tage hat Vapiano die Refinanzierungsverhandlungen zur finanziellen Restrukturierung der Gesellschaft sowie zur weiteren Umsetzung der strategischen Neuakzentuierung erfolgreich abgeschlossen. Die Gesellschaft hat die verbindlichen Kreditzusagen im Gesamtvolumen von rund 30 Mio. EUR von den finanzierenden Banken und den Großaktionären Mayfair Beteiligungsfonds II GmbH & Co. KG, VAP Leipzig GmbH & Co. KG und Exchange Bioset GmbH & Co. KG erhalten. Die finale Dokumentation erfolgt in Abstimmung mit den kreditgebenden Banken bis Mitte Juni 2019.

Zwei Mal schon hatte Vapiano die Veröffentlichung seines Jahresabschlusses verschoben. Eigentlich sollte es heute so weit sein. Aber aufgrund weiterer Anforderungen an die Dokumentation der ausgehandelten Refinanzierung werde der Jahresabschluss auf den 18. Juni verlegt, wie man es aktuell verkündet hat.

Tja, erstmal 30 Millionen frisch aufs Konto, aber als Kredit wohlgemerkt! Die Begeisterung hält sich aber doch in Grenzen. Nur ein winziges Kursplus. Seit Oktober 2018 befindet sich der Kurs in einem fast komatösen Zustand, seitwärts auf extrem niedrigem Niveau. Dieser heutige Mini-Anstieg ist da noch nicht mal im Chart wahrnehmbar. Ahnen die Aktionäre, dass diese 30 Millionen Euro nur ein Tropfen auf den heißen Stein sind? Fehlt der Glaube an einen dauerhaften nachhaltigen Erfolg des Konzepts?

Vapiano in Fürth
Vapiano in Fürth. Foto: VAPIANO CC BY-SA 4.0

weiterlesen

Aktien

Giovanni Cicivelli: Rückschau auf gute Trades und Vorschau auf neue Ideen

Veröffentlicht

am

An dieser Stelle nur eine ganz kurze Rückschau und auch Vorschau. Es gibt neue Forex-Ideen für den heutigen Freitag, und auch einiges bei Aktien zu beachten. Wollt ihr das vollständige Video von heute sowie für die kommenden Tage sehen, dann meldet euch einfach hier an. Es ist kostenlos.

weiterlesen
Bitte abonnieren Sie unseren Newsletter.


Anmeldestatus

Meist gelesen 30 Tage

Wenn Sie diese Webseite weiter verwenden, stimmen Sie automatisch der Verwendung von Cookies zu. Zur Datenschutzerklärung

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen