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Chaos am Freitag an der Wall Street: Und das war die Folge!

Am Freitag haben sehr viele Leute sehr viel Geld verloren – vor allem diejenigen, die auf fallende Volatilität wetten, was bei Hedgefonds, aber inwzischen auch Pensionkassen in nie gesehenem Umfang betrieben wird. Am Freitag erreichte daher der Umsatz an VIX-Optionen einen nie dagewesenen Rekord..

Redaktion

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am

FMW-Redaktion

Am Freitag ging es an den Märkten, vor allem aber an der Wall Street, heftig zur Sache, nachdem ABC News gemeldet hatte, dass Donald Trump selbst Mike Flynn angewiesen habe, Kontakte zu russischen Offiziellen aufzunehmen. Inzwischen hat ABC diese Meldung stark eingeschränkt (die Kontaktaufnahme sei nicht im Wahlkampf, sondern nach der Wahl Trumps, aber noch vor dessen Amtsübernahme erfolgt). Den für die Meldung veranwortlich zeichnenden Journalisten Brian Ross hat ABC inzwischen für vier Wochen suspendiert, in diesem Zeitraum erhält er kein Gehalt.

Aber am Freitag haben sehr viele Leute sehr viel Geld verloren – und Donald Trump forderte in einem Tweet, dass den Betroffenen eigentlich Schadensersatz zustehen würde:

Hier klicken, um den Inhalt von Twitter anzuzeigen

Sichtbar wird das, was da am Freitag passiert ist, besonders anhand einer Kennzahl, die die CBOE (die Optionsbörs in Chicago) heute bekannt gegeben hat: noch nie wurden so viele VIX-Optionen gehandelt wie am Freitag, wobei mit 3,1 Millionen Optionen der bisherige Höchstwert aus dem September diesen Jahres (2,6 Millionen) deutlich übertroffen wurde:

„Cboe Global Markets, Inc. (Cboe:CBOE | Nasdaq:CBOE), one of the world’s largest exchange holding companies, today
said that trading volume in options on the Cboe Volatility Index® (VIX®) reached a new all-time high on Friday, December 1. In VIX options at Cboe Options Exchange, a reported 3.1 million contracts traded on Friday, far surpassing the previous single-day record of 2.6 million contracts on Monday, September 25, 2017.
Five of the ten busiest single days ever for trading VIX options have occurred in 2017.“

Der VIX an sich ist kein handelbarer Index, sondern gibt die in Optionen eingepreiste Erwartung der Volatilität beim S&P500 wider. Der VIX ist nur über Derivate handelbar, also über den VIX-Future, eben Optionen auf den VIX oder über ETFs – siehe hierzu unseren Artikel „Das aktuell heißeste Eisen im Markt: das amerikanische Volatilitätsbarometer VIX“.

Das alles zeigt: der Handel in VIX-Derivaten nimmt immer mehr zu, es sind vor allem Hedgefonds, aber zunehmend auch Pensionskassen, die auf der Suche nach Rendite vor allem eine Strategie verfolgen, die in den letzten Jahren fantastische Renditen abgeworfen haben: man spekuliert auf eine fallende Volatilität, sprich man geht von steigenden Kursen des S&P500-Index aus, weil meist die Volatilitätserwartung fällt, wenn der Index steigt. Da das in den letzten Jahren bei stetig steigenden Aktienmärkten sehr gut funktionierte, ist das gewissermaßen der bevorzugte Investoren-Sport geworden – nach Daten der Bank of America Merrill Lynch ist das Short-gehen im VIX nach dem Long-Trade im Nasdaq der „most crowded trade“.

Aber wenn der Zug in die andere Richtung fährt und eine Art Panik am Markt entsteht – wie am Freitag – dann kracht es eben auch gewaltig! Da die Masse short ist in VIX-Derivaten, kann jeder drastische Anstieg der Volatilität (der VIX stieg am Freitag zwischenzeitlich um 40%) zu einer Kettenreaktion führen, bei der eben dann viele Leute sehr viel Geld verlieren. Vielleicht war der Freitag ein Vorgeschmack darauf, was uns in 2018 erwarten wird: eine plötzliche und massive Implosion der Aktienmärkte, weil die Boote so einseitig beladen sind, dass sie schlicht kentern müssen!


Die NYSE von der Wall Street aus betrachtet
Foto: Hundsgemeini
https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de

5 Kommentare

5 Comments

  1. Avatar

    Beobachter

    4. Dezember 2017 13:40 at 13:40

    Aber Entschuldigung, Anleger die bei rekordtiefem Volatilitätsindex auf fallenden Index Wetten sollten einem vielleicht leid tun ??????

    • Avatar

      PK

      4. Dezember 2017 14:41 at 14:41

      guck mal hier:
      http://stockcharts.com/h-sc/ui?s=VXX
      Der Vix ETF ist dazu verdammt auf lange Frist zu fallen, wegen der Rollverluste beim VIX Future. Der ETF fällt also dadurch, daß er immer in einer Contango Situation in die nächste Fälligkeit rollen muss. Dadurch muss er zwangsweise fallen.
      Das entscheidende dabei ist, ob die Leverage deines Kontos einen Spike überlebt.
      Mir scheint eine 3% Rendite im Jahr das maximale, was man aus so einem Trade rausholen sollte. Aber immerhin.
      Andere machen das eben mit viel Leverage, dann gehts in die Hose.

      Oder überleg mal andersrum:
      Wenn der VIX nicht im Contango wäre, dann könnte man ja bei einem 10’er VIX sehr billig sein Depot dauerhaft absichern. Genau das wird aber nicht funktionieren.
      „No free lunch“.

  2. Avatar

    PK

    4. Dezember 2017 13:57 at 13:57

    das einzige Konstante an der Börse ist der Wandel.
    Gerade dann, wenn sich die Masse an ein bestimmtes Verhalten gewöhnt hat, wird alles anders.
    Ein Short Squeeze im VIX ist auch etwas was ich am Plan hab.
    Aber es wird natürlich dabei bleiben, daß der Short VIX auf Dauer ein Gewinner ist, es hängt aber eben vom Leverage ab. Die Frage ist also, ob die Margin einen Vix Spike auf 50 überlebt oder man dann bei 40 covern muss oder nicht.
    Die Margin Calls würden dann natürlich zu einem weiteren Anstieg führen, da diese ja dann Vola kaufen müssen.

  3. Avatar

    Masud79

    4. Dezember 2017 14:32 at 14:32

    Der Dow macht bald 1000 Punkte in einer Woche. Krank

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