Die deutsche Chemieindustrie leidet eh schon unter einer jahrelangen Strukturkrise. Besonders die viel zu hohen Energiekosten machen den Standort Deutschland unattraktiv. Jetzt kommt noch der Faktor Iran-Krieg hinzu, der Energie noch teurer macht, und droht Lieferketten zu zerstören. Aktuelle ifo-Daten zeigen, dass vor allem die Geschäftserwartungen der Branche regelrecht einbrechen.
Das Geschäftsklimaindex für die deutsche Chemieindustrie sank im April auf -29,0 Punkte, nach -25,1 Punkten im März. Das ist der niedrigste Wert seit fast drei Jahren. Ihre aktuelle Geschäftslage schätzen die Unternehmen mit -27,1 Punkten etwas besser ein als im März mit -31,2 Punkten, so das ifo-Institut. Hingegen brachen die Erwartungen regelrecht ein von -18,6 auf -30,9 Punkte.
Die Chemieindustrie blickt laut ifo sehr pessimistisch in die Zukunft, trotz vereinzelter Lichtblicke im laufenden Geschäft. Die aktuellen Turbulenzen in den globalen Lieferketten – ausgelöst durch die Iran-Krise – haben laut Institutsaussage im April zu einer paradoxen Entwicklung geführt: Einerseits melden Unternehmen einen Anstieg der Auftragseingänge, weil Kunden auf einheimische Produkte ausweichen. Gleichzeitig kämpft jedes dritte Unternehmen mit Materialknappheit.
So stiegen die Preise für Chemikalien und die Unternehmen erwarten weitere Preissprünge. Die Unternehmen bewerten die gestiegene Nachfrage allerdings als vorübergehend. Für die kommenden Monate planen sie wieder mit einer geringeren Produktion, auch die Beschäftigungspläne bleiben restriktiv. „Die schwache Belebung der Geschäftslage der Chemieindustrie im April ist laut ifo vor allem das Spiegelbild gestörter Lieferketten und nicht eines tragfähigen Aufschwungs.
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Die Produktion der deutschen chemischen Industrie (ohne Pharma) ist seit dem Jahr 2017 beziehungsweise 2018 um 20 % zurückgegangen.
Das muss ja auch wohl so sein, wenn der Endenergieverbrauch bis 2045 um 45 % reduziert werden soll.
Da nur die wenigsten Produkte in der chemischen Industrie ohne Öl oder Erdgas hergestellt werden können, werden die vorhandenen Produktions-Anlagen natürlich nur noch auf Verschleiß gefahren. Neuinvestitionen lohnen sich nicht mehr für die paar Jahre.
Werden für Produkte dennoch neue Produktionsanlagen benötigt, die auch Jahrzehnt laufen sollen, dann wird die Produktion nach China oder in die USA verlegt.
Hinzu kommen noch die Sanktionen, die Bürokratie, die Verteuerung der Rohstoffe und der Energie.
Viele Grüße aus Andalusien
Helmut