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Aktien

Chesapeake Energy insolvent – warum das eine gute Nachricht sein könnte

Claudio Kummerfeld

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Das US-Frackingunternehmen Chesapeake Energy hat gestern Insolvenz angemeldet nach CHAPTER 11 der US-Insolvenzordnung. Der Geschäftsbetrieb wird erst einmal fortgesetzt. Durch die Anmeldung im Chapter 11 will man in Eigenregie mit Gläubigern verhandeln um 7 Milliarden Dollar an Schulden abzubauen, so das Unternehmen. Alleine im 1. Quartal dieses Jahres machte Chesapeake Energy 8,3 Milliarden Dollar Verlust. Klar, bei den hohen Förderkosten im Fracking-Segment und dem brutal abgestürzten Ölpreis!

Chesapeake Energy ist während der Coronakrise das bislang größte Fracking-Unternehmen, das pleite geht. Das Unternehmen war mal die Nummer 2 beim Fördern von Erdgas in den USA. Aber inzwischen ist die Firma wie viele andere auch Opfer des Ölpreis-Crash geworden. Aber man sollte die Branche noch nicht zu früh abschreiben. Gut möglich, dass umgeschuldet wird, dass Schulden in Aktien umgetauscht werden, und man auf einen höheren Ölpreis wartet? Fracking-Felder werden stillgelegt, auch bis der Ölpreis wieder deutlich höher notiert? Nach so einem Chapter 11-Verfahren kann die Firma ja „restrukturiert“ wieder an den Markt kommen?

Weniger Öl-Produktion dank Pleitewelle?

Aber kurz- und mittelfristig darf man annehmen, dass durch die zahlreichen Pleiten der letzten Wochen die Öl-Fördermenge in den USA erst einmal leidet. Die jüngsten Daten der US-Energiebehörde „Energy Information Administration“ zeigen, dass die Fördermenge letzte Woche bei 11,0 Millionen Barrels pro Tag lag, nach über 12 Millionen pro Tag im April. Man darf annehmen, dass insolvente Fracker trotz Fortsetzung des Geschäftsbetriebs bestehende Förderanlagen erstmal nicht weiter hochfahren, und auch erstmal keine neuen Quellen erschließen? Und die Pleitewelle der Fracker in den USA ist durchaus ein wichtiger Faktor für den Ölmarkt. Laut jüngsten Berichten sollen 30 Prozent der Branche bereits „technisch“ insolvent sein bei einem Ölpreis von 35 Dollar pro Barrel. 18 Unternehmen gingen dieses Jahr schon pleite (zum Beispiel Whiting Petroleum als einer der großen am 1. April), nach 20 Unternehmenspleiten im letzten Jahr.

Dies ist offenkundig die große Marktbereinigung in den USA. Unternehmen, die jetzt dank Coronakrise und Ölpreis-Crash keine Anschlussfinanzierung bei einer Bank oder keine neuen Anleihe-Investoren finden, halten nicht durch, und gehen pleite. Dies kann jetzt zu sinkender Fördermenge in den USA führen. Aber auch beim letzten großen „Öl-Krieg“ vor sechs Jahren kamen die Fracker wieder, und schraubten die Fördermenge in den USA so hoch wie noch nie. Aber jetzt für das Jahr 2020, da kann diese aktuelle Konsolidierung der Branche kurzzeitig durchaus dafür sorgen, dass sich die Angebotsmenge an die Nachfrage anpasst, und der Markt (auf den ersten Blick) kurzfristig etwas gesundet. Dies könnte dem Ölpreis gut tun.

Was macht die Aktie von Chesapeake Energy?

Vor drei Wochen berichten wir bereits über zahlreiche pleite gegangenen Unternehmen oder solche, die kurz davor standen pleite zu gehen. Die Aktienkurse dieser Unternehmen stiegen extrem stark an – unfassbar! Zu diesen Aktien gehörte auch die von Chesapeake Energy. Der Chart zeigt auf CFD-Basis den Kursverlauf der Aktie von Chesapeake Energy gegen den Dow 30 seit Mitte Mai. Als der Gesamtmarkt tagelang nur am Steigen war, wurden die Schrottaktien wie auch die von Chesapeake Energy im Sog mit hochgezogen. In nur drei Tagen stieg die Aktie von unter 14 auf 77 Dollar. Aber die Euphorie brach sofort wieder in sich zusammen. Am Freitag Abend schloss die Aktie mit 11,85 Dollar. In Deutschland sieht man aktuell Kurse um die 6,30 Euro.

Chart zeigt Chesapeake Energy gegen Dow 30

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    thinkSelf

    29. Juni 2020 13:44 at 13:44

    „Aber kurz- und mittelfristig darf man annehmen, dass durch die zahlreichen Pleiten der letzten Wochen die Öl-Fördermenge in den USA erst einmal leidet.“

    Wieso das? Wenn die nach Cheapter 11 pleite machen, ist doch das Unternehmen nicht weg. Es ist nur seine Schulden los. OK, die Altaktionäre werden ihr Vermögern verlieren. Nau und? Für den, der am Schluss die Bude für ein paar Dollar übernimmt, brechen goldene Zeiten an.
    Allerdings darf man da erst wieder einsteigen wenn die Insolvenz abgewickelt ist und die aktuellen Anteilseigner rassiert wurden. Und nicht etwa jetzt. Aber das hat wahrscheinlich der ein oder andere nicht so ganz verstanden.

  2. Avatar

    HR

    29. Juni 2020 13:55 at 13:55

    Ich fände in der derzeitigen Thematik der gehäuften Insolvenzen, eine Betrachtung der CLOs in einem Artikel für höchst interessant. Wann wird wohl der Kipp Punkt wie damals bei den MBS beziehungsweise den CDO / CDs erreicht sein?

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Aktien

SAP meldet Quartalszahlen – Aktie fällt dramatisch! Übertrieben? Kaufchance?

Claudio Kummerfeld

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Frau arbeitet an Schreibtisch in Büro

SAP hat heute seine Quartalszahlen veröffentlicht. Hier die wichtigsten Kennzahlen. Der Umsatz liegt bei 6,53 Milliarden Euro (Vorjahresquartal 6,79). Der Gewinn nach Steuern liegt bei 1,65 Milliarden Euro (Vorjahresquartal 1,26 Milliarden Euro).

Während die Finanzdaten des letzten Quartals halbwegs ok sind, scheint die Börse regelrecht geschockt zu sein von einem anderen Aspekt der Veröffentlichung von SAP. Denn die Aktie verliert heute dramatische 20 Prozent, wegen der Aussichten für das laufende Gesamtjahr 2020. Umsatz- und Gewinnerwartungen werden nur ganz leicht nach unten revidiert, aufgrund der zweiten Corona-Welle und den damit einhergehenden neuen Restriktionen, die sich auch auf Unternehmen und ihre Aufträge auswirken. Und dafür gleich 20 Prozent Bestrafung im Aktienkurs? Ist das nicht zu viel? Hier könnten sich die Anleger mal überlegen, ob das eine Kaufchance für die Aktie ist (das ist keine Kaufempfehlung unsererseits, sondern nur ein Gedankenspiel).

SAP auszugsweise im Zitat zur Gesamtjahresaussicht:

Der bisherige, am 8. April 2020 veröffentlichte Ausblick der SAP für das Gesamtjahr 2020 spiegelte die bestmögliche Schätzung der SAP hinsichtlich des Zeitpunkts und der Geschwindigkeit einer Erholung von der Corona-Krise wider. Dieser Ausblick
ging davon aus, dass die Länder ihre Wirtschaft hochfahren und die Einschränkungen für die Bevölkerung gelockert würden,
sodass sich die Nachfrage im dritten und vierten Quartal allmählich verbessert.

Auch wenn weiterhin ein stabiles Interesse an den Digitalisierungslösungen der SAP besteht, da Kunden widerstandsfähiger
und agiler aus der Krise hervorgehen möchten, wurde kürzlich in manchen Regionen das öffentliche und wirtschaftliche Leben erneut eingeschränkt, und die Belebung der Nachfrage fiel verhaltener aus als erwartet. Des Weiteren geht die SAP aus
denselben Gründen nicht mehr davon aus, dass sich die SAP-Concur-Erlöse aus Geschäftsreisen in den verbleibenden Monaten des Jahres 2020 deutlich erholen werden.

Die SAP aktualisiert deshalb ihren Ausblick für das Gesamtjahr 2020 und erwartet nun, dass:

• die Clouderlöse (Non-IFRS, währungsbereinigt) in einer Spanne zwischen 8,0 Mrd. € und 8,2 Mrd. € liegen werden (zuvor
zwischen 8,3 Mrd. € und 8,7 Mrd. €).
• die Cloud- und Softwareerlöse (Non-IFRS, währungsbereinigt) in einer Spanne zwischen 23,1 Mrd. € und 23,6 Mrd. € liegen werden (zuvor zwischen 23,4 Mrd. € und 24,0 Mrd. €).
• die Umsatzerlöse (Non-IFRS, währungsbereinigt) in einer Spanne zwischen 27,2 Mrd. € und 27,8 Mrd. € liegen werden
(zuvor zwischen 27,8 Mrd. € und 28,5 Mrd. €).
• das Betriebsergebnis (Non-IFRS, währungsbereinigt) in einer Spanne zwischen 8,1 Mrd. € und 8,5 Mrd. € liegen wird (zuvor zwischen 8,1 Mrd. € und 8,7 Mrd. €).

CEO-Kommentar im Wortlaut:

Aufgrund der Corona-Krise befinden sich unsere Kunden an einem Wendepunkt. Für Unternehmen ist der Umstieg in die Cloud, verbunden mit einer echten Neuausrichtung ihres Geschäfts, unerlässlich geworden. Denn nur so können sie widerstandsfähiger werden und die Voraussetzungen dafür schaffen, dass sie gestärkt aus der Krise hervorgehen können. Gemeinsam mit unseren Kunden und Partnern werden wir Innovationen entwickeln und Unternehmen neue Möglichkeiten für die Abwicklung von Geschäftsprozessen in einer digitalen Welt bieten. Die SAP wird ihr Wachstum in der Cloud auf über 22 Mrd. € im Jahr 2025 steigern und den Anteil der besser planbaren Umsätze auf etwa 85 % ausbauen.“

Details der Quartalszahlen von SAP

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Corona und SAP

Redaktion

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Von

Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Die Corona-Anstiege in den USA und Europa sind heute ein Thema. Aber auch die aktuelle Revision der Aussichten von SAP sind in New York aktuell Thema.

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Tesla krempelt die Autoindustrie um – Werbung

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Lieber Börsianer,

Tesla hat gerade den fünften Quartalsgewinn in Folge gemeldet. Während die Gewinne in der Vergangenheit vor allem den Erlösen aus dem Zertifikatehandel zu verdanken waren, erwirtschaftet Tesla mittlerweile auch im operativen Geschäft einen Überschuss. Der Elektropionier straft damit die Kritiker Lügen.

Bisher musste sich Tesla die Kritik gefallen lassen, dass der Autobauer zwar die Mobilität revolutioniert, jedoch unprofitabel arbeitet. Tatsächlich fielen in der Aufbauphase des Unternehmens horrende Verluste an, die manchen Beobachter auf einen baldigen Untergang von Tesla wetten ließ. Mittlerweile hat sich das Blatt jedoch gewendet. Tesla ist der höchstbewertete Autobauer der Welt.

Tesla treibt eine ganze Branche vor sich her

Die Zeit des klassischen Verbrennungsmotors ist vorbei. Tesla präsentiert sich als Vorreiter einer neuen Zeit. Sicher ist, dass die Automobilbranche vor einer beispiellosen Transformation steht. Tesla hat die technische Entwicklung maßgeblich vorangetrieben und beim Elektromotor und der Batterietechnik mittlerweile einen Vorsprung von mehreren Jahren vor der Konkurrenz. Deshalb pumpen die Anleger viel Geld in Tesla.

Ob sich der Vorsprung verteidigen lässt, ist allerdings noch lange nicht ausgemacht. Klar ist jedoch schon jetzt, dass einige etablierte Konzerne auf der Strecke bleiben werden, wenn sie sich nicht schnell genug anpassen. Gleichzeitig kann aber auch einer der alteingesessenen Autohersteller durch seine enormen Finanzreserven plötzlich zum Marktführer im E-Auto-Segment werden. Entsprechende Strategien gibt es mittlerweile nicht nur bei den Volumenherstellern wie Volkswagen oder Renault, sondern auch im Luxussegment bei Daimler und BMW.

Der Elektromotor ist nicht das einzige Erfolgsgeheimnis von Tesla

Tesla hat nicht nur bei der Entwicklung des Antriebs für seine Fahrzeuge Neuland betreten. Die gesamte Organisation des Unternehmens stellt die Branche auf den Kopf. Es ist verrückt, dass dies die meisten Analysten übersehen.

Üblicherweise ist die Autoindustrie sehr stark von Zulieferbetrieben abhängig. Die Produktion der Einzelteile ist auf der ganzen Welt verteilt. Im Autowerk eines klassischen Konzerns wie BMW, Volkswagen oder Daimler werden die Teile, die aus aller…..

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