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China: 10% aller börsengelisteten Unternehmen sind „Zombies“

FMW-Redaktion An den Börsen in Shnaghai und Shenzhen sind 10% aller gelisteten Unternehmen, insgesamt 266, „Zombie“-Unternehmen – sprich Unternehmen, die im Grunde keine Chance auf Überleben haben. Das berichtet die chinesische Tageszeitung 21st Century Business Herald. Die meisten dieser Firmen stammen aus dem Bereich der Schwerindustrie wie Stahl, Kohle oder Zement – also Bereiche, in […]

FMW-Redaktion

An den Börsen in Shnaghai und Shenzhen sind 10% aller gelisteten Unternehmen, insgesamt 266, „Zombie“-Unternehmen – sprich Unternehmen, die im Grunde keine Chance auf Überleben haben. Das berichtet die chinesische Tageszeitung 21st Century Business Herald. Die meisten dieser Firmen stammen aus dem Bereich der Schwerindustrie wie Stahl, Kohle oder Zement – also Bereiche, in denen es starke Überkapazitäten gibt. Aufgrund der sinkenden Nachfrage in China nach den Produkten dieser Firmen schreiben diese Firmen seit Jahren Verluste, ihre Gesamtverschuldung liegt bei 1,8 Billionen Yuan. Durchschnittlich haben diese Firmen eine Verschuldung von 68,65% ihres Gesamtvermögens – ein extrem hoher und mittelfristig nicht tragbarer Wert.

Premier Li Keqiang hatte Anfang November angekündigt, diese meist staatlichen Firmen zu sanieren – doch ist bislang unklar, wie das angesichts kollabierender Märkte für Kohle, Stahll und Zement funktionieren soll. Die Unternehmen leben derzeit noch von Geldern, die sie einst am Kapitalmarkt aufgenommen hatten, sind teilweise jedoch nicht einmal in der Lage, die Zinsen für die geliehenen Gelder zu bezahlen. Daher nehmen sie – um die Schulden für alte Kredite bedienen zu können – neue Schulden auf, insgesamt bereits 7,6 Billionen Yuan (1,2 Billionen Dollar), die nur zur Deckung von Zinszahlungen geliehen wurden, Tendenz weiter steigend.

Das ist das klassisches Muster eines „Ponzi-Schemas“ oder eines Schneeballsystems. Und genau dieses Ponzi-Schema wird von Peking gedulded, ja gefördert: Premier Li Keqiang hat die Banken des Landes dazu aufgefordert, weiter Kredite an Unternehmen zu vergeben, die in „vorübergehenden Schwierigkeiten “ seien. Um diese Firmen am Leben zu lassen und Entlassungen zu vermeiden, hat Peking zwischen 2012 und 2014 in erheblichem Umfang Gelder in diese Unternehmen gepumpt – eine Investition, die man früher oder später wird abschreiben müssen.

Besonders die Lage staatlicher Unternehmen ist häufig kritisch. Um die meist nicht profitablen Unternehmen effizienter zu machen, sollen die Gehälter der Manager staatlicher Firmen bis Ende 2016 zwischen 20% und 30% gekürzt werden – das berichten regierungsnahe Kreise. Peking will in staatlichen Unternehmen darüber hinaus leistungsbezogene Gehälter einführen und damit einen radikalen Kulturwandel in diesen staatlichen Unternehmen einleiten.



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