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Asien

China – Abschwung auf breiter Front

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In den letzten Tagen und Wochen haben sich die Finanzmärkte vor allem auf die Entwicklungen um Saudi-Arabien, die EZB, die Fed-Entscheidung morgen – und natürlich auf die leichten Entspannungssignale im Handelskrieg fokussiert (am Freitag Besuch einer niederrangigen Delegation aus China in Washington als Vorbereitung für die Reise Liu Hes vermutlich Anfang Oktober). Aber ein Blick auf die Entwicklung der ökonomischen Daten aus China zeigt, dass das Reich der Mitte einen deutlichen konjunkturellen Abschwung erlebt!

Nicht zufällig hat daher Chinas Premier Li Keqiang (vom Westen weitgehend unbeachtet) gestern gewarnt, dass das derzeitige Wachstumsziel von 6% nur sehr schwer zu halten sei aufgrund der Abschwächung der Weltwirtschaft und des zunehmenden Protektionismus (letzteres eine Spitze gegen Trump).

In der Nacht auf den heutigen Dienstag dann Daten zu den Immobilienpreisen in China, die schon deshhalb so zentral sind, weil das Vermögen der Chinesen zu 75% in Immobilien geparkt ist (bei den Amerikanern sind dagegen 75% des Vermögens in den Finanzmärkten, weswegen für Chinesen ein Crash am chinesischen Aktienmarkt kein Problem wäre, wohl aber ein Crash am Immobilienmarkt!). Die Preise stiegen nur um 8,8% zum Vorjahresmonat, aber die sich abschwächende Tendenz ist klar erkennbar:

Interessant ist, dass sich die Immobilienpreise auch in Australien, also der Volkswirtschaft, die am stärksten von China abhängig ist, nach einem vorherigen Exzess derzeit im freien Fall befinden:

Auch Chinas Industrieproduktion mit einem klaren Abwärtstrend (nur kurz unterbrochen Anfang des Jahres):


source: tradingeconomics.com

Ähnlich das Bild übrigens auch bei den Einzelhandelsumsätzen – und das obwohl Peking den Binnenkonsum maßgeblich stimuliert durch Steuersenkungen etc.:


source: tradingeconomics.com

Für die deutschen Autobauer besonders problematisch ist der deutliche Rückgang der Autoverkäufe in China mit teilweise zweistelligen Prozentrückgängen im Vergleich zum jeweiligen Vorjahresmonat:


source: tradingeconomics.com

Chinas Wirtschaft ist übrigens nach wie vor eine produzierende Wirtschaft, weniger eine Konsumwirtschaft – das wird sichtbar anhand der Prognosekraft von Suchbegriffen für die konkunkturelle Entwicklung! Während im Westen der Konsum dominiert, sind es in China Suchanfragen nach Essen, Industrie etc., die die beste Vorhersage für die Entwicklung von Chinas Wirtschaft ermöglichen:

 

Die Abkühlung der chinesischen Konjunktur setzte bereits vor dem Handelskrieg (Start durch Trump im Juni 2018) ein und geschieht derzeit trotz teils massiver Stimulus-Maßnahmen Pekings. Es wird Zeit, dass die Märkte sich wieder dem Treiber der letzten jahre  in Sachen Weltwirschaft zuwenden – und damit ihre fast infantile Hinwednung an die vermeintlich segensreichen Notenbanken wieder reduzieren..

 

Die Wirtschaft in China kühlt deurtlich ab

 

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Asien

In China ist heute ein großer Sack Reis umgefallen

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Der Markt hat heute vor allem auf die gestrige Zinssenkung und das neue QE der Fed geschaut. Aber genutzt hat es nichts. Auch heute rauschen die Aktienmärkte weiter nach unten. Aber hat man es gemerkt? In China wurden heute für den Monat Februar wichtige Konjunkturdaten veröffentlicht. Und Februar war nun der alles entscheidende Monat in China in Sachen Coronavirus-Epedemie! Also, wie stark hat das Virus die chinesische Volkswirtschaft runtergezogen?

Die Industrieproduktion in China lag im Februar 13,5 Prozent unter dem Wert aus Februar 2019 – das ist der größte Rückgang seit 30 Jahren! Die Anlageinvestitionen sanken um 24,5 Prozent. Die Einzelhandelsumsätze im Februar sind im Jahresvergleich um 20,5 Prozent gesunken. Schon komisch, dass gleich bei zwei dieser Zahlen auch für Februar der Jahresvergleichswert exakt so stark abstürzt wie im Januar!

Wenn man sich aktuell die Hysterie in deutschen Supermärkten anschaut, dann darf man vermuten, dass hierzulande die Einzelhandelsumsätze kurzfristig im Vergleich zum Vorjahr eher deutlich steigen dürften. Denn die Menschen (jeder kann es sehen) hamstern was das Zeug hält.


source: tradingeconomics.com


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Japan-Debakel: Bei dem Öl- und Aktien-Crash, wen interessiert das schon?

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Heute gibt es nur ein Thema an den Märkten. Der große Öl-Crash und der damit verbundene Aktien-Crash. Die Schwankungsbreite bei Öl und Aktienindizes ist heute extrem! Da guckt man drauf, aber auf Japan? Wen interessiert das schon? Dort haben die staatlichen Statistiker heute Daten zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) für das 4. Quartal in seiner endgültigen Fassung veröffentlicht. Für das Jahr 4. Quartal 2019 in Relation zu 2018 ist die japanische Wirtschaft demnach um 7,1 Prozent geschrumpft! Hallo? Geht es noch? Das ist brutal. Im Vergleich vom 3. zum 4. Quartal 2019 ist das japanische BIP um 1,8% geschrumpft.

Grund für dieses wirklich grottige Ergebnis war eine Mehrwertsteuererhöhung von 8 auf 10 Prozent. Morgen will die Regierung in Tokyo offenbar ein Maßnahmenpaket verkünden, mit der man den Auswirkungen des Coronavirus entgegentreten will. Herje. Was für ein Pech (kein Witz) hat Japan. Als man die Mehrwertsteurer erhöhte und das BIP letztes Quartal so stark einbrach, konnte noch niemand ahnen, dass im Folgequartal ein ganz neues Virus die Weltwirtschaft ins Trudeln bringen könnte. Und nun ist es soweit. Wird das Coronavirus im Anschluss an dieses Horrorquartal gleich nochmal einen negativen Schub für Japan bringen? Damit wäre die Rezession in Japan perfekt – dies ist der Fall, wenn die Wirtschaftsleistung zwei Quartale in Folge schrumpft. Im folgenden Chart sieht man die prozentuale BIP-Entwicklung in Japan seit Anfang 2017.


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China: Coronavirus Auswirkung auf Wirtschaft katastrophal! Hier die Daten

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Shanghai ist die Wirtschaftsmetropole in China

Wir schlimm kann sich das Coronavirus wohl auf die Wirtschaft in China auswirken? Schlimm, richtig schlimm, oder noch viel schlimmer? Samstag und heute wurden staatliche und privat ermittelte Einkaufsmanagerindex-Daten für China veröffentlicht. Kommen wir zuerst zu den staatlichen Daten vom Samstag. Der Einkaufsmanagerindex für das produzierende Gewerbe bricht regelrecht in sich zusammen von 50 Indexpunkten im Januar auf jetzt 35,7 Punkte im Februar, bei Erwartungen um die 45 Punkte (hier mehr Details). Ein Rekordtief!

Private Daten bestätigen die schlimmen Auswirkungen des Coronavirus auf China

Heute wurden die privat ermittelten Einkaufsmanagerdaten von Caixin veröffentlicht. Und auch hier sehen wir ein Rekordtief seit Beginn der Datenerhebung, welches sogar das Tief der Finanzkrise 2008 unterschreitet. Der „Caixin China General Manufacturing PMI“, quasi der Vergleichsindex zum staatlichen PMI für China, fällt im Monatsvergleich von 51,1 auf 40,3 Indexpunkte. Die Erwartungen lagen laut Berichten bei einem Indexwert von 45,7. Darf man also davon ausgehen, dass auch der Einbruch im BIP die Prognostiker und Börsen im negativen Sinne deutlich überraschen wird? Seit Beginn der Aufzeichnung ist auch das der niedrigste Wert! Die Grafik geht zurück bis zum Jahr 2004. Gut sieht man den aktuell noch stärkeren Absturz als zu Zeiten der Finanzkrise (damals lag das Tief bei 40,9).

Wir ersparen Ihnen an dieser Stelle den größten Teil der Original-Mitteilung. Nur so viel. Die Lage sei aktuell zwar katastrophal, aber laut Kommentar der Berichtsverfasser bestehe die Hoffnung, dass die Wirtschaft in China schnell wieder hochgefahren werden könne nach dem Ende des Coronavirus-Chaos. Also eine schnelle Erholung auch dank des hohen Nachholpotenzials bei Produktbestellungen, die wochenlang nicht abgearbeitet werden konnten? Hier ein kurzes Zitat aus dem Bericht:

“China’s manufacturing economy was impacted by the epidemic last month. The supply and demand sides both weakened, supply chains became stagnant, and there was a big backlog of previous orders. However, manufacturers were more confident. The economy will be able to see a significant rebound when the epidemic is gradually contained and companies accelerate the resumption of business amid moreproactive fiscal and monetary policies.”

China Einkaufsmanagerindex fällt brutal wegen Coronavirus

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