Asien

China: Ankündigung schlechter Nachrichten – das (offizielle) Ende der „Wachstumslokomotive“

Die Schwierigkeiten der chinesischen Wirtschaft seien "gar nicht zu unterschätzen", so der Chefplaner der Landes..

FMW-Redaktion

China will offenkundig die Welt auf schlechte Nachrichten vorbereiten, was die Wirtschaft im Reich der Mitte betrifft! In einem auf englisch verfassten Artikel zitiert die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua den Chef der in China fast allmächtigen National Development and Reform Commission, Xu Shaoshi, mit einer eindringlichen Warnung vor den Schwierigkeiten, der sich die chinesische Wirtschaft gegenüber sehe.

So seien eben diese wirtschaftlichen Schwierigkeiten „gar nicht zu unterschätzen“, die Basis für eine stabile Entwicklung der Ökonomie in China derzeit nicht gegeben, so Xu Shaoshi:

„Currently, the foundations for stable economic development are not solid enough and downward pressure remains large, with difficulties hard to underestimate.“

Man bräuchte nun intensivste Anstrengungen, um die Ziele noch zu erreichen, so Xu Shaoshi weiter. Fraglos bleibe aber die Wirtschaft Chinas auch in der zweiten Hälfte des Jahres weiter unter Abwärtsdruck. Das betreffe vor allem die Bereiche Investitionen und Handel.

Beide Bereiche hatten bisher im Verlauf des Jahres Schwäche gezeigt: starke Rückgänge bei Exporten und Importen, aber auch deutlich geringer als geplant ausgefallenen Investitionen (bislang +8,1% zum Vorjahr, Ziel Pekings war eigentlich 10,5% für das Gesamtjahr) sind derzeit offenkundig die offensichtlichsten Schwachstellen der chinesischen Wirtschaft:

„Great difficulties remain in meeting goals for investment and trade“
, so zitiert Xinhua den Chefplaner Xu Shaoshi weiter. Vor allem die Investitionen, Basis für zukünftiges Wachstum, liegen in den ersten sieben Monaten des Jahres so niedrig wie seit 16 Jahren nicht mehr – und scheinen sich wohl auch nicht verbessert zu haben zuletzt, wie man aus den Aussagen Xus schließen kann.

Um die Aussagen nicht allzu pessimistisch erscheinen zu lassen, vermittelt Xu Shaoshi dann aber doch noch eine positive Botschaft: das BIP, der Arbeitsmarkt und die Einnahmen von Chinas Bürgern könnten in diesem Jahr das Plansoll erfüllen – ebenso wie die Rohstoffpreise (..??).

Wie auch immer: dass Xinhau derartige Aussagen auf englisch veröffentlicht, dürfte kein Zufall sein. Man bereitet mit derartigen Meldungen die Welt darauf vor, dass die ökonomische Lage Chinas schwieriger werden wird – die indirekte Botschaft lautet: vergeßt das Thema „Wachstumslokomotive China“!



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2 Kommentare

  1. Und da redet jeder (auch ihr) noch über so langweilige Nebensächlichkeiten wie eine evtl. Zinserhöhung in den USA.
    Ich bin im Formulieren leider nicht so ausdrucksstark, als dass ich schwergewichtig beschreiben könnte, wie unsäglich dumm sowas ist (nicht dass ihr darüber schreibt – sondern ich meine diese ganze Diskussion und die reaktionen an den Märkten)

    Warum meine ich das?
    Es gibt von euch mindestens jede Woche einen Hinweis auf wirtschaftliche/finanzielle Umstände, welche einem Angst einjagen könnten.
    Dafür sage ich euch ein GROßES DANKE.
    Denn eure Berichte sind wahrlich nicht aus der Luft gegriffen. Aber jeder von uns (ich zumindest auch) hofft, dass es es erst später oder doch gar nicht eintreten möge.

    Angesichts derart fundamentaler Risiken, kommt bei mir der Verdacht auf, dieses völlig unsinnige Hin-und Her bezüglich der Zinsen, könnte schlichtweg nur der Ablenkung dienen.
    Ja, und manchmal, glaube ich dann auch nicht mehr an einen DAX von 12000. Aber, wie gesagt, nur manchmal, denn die wirklich schlimmen Ereignisse verschiebe ich gedanklich doch lieber in die ferne Zukunft.

    1. Sehr guter Kommentar. Ich bin ganz Ihrer Meinung. Die Zinserhöhungsdebatte in den USA ist eine Farce in Nabetracht der volkswirtschaftlichen Rahmendaten und dient neben de Ablenkung vermutlich auch den Interessen einiger weniger einflussreicher US-Invetmentbanken. Bin sehr gespannt, wie diese Farce noch perverser wird. Spätestens am 21. September müssen Yellen & Co. erneut Farbe bekennen.

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