Allgemein

Handelskrieg Chinesische Autohersteller fordern 25 % Zölle auf europäische Autos

Der Handelskrieg nimmt Fahrt auf.

Autoverladung in China
Autoverladung in China. Foto: Bloomberg

Erst kam letzte Woche die Meldung der EU-Kommission, man werde höchstwahrscheinlich ab Juli hohe Zusatzzölle für Autos aus China einführen. Dann kam Anfang der Woche die Meldung, dass China Anti-Dumping-Untersuchungen von Schweinefleisch-Importen aus der Europäischen Union eingeleitet hat, was aber vom Volumen her viel zu wenig sein dürfte, als Antwort auf europäische Autozölle. Nun startet die nächste Eskalationsstufe im beginnenden Handelskrieg zwischen EU und China.

Chinesische Autohersteller haben Peking gedrängt, als Reaktion auf die Brüsseler Zölle auf in China hergestellte Elektrofahrzeuge die „strengsten Maßnahmen“ zu ergreifen, einschließlich einer Steuer von 25 % auf in der Europäischen Union hergestellte Autos mit großen Motoren, so sagt es laut Bloomberg ein heutiger Bericht eines Social Media Accounts, der mit dem staatlichen Sender CCTV in Verbindung steht.

Die Unternehmen haben diese Forderung am Dienstag bei einem Treffen hinter verschlossenen Türen mit dem Pekinger Handelsministerium erhoben, an dem vier chinesische und sechs europäische Automobilhersteller sowie Industrie- und Forschungseinrichtungen teilnahmen. Die EU hat letzte Woche angekündigt, dass sie nach einer Untersuchung die Zölle auf in China hergestellte Elektroautos um bis zu 48 % erhöhen will, wobei der staatliche Automobilhersteller SAIC Motor am stärksten betroffen ist. Ein chinesischer Handelsvertreter warf der EU bei dem Treffen am Dienstag vor, die Untersuchung als Vorwand zu nutzen, um Geschäftsgeheimnisse chinesischer EV-Hersteller zu stehlen.

Die Idee, dass Peking Vergeltung üben könnte, indem es die temporäre Importsteuer auf Fahrzeuge mit Motoren von mehr als 2,5 Litern Hubraum erhöht, wurde erstmals in einem Artikel der staatlichen Global Times im Mai im Vorfeld der EU-Untersuchung geäußert. Die Europäische Kommission erklärte, ihr Ziel sei die Wiederherstellung gleicher Wettbewerbsbedingungen. Fast ein Fünftel der im Jahr 2023 in der EU verkauften Elektroautos wurde in China hergestellt, wobei dieser Anteil laut der Lobbygruppe Transport & Environment in diesem Jahr auf 25 % steigen soll.

Einige Hersteller von Elektrofahrzeugen wie BYD könnten die EU-Zölle jedoch auffangen. BYD wurde mit zusätzlichen Zöllen von 17,4 % belegt, dem niedrigsten Satz der drei von der Kommission untersuchten chinesischen Hersteller und niedriger als der Branchendurchschnitt von 21 %.

FMW/Bloomberg



Kommentare lesen und schreiben, hier klicken

Lesen Sie auch

3 Kommentare

  1. And so it begins, nun immer klarer und nicht mehr in kleinen Schritten.
    Wiederaufbau ehemaliger, historischer Handelsrouten, stetiger Niedergang westlicher Vormachtstellung. Hoffe das Europa seinen Platz findet in dieser sich ändernden Weltlage. Der globale Süden ist weit mehr als das, was ihm die G7 zugesteht, unabhängig von der politischen Wunschvorstellung wie die Welt zu sein hat.

  2. China ist die Neue Macht wer sich ihr in den Weg stellt,wird weggefegt.

  3. Im wesentlichen geht es den Akteuren in diesem Konflikt um Arbeitsplätze, Umsatzzahlen und Außenhandels Bilanzen. Was man aber nicht vergessen darf ist die Tatsache, dass die europäische Zölle auf chinesische Elektroautos dazu führt, das weniger E Mobilität auf Europas Straßen stattfindet. Während die chinesische Zölle zu weniger groß motorisierten Verbrenner in China für. Mal angenommen unser Ziel währe die Reduzierung von CO2 Emissionen, welche Maßnahme klingt dann nachvollziehbar?

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert




ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Meist gelesen 7 Tage

Exit mobile version
Capital.com CFD Handels App
Kostenfrei
Jetzt handeln Jetzt handeln

75,0% der Kleinanlegerkonten verlieren Geld.