Allgemein

China: Bankrun, Geldabflüsse, Gesundheitsdiktatur – der große Vertrauensverlust

China steuert unruhigen Zeiten entgegen

China Vertrauensverlust

In China zeichnet sich ein immer größerer Vertrauensverlust der Bevölkerung gegen die eigene Regierung ab – hier einige Schlaglichter für diesen fortschreitenden Vertrauensverlust.

China: Bankrun in der Provinz Henan

Seit nunmehr zwei Monaten versuchen Anleger an ihr Geld in vier regionalen Banken in der zentralchinesischen Provinz Henan zu kommen. Am 18. April stellten die Yuzhou Xinminsheng Village Bank, Shangcai Huimin County Bank, Zhecheng Huanghuai Community Bank und die New Oriental Country Bank of Kaifeng ihre Auszahlungen ein. Henan ist eine relative arme Provinz, ihre Bewohner müssen mit dem Vorurteil leben, dass sie Betrüger und Diebe seien, wie der erste chinesische Literaturnobelpreisträger Yutang Lin in seinem Buch „My Country and My People“ schrieb.

Bei den Banken handelt es sich um kleine Kreditinstitute, die typischerweise Bewohner auf dem Land bzw. in Kleinstädten bedienen. Das durchschnittliche pro Kopf-Einkommen in der urbanen Bevölkerung Henans beträgt umgerechnet 825 Euro im Monat. Auf dem Land sind die Einkommen entsprechend niedriger. Es trifft also primär die arme Bevölkerung Chinas, die keine großen Ersparnisse besitzen.

Seit Wochen versuchen nun die Anleger, mit Druck auf die Banken und auf die China Banking and Insurance Regulatory Commission in der Provinzhauptstadt Zhengzhou, an ihre Ersparnisse zu bekommen. Teilweise reisten die betroffenen Kunden aus entfernten Provinzen an, nur um dann festzustellen, dass ihre Gesundheitscodes auf Orange bzw. Rot gestellt worden, wie unter anderem das Online-Magazine „Sixth Tone“ berichtet.

Der Health Code ist seit 2020 der allgegenwärtige Begleiter aller Einwohner in China: Bei Reisen, beim Betreten von Geschäften und Gebäuden muss der Code vorgezeigt werden. Bei einem orangenen Code bekommt man keinen Zugang, bei rot droht die sofortige Quarantäne. Eine Erfahrung, die für manche nicht neu ist. Der ARD-Journalist Daniel Satra berichtet in seinem neuesten Beitrag für den Weltspiegel, wie seine Bewegungsfreiheit offenbar gezielt eingeschränkt wurde.

Caixin berichtet nun, dass es einen weiteren Fall gibt, bei dem Behörden offenbar gezielt einer Bewohnerin von Zhenghzou den Health Code auf „gelb“ gestellt haben und damit verhindert haben, dass diese zu einem Gerichtstermin erscheinen konnte, bei der es um den Abriss ihres Hauses ging. Sie hat nun ihrerseits die Gesundheitsbehörden verklagt.

Die Gesundheitsdiktatur in China

Anders als die deutsche Lösung, wird der QR-Code in China von den lokalen Gesundheitsbehörden verwaltet. In Deutschland hat die Corona-App eine dezentrale Struktur. Sie misst nur, wer wie lange in einem bestimmten Abstand mit einem nachweislich Infizierten in Kontakt kam. Während der Corona-Maßnahmen waren nur zwei Parameter entscheidend: Der Testnachweis, der auch in Papierform erfolgen konnte, und der Impfstatus. Der Impfstatus aber spielt in China keine Rolle. Der Testnachweis wird mittlerweile via einer separaten Test-App geführt. Daher ist in Deutschland ein ähnliches Szenario schon rein technisch nicht möglich.

Schon die jüngste Lockdown-Welle hat das Vertrauen der Bevölkerung in die Covid-Strategie der Regierung geschwächt: Der tägliche Limbo von Health-Code checken, testen und herausbekommen, was im Moment erlaubt bzw. verboten ist. Etwa welche Straßen offen für den Verkehr sind, ob man in das Restaurant oder die Bar gehen kann und wenn ja, in welchem Distrikt – all das verunsichert die Einwohner. Denn die Maßnahmen der Behörden sind weder nachvollziehbar noch durchschaubar. So kommt es in Shanghai und anderen Städten fast täglich zu neuen Reibereien zwischen Einwohnern und Gesundheitsbehörden bzw. Polizei: Anwohner haben etwa im Bezirk Minhang kurzerhand Straßensperren weggeräumt. Im Bezirk Hongkou lieferten sich nach Angaben von Nikkei Ladenbesitzer eines beliebten Kleidermarktes ein Gerangel mit der Polizei und forderten finanzielle Konzessionen für den Lockdown.

Der Finanzsektor in China

Der Bankrun auf lokale Banken in Henan liefert aber auch ein Schlaglicht auf den Finanzsektor. Es ist nicht ungewöhnlich, dass kleine Banken in China in Schieflage geraten. Allerdings scheint sich zusammen mit der Immobilienkrise eine neue Dimension abzuzeichnen: Wahrend bisher nur die Projektentwickler Probleme am Offshore-Anleihemarkt hatten, fallen nun auch die Kurse für Anleihen eines ersten großen chinesischen Konglomerats: die Anleihen von Fosun. Fosun ist ein Konzern, der im Westen am ehesten als Besitzer von ClubMed oder Lampe Privatbank bekannt ist. Die Aktivitäten von Fosun sind aber breit gestreut und reichen von Immobilien über Versicherungen, Finanzprodukte, pharmazeutische Produkte bis hin zu einer Beteiligung an Tom Tailor. Letzte Woche stufte dann Mody’s den Ausblick auf Fosun auf „negativ“ ein –  und es folge ein regelrechter Einbruch am Anleihemarkt um 21%.

Damit steigt die Gefahr, dass sich die Immobilienkrise auch auf den allgemeinen Finanzmarkt Chinas auswirkt. Neben Fosun stehen derzeit auch die Casino-Betreiber aus Macao unter Druck. Da Macao, genau wie China, seit zwei Jahren praktisch von der Außenwelt abgeschlossen ist, leiden die Casino-Betreiber unter fehlenden Besuchern. Die Casinos locken nicht nur mit ihrem Glücksspiel, sondern vor allem mit großen Einkaufspassagen und Shows, die sowohl von Besuchern aus Hong Kong als auch von der Volksrepublik China gerne besucht worden. Schon im Januar diesen Jahres erwartete Fitch ein erhöhtes Ausfallrisiko sowohl von Onshore-Anleihen als auch von Offshore-Anleihen.

Ausländische Investoren ziehen Geld aus China ab

Gleichzeitig ziehen internationale Anleger auch weiter Geld direkt aus China ab. Der Monat Mai war nun der vierte Monat in Folge, in dem ein Netto-Abfluss zu verzeichnen war und der größte, seit der chinesische Anleihemarkt für Ausländer zugänglicher gemacht wurde. Der Ausfluss begann mit dem Ukraine-Krieg, womit noch einmal klar wird, dass weder China noch der Yuan ein sicherer Hafen sind – im Gegensatz zum US-Dollar.

Mittlerweile sind die Zinsen in den USA höher als in China, damit dürfte der Abfluss auch in den nächsten Monaten anhalten.
Gleichzeitig steigt in China der Bedarf an zusätzlichen Finanzmitteln, um die Wirtschaftsstimuli zu finanzieren. Im Vergleich zum letzten Jahr verdoppelten lokale Verwaltungen die Ausgabe von Special Purpose Bonds auf 1,65 Billionen Yuan (234 Milliarden Euro). Damit steigt die Ausgabe von Bonds auf 2,11 Billionen Yuan (300 Milliarden Euro). Gleichzeitig sanken die Steuereinnahmen im Mai um 41,0%.

China steuert unruhigen Zeiten entgegen. Der Vertrauensverlust im In- und Ausland zeigt mehr und mehr auch Probleme, die China mit Yuan durh die Mao-Politik von Xi Jinping bezahlen muss..



Kommentare lesen und schreiben, hier klicken

Lesen Sie auch

13 Kommentare

  1. Hach, davon können unsere grün-rot-schwarzen Corona-Faschisten in Deutschland nur träumen…

    1. Was für ein idiotischer Kommentar eines blau-identitären-gelb-libertären Faschisten… 🤮

      1. Getroffene Hunde bellen

        1. Wo ist der Unterschied zwischen orange-rot und G1/2? Im Grunde keiner, lediglich die basisexistenzielle Bedrohung unterscheidet sich.

    2. Freiherr Graf von Schwurbelstein

      @dontspeak
      Glaubst du diesen deinen Schwachsinn eigentlich selber oder musst du nur wieder einmal Frust abbauen? Dann wärst du in einem Fitnessstudio oder beim Steineklopfen besser aufgehoben.
      Welchen Sinn sollte es machen, die Bevölkerung einzusperren, von Konsum und Arbeit fernzuhalten und sie gleichzeitig mit Aber-Milliarden durch Hilfsprogramme zu überschütten? Was sollte ein Vertrauensverlust im In- und Ausland bringen? Was genau sollte die Politik in Deutschland damit bezwecken? WEM bringt das WAS?

      Bin gespannt, ob dazu was Substanzielles kommt vom Corona-Oberzweifler und Volksaufwiegler No. 1 bei FMW.

      1. Es geht _immer_ um Geld und Macht. Wenn dir das nicht klar ist, beglückwünsche ich dich zu deiner Naivität.

        Wie unzweifelhaft selbst im so ordentlichen Deutschland erkennbar war, gibt es unzählige Politiker und Akteure, die ihm Rahmen der Corona-Hysterie fetten persönlichen Gewinn gemacht haben. Sei es durch Korruption, Vorteilnahme oder Insidergeschäften. Diese Verbrechen bleiben alle ungesühnt. Wer ernsthaft noch glaubt, der ganze Zirkus hätte mehr Vor- als Nachteile für die Bevölkerung gebracht, hat sein Hirn bereits unrettbar in der Staatsfunk-Gehirnwäsche-Waschmaschine verdampft. Selbes gilt aktuell für die „Gaskrise“.

        Diktaturen funktionieren immer so, dass man einem Teil der Bevölkerung verspricht, dass es den anderen Teil versklaven kann. In China dürfen die ca 8% KP Mitglieder die restliche Bevölkerung kontrollieren und sich an ihnen bereichern. In der DDR waren es die Stasispitzel

        In Patriarchaten (ich nenne nun mal leiber keine Glaubensrichtung…) verspricht man den Männern, sie dürfen die Frauen versklaven. Im Gegenzug kann die Regierung sich weiter bereichern.

        Das wirklich schöne an der Corona-Thematik ist ja, dass sie den Beteiligten nun dermaßen um die Ohren fliegt, dass alle das Weite suchen. Des Michels Kreuzchen ist ihnen aber auch beim nächsten Mal gewiss, in sofern alles gut.

        1. Freiherr Graf von Schwurbelstein

          Also leider, wie nicht anders zu erwarten, nichts Substanzielles…

          1. @Freiherr

            Ich habe die Coronaleugner und Impfgegner im Krankenhaus um ihr Leben betteln gesehen.
            Das reicht mir.
            Am besten ignorieren…nicht kommentieren.

  2. Das ist aber alles streng wissenschaftlich begründet. Also weitergehen, es gibt nichts zu sehen.

  3. Naja, die Deutsche Bank hat alleine heute über 12% verloren.
    Seit 2007 hat sie sich im Kurs etwa gezehntelt.
    Wenn die DB nicht ganz legal ihre Bilanzen fälschen dürfte, dann würde sie schon lange auch offiziell pleite sein.

    Viele Grüße aus Andalusien Helmut

  4. Eins war die Schweiz mein Heimatland, heute betrachte ich die Schweiz und alle Staaten als Feind. Der Staat ist der Feind der freien Menschheit, insofern ist der Vertrauensverlust nicht nur in China im Gange…

  5. Bei uns wird der ÖPNV dann eben gestrichen für die nicht geimpften. Ohne Auto steht man dann blöd da.

    Die 200 Billionen Euro sind mit angrenzender Sicherheit nicht korrekt, sondern es handelt sich vermutlich um Mrd.. Manchmal reicht auch gesunder Menschenverstand, um Zahlengrößen zu überdenken wenn man bei den Übersetzungen Probleme hat

  6. Staatspräsident Xi Jinping nahm aktuell an einem Industriekongress teil und zeigt damit, daß die Wirtschaftspolitik bei ihm einen entsprechenden Stellenwert besitzt.

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.




ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Meist gelesen 7 Tage