Ein neuer Konflikt zwischen den globalen Wirtschaftsmächten spitzt sich zu: Die G7-Staaten beraten über eine gemeinsame Antwort auf Chinas drastische Exportbeschränkungen für Seltene Erden – Rohstoffe, die für Hightech und grüne Technologien unverzichtbar sind. Während Peking seine Kontrolle über die strategischen Metalle verschärft, drängt US-Finanzminister Scott Bessent auf entschlossene Gegenmaßnahmen. Die USA wollen den Schulterschluss mit ihren Partnern suchen – und machen deutlich: Der Machtkampf um Ressourcen geht längst über die Grenzen des Handels hinaus.
G7 beraten über Gegenmaßnahmen gegen China
Wie Bloomberg aktuell berichtet, wollen die Finanzminister der G7-Staaten nach eigenen Angaben eine gemeinsame Antwort auf Chinas neue Exportbeschränkungen für Seltene Erden beraten.
Bundesfinanzminister Lars Klingbeil sagte, die Gespräche würden auch gezielte Gegenmaßnahmen umfassen, warnte jedoch davor, Schritte zu ergreifen, die den eigenen Volkswirtschaften schaden könnten.
US-Finanzminister Scott Bessent erklärte, dass Washington über die G7 hinaus — zu der auch Kanada, Japan, Frankreich, Italien und Großbritannien gehören — um weitere Unterstützung wirbt und wies darauf hin, dass Finanzminister aus aller Welt diese Woche zur Jahresversammlung des Internationalen Währungsfonds und der Weltbank in der US-Hauptstadt zu Gast sind.
“Wir werden mit unseren europäischen Verbündeten, mit Australien, Kanada, Indien und den asiatischen Demokratien sprechen”, sagte Bessent auf einem von CNBC veranstalteten Forum in Washington. “Wir werden eine umfassende, gemeinsame Antwort darauf geben, denn die Bürokraten in China können nicht die Lieferkette oder den Herstellungsprozess für den Rest der Welt verwalten.”
Exportbeschränkungen für Seltene Erden
China verlangt nach den neuen Vorschriften, dass ausländische Unternehmen vor dem Export von Produkten, die selbst geringste Mengen chinesischer seltener Erden enthalten, eine Genehmigung der Regierung einholen.
US-Vertreter zeigten sich überrascht, da sie im Rahmen eines Zollkompromisses mit Peking von einem weitgehend freien Handel mit kritischen Mineralien ausgegangen waren. Bessent sagte zudem, Präsident Donald Trump werde Ende des Monats in Südkorea mit Chinas Staatschef Xi Jinping zusammentreffen. Der Minister schloss nicht aus, zuvor selbst nach Asien zu reisen, um Gespräche mit Vizepremier He Lifeng zu führen.
Der jüngste Streit zwischen den beiden größten Volkswirtschaften hat die Finanzmärkte belastet. Die globalen Aktienmärkte erholten sich nur teilweise von den Kursverlusten, die Trumps Drohung massiver Zölle auf chinesische Waren ausgelöst hatte.
Bessent deutete an, dass der derzeitige Zollfrieden verlängert werden könne, sollte China seine Exportbeschränkungen aufschieben. Im Frühjahr hatten sich die USA und China auf eine 90-tägige Pause bei Einfuhrzöllen von bis zu 145% geeinigt, wobei die nächste Frist im November bevorsteht.

Asienreise
Der US-Minister erwartet zudem neue Handelsankündigungen im Rahmen von Trumps bevorstehender Asienreise. Der Präsident wird voraussichtlich an einem Gipfeltreffen mit der Vereinigung südostasiatischer Staaten (ASEAN) in Malaysia teilnehmen, bevor er nach Japan und Südkorea weiterreist, wo das jährliche Treffen der Staats- und Regierungschefs der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft (APEC) stattfindet.
Die USA stünden “kurz vor dem Abschluss” der Verhandlungen mit Südkorea, fügte Bessent hinzu. Diese Gespräche drehten sich zuletzt um die Konturen eines riesigen Investitionsprogramms. Die Gespräche zwischen den USA und Kanada seien “wieder auf Kurs”, sagte Bessent. Er wies auch auf Fortschritte mit Indien hin.
Bessent wies Spekulationen zurück, ein Kursrückgang an den Börsen könne die Trump-Regierung zu neuen Verhandlungen mit Peking bewegen. Gespräche mit China würden ausschließlich durch die wirtschaftlichen Interessen der USA bestimmt, sagte er. Die USA würden nicht mit China verhandeln, “weil der Aktienmarkt fällt”, sagte er.
Kanadas Handelsminister Maninder Sidhu sagte, die G7-Staaten arbeiteten gemeinsam daran, zu verhindern, dass Lieferketten gegen sie als politisches Druckmittel eingesetzt werden. Ein Sprecher der britischen Regierung erklärte, die Gruppe habe sich darauf verständigt, ihre gemeinsamen nationalen und wirtschaftlichen Sicherheitsinteressen zu schützen.
Nach Angaben von Bundesfinanzminister Lars Klingbeil wollen die G7-Vertreter bei ihren Beratungen in Washington auch darüber sprechen, wie man den Druck auf den Kreml weiter erhöhen kann — insbesondere durch eine Ausweitung der Nutzung eingefrorener russischer Vermögenswerte zur Unterstützung der Ukraine.
FMW/Bloomberg
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Für diesen Fall müsste es schon lange Pläne geben. Hier werden wieder mal die Waffen geschmiedet nachdem der Krieg erklärt wurde. Aber ist auch nicht so wichtig.
Bei den wichtigen Themen wie Weltretten, Frauen, Asyl, Hasspostings suchen, Geschlecht wechseln etc. klappt es ja in Windeseile.
Nur lächerlich, wo hat denn die USA noch Partner ? Ich als Laie habe nie verstanden warum sie die EU und sogar Kanada veräppeln, jetzt sollen sie wieder Partner sein und sollen sich bei den Chinesen auch noch unbeliebt machen. Typischer Stellvertreter- Handelskrieg, für solche Spiele sind die Amis ja Weltmeister.
Die G7 sollten eher zusammen mit den Bricsern die Trickser an die Kandarre nehmen.