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China: Crash an den Aktienmärkten – und fast keiner hat es bemerkt..

Und es hat "bums" gemacht - und zwar heute Nacht in China! Scharfer Abverkauf an Chinas Aktienmärkten, aber das eigentliche Problem ist der gigantisch große Markt für Unternehmensanleihen: hier steigen die Risikoprämien, Geld wird also teurer, damit steigen die Kreditkosten für Unternehmen, was wiederum die Margen belastet. Cash ist derzeit also King in Festlands-China!

FMW-Redaktion

Und es hat „bums“ gemacht – und zwar heute Nacht in China! So fiel der Blue-Chip-Index CSI 300 um -2,9%, der stärkste Rückgang seit Juni 2016, der Shanghai Compoiste verlor -2,2%, der Shenzhen Composite fiel um -2,9%, der Technologie-Index ChiNext verlor -2,77%. Selbst der zuletzt kaum aufzuhaltende Hang Seng in Honkong, der kürzlich die 30.000er-Marke überwunden und damit auf den höchsten Stand seit zehn Jahren gestiegen war, fiel um -1%.

Was war da los? Wohl eine Kombination von Ursachen. Zuletzt hatte die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua vor einem zu schnellen Anstieg von Aktien gewarnt, die in den letzten Monaten geradezu nach oben explodiert waren: Ursache seien Kurzfristspekulanten, jedoch zeichne einen wirklichen gesunden Aktienmarkt vor allem Langfristinvestments aus – eine ziemlich deutliche Warnung. Dabei wurde explizit Kweichow Moutai (ein Kreditgeber) genannt, deren Aktien daraufhin stark unter Druck kamen und andere Aktien, die zuvor ebenfalls stark gestiegen waren, mitrissen.

Dazu versucht die Notenbank derzeit verstärkt, die exzessive Kreditvergabe weiter einzuschränken, so etwa gestern durch den faktischen Stop von Online-Krediten für Unternehmen, die bislang vor allem von Schattenbanken angeboten worden waren. Dazu bereitet die Notenbank weitere Reformen vor, die die Beziehungen zwischen Kreditinstituten und ihren Anteilseignern neu gestalten sollen, weswegen Banken-Werte wie ICBC und Ping An Insurance heute Nacht stark unter Druck kamen.

Der vielleicht wichtigste Auslöser aber sind die Entwicklungen am gigantisch großen Anleihemarkt im Reich der Mitte (ca. 15 Billionen Dollar). Die rigidere Politik der Notenbank sorgt für stark steigende Risikoprämien am Markt für Unternehmensanleihen: damit verteuern sich Refinanzierungen für chinesische Firmen. Alleine in den Jahren 2018 und 2019 laufen Unternehmensanleihen im Volumen von einer Billionen Dollar aus und müssen dann, zu wahrscheinlich sehr viel ungünstigeren Konditionen, neu refinanziert werden. Geld wird also teurer, damit steigen die Kreditkosten für Unternehmen, was wiederum die Margen belastet. Cash ist derzeit also King in Festlands-China!

Aber auch für Staatsanleihen Chinas steigen die Risikoprämien deutlich: so überwand die 10-jährige Anleihe die Marke von 4% und handelt heute bei 4,02%, während die Renditen für die 5-jährige Anleihe bei 4,04% liegen – damit hat die kürzere Laufzeit also eine höhere Rendite als die längere, man spricht von einer „invertierten Zinskurve“, die häufig als Vorbote einer Rezession gewertet wird.

Der Abverkauf an den Aktienmärkten reflektiert damit aber auch die Erwartung, dass Peking die Zügel weiter anziehen wird – sollten die Märkte jedoch weiter crashen, wird Chinas Führung wahrscheinlich wieder eine Kehrtwende machen und die Bedingungen wieder lockern, so zumindest war es in den letzten Jahren..



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4 Kommentare

  1. Ich habe schon gefühlte 100 Mal geschrieben ,dass der Auslöser der nächsten Krise die Unternehmens-Schrottanleihen sein werden u.den Aktienmarkt mitreissen werden.Die Diskussion welche Anlageklasse mehr überbewertet sind erübrigt sich.
    Übrigens haben wir von China schon lange nichts mehr gehört, gibt es doch viele die meinen dort sei die grösste Zeitbombe, ähnlich wie Japan Ende der 80 -er Jahre.

  2. Crash an Chinas Aktienmärkten und KEINER hat’s bemerkt.Das“ fast“ habe ich bewusst weggelassen.Der EZB-Dax merkt schon lange nichts mehr!Er ist süchtig nach dem Indextreiberspiel“ Whatever it takes.“Er wird dafür auch enden wie die Extremgamer in ihrer Scheinwelt.R.I.P.

  3. Beobachter und Wolfgang Koch ihr habt aber doch hoffentlich bereits Mitte September auf den damaligen Bericht von FMW reagiert und könnt euch heute beruhigt zurücklehnen:
    https://finanzmarktwelt.de/zieht-euch-warm-an-warum-es-ab-jetzt-mit-der-globalen-konjunktur-abwaerts-gehen-wird-china-und-der-kreditimpuls-68510/

    Stellt euch vor, es ist Crash und keiner kriegt’s mit.

  4. @Gerd, stimmt , ich habe das schon wieder vergessen,
    Im heutigen Hochfrequenzhandel- Zeitalter ist natürlich ein Monat wie früher 3-4 Jahre ! !

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