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China: Die Schuldenbombe wird abgestuft!

Die Ratingagentur Moody´s hat erstmals seit dem Jahr 1989 (damals nach dem Massaker auf dem Platz des Himmlischen Friedens) das Rating Chinas abgestuft. Und dafür gibt es gute Gründe. Sehr gute Gründe..

Markus Fugmann

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Von Markus Fugmann

Die Ratingagentur Moody´s hat erstmals seit dem Jahr 1989 (damals nach dem Massaker auf dem Platz des Himmlischen Friedens) das Rating Chinas abgestuft. Und dafür gibt es gute Gründe – die Verschuldung der staatlichen Unternehmen ist immens:

Im Grunde nimmt Moody´s damit die Warnung auf, die kürzlich Chinas Notenbankchef Zhou Xiachuan ausgesprochen hatte: es werde einige Zeit dauern, die viel zu hohen Schulden auf ein handhabbares Maß herunter zu bringen.

Moody´s selbst bringt einen zentralen Zusammenhang in seiner Begründung für die Abstufung auf den Punkt: die Schulden wachsen viel schneller als die chinesische Wirtschaft:

„The downgrade reflects Moody’s expectation that China’s financial strength will erode somewhat over the coming years, with economy-wide debt continuing to rise as potential growth slows“.

Peking ist dabei in einer Zwickmühle: die Schulden sind immens, aber man muß die Verschuldung eigentlich noch weiter steigern, um das Wachstum am Laufen zu halten. Das bringt Moody´s sehr gut auf den Punkt:

„We estimate that in 2016 the outstanding amount of policy bank loans and of bonds issued by Local Government Financing Vehicles (LGFVs) increased by a combined 6.2% of 2015 GDP, after 5.5% the previous year. In addition to investment by LGFVs, investment by other SOEs increased markedly. Similar increases in financing and spending by the broader public sector are likely to continue in the next few years in order to maintain GDP growth around the official targets.“

Um das Wachstum zu halten, muß die Verschuldung exponentiell nach oben gefahren werden – der Wirkungsgrad nimmt ab:

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Lag die Verschuldung Chinas Ende 2016 noch bei 256% des BIP, liegt sie nun nach offiziellen Zahlen Pekings bei 277% – Tendenz weiter steigend. Dabei werden die neu aufgenommen Schulden, wie die UBS in einer Analyse gezeigt hat, vorwiegend zur Bezahlung alter Schulden aufgenommen. Im Volksmund nennt man so etwas „Schneeballsystem“:

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Dieses Schneeballsystem wiederum wird am leben gehalten durch die chinesische Notenbank PBOC, die mehr und mehr Geld in das (offizielle) Bankensystems des Landes pumpt:

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Peking selbst beruft sich darauf, dass man doch Reformen durchführe – was auch Moody´s zur Kenntnis nimmt, jedoch klar sagt, dass das nicht reichen wird um die Schulden-Problematik in den Griff zu kriegen:

„Moody’s expects that economy-wide leverage will increase further over the coming years. The planned reform program is likely to slow, but not prevent, the rise in leverage.“

Peking ist sauer auf Moody´s – die Methodik der Ratingagentur sei zweifelhaft:

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Und überhaupt würden die Schulden gar nicht dramatisch steigen:

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Ganz sicher nicht.

Die Folge der Abstufung dürfte vor allem für staatliche chinesische Unternehmen spürbar sein – es kündigen sich damit nämlich eben Abstufungen dieser Unternehmen durch Moody´s oder andere Ratingagenturen an, was deren Kreditaufnahme verteuert. Die Aktienmärkte (Festlands-)Chinas fielen jedenfalls heute auf den tiefsten Stand seit sieben Monaten..


Wohnbezirk in Peking
Foto: Gemeinfrei

7 Kommentare

7 Comments

  1. Avatar

    Dreistein

    24. Mai 2017 12:31 at 12:31

    Na ja so ganz verstehe ich das mit der Na ja so ganz verstehe ich das mit der Staatsverschuldung allgemein nicht. Nehmen wir Deutschland, seit Jahren Exportweltmeister kaum Arbeitslose, die Steuereinnahmen müssten ja schon seit Jahren nur so sprudeln aber „WIR“ haben über 2 Billionen Schulden, und jedes Land hat Schulden USA 20 Billionen usw. Dazu haben wir noch das tolle Fiat-Geld und die EZB. Bei wem oder was haben wir so viel Schulden? Allem voran dann noch die Frage für WAS?? Die Infrastruktur Marode die Stromnetze zahlen wir über die EEG-Zulage, Polizei / Bundeswehr auf ein Minimum zusammengestrichen (Da waren ja noch keine kürzer hier lebenden da) der Aufbau Ost ging oder geht? über den Soli. Da frage ich mich doch was haben die Politiker mit dem ganzen Geld gemacht? Schulden wurden ja keine abgebaut sondern immer noch aufgebaut. Wenn jetzt noch einer sagt bei den Banken, geht nicht die haben wir ja auch noch gerettet oder besser gesagt sind wir immer noch am Retten.
    Wo ist das Geld und bei wem haben wir die Schulden?

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      leser

      24. Mai 2017 12:56 at 12:56

      Berechtigte Frage.

      Dazu einmal das Bundesfinanzministerium http://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Publikationen/Arbeitsblaetter/2016-11-14-Staatsschulden.pdf?__blob=publicationFile&v=2 (nicht falsch, aber soweit gekürzt, dass ein Blickwinkel stark eingeschränkt ist) und einmal zum Nachdenken, https://www.heise.de/tp/features/Das-Geschaeft-mit-den-Staatsschulden-3378594.html.

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      Emm wie Meikel

      25. Mai 2017 05:16 at 05:16

      Einfach ausgedrückt: Regierungen und Private sind bei Banken verschuldet. Banken wiederum hinterlegen die entsprechenden Schuldscheine bei der Zentralbank und erhalten so den Betrag, den sie den Schuldnern überlassen.

      Eine reine, virtuelle Luftbuchung oder auch indirekte Geldschöpfung aus dem Nichts durch die Zentralbank, welche ihrerseit Zinsen dafür kassiert (oder auch bezahlt, bei Negativzins). Der Zinsspread ist der Gewinn der Banken.

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      Peter

      25. Mai 2017 19:47 at 19:47

      Ein Hinweis kann die volkswirtschaftliche Gesamtrechnung oder auch sektorale Salden aufzeigen. Wobei der Posten Unternehmen in Non-Financial und Financial (Versicherungen und EZB sind auch hier drin) untergliedert werden sollte. Nun könnte man mit statistisch rechnerischem Aufwand innerhalb eines Graphen nach Dezilen herausfinden wer innerhalb eines Zeitrahmens größere Vermögenswerte hat. Problematisch ist es dabei aber immer Besitz (Aktien sind auch Besitz) in Vermögen akkurat wiederzugeben.

      Im Groben ist der Staat hauptsächlich über Banken (Finanzinstitute sind halt die Zwischenhändler) bei Finanzinstituten/Privaten/Unternehmen/andere Staaten verschuldet. Beim Beispiel Deutschland sind es rund 40% der Schulden im Inland. Finanzdienstleister kaufen über einen Vertrag (Versicherung, Sparguthaben) Staatsanleihen und geben anteilig (abzüglich Kosten) Zinsgewinne weiter. Teilweise haben bestimmte Anlageformen restriktive Regeln die sie zwingen nur Staatsanleihen zu kaufen.

      Schulden bauen sich nicht so einfach ab wenn man die Dimension von 2 Billionen betrachtet. Zusätzlich wäre noch zu bedenken wie lange Bund/Länder/Kommunen schon einerseits Zinsen und andererseits die allg. Ausgaben in Relation zu den Einnahmen steigen. Auch die Laufzeit von Anleihen wäre zu bedenken. Generell sollte man auch Bedenken das Schulden auch Vermögen gegenüberstehen nur unter Umständen nicht zum jetzigen Zeitpunkt verfügbar sind.

      Der Staat verschuldet sich zugunsten der eigenen Bevölkerung. Partikularinteressen spielen dabei eine wichtige Rolle (man könnte es auch Lobbyismus/Wählergunst nennen). Nehmen wir das Beispiel Verschuldung. Der Staat bietet Sparern eine „sichere“ Anlagemöglichkeit und verschuldet sich deswegen. Wenn nun die Ausgabenseite durch Zinsen zu hoch ist kann er versuchen über Steuern die Einnahmenseite erhöhen. Auch Inflation hilft dem Staat die Ausgabenseite langfristig zu reduzieren. Politiker (Staat) haben Geld (Einnahmen) verwendet: wie effizient lässt sich vortrefflich streiten, aber dabei gibt es Begünstigte und Benachteiligte. Wenn die Benachteiligten überwiegen wankt der soziale Frieden.

    • Avatar

      Peter

      25. Mai 2017 19:59 at 19:59

      Eine wichtige Sache noch. Das alles basiert gewissermaßen auf unglaubliches Vertrauen gegenüber dem Staat, dass er seine Schulden begleichen kann, wenn er es denn wolle. Wobei der Staat auf eine Art und Weise selbst als Bürge für sich bürgt. Relationen zur Subprime-Krise sind erkennbar. Aber wie schon gesagt der Staat macht es zugunsten der Bevölkerung wobei Begünstigte Vorteile genießen.

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Apple-Quartalszahlen: Deutlich besser als erwartet

Claudio Kummerfeld

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Apple-Quartalszahlen aktuell - iMac auf Schreibtisch

Die Apple-Quartalszahlen wurden soeben veröffentlicht. Hier die wichtigsten Kennzahlen.

Der Umsatz liegt bei 111,4 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 91,8/erwartet 103,3).

Der Gewinn liegt bei 1,68 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 1,25/erwartet 1,41).

Die Aktie notiert nachbörslich 17 Minuten nach Daten-Veröffentlichung mit -0,1 Prozent zum Handelsschluss. Zu gute Daten, als dass die ALGOS sie verarbeiten könnten?

Ganz am Ende der Tabelle sieht man die Umsätze der einzelnen Produktkategorien in US-Dollar. Im Vergleich zum Vorjahresquartal sieht man: Die iPhone-Umsätze steigen kräftig von 55,9 auf 65,6 Milliarden Dollar. Und man sieht steigende Umsätze in allen anderen Bereichen. Die Service-Umsätze steigen von 12,7 auf 15,7 Milliarden Dollar.

Man gibt keine Aussicht für das Geschäft im laufenden Quartal, wie seit Beginn der Pandemie.

Hier die Headline-Statements von CEO und CFO:

“This quarter for Apple wouldn’t have been possible without the tireless and innovative work of every Apple team member worldwide,” said Tim Cook, Apple’s CEO. “We’re gratified by the enthusiastic customer response to the unmatched line of cutting-edge products that we delivered across a historic holiday season. We are also focused on how we can help the communities we’re a part of build back strongly and equitably, through efforts like our Racial Equity and Justice Initiative as well as our multi-year commitment to invest $350 billion throughout the United States.”

“Our December quarter business performance was fueled by double-digit growth in each product category, which drove all-time revenue records in each of our geographic segments and an all-time high for our installed base of active devices,” said Luca Maestri, Apple’s CFO. “These results helped us generate record operating cash flow of $38.8 billion. We also returned over $30 billion to shareholders during the quarter as we maintain our target of reaching a net cash neutral position over time.”

Grafik zeigt Details der Quartalszahlen von Apple

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Facebook-Quartalszahlen: Erneut Prognosen übertroffen, Aktie dennoch unter Druck

Stefan Jäger

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Facebook heute mit Quartalszahlen - Beispielbild mit App Logos

Die Facebook-Quartalszahlen wurden soeben veröffentlicht. Hier die wichtigsten Kennzahlen im Überblick.

Der Umsatz liegt bei 28,07 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 21,08/erwartet 26,4). Das entspricht einem Anstieg von 33% zum Vorjahr.

Der Gewinn liegt bei 3,88 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 2,56/erwartet 3,22). Auch beim Gewinn schafft das Unternehmen ein Wachstum von 52% zum Vorjahr.

Die Aktie ist nachbörslich weiterhin unter Druck (-4%), die guten Zahlen leiden unter dem schwachen Gesamtmarkt. Anleger nehmen scheinbar Gewinne mit – Sell on Good News!

Die Zahl der monatlich aktiven Nutzer liegt bei 2,80 Milliarden, ein Anstieg von 12% im Jahresvergleich.

Die Zahl der täglich aktiven Nutzer liegt bei 1,84 Milliarden, ein Anstieg um 11% im Jahresvergleich.

Die operative Marge liegt bei stolzen 46%, im Vorjahr waren es 42%!

Kurz-Fazit: Beim Umsatz und Gewinn je Aktie kann Facebook erneut die Erwartungen übertreffen. Zudem schafft der Socialmedia-Gigant ein Wachstum bei der operativen Marge von 4% zum Vorjahr. Auch bei den Nutzerzahlen gibt es kein Rückschlag, im Gegenteil, die Werte legen sogar im zweitstelligen Bereich zu. Das Unternehmen gilt auch als ein starker Profiteur der Corona-Pandemie, da ist es nicht verwunderlich, dass die Daten sehr gut ausfallen. Die weltweiten Beschränkungen führen dazu, dass sich immer mehr Menschen im digitalen Raum aufhalten.

Die Headline-Statements seitens Facebook:

„We had a strong end to the year as people and businesses continued to use our services during these challenging times,“ said Mark Zuckerberg, Facebook founder and CEO. „I’m excited about our product roadmap for 2021 as we build new and meaningful ways to create economic opportunity, build community and help people just have fun.“

We believe our business has benefited from two broad economic trends playing out during the pandemic. The first is the ongoing shift towards online commerce. The second is the shift in consumer demand towards products and away from services. We believe these shifts provided a tailwind to our advertising business in the second half of 2020 given our strength in product verticals sold via online commerce and our lower exposure to service verticals like travel. Looking forward, a moderation or reversal in one or both of these trends could serve as a headwind to our advertising revenue growth.

We expect 2021 total expenses to be in the range of $68-73 billion, unchanged from our prior outlook. This is driven by investments in technical and product talent as well as continued growth in infrastructure costs.

Facebook Quartalszahlen: Financial Statement

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Tesla-Quartalszahlen: Gewinn verfehlt Erwartungen

Claudio Kummerfeld

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Frontansicht eines Autos von Tesla

Die Tesla-Quartalszahlen wurden soeben veröffentlicht. Hier die wichtigsten Kennzahlen.

Der Umsatz liegt bei 10,74 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 7,38/erwartet 10,3).

Der Gewinn liegt bei 0,80 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 0,41/letztes Quartal 0,76/erwartet 1,01).

Die operative Marge sinkt im Quartalsvergleich von 9,2 Prozent auf 5,4 Prozent.

Der Free Cash Flow steigt im Quartalsvergleich von 1,39  Milliarden auf 1,87 Milliarden Dollar.

Die Aktie notiert nachbörslich mit -6 Prozent.

Grafik zeigt Details der aktuellen Quartalszahlen von Tesla

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