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China droht und mäßigt im Handelsstreit – und hält die Verhandlungstür offen

Der unübersehbare Kampf um die wirtschaftliche und militärische Vorherrschaft zwischen China und den USA spielt sich mittlerweile auf vielen Ebenen ab..

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Der unübersehbare Kampf um die wirtschaftliche und militärische Vorherrschaft zwischen China und den USA spielt sich mittlerweile auf vielen Ebenen ab. In der Presse überzieht man sich gegenseitig mit Vorwürfen, erstaunlicherweise vermeidet Peking aber populistische Töne und setzt sogar die Zensur im Internet ein, um diese zu unterbinden.

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Politik der Nadelstiche

Der US-Boykott von Huaweiprodukten und weiterer chinesischer Hightech-Firmen hat den Handelskrieg auf eine weitere Ebene getrieben. In verschiedenen chinesischen Firmen wurde bereits zum Boykott von US-Waren aufgerufen, doch ausgerechnet Huawei-Gründer und Konzernchef Ren Zhengfei distanzierte sich davon. In der letzten Woche rief er im Interview mit zwei Dutzend chinesischer Journalisten seine Landsleute auf, den Handelsstreit mit den USA nicht zu politisieren. „Auf keinen Fall darf ein populistischer Wind entfacht werden.“ Ob jemand nun ein Smartphone von Huawei benutzt oder nicht, „ist kein Ausweis für seinen Patriotismus“. Er verteidigte dabei sogar die Firma Apple, als sein großes Vorbild und einen Boykott deren Produkte lehne er ab.

Vieles wird in den Medien angesprochen, Einreiseprobleme in die USA für 200 chinesische Professoren, Verdächtigungen gegenüber den 370 000 chinesischen US-Studenten, selbst antiamerikanische Lieder machen derzeit Furore im Lande. Aber hier setzt wieder einmal der chinesische Überwachungsstaat ein. Wenn es zu heftig wird, schaltet sich die Zensur ein.

Man will seitens der Regierung offensichtlich verhindern, dass die antiamerikanische Wut auf der Straße geht, über die sie die Kontrolle verlieren könnte.

 

Nächste Ebene „Seltene Erden“

Als Präsident Xi Jinping Xi jüngst einen Besuch eines Bergbau- und Förderunternehmens für „Seltene Erden“, zusammen mit Vizepremier Liu He unternahm, sendete er damit auch ein klares Signal an die USA: Wir sind im Besitz von 80 Prozent der Mineralien, die für eure Hightech-Industrie so elementar sind. Lieferbeschränkungen und Ähnliches wären eine neue Stufe des Handelsstreits zwischen den beiden Großmächten. Der Vize besitzt offensichtlich noch das Vertrauen des Regierungschefs und dies könnte auch auf weitere Verhandlungsbereitschaft hindeuten.

 

Fazit

Man kann den Eindruck bekommen, dass China trotz seiner heftigen Gegenwehr gegenüber den USA die volle Eskalation (noch) verhindern will. Das Projekt 2025 und damit auch die neue Seidenstraße dürfen nicht gefährdet werden und dazu braucht das Land Verbündete. Die zu bekommen und zu behalten ist nicht so einfach, angesichts der großen wirtschaftlichen Macht der USA und deren Druckmittel Wirtschaftssanktionen und US-Dollar.

Daher tendiere ich derzeit zu der von Dr. Daniel Stelter erst vor Kurzem vertretenen Ansicht, dass es zu einem Deal zwischen den Kontrahenten kommen werde, keiner substanziellen Lösung, sondern einem „Waffenstillstand“. Vielleicht um Zeit zu gewinnen, aus den genannten Gründen.

6 Kommentare

6 Comments

  1. Avatar

    Macwoiferl

    28. Mai 2019 11:40 at 11:40

    Wir hoffen @Markus Fugmann liest diese Analyse, die den Nagel wieder einmal auf den Kopf trifft!
    Genau das ist der Grund warum die Börsen eben NICHT fallen!
    Warum sollte ein Investor JETZT sein Depot auflösen wenn es zwei Monate später heißt: die wollten nur spielen?
    In diesem Fall stirbt der Glaube nicht zuletzt. Er stirbt NIE.
    Denn er wird durch immer neue Wunderzeichen neu entfacht.

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    Altbär

    28. Mai 2019 12:13 at 12:13

    @Macwoiferl, eben das haben Viele bei Tesla auch immer gehofft u.dank meiner Skepsis ,die auch auf FMW mehrheitlich mitgetragen wurde, habe ich den Fall von über 30 % nicht mitgemacht.
    Falscher Glaube u.falsche Hoffnung richten nicht nur an den Börsen viel Unheil an!
    Meine Hoffnung ist nur noch eine Erholung unter die AZH, um dann einen Gewalts -Short aufzubauen.
    Könnten sie vielleicht noch einige Argumente mitliefern, die nach dem schuldengetriebenen Zyklus, diesen noch weitertreiben könnte?

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    Columbo

    28. Mai 2019 12:36 at 12:36

    @Altbär
    Macwoiferl hat in meinen Augen Recht. Wenn ein Unternehmen den Bach runtergeht, dann ist es meist zu spät. Wenn zwei Politiker sich streiten, können sie meist noch zurückrudern, bevor es zu heiß wird. Daher sind die Beine der politischen Börsen noch immer nicht besonders lang.

  4. Avatar

    Altbär

    28. Mai 2019 13:52 at 13:52

    @Colombo, mein lieber Pseudo- Bulle ( Spass) Lesenswert auf
    „Der Handelkrieg reisst Weltwirtschaft in den Abgrund. „. Dieses Spiel ist noch lange nicht zu Ende,
    wir können nur hoffen, dass die benützten Spielzeuge keine Waffen sind.

    • Avatar

      Columbo

      28. Mai 2019 14:14 at 14:14

      @Altbär
      Pseudobulle ist gut, stimmt! Irgendwo in den tiefsten Tiefen des Bärendaseins beginnt die Zone der Pseudobullen…

  5. Avatar

    Altbär

    28. Mai 2019 15:45 at 15:45

    Einen ähnlichen Handelskrieg hat doch die USA in den 80er Jahren gegen Japan geführt.
    Was hat es gebracht?
    Interessanter Bericht: bitte googeln

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Aktienmärkte: Ist es wirklich möglich, den Markt richtig zu timen?

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Ist es wirklich möglich, die Aktienmärkte richtig gut zu timen? Das Thema ist so alt wie die Börse: Wie gelingt es mir den Markt zu schlagen, durch geschickte Aktienauswahl, durch überragende Analysefähigkeiten- und Hilfsmittel, durch beste Marktinformationen oder durch ein gutes Bauchgefühl? Dass dies für die allermeisten Anleger und Fondsmanager auf Dauer nicht möglich ist, zeigen viele Statistiken, die nicht so gerne herumgereicht werden. Selbst Nobelpreisträger in Wirtschaftswissenschaften oder Wirtschaftsprofessoren sind teilweise grottenschlechte Kurzeitinvestoren, der Markt mit seinem Rückkoppelungssystem macht es unendlich schwer, ihn zu schlagen. Wie wir auch gerade wieder in der aktuellen Entwicklung sehen können.

Aktienmärkte: Die gerne verschwiegene Langzeitbilanz

Wenn man genau hinsieht, findet man die Statistiken, die aufzeigen, wie schwierig es is,t zum Beispiel den Leitindex der Welt, den S&P 500, über einen längeren Zeitraum, zum Beispiel über 15 Jahre, zu schlagen. Das gelingt nur wenigen – und selbst der größte Investor alive, Warren Buffett, hat in den letzten Jahren so seine Schwierigkeiten am Markt dranzubleiben.

So gilt vermutlich nach wie vor der Spruch des legendären Fondsmanagers von Fidelity, der das Timingproblem der Aktienmärkte auf den Punkt brachte:

„Anleger haben mit der Vorbereitung auf oder dem Antizipieren von Marktkorrekturen viel mehr Geld verloren als in den Marktkorrekturen selbst.”

Betrachten wir hier nur einen Chart von advisorperspective, der die Korrekturen der Aktienmärkte in ihrer Tiefe und ihrem zeitlichen Verlauf während des letzten Zyklus seit der Finanzkrise aufzeigt:

Aktienmärkte, Timing und Korrekturen

Es gab in der Zeit seit der Finanzkrise 19 Phasen im S&P 500, in denen der Markt über fünf Prozent korrigiert hat und nur einen Bärenmarkt (Corona 2020), zweimal blieb man nur wenige Zehntel über der Eintrittsschwelle. Jedes Mal sprang die Federal Reserve ein, um ein weiteres Durchsacken der Aktienmärkte nach unten zu verhindern. Deshalb habe ich vor ein paar Tagen geschrieben, dass es unsinnig wäre zu glauben, dass die Notenbank gerade in der jetzigen brenzligen Situation am US-Arbeitsmarkt in Attentismus verfallen würde und einen Einbruch der Aktienmärkte mit all seinen Konsequenzen für den US-Konsum ohne Intervention zuließe. Irgendwann kommt natürlich der Moment, wo dies nichts mehr hilft.

Aber ein Weiteres ist aus diesem Chart zu lesen. Es gab gar nicht so viele richtige Einbrüche der Aktienmärkte – der Notenbank und der Alternativlosigkeit geschuldet – und vor allem wurden diese Korrekturen zumeist in sehr kurzer Zeit wieder ausgebügelt. Was ein Timing am Markt wieder einmal sehr schwierig gemacht hat.

Zu dieser Thematik des Timings gibt es auch eine interessante Untersuchung eines Fondsmanagers von HQ Trust, Sven Lehmann. Dieser hat berechnet, dass es in den letzten 14.524 Handelstagen beim Dax (entsprechend 55 Jahre) um sechs Prozent per annum nach oben ging. Diese Performance wurde an nur 55 Handelstagen erzielt –  wer da nicht investiert war, hätte eine Null-Performance erreicht. Natürlich könnte man sagen, wenn man die 55 schlechtesten Tage ausgelassen hätte, dann…..! Aber dies wäre das umgekehrte Glücksspiel.

Was uns nicht davon abhält, es immer wieder zu versuchen.

Die aktuelle Korrektur

Dass eine Korrektur der Aktienmärkte im Herbst ansteht, konnte so ziemlich jeder erkennen, der die Exponentialfunktion gewisser Charts betrachtet hat – Apple, Tesla, Nasdaq und Co. Die Frage war „nur“, wann diese genau einsetzen wird, wie tief sie ausfallen wird und natürlich wann man wieder einsteigen sollte. Ähnliches hatten wir schon im Rekordeinbruch vom Februar/März erlebt, als die großen Indizes binnen eines guten Monats eine Korrektur in Rekordgeschwindigkeit vollzogen hatten. Einige Geldverwalter hatten blitzschnell die brisante Lage erkannt und waren sukzessive aus dem Markt ausgestiegen, viele Anleger aus Sachzwängen. Aber wann wieder einsteigen, angesichts einer Nachrichtenlage, die unser limbisches System aktiviert, welches unentwegt mit emotionalen Attacken Alarm schlägt?

Wie lautete ein Spruch, den ich vor Kurzem in diesem Zusammenhang gelesen habe? „Wer behauptet zu Höchstkursen ausgestiegen zu sein und dann zu Tiefstkursen wieder zurück in den Markt, ist entweder ein Lügner oder der Teufel“. Natürlich gibt es auch Zufallstreffer, aber das ist wiederum eine andere Geschichte.

Fazit

Es geht weiter im Kampf um die Deutungshoheit an den Märkten – der Einzelne gegen Millionen von Marktteilnehmern, die nicht auf die Gegenwart blicken, sondern zu antizipieren versuchen, was Wirtschaft und Aktienmärkte in sechs bis neun Monaten machen werden (Daytrader ausgenommen). Die unbekannte Zukunft: Was macht das Rennen um die Präsidentschaft, was der Covid-19-Impfstoff oder sogar eine beginnende Herdenimmunisierung, wie sie aus manchen Metropolen in Ansätzen gemeldet wird? Was die Gelddruckorgien? Kommt es zu einem Anstieg der Kapitalmarktzinsen und einer leichten Rückkehr der Inflation?

Führt 2021 ausgerechnet eine Wirtschaftserholung zu einem Einbruch der Aktienmärkte, weil dann das Geld in der Wirtschaft gebraucht wird? Alles Fragen, für die keiner derzeit eine Antwort parat hat. Aber deshalb funktioniert Börse (und nicht das Market Timing), denn ansonsten wäre das System Börse von einem Moment auf den anderen tot..

 

Wie gut funktioniert Timing für die Aktienmärkte wirklich?

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Finanznews

Aktienmärkte: Die Rally als Botschaft? Biden gegen Trump! Videoausblick

Markus Fugmann

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Für die Aktienmärkte dürfte die Fernsedebatte zwischen Biden und Trump in der Nacht auf den Mittwoch ein zentrales Ereignis werden! Bislang gehen die Märkte angesichts des schwachen Verlaufs im September offenkundig davon aus, dass Biden neuer US-Präsident wird – aber vielleicht hat sich das seit gestern geändert: rechnet man nun damit, dass Biden eine schlechte Figur in der Debatte machen wird, womit sich die Lage zugunsten von Trump drehen wird? Die Rally gestern jedenfalls war sehr breit gefächert – und zugleich ein impulsiver Short-Squeeze aufgrund der massiven Short-Positionierung institutioneller Anleger. Als Faustregel kann gelten: geht es im Oktober nach oben für die Aktienmärkte, gewint Trump, geht es nach unten, gewinnt Biden..

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Indizes

Börse LIVE um 9 Uhr mit Mario Steinrücken – ist die Korrektur vorbei?

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Ist die Korrektur an der Börse schon wieder vorbei und sollte ich jetzt schon wieder Aktien kaufen? Genau dieser Frage gehen wir im heutigen „Börse LIVE-Stream“ ab 9:00 Uhr nach.

Der US-Leitindex S&P 500 hat das erste markante Unterstützungsniveau erreicht. Dort haben sich die Bullen schon wieder positioniert und den weiteren Abverkauf vorerst gestoppt. Die zum Wochenstart aufgekommene Dynamik ist ein deutliches Zeichen der Stärke. Aus diesem Grund befindet sich im S&P 500 zwischen 3.300 und 3.320 Punkten ein technisches Kaufniveau. Die genaue Vorgehensweise wird im Livestream besprochen. Hier können Sie kostenfrei teilnehmen:

https://youtu.be/uoVexhsWYEY

Auch der Silberpreis notiert aktuell an einem langfristig interessanten Niveau und wird im Livestream besprochen.

Um 9:00 Uhr nimmt Mario Steinrücken die wichtigsten Märkte im Livestream unter die Chartlupe. Neben dem Fahrplan für die nächsten Wochen, werden bestimmt auch wieder interessante Trading-Ideen besprochen. In der „Börse LIVE“ haben Sie außerdem die Möglichkeit Ihre Aktien, Indices, Währungen und Edelmetallen aus technischer Sicht betrachten zu lassen.

S&P 500 Chart

Mario Steinrücken ist Daytrader. Er hat sich auf das Orderflow Trading im E-Mini S&P 500 Futures (ES), Nasdaq 100 Futures (NQ) und Dow Jones Futures (YM) spezialisiert. Seine professionelle Trader Laufbahn startete er 2004 im Aktienhandel der Börse Stuttgart. Später arbeitete er zusammen mit Dirk Müller an der Frankfurter Börse im Aktienhandel. Er besitzt die Xetra- und Eurex Lizenz und war ebenso als Futures Trader bei der Wertpapiereigenhandelsgesellschaft „Gass Capital Markets“ in Frankfurt tätig. Seine Begeisterung für Trading versucht er seinen Followern mit Tipps und Tricks auch auf seinem eigenen YouTube Kanal näher zu bringen.

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