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Studie China-Elektroautos erhielten 15 Jahre 231 Milliarden Dollar Staatshilfe

China hat laut einem Experten binnen 15 Jahren vorsichtig geschätzt 231 Milliarden Dollar Staatshilfe für Elektroautos bereitgestellt.

Elektroauto von BYD. Foto: Andre Malerba/Bloomberg

Dass die EU Elektroautos aus China mit deutlichen zusätzlichen Zöllen versieht, ist letztlich einfach notwendig? Denn wenn China weiterhin massiv so eine wichtige Branche mit Staatsgeldern subventioniert, hat sie einen großen Vorteil gegenüber westlichen Herstellern, die man damit langfristig aus dem Markt kegeln könnte. Eine aktuelle Studie zeigt die gigantische Dimension der staatlichen Hilfen in China für die heimischen Elektroauto-Hersteller.

Massive staatliche Hilfe für Elektroautos in China

Die chinesische Elektroauto-Industrie hat von 2009 bis Ende letzten Jahres mindestens 231 Milliarden Dollar an staatlichen Subventionen und Beihilfen erhalten, auch wenn die Höhe der Unterstützung pro Fahrzeug laut einer neuen Studie zurückgegangen ist. Etwas mehr als die Hälfte des Gesamtbetrags der Unterstützung wurde in Form von Umsatzsteuerbefreiungen gewährt, so zeigt es laut Bloomberg die Untersuchung von Scott Kennedy, einem Chinaspezialisten am Center for Strategic and International Studies. Der Rest setzt sich aus staatlich genehmigten Käuferrabatten, staatlicher Finanzierung von Infrastruktur wie Ladestationen, staatlicher Beschaffung von E-Fahrzeugen sowie Förderprogrammen für Forschung und Entwicklung zusammen, schrieb er in einem Blogbeitrag.

Die Ergebnisse kommen kurz nachdem die Europäische Union angekündigt hat, die Zölle auf aus China importierte Fahrzeuge auf bis zu 48 % zu erhöhen, um die Subventionen auszugleichen. Dies folgte auf die Entscheidung der USA, die Zölle auf Autos zu vervierfachen, während Kanada laut einem Bericht von Bloomberg nun mögliche neue Zölle vorbereitet.

Grafik zeigt sinkende staatliche Subventionen für Elektroauto-Hersteller in China

„Chinesische Elektroautos haben von massiver industriepolitischer Unterstützung profitiert, und ihre Qualität verbessert sich, was sie für in- und ausländische Verbraucher attraktiv macht“, schrieb Kennedy. „Eine wirksame Reaktion der USA, Europas und anderer Länder muss beide Fakten berücksichtigen.“

Er bezeichnete die Daten als „sehr konservativ“ und wies darauf hin, dass sie keine lokalen Rabattprogramme in Städten wie Shanghai und Shenzhen enthalten, die Besitzer konventioneller Autos zum Umstieg auf E-Fahrzeuge bewegen sollen. Nicht berücksichtigt sind auch günstige Grundstücke, Strom und Kredite, auf die einige E-Fahrzeughersteller zugreifen und von denen sie profitieren können, sowie die Unterstützung für Batteriehersteller und andere Teile der Lieferkette.

„Nur noch“ 4.600 Dollar Hilfe pro Auto

Auf einer Pro-Fahrzeug-Basis ist die Unterstützung von 13.860 Dollar im Jahr 2018 auf knapp 4.600 Dollar im Jahr 2023 gesunken, oder weniger als die 7.500 Gutschrift, die US-Käufern von qualifizierten Fahrzeugen im Rahmen des Inflationsreduzierungsgesetzes zur Verfügung steht, so der Beitrag. Die Umsatzsteuerbefreiungen beliefen sich im vergangenen Jahr auf fast 40 Milliarden Dollar, wobei dieser Wert aufgrund des rasanten Anstiegs der Verkäufe von E-Fahrzeugen von unter 10 Milliarden Dollar im Jahr 2020 sprunghaft anstieg.

„Wenn chinesische Elektroautos Schrott wären, dann wären sie keine ernsthafte Herausforderung für die übrigen Automobilhersteller der Welt“, schrieb Kennedy. „Im Allgemeinen haben westliche Autohersteller und Regierungen getrödelt und waren nicht aggressiv genug.“

FMW/Bloomberg



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13 Kommentare

  1. Ich gebe zu, dass man mit den unten genannten Zahlen Äpfel mit Birnen vergleicht, aber man kann jetzt nicht behaupten, dass in Deutschland und der EU keine Subvenrionen erfolgem würden…

    Rechnet man alle Kosten und Einnahmen gegeneinander auf, bleibt ein riesiger Minusbetrag über. „Jedes Jahr pumpen wir unter dem Strich etwa 30 Milliarden Euro in dieses System“, sagt Mobilitätsforscher Andreas Knie vom Wissenschaftszentrum Berlin (WZB). „Obwohl alle wissen, dass der motorisierte individuelle Verkehr so in der Zukunft nicht weitergehen kann.“

    Die „externen Autokosten in der EU-27“ bezifferte eine Studie der TU Dresden schon 2012 im Auftrag der Grünen im EU-Parlament. Ergebnis: Europa steckt jedes Jahr 373 Milliarden Euro – drei Prozent des Wirtschaftsprodukts – in den Autoverkehr. In Deutschland waren das 88 Milliarden Euro. Darunter zählten die Wissenschaftler aus Dresden in ihrer Überblicksstudie die Kosten aus Unfällen, Luftverschmutzung, Klimaschäden, Lärm oder der Nutzung von Flächen. Nicht enthalten waren Straßenbau oder Staukosten, auch Stickoxid-Belastung spielte noch keine Rolle. Aber auch damals war schon klar: Jeder Europäer „externalisiert Autokosten von 750 Euro pro Jahr an andere Personen, Länder und Generationen“.

    24. 5. 2020, 18:40 Uhr (https://taz.de/Subventionen-fuer-die-Automobilindustrie/!5684798/)

  2. Wieso heisst es China EV in der Überschrift, wenn die Subventionen sich auf die EV generell beziehen? Tesla und andere nicht chinesische Hersteller haben doch auch profitiert.

  3. Hallo,soweit mir bekannt wurde der Umstieg auf Elektro doch hier auch bezuschusst,9000 Bugs oder so,Ladestationen auch Steuerbefreiung gegenüber Diesel auch,oder haben das in China nur die Chinesischen Hersteller erhalten,geht aus dem Geschribsel nicht hervor,ach ja Strom für Industrie wird doch hier auch subventioniert oder Zahlen Unternehmen auch über 32ct pro KW.

    1. @Hinsxh @Esox
      es geht weniger um die Beihilfen an den Endkunden, sondern die massiven Subventionen an die Hersteller und Zulieferer. Diese bekommen I.d.R. das Land für die Fabriken preisgünstig bis umsonst, R&D wird offiziell in den Unis gemacht, Zuschüsse für die Einstellung von Arbeitskräften, Ausnahmeregelungen bei Steuern und Abgaben, Subventionen der benötigten Energie.
      Tesla ist im Sinne der Subventionen ein chimeseischer Hersteller, was für andere ausländischen Hersteller auch mit JV-Partner nur begrenzt gilt.

      1. @Doi Ennoson; Das ist sicher so, aber die Automobilindustrie in der EU kann ja nicht behaupten keine Sanktionen erhalten zu haben. Hier stellt sich doch die Frage, ob ein Ungleichgewicht vorleigt und vor allem in welchem Verhältnis, um den Vorgang bewerten zu können.

      2. @Doi Ennoson: Ähhhh, wirklich? Das ist doch linke Tasche, rechte Tasche. Subventionen bleiben Subventionen, egal ob die Hersteller oder der Endkunde subventioniert wird. Die dann auch beim Hersteller landet. Die Subvention des Endkunden wirkt nur sublimer hinsichtlich der Diskriminierung einzelner Hersteller und ist konservativ.

        1. @Disko @AE_Conrady
          Ich habe mir jetzt erst einmal die Studie angesehen. Wenn der Wunsch besteht, schreibe ich gerne nächste Woche einen ausführlichen Artikel darüber und klamüsere das mal auseinander. Die Summe von 230 Mrd. USD sind jedenfalls eindeutig zu gering angesetzt.

  4. Die Hälfte der aufgeführten Subventionen kommen aus Umsatzsteuerbefreiungen, was im Normalfall der Endverbraucher zahlt. Das ist nix anderes als der EV Bonus in D, oder anderen Ländern.
    In deutschen Unis wird auch massiv für die Industrie entwickelt, das ist nichts außergewöhnliches und auch sinnvoll für den Einstieg der Studenten ins Arbeitsleben.
    Man muss den Chinesen gratulieren, dass sie mit nur 200 Mrd Zuschuss so eine EV Industrie aufgebaut haben.

  5. Ja wenn ich selbst nicht in der Lage bin innovativ zu sein dann erhebe ich ebend Zölle auf Hochwertigere Erzeugnisse so das sich die Kundschaft in meinem Wirtschaftsraum diese Produkte nicht leisten kann.So werde ich meine alten
    Produkte oder nicht so Hochwertigen auch noch irgendwie los.

  6. wie oft hat den der Steuerzahler die Deutsche Autoindustrie gerettet und jetzt schaffen wir mit Subventionen eine Überproduktion von Chips.

  7. Natürlich haben die westeuropäischen Hersteller die Mobilitätswende „verschlafen“. Daß E-Autos von westeuropäischen Herstellern im Durchschnitt erstmal zu teuer waren, liegt an den Herstellungs-Konzernen. Im Rahmen einer „Mischkalkulation“ hätte man die Marge am Verkauf von Verbrennern höher ansetzen können als Ausgleich für eine kleinere Marge beim Verkauf von E-Autos. Daß es jetzt die Chinesen uns vormachen, soll politisch unterdrückt werden, der falsche Weg. Die westeuropäische Vielfalt im Bereich E-Autos hätte politisch unterstützt werden müssen. Statt Einschränkungen zu veranlassen, hätte man die Mehrwertsteuer auf E-Autos halbieren können und dafür auf Verbrenner eine Zusatzsteuer erheben.

  8. Ein müssen wir aus dem Westen endlich mal begreifen. Beispiel Deutschland hat in den letzten 30 Jahren dermaßen viel Technologie nach Asien transferiert, dass man sich wundert, warum die BRD überhaupt noch etwas ins Ausland verkauft.
    Chinas Regierung tut das wofür westlich Regierung zu blöd sind, nämlich die eigene Wirtschaft zu unterstützen.
    In westlichen Ländern versuchen Regierungen die eigene Wirtschaft auszupressen, um dann das Geld in sinnfreie Projekte (Fahrrad Wege in Peru, NGOs im Mittelmeer) zu verschwenden.
    Man nennt soetwas Reinvestieren, was in China abgeht, das Geld bleibt im Kreislauf.
    Der russische Spruch, der Rubel muss Rollen, ist die Wahrheit. Straffzölle auf chinaprodukte nennt man Blödheit.

  9. In Deutschland werden dreckige Diesel und Abgasmanipulation subventioniert.

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