Devisen

China erhebt rückwirkend Steuern, Yuan auf 2-Jahrestief

Von Markus Fugmann

Während sich chinesische Firmen derzeit über Steuernachlässe freuen können, kommmt es für ausländische Investoren im Reich der Mitte knüppeldick: sie müssen rückwirkend für die letzten vier Jahre Steuern bezahlen, insgesamt dürfte dabei gut 1,2 Milliarde Dollar an Belastung anfallen. Betroffen sind vorwiegend sogenannte QFII(Qualified Foreign Institutional Investor)- und RQFII(Renminbi Qualified Foreign Institutional Investor)-Fonds. Zwar ist nach chinesischer Gesetzgebung eine solche Steuer grundsätzlich verankert, sie ist jedoch bislang nicht erhoben worden.

QFII-Fonds kaufen vorwiegend Anleihen von Lokalverwaltungen, während RQFII-Fonds in offshore-Yuan-Anleihen investieren. Die rückwirkende Besteuerung beseitig zwar die bisher bestehende Rechtsunsicherheit, dürfte jedoch zu weiteren Kapitalabflüssen aus China führen – damit also den ohnehin vorherrschenden Trend verstärken.

Der Yuan ist heute Nacht gegenüber dem US-Dollar auf den tiefsten Stand seit zwei Jahren gefallen – im Hoch erreichte der Dollar zum Yuan 6,2999 und damit den höchsten Stand seit Oktober 2012. Die chinesische Notenbank hatte zuvor den Referenzwert zum US-Dollar, von dem der Yuan in beide Richtungen maximal 2% abweichen darf, deutlich auf 6.1475 von zuvor 6.1379 nach oben gesetzt – ein ungewöhnlich großer Schritt. Während des Handels verblieb der Yuan meist mit 1,99% nur minimal unter dem gesetzten Preisband – das signalisiert, dass die Märkte eine weitere Abwertung erwarten. Diese Erwartung einer weiteren Abwertung spiegelt sich auch im nicht von der Notenbank limitierten offshore-Handel wider: hier stiegen die Kurse auf 6.4105 von 6.3850 am Vortag, was eine weitere Abwertung des Yuan von 2.2% im laufenden Jahr impliziert.



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