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Gesundheitssystem in China extrem unterentwickelt China erlaubt vollständige ausländische Beteiligung in Schlüsselbranchen

Im Fokus vor allem Krankenhäuser

China öffnet ausländische Investionen
Foto: TravelScape - Freepik.com

China gibt die letzten Beschränkungen für ausländische Investoren auf und erlaubt nun, dass diese in sämtlichen Bereichen der Produktion investieren können. Zusätzlich öffnet China das Gesundheitswesen für ausländische Investoren. Die neue Negativ-Liste, die von der National Development and Reform Commission (NDRC) veröffentlicht wurde, trat am letzten Freitag in Kraft und strich die beiden verbleibenden produktionstechnischen Verbote von der vorherigen Liste. Diese Maßnahmen zielen darauf ab, das Wirtschaftswachstum anzukurbeln und das Vertrauen internationaler Investoren zurückzugewinnen.

China erlaubt vollständige ausländische Beteiligung in Schlüsselbranchen

Besonders im Fokus steht die Ermöglichung von 100-prozentiger ausländischer Beteiligung an Unternehmen in den Bereichen Gesundheitswesen und Produktion. Diese neuen Regelungen sollen ausländische Technologien und Expertise in das Land bringen, um die Innovationskraft Chinas zu stärken.

Das Gesundheitswesen in China ist nach wie vor unterentwickelt und steht vor erheblichen Schwierigkeiten. Mit einer alternden Bevölkerung und einer Zunahme von Zivilisationskrankheiten wie Diabetes, Herzerkrankungen und Krebs wächst der Bedarf an einer Stärkung dieses Sektors. Gleichzeitig ist das Gesundheitswesen bekannt für hohe Korruptionsraten. Patienten zahlen oft zusätzliche Gelder an Ärzte für eine bessere Behandlung, während Hersteller von Medikamenten und medizinischem Bedarf Ärzte und Einkaufsmanager der Krankenhäuser bestechen.

Der stellvertretende Minister für Wirtschaft und Informationstechnologie, Li Wen, betonte in einer Pressekonferenz, dass diese Öffnung ein „entscheidender Bestandteil der nationalen Strategie zur Reindustrialisierung“ sei. „Wir müssen sowohl interne als auch externe Impulse für das Wachstum schaffen“, erklärte Li Wen. Diese Schritte folgen auf ähnliche Initiativen in den letzten Jahren, wie die Liberalisierung des Finanz- und Automobilsektors.

Öffnung der Biotechnologie: Ausländer dürfen in Freihandelszonen investieren

Der Biotechnologiesektor wird ebenfalls weiter geöffnet, vor allem in den großen Freihandelszonen von Peking, Shanghai sowie in den südlichen Provinzen Guangdong und Hainan.

Ab sofort dürfen ausländische Unternehmen in diesen Zonen Forschung und Entwicklung im Bereich menschlicher Stammzellen und Gen-Diagnosetechnologie betreiben und entsprechende Behandlungsdienste anbieten. Sie können nun auch landesweit gültige Marktregistrierungen und Massenproduktionslizenzen beantragen.

Dr. Yu Ming, Professor für internationale Wirtschaftsbeziehungen an der Peking-Universität, sieht in der Öffnung des Gesundheitssektors für China vor allem Chancen, um den technologischen Rückstand gegenüber westlichen Ländern zu verringern. „Wir könnten durch ausländische Investitionen schnellere Fortschritte bei der Entwicklung neuer Medikamente und Medizintechnologien erzielen“, sagte Dr. Yu.

Ausländische Betreiber dürfen Krankenhäuser in China führen

Die chinesische Regierung erlaubt auch ab sofort die Errichtung von vollständig ausländisch finanzierten Krankenhäusern in ausgewählten Städten wie Peking, Shanghai und Shenzhen. Damit will China die medizinische Versorgung seiner Bevölkerung verbessern. Zwar gibt es in China rund 21.080 Krankenhäuser, doch im Verhältnis zur Bevölkerungszahl bedeutet das eine geringere Versorgung im Vergleich zu Deutschland mit seinen 1.874 Krankenhäusern. Bei einer Bevölkerung von etwa 1,4 Milliarden Menschen hat China rund 66 Krankenhäuser pro eine Million Einwohner. Deutschland hingegen, mit seinen 83 Millionen Einwohnern, hat etwa 23 Krankenhäuser pro eine Million Einwohner.

Auch bei den Krankenhausbetten gibt es Unterschiede: Deutschland hat 7,6 Krankenhausbetten pro 1.000 Einwohner, während es in China 6,9 Betten sind. Dies zeigt, dass trotz der hohen absoluten Zahl an Krankenhäusern, die Versorgung in China pro Kopf geringer ist. Zudem gibt es in China keine niedergelassenen Ärzte, sodass Patienten bei jeder Erkrankung ins Krankenhaus müssen. Auffällig ist, dass die für ausländische Betreiber geöffneten Städte alle an der Ostküste liegen, wo ein Großteil der Bevölkerung lebt und die medizinische Versorgung bereits gut ist, während die Versorgung im Westen des Landes weiterhin stark unterentwickelt bleibt.

Die Öffnung der verbleibenden Produktionsbereiche für ausländische Investoren wird kaum wesentlichen Einfluss haben, da die Produktionskapazitäten eher verlagert werden. Peking bleibt jedoch seiner Linie treu und stärkt die Angebotsseite. Hingegen ermöglicht die Öffnung des Gesundheitswesens interessante Perspektiven, da dieser Bereich in den nächsten Jahrzehnten rasant wachsen wird.



Dói Ennoson
Über den RedakteurDói Ennoson
Dói Ennoson schreibt unter einem Pseudonym. Er ist China-Experte und vermittelt tiefgreifende Einblicke in das Reich der Mitte.
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5 Kommentare

  1. Finde den Fehler:
    „Zwar gibt es in China rund 21.080 Krankenhäuser, doch im Verhältnis zur Bevölkerungszahl bedeutet das eine geringere Versorgung im Vergleich zu Deutschland mit seinen 1.874 Krankenhäusern. Bei einer Bevölkerung von etwa 1,4 Milliarden Menschen hat China rund 66 Krankenhäuser pro eine Million Einwohner. Deutschland hingegen, mit seinen 83 Millionen Einwohnern, hat etwa 23 Krankenhäuser pro eine Million Einwohner.“

    1. @Dói Ennoson
      Ich vermute, der Leser Detlef S. will mit seinem rätselhaften Kommentar aussagen, dass Sie versehentlich Zähler und Nenner bei der Berechnung der chinesischen Versorgungsquote vertauscht haben. Es müsste also korrekterweise lauten: 15 Krankenhäuser pro eine Million Einwohner.

  2. …interessant…wenn der Artikel so stimmt, dann sind wohl erste politische Erfolge im Hintergrund erzielt worden…vielleicht findet der Warren dann in China die Unternehmen die er sucht, um seine Schatztruhe zu öffnen…

  3. China 15 und Deutschland 42 Krankenhäuser. Offenbar Zähler und Nenner vertauscht? Kann jedem mal passieren. Entscheidend sind aber eigentlich die in Deutschland verfügbaren Hausärzte, die es offenbar in China nicht in einer ähnlichen Form gibt. Lg, Francis

  4. 04.07.2007. Bezirk Qixing von Guiling. Guilin Royal Garden Hotel.
    Fluss Li Jiang in der Nähe. Schawül Warm und a Hitz. Wer macht um diese Zeit schon Urlaub dort. Wir. Sheraton Hotel hatte ganz zu. Weil nix los um diese Zeit. Damals keine Saison. Diese Hitze. Überall wars ruhig, auch schön. Im Hotel vielleicht 6 Frühstücksgäste. In der Nacht Fieber bekommen, alle beide.
    Am nächsten Morgen ab ins Krankenhaus. eine Grösse wie das Ansbacher Kreiskrankenhaus.
    Die Situation im Krankenhaus war damals für uns aus unserer Sicht ungewöhnlich.hygenisch a bisserl anders als bei uns. Der Doktores angenehm. Wir bekamen Standartbehandlung, also Antibiotikatabletten. Das erlebte war viel mehr, es erinnert einen daran und es ist gut wenn diese Nachricht über die Öffnung des Gesundheitswesen eine Bereicherung für China und auch eine geschäftliche Bereicherung für viele ist.

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