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China: erneuter sell-off – und eine Warnung einer Ratingagentur..

Von Markus Fugmann

Den Aktienmärkten in China geht offenkundig die Puste aus: der Shanghai Composite verlor heute Nacht 1,9%, und hat damit in sieben der acht letzten Handelstage Verluste verzeichnet. Der Index endet die dritte Handelswoche in Folge mit Verlusten, die längste Verluststrecke seit Mai 2014, bevor dann eine impulsive Rally startete, die den Index um 53% nach oben hievte.

Besonders erstaunlich: am Mittwoch hatte die People´s Bank of China die Mindestreserveanforderungen für Banken um 0,5% gesenkt – eigentlich eine Steilvorlage für die Aktienmärkte. Doch die Notenbank selbst sorgte heute Nacht für Trübsal: der Schritt sei nicht Auftakt weiterer aggressiver Stimulusmaßnahmen, vielmehr habe man dafür sorgen wollen, dass die Geldpolitik ausgewogen bleibe.

Weitere Massnahmen der People´s Bank of China aber waren von den Märkten in Shanghai erwartet worden – daher der heutige Abverkauf. Belastend kommt hinzu, dass in der nächsten Woche 20 IPOs anstehen, die reichlich Liquidität auf sich ziehen dürften und aus den bereits gelisteten Titeln abfließen könnten.

Unterdessen warnte Chinas Ratingagentur Dagong in Gestalt ihres Vorsitzender Guan Jianzhong vor einer Finanzkrise, die deutlich schlimmer werde als 2008. Die Zunahme der Schulden in den USA, der EU aber auch in China (!) sei mittelfristig nicht tragfähig, eine neue Krise nur eine Frage der Zeit. Aufgrund des QE der USA („money printing“) habe sich das Problem auf die ganze Welt verteilt, so Guan Jianzhong. Dafür hätten alle anderen Länder dann bezahlen müssen.

Russlands Probleme dagagen seien durch die westlichen Sanktionen bedingt und nicht aufgrund interner Faktoren enstanden – während die westlichen Probleme eben durch intene Faktoren ausgelöst seien. Dort nämlich sei das Kreditwachstum schneller verlaufen als die Güterproduktion, für Guan Jianzhong ein klares Zeichen für eine Blase.



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