Chinas Exporte sind im Oktober überraschend zurückgegangen, da die schwache Nachfrage aus den USA den Zuwachs in anderen Märkten überlagerte. Die Ausfuhren sanken im Jahresvergleich um 1,1% und damit erstmals seit acht Monaten, wie die Zollbehörde am Freitag mitteilte. Darüber berichtet Bloomberg.
China: Exporte in die USA brechen massiv ein
Während die Exporte in andere Regionen um 3,1% zulegten, brachen die Ausfuhren in die USA um mehr als 25% ein. Von Bloomberg befragte Ökonomen hatten im Median mit einem Anstieg der Gesamtausfuhren um 2,9% gerechnet.
“Wenn die Stärke der Exporte nicht aufrechterhalten werden kann, könnte Chinas Wachstum durch die anhaltende Kontraktion im Immobiliensektor und den Rückgang des privaten Konsums und der Exporte einen ‘dreifachen Schlag’ erleiden”, schrieben Barclays-Ökonomen um Yingke Zhou in einer Mitteilung.
Bislang hatten sich Chinas Exporte widerstandsfähig gezeigt, da höhere Lieferungen in andere Märkte die Rückgänge im Handel mit den USA ausglichen. Die Ausfuhren waren seit Februar jeden Monat gestiegen, nachdem das chinesische Neujahrsfest die Aktivität zu Jahresbeginn gedämpft hatte.
Im Oktober kam dieser Trend jedoch zum Stillstand. Die Expansion in neue Absatzmärkte verlor an Schwung, und mehrere Handelsindikatoren fielen von ihren Rekordwerten der Vormonate zurück. Der Hafen von Shanghai fertigte die geringste Zahl an Containern seit April ab.
Die Handelsspannungen mit den USA hatten sich im vergangenen Monat zunächst verschärft, bevor US-Präsident Donald Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping Ende Oktober bei Gesprächen in Südkorea eine Einigung erzielten. Die Frage aber ist, wie dauerhaft dieser Deal wirklich ist – für das so wichtige Weihnachtsgeschäft in den USA kommt das so oder so zu spät.
Mit der geplanten Senkung der US-Zölle auf chinesische Waren um 10% ab kommendem Montag könnte der Handel zwischen den beiden größten Volkswirtschaften zum Jahresende hin etwas anziehen. Der Effekt dürfte jedoch begrenzt bleiben, da die Abgaben auf chinesische Produkte weiterhin höher sind als auf Waren aus Ländern wie Vietnam.
Sollte die weltweite Nachfrage weiter nachlassen, könnten Exporte und Wirtschaft in den verbleibenden Monaten des Jahres zusätzlich unter Druck geraten. Bereits im vergangenen Quartal wuchs Chinas Wirtschaft so langsam wie seit einem Jahr nicht mehr — obwohl die Exporte da noch stark zulegten.
Ökonomen warnen, dass sich die Abschwächung in den kommenden Monaten noch verstärken könnte. Für das laufende Quartal rechnen Analysten mit dem schwächsten Wachstum seit den letzten drei Monaten des Jahres 2022, als das Land sich dem Ende der lähmenden Corona-Lockdowns näherte.
FMW/Bloomberg
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Der Spiegel schreibt: „Fachleute führen den jüngsten Rückgang nun teils auf einen Basiseffekt zurück, da die Exporte im Oktober des Vorjahres besonders hoch waren.“
Die Google-KI brstätigt das: „Die Daten für China im Oktober 2024 sind widersprüchlich und zeigen unterschiedliche Tendenzen. Einerseits gab es einen Rückgang der Exporte um \(1,1\%\) im Jahresvergleich, andererseits wurde ein Anstieg von \(12,7\%\) gemeldet.“
-25% ist allerdings heftig. Vielleicht erklärt das warum die Chinesen dann doch bei den Seltenen Erden die Schraube etwas zurück gedreht hat. PS: Gerade vorhin gelesen, dass die Niederländer bei Nexperia kapitulieren wollen. Offenbar waren die vorgebrachten Gründe nicht ernst gewesen.
Nexperia ist nicht mehr zu retten. Allenfalls eine gebremste Abwicklung, die die Substitution der Bauelemente ermöglicht, ist da noch drin.
Ob der Basiseffekt allein für den Rückgang verantwortlich ist, bezweifle ich. Möglicherweise kommt nun die Rezession der anderen grossen Ökonomien verzögert in China an. Die Substitution der Handelspartner hat zumindest einen dämpfenden und verzögernden Effekt gehabt. Völlig unabhängig von den anderen grossen Ökonomien sind die neuen Handelspartner aber auch nicht.