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China: Firmen-Tycoon will Produktion in die USA verlegen – Shitstorm in sozialen Netzwerken!

Es passiert Überraschendes! Ein chinesischer Firmen-Tycoon, der 70-Jahre alte Cao Dewang, will einen Teil seines Firmenimperiums in die USA verlegen und in Ohio eine große Niederlassung für seine Autoglas-Firma errichten. Während in den sozialen Medien ein Shitstorm tobt, ist die Pekinger Führung erstaunlich zurückhaltend..

FMW-Redaktion

Für amerikanische Firmen gab es in den letzten Jahren eigentlich nur eine Richtung: raus aus den USA, die Produktion in Billiglohn-Länder wie Mexiko oder China verlagern – und dann die dort produzierten Waren wieder in die USA importieren. Das hat Millionen von Amerikanern den Job gekostet, und nun hat Donald Trump versprochen, damit Schluß zu machen. Notfalls, indem Zölle auf in China oder Mexiko produzierte Waren erhoben werden, die das gesamte bisherige Geschäftsmodell der Verlagerung der Produktion ins Ausland praktisch zunichte machen würde.

Nun aber passiert Überraschendes! Ein chinesischer Firmen-Tycoon, der 70-Jahre alte Cao Dewang, will einen Teil seines Firmenimperiums in die USA verlegen und in Ohio eine große Niederlassung für seine Autoglas-Firma errichten, ein Investement von immerhin 600 Millionen Dollar. Ausgerechnet also Ohio im Rust Belt, wo der Niedergang der Industrie mit am augenfälligsten ist in den USA und wohl nicht zufällig Donald Trump diesen in der Geschichte der USA stets entscheidenen Swing State gewonnen hatte.

Cao Dewang ist dabei ein echter Selfmade-Milliardär Chinas: er begann als kleiner Verkäufer einer regional tätigen Autoglas-Firma und baute dann in den Folgejahren ein Firmenimperium auf. Nicht selten spendet der Milliardär dreistellige Millionenbeträge pro Jahr für soziale Zwecke, er gilt daher als einer der größten Philantropen im Reich der Mitte.

Schon im Oktober diesen Jahres traf er die Entscheidung, in Ohio tätig zu werden, nachdem Donald Trump Chinas als Währungsmanipulator bezeichnet und Zölle von 45% auf chinesische Waren angedroht hatte.

cao_dewang
Cao Dewang
Foto: http://wiki.china.org.cn

Und das kommt nicht so furchtbar gut an in China, wie die Reaktion der sozialen Netzwerke im Reich der Mitte zeigt. In eben diese sozialen Netzwerken ist der Satz „Cao Dewang ist geflüchtet“ allgegenwärtig, alleine auf dem „Twitter Chinas“, der Plattform Weibo, sind Klicks im zweistelligen Millionenbereich unter diesem Schlagwort verzeichnet. Ebenso populär ist das Schlagwort „Lasst Cao Dewang nicht einfach weglaufen“ – die Volksseele kocht also.

Cae Dewang aber denkt global – er selbst sagt, er sei der größte Autoglas-Lieferant weltweit, zu seinen Großkunden zählen Volkswagen und General Motors. Und auf die Frage, warum er einen Teil seines Imperiums in die USA verlagere, sagte Dewang, dass die Steuern in China schlicht zu hoch seien – sie lägen 35% über denen der USA, seien die höxhsten weltweit, daher seine Entscheidung. Und natürlich habe er nicht vor aus China „wegzulaufen“, das Zentrum seines Imperiums ist und bleibe China. Aber wolle lediglich die Staatsführung daran erinnern, dass Steuern und Arbeitskosten in China schlicht zu hoch seien – und er sei nun einmal ein Businessman, der in den USA Geschäftige tätige, auch zum Wohle Chinas, schließlich habe er alleine in China 12 Produktions-Standorte.

Und so ist es vielelicht gar nicht so erstaunlich, dass Chinas Staatsmedien, anders als die sozialen Netzwerke, sehr sanft mit dem Milliardär umgehen. Auch und gerade wenn Dewang Probleme von Unternehmern in China anspreche, so etwa das Sprachrohr der Kommunistischen Partei, die People´s Daily, zeige das doch, dass Dewang Vertrauen habe in Chinas Wirtschaft. Damit bringe Dewang Dinge auf den Punkt und zeige, dass es durchaus tiefe Konflikte und Probleme gebe im Land.

Das ist schon sehr mit Samthandschuhen angefasst. Und es würde auch nicht wirklich wundern, wenn Dewang bald als Gast im Trump Tower erscheinen würde..



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