Devisen

China: größte Gefahr ist Deflation

Von Markus Fugmann

Gestern hatte die chinesische Notenbank People´s Bank of China (PBOC) vor einem weiteren Abschwung der Wirtschaft und steigenden Schulden gewarnt (siehe dazu unseren Artikel „Chinas Notenbank: Abwärtsdruck wird größer, Schulden steigen„). Die pessimistische Einschätzung und der Hinweis der PBOC, die Finanzierungskosten weiter zu senken, haben die Märkte in China als Ankündigung weiterer Stimmulusmassnahmen verstanden – die Aktienmärkte in Shanghai und Shenzhen reagierten positiv auf die Aussagen und gewannen 0,5% bzw. 1,4% hinzu.

Chinas Regierung hat wohl kaum eine andere Wahl, als die Geldpolitik weiter zu lockern. Heute Nacht hat der Chef der Researchabteilung in der PBOC, Lu Lei, Deflation als größte Gefahr und Unsicherheitsfaktor für China bezeichnet. Unter Bezugnahme auf die gestern veröffentlichten Inflationsdaten aus China, die auf den niedrigsten Stand seit 2009 gefallen waren, hält Lu Lei zwar für möglich, dass sich der Preisrückgang abschwächen könne, doch sei es schwer, wieder in positive Bereiche vorzustoßen. Grund hierfür seien die beträchtlichen Überkapazitäten sowie nicht näher bezeichenete „strukturelle Anpassungen“.

In China sind insbesondere die Erzeigerpreise unter Druck. Sie fallen seit drei Jahren, wobei sich die Talfahrt im Januar mit -4,3% noch einmal beschleunigt hat. Die Notenbank Chinas hat heute Morgen angeündigt, die Finanzierungsbedingungen insbesondere für kleinere Finanzinstitute landesweit verbessern zu wollen – faktisch wird sie also Liquidität in die Märkte pumpen.



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