Asien

China: Abstieg in Raten

Es sieht nicht gut aus für die Wirtschaft im Reich der Mitte! Die heute Nacht veröffentlichten Konjunkturdaten zeigen einmal mehr, dass die Abkühlung an Dynamik gewinnt. So stieg die Geldmenge M3 im März nur noch um 12,1% im Vergleich zum Vorjahresmonat, im Februar hatte der Wert noch bei 13,3% gelegen. Das deutet auf eine rückläufige Kreditvergabe hin, zumal die Regierung ernst macht mit schärferen Regularien: so werden die Trusts, die inzwischen 1,9 Billionen US-Dollar eingesammelt haben, strenger reguliert, wie gestern von uns berichtet.

Schwach auch die Entwicklung der Landpreise in China: sie waren im ersten Quartal nur um 1,89% im Vergleich zum Vorjahresquartal gestiegen – im 4.Quartal 2013 lag der Anstieg noch bei 2,06%. Die rückläufige Nachfrage nach Landerwerb ist insbesondere für die Lokalregierungen ein Problem, da sie eine der wichtigsten Quellen für Steuereinnahmen sind.

Die wichtigsten Aktienindizes in Shanghai und Hong Kong kamen nach den Zahlen unter Druck, zumal die chinesische Notenbank dem Geldmarkt heute Nacht über sogenannte Repos 177 Milliarden Yuan (28,5 Milliarden US-Dollar) entzogen hatte – so viel, wie seit Februar 2013 nicht mehr. Damit führt die Notenbank erneut die zuvor üppig ins Bankensystem eingeführte Liquidität zurück – der Umfang der zur Stützung des chinesischen Bankensektors zuvor eingeschossenen Liquidität übertraf die als QE bekannten Anleihekäufe der amerikanischen Notenbank Fed um das Siebenfache.

Weiter im Sinkflug nach den Maßnahmen der People´s Bank of China ist auch der Yuan. Die Währung Chinas war in der Nacht zwischenzeitlich auf den tiefsten Stand seit einem Jahr zum US-Dollar gefallen. Die amerikanische Währung handelt nun zum Yuan wieder deutlich über der wichtigen 6,20er-Marke – für viele Unternehmen in China, die auf eine Aufwertung des Yuan gewettet hatten, ein teures Problem. Sie müssen der emittierenden Bank täglich eine Art „Strafzins“ zahlen, solange der Dollar-Yuan über der Marke von 6,20 verbleibt. Erschwerend kommt auch der fortgesetzte Fall des Kupfer-Preises hinzu: viele Unternehmen hatten Kupfer als Sicherheit für ihre Kredite hinterlegt – fällt das Metall, müssen die Kreditnehmer weiter Sicherheitshinterlegungen stellen..

 



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