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China hierzulande mit allen Freiheiten, umgekehrt massive Einschränkungen – mal den Rücken gerade machen!

Es ist ein altbekanntes und leides Dauerthema. Chinesische Unternehmen wie auch Staatsbetriebe können hierzulande fröhlich drauf los kaufen, und sich ohne jegliche Beschränkungen ganze Unternehmen…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Es ist ein altbekanntes und leides Dauerthema. Chinesische Unternehmen wie auch Staatsbetriebe können hierzulande fröhlich drauf los kaufen, und sich ohne jegliche Beschränkungen ganze Unternehmen einverleiben. So aktuell geschehen bei Kuka in Bayern, oder auch in Kürze durch einen chinesischen Chemiegiganten, der die Schweizer Syngenta schlucken wird. Alles kein Problem. Nur umgekehrt geht fast gar nichts. Das Thema wurde zwar immer mal höflich bei Besuchen in Peking versucht anzukratzen, aber mehr als ein nettes Lächeln kam anscheinend nie dabei raus.

Jetzt, es ist unglaublich, scheint es doch tatsächlich deutsche Politiker und Funktionäre zu geben, die in China lautstark den Rücken gerade machen, und wenigstens klar und deutlich aussprechen, was Sache ist. Der Zeitpunkt ist gut gewählt, denn von Sonntag bis Montag findet der G20-Gipfel in China statt, und die Weltwirtschaftspresse hört ganz genau zu. Der Chef der europäischen Handelskammer in China Jörg Wuttke äußert sich zwar nicht zum ersten Mal zu dem Thema, aber aktuell klarer denn je, wenn er „mehr Gegenseitigkeit und Fairness“ von der Regierung in Peking fordert:

„Wir haben immer noch diese Zugangsprobleme in China. Einige Marktsegmente sind total verschlossen für uns. Auf der anderen Seite sind die chinesischen Firmen völlig frei im europäischen Markt und kaufen sich bei Unternehmen ein. Das kommt einem schon so vor, als sei Europa das Buffet und wir in China sind nur mit einem kargen Menü. Die Chinesen sind völlig frei in Europa und wir sind immer noch mit der Zwangsjacke unterwegs hier.“

Er könne derzeit beobachten, das China von versprochenen Marktreformen abrücke. Stattdessen sehe er zunehmend mehr staatliche Eingriffe in die wirtschaftliche Entwicklung Chinas, und das in einem größeren Ausmaß, als zu erwarten war. Beim Marktzugang europäischer Firmen in China gäbe es ein „scharfes Ungleichgewicht“, wogegen chinesische Firmen weltweit ihr Engagement im ersten Halbjahr um 58,7% gesteigert hätten. Besonders in Europa würden Chinesen mit offenen Armen empfangen. Andersrum würden europäische Investoren in China „schwerwiegend beschränkt“, so Wuttke.

Ein aktuelles Papier der Kammer listet auf 435 Seiten 900 Empfehlungen und Beschwerden europäischer Unternehmen auf. Chinesische Investitionen in Europa würden massiv zunehmen – so nennt Wuttke die Übernahme der deutschen Privatbank Hauck & Aufhäuser durch die Fosun-Gruppe oder den Kuka-Kauf durch die chinesische Midea – aber auch wird der Kauf von Pirelli erwähnt. In Fallstudien beschreibt man die Ungleichbehandlung der Europäer in China. So könne man in China in der Autobranche nur im Rahmen von Joint Ventures arbeiten. Mit seinen Strukturen, die immer noch unreformiert seien, sei China Teil des Problems, und nicht der Lösung.

Auch diese Woche meldete sich der deutsche Botschafter für China zu Wort bei der renommierten „South China Morning Post“. Dort sagte er in Europa sei Chinesen kein einziger Kauf verweigert worden. Andersrum stecke China für ausländische Investoren voller Barrieren. Solch klaren Worte würde man sich doch mal gerne von Frank-Walter Steinmeier oder Angela Merkel wünschen. Warum sagt man nicht einfach zu den Damen und Herren der KP: Freier Marktzugang für Europäer in China, oder eben kein freier Marktzugang mehr für Chinesen in Europa! Mal sehen, wie lange es dann noch Blockaden für Europäer in China gäbe! Aber wie immer, man ist in Brüssel und Berlin auf Diplomatie mit China bedacht, bloß niemanden verletzen, er könnte ja böse reagieren.

Dass Europa am längeren Hebel sitzt, scheinen unsere Politiker vergessen zu haben. Dabei sollen sie ja nur auf eine Gleichbehandlung pochen – es geht ja noch nicht mal darum irgendwen zu benachteiligen – das tritt momentan ja nur auf die Europäer zu, die sich benachteiligen lassen, und dazu noch höflich lächeln. Wie oft hat man in all den letzten Jahren schon gehört, dass deutsche Regierungsvertreter bei Konsultationen in Peking diese Probleme angesprochen haben, natürlich in einem höflichen Ton. Passiert ist… nichts. Wie wäre es mal mit „fordern“ und bei Nichterfüllung wie vorher beschrieben die selben Bedingungen für Chinesen in Europa herstellen wie umgekehrt?

5 Kommentare

5 Comments

  1. Avatar

    Wolfgang Koch

    2. September 2016 19:14 at 19:14

    Europa sitzt China gegenüber am längeren Hebel?Mit einer Angela Merkel?Das kohlsche Scheckbuchmädchen,welches immer viel ankündigt & schlussendlich wenig bis nichts bewirkt?Da lachen ja die Kung-Fu-Panda & kicken den ostpommerschen Papiertiger unter den Bambusteppich!Die Reis-mit Hund-Kocher nehmen uns & unsere grosse Kulturrevolutionskoalition doch schon lange nicht mehr ernst.Ich befürchte,sie haben auch noch recht!

  2. Avatar

    V

    2. September 2016 19:23 at 19:23

    Das gilt bicht nur fuer die chinesen sondern auch fuer die amis. Feren konzerne duerfen bei uns alles und unsere konzerne eerden drueben reguliert und abgemolken. Unsere EU ist da eh ne farce… Zurueck zu einzelstaaten und dann die eigenen interessen wahren. Sonst ist europa bald afrika.

  3. Avatar

    realconversation

    2. September 2016 23:11 at 23:11

    Höflichkeit und Taktgefühl auf der politischen Bühne in Ehren, aber das falsche Spiel der chinesischen Politik führt über kurz oder lang zum technologischen Ausverkauf Europas. Insbesondere unsere deutschen Politiker sollten endlich einmal Klartext sprechen und dann auch die betreffenden Gesetze den chinesischen annähern.
    Aber von diesen Weicheiern ist das leider nicht zu erwarten…

  4. Avatar

    Martin Ebner

    3. September 2016 10:09 at 10:09

    Ach, nein: zunehmend mehr staatliche Eingriffe in die Wirtschaft „als zu erwarten war“…
    Was erwartet man denn so von einem Staat unter der Herrschaft einer kommunistischen Einheitspartei?!
    Aus chinesischer Sicht sind die Europäer ganz einfach Volldeppen, die man ausnimmt und dann wegschmeißt – wirklich ernst nehmen muss man nur die USA.

  5. Avatar

    Westelbier

    3. September 2016 12:43 at 12:43

    Ich verlinke hier mal einen Artikel aus dem Jahr 2004 von Dr. Dietmar Siebholz mit dem Titel „Die Strategie Chinas“
    Dort wird detailiert beschrieben wie die Chinesen vorgehen werden und in der Zwischenzeit schon sind!
    http://www.goldseiten.de/artikel/467–Die-Strategie-Chinas.html

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Richard David Precht: Künstliche Intelligenz und unsere Zukunft!

Markus Fugmann

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„Wir gehen in die zweite ganz große industrielle Revolution hinein!“, sagt der Philosoph Richard David Precht. Damit stehen wir vor einscheidenden Veränderungen nicht nur der Wirtschaft, sondern auch der Gesellschaft. Die erste industrielle Revolution beendete die Herrschaft des Adels und der Kirche – die derzeit ablaufende zweite Revolution durch künstliche Intelligenz verändert vor allem die Arbeitswelt und damit die Produktionsverhältnisse grundlegend. Nun versuchen uns Ökonomen stets zu versichern: kein Problem, es fallen zwar viele Jobs weg, aber es würden eben auch viele neuartige Jobs geschaffen werden. Das ist eine schöne Perspektive, sie hat aber leider einen kleinen Makel: sie stimmt nicht, sagt Richard David Precht zur sogenannten „Kompensations-Theorie“.

Die Menscheit jedenfalls ist durch diesen Wandel überfordert, der Boden, auf dem wir stehen, wackelt erheblich – und so entsteht zunächst einmal die Sehnsucht danach, die gute alte Welt mit ihren Werten wiederzubeleben. Ausdruck dieses Versuchs sind etwa Trumpin den USA oder die AfD in Deutschland. Aber einer der einschneidenden Änderungen im politischen Bereich wird sein, dass die Parteien, die mit der ersten industriellen Revolution entstanden und aufgestiegen waren, unter gehen werden.

Richard David Precht über schwache KI und starke KI

Richard David Precht unterscheidet zwischen schwacher und starker künstlicher Intelligenz – und führt Beispiele an, worin sich diese beiden unterscheiden. Was bedeutet das aber für uns praktisch? Wird vor allem durch „starke“ KI, also einer KI, die tiefgehende Lernprozesse leisten kann, etwa der Niedriglohn-Sektor wegfallen? Eher nicht – denn je mehr Menschen in bestimmten Bereichen verdienen, umso interessanter wird der Einsatz einer starken KI zur Kosten-Ersparnis, während sich der Einsatz im Niedriglohnsektor gar nicht lohnen würde.

Was bleibt, was wird untergehen – und welche Bereiche werden sich durchsetzen? Es werde derjenige technische Fortschritt kommen, der gesellschaftlich akzeptiert wird, dazu ein Bedürfnis befriedigt und sich gleichzeitig zu einem erfolgreichen Geschäftsmodell machen läßt, sagt Richard David Precht. Folgender Vortrag des Philosophen ist ein „must see“!

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

Der Philosoph Richard David Precht über Künstliche Intelligenz

Richard David Precht

Von Foto: © JCS‘, CC BY 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=62733272

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Arbeitsmarkt positiv gestimmt? Mehr neue Jobs bei IT als Entlassungen in der Gastronomie?

Claudio Kummerfeld

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Laptop mit Aufklebern

Kann das wirklich sein? Ist es das vorgezogene Weihnachtswunder am deutschen Arbeitsmarkt, mitten im zweiten Lockdown? Wenn man ein Wirtschaftsforschungsinstitut für verlässlich und seriös hält, dann doch in erster Linie das ifo-Institut! Und man möchte den Forschern bei ifo wirklich nichts Böses unterstellen. Aber ist es wirklich realistisch, dass die Stimmung am deutschen Arbeitsmarkt derzeit sogar besser wird, weil die IT-Dienstleister mehr neue Stellen schaffen wollen, als gleichzeitig in Restaurants, Bars, Hotels, Reisebüros etc verloren gehen?

Kann man sich das vorstellen? Gibt es überhaupt zehntausende oder hunderttausende neue IT-Experten in Deutschland, die auch so viele neue Stellen besetzen können? Ist die Nachfrage nach solchen Dienstleistungen wirklich so stark gestiegen in den letzten Wochen? Klar, dank Corona verlagert sich sehr viel des Geschäftslebens ins Internet. Aber wirklich, nochmal mit gesundem Menschenverstand nachgedacht: Können diese neuen Jobs hunderttausende Jobs ersetzen, die bei Gastro und Co verloren gehen? Es fällt wirklich schwer das zu glauben.

Aber das ifo-Institut hat sich das nicht ausgedacht. Nein, man macht für sein Beschäftigungsbarometer Umfragen bei ca 9.500 Unternehmen. Sie werden gebeten ihre Beschäftigtenplanungen für die nächsten drei Monate mitzuteilen. Also, kann das wirklich sein? Die IT fängt den Arbeitsmarkt auf in dieser Krise? Hier die Aussagen vom ifo-Institut im Wortlaut:

Etwas mehr deutsche Unternehmen als im Oktober denken über Neueinstellungen nach. Das ifo Beschäftigungsbarometer ist im November auf 96,7 Punkte gestiegen, von 96,4 Punkten im Oktober. Die zweite Welle hat vorerst keine größeren negativen Auswirkungen auf den deutschen Arbeitsmarkt. Die Entwicklung ist jedoch über die Branchen hinweg sehr heterogen.

In der Industrie ist das ifo-Barometer leicht gestiegen. Jedoch ist die Zahl der Unternehmen mit Entlassungsplänen weiterhin größer als die jener, die mit steigenden Mitarbeiterzahlen rechnen. Die Dienstleister planen eher Mitarbeiter einzustellen. Getragen wird die Entwicklung vor allem von den IT-Dienstleistern. In der Reisebranche und dem Gastgewerbe dagegen sind Entlassungen nicht zu vermeiden. Im Handel hat das Barometer leicht nachgegeben. Dort planen die Firmen derzeit mit konstanten Mitarbeiterzahlen. Die Bauindustrie sucht weiter neue Mitarbeiter, um ihre aktuellen Aufträge abarbeiten zu können.

Hier die vier Einzelsektoren mit einzelnem Chart:

Grafiken zeigen Beschäftigungsbarometer für den deutschen Arbeitsmarkt

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Markus Krall und Marc Friedrich: Crash 2021, Gelddrucken ersetzt Denken

Redaktion

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Markus Krall spricht über die Hyperinflation, in der Geld entwertet wird

Markus Krall und Marc Friedrich unterhalten sich im folgenden Gespräch über die aktuelle Krise, den möglicherweise anstehenden großen Crash, und die Zeit danach. Einig sind sich die beiden, dass es 2021 los gehen wird mit dem wirtschaftlichen Zusammenbruch. Markus Krall formuliert es recht klar, dass die Wirtschaftskrise längst da sei. Sie sei nur noch nicht bilanziert worden. Durch Maßnahmen wie die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht sei die Krise bei Unternehmen und in Bankbilanzen nur noch nicht richtig transparent sichtbar.

Markus Krall und Marc Friedrich sehen die Hyperinflation

Markus Krall kann man aufgrund seiner zahlreichen Tweets über die Corona-Maßnahmen der Politik kritisch betrachten. Das sollte Kommentatoren und geneigte Beobachter aber nicht davon abhalten, seinen höchst interessanten Aussagen zur wirtschaftlichen Gesamtsituation zuzuhören, die er seit Monaten öffentlich präsentiert. Denn er ist absoluter Bankeninsider, und hat die letzten Jahre eine große Bankenkrise vorhergesagt. Zusammen mit Marc Friedrich bespricht er im folgenden Video Punkt für Punkt wichtiger Themen rund um die aktuelle Krise und zukünftige Entwicklungen.

Wichtig ist, was die nächsten Quartale passieren wird. Einig sind sich Marc Friedrich und Markus Krall, dass wir derzeit in einer deflationären Phase sind, auf die zwingend eine kräftige Inflation folgen soll. Nur wie schnell die Preise in eine Hyperinflation umschlagen, das könne man nicht genau vorhersehen. Entscheidend hierbei ist unter anderem, wann die Geldumlaufgeschwindigkeit anspringen müsste. Sehen Sie beim Klick an dieser Stelle genau zu diesem Punkt interessante Ausführungen von Hans-Werner Sinn.

Die EZB als großes Problem

Ein wichtiger Punkt im Gespräch zwischen Markus Krall und Marc Friedrich ist auch die zentral wichtige Rolle der EZB. Sie arbeite derzeit am digitalen Euro. Die EZB wisse, dass eine Hyperinflation (hier die Begriffserklärung) drohe. Sie wisse auch, dass die Leute aus dem Geld fliehen würden, wenn sie das Vertrauen darin verlieren. Mit einem digitalen Euro hätte die EZB Kontrolle über das gesamte Konsumverhalten der Menschen, und könnte zum Beispiel bestimmen, wie viel Geld die Bürger maximal in einem bestimmten Zeitraum ausgeben dürfen. Die Rolle der EZB insgesamt sehen die beiden grundsätzlich mehr als kritisch.

Der große Knall

Markus Krall macht wenig bis gar keine Hoffnung auf eine Rettung unseres jetzigen bestehenden Geldsystems. Der große Crash werde kommen. Je länger EZB und Politik die Probleme hinauszögern würden, desto schlimmer werde der unausweichliche große Knall sein. Immer mehr gesunde Firmen würden sich derzeit anstecken, weil sie als Lieferant zum Beispiel unwissentlich Forderungen gegenüber Zombieunternehmen aufbauen würden, die Forderungen nicht begleichen können. Auch wenn man die Aussicht der beiden auf eine Hyperinflation und einen großen Systemkollaps nicht zwingend teilen muss, so sind ihre Ausführungen und die Zustandsbeschreibungen der aktuellen Lage doch hochinteressant!

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