Anleihen

China: hübsche Zahlen, hübscher Schein – aber zwei neue Pleiten von Staatsunternehmen

FMW-Redaktion

Am Freitag werden Chinas neue BIP-Zahlen veröffentlicht – sie dürften wohl ganz passabel ausfallen. Darauf deuten bereits heutige Aussagen des chinesischen Premiers Li Keqiang hin, der noch vor einem Jahr vor dem Abschwung der chinesischen WIrtschaft gewarnt hatte und sich nun optimistisch zeigt und von einer Erholung spricht.

Die jüngsten Konjunkturdaten scheinen das zu bestätigen: so stiegen die heute Nacht veröffentlichten Export-Zahlen stärker als erwartet, die Importe sanken weniger als befürchtet – allerdings ist das auch der Schwäche des Vorjahresmonats geschuldet, zudem sind verzerrende Effekte durch das Neujahresfest wahrscheinlich. Immerhin: die Importe von Eisenerz, Kupfer und Öl nahmen wieder deutlich zu. Stark verbessert zeigten sich zuletzt auch die Einkaufsmanagerindizes aus dem Reich der Mitte.

Und Chinas Bürger konsumieren wieder. So stieg die Zahl der Autoverkäufe, gefördert durch die Regierung, um 10%, der Verkauf von SUVs legte sogar um 50% zu. Interessant auch, dass die Zahl der Bahn-Passagiere in China zuletzt nach einem lange anhaltenden Abwärtstrend wieder ansteigt.

Seit China den Hochpunkt überschritten hat, also seit ca. fünf Jahren, gab es jedoch häufiger solche Erholungsphasen, die sich jedoch als stets wenig nachhaltig erwiesen hatten. Eines aber ist klar: selbst nach offiziellen Zahlen der Regierung steigt die Verschuldung schneller als das Wachstum: glaubt man Pekinger Daten, wächst das BIP um 6,9% – aber die Verschuldung eben mehr als doppelt so viel, um 15%.

Nun aber häufen sich die Zahlungsausfälle, die in diesem Schuldenexzess aufgebaut worden waren. So verkündete heute Nacht die staatliche Stahlfirma Dongbei Special Steel, dass sie die Zinsen für ihre Anleihen nicht mehr bedienen könne. Und vor wenigen Minuten meldete die staatliche China Railway Materials in einer Pflichtmitteilung an die Clearing-Stelle der Shanghaier Börse, dass sie nicht mehr in der Lage sei, ihre ausgegebenen Anleihen im Volumen von 16,8 Milliarden Yuan zu bedienen. Das Unternehmen macht seit Jahren Verluste, weil die Nachfrage nach Stahl und Diesel-Produkten immer stärker eingebrochen war.

So beruhigend die offiziellen Konjunkturdaten aus China auch sein mögen: trotz der (Zwischen-)Erholung platzt die Schuldenbombe derzeit, wenn auch in Zeitlupe. Das alles wird noch kaschiert, die Aktienmärkte im Reich der Mitte steigen – schöner Schein, dem eine weniger schöne Realität exzessiver Verschuldung zugrunde liegt..



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1 Kommentar

  1. Was interessierts die ultralockeren Geldfälscher weltweit,wenn in China ein Sack Schulden umfällt?

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