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Preise sinken, Verkäufe brechen ein China: Immobilien-Krise verschärft sich – Preise fallen weiter

Konjunkturhilfen verpuffen

Der Immobilien-Markt in China rutscht weiter ab: Preise sinken, Verkäufe brechen ein, und die jüngsten Konjunkturhilfen verpuffen.

China: Immobilien-Krise verschärft sich – Preise fallen weiter

Der Immobilienmarkt in China zeigt weiter Schwäche. Im Juli fielen die Preise für Neubauwohnungen in 70 Großstädten so stark wie seit neun Monaten nicht mehr. Die jüngsten Konjunkturmaßnahmen der Regierung verpuffen, wie aktuelle Daten belegen.

Preise und Verkäufe rutschen ab

Nach Angaben des Nationalen Statistikamts (NBS) vom Freitag gaben die Preise für Neubauten ohne staatlich geförderten Wohnraum im Vergleich zum Vormonat um 0,31 Prozent nach. Gebrauchtimmobilien verloren 0,55 Prozent an Wert. Im Juni hatte der Rückgang noch 0,61 Prozent betragen, die Lage bleibt dennoch angespannt. Die Krise im Immobiliensektor dauert seit mehr als vier Jahren an. Seit dem zweiten Quartal 2024 brechen die Verkäufe erneut ein, was den Druck auf die Politik erhöht, entschlossener zu handeln.

Die Regierung setzt auf staatliche Unternehmen, die unverkaufte Wohnungen von angeschlagenen Bauträgern übernehmen sollen. Doch die Ratingagentur Fitch bezeichnet die Erholung des Marktes als fragil. Sie verweist auf die Abhängigkeit von Konjunktur, Beschäftigung und Haushaltseinkommen. Alle drei Faktoren sind angeschlagen. Ökonomen der Bank Nomura sprechen von einer drohenden Nachfragekrise in der zweiten Jahreshälfte, ausgelöst durch Überkapazitäten, schwächelnde Exporte und die Belastungen im Immobiliensektor.

In den vier führenden Metropolen Shanghai, Peking, Shenzhen und Guangzhou gaben die Preise für Bestandsimmobilien im Juli um mindestens 0,9 Prozent nach. Damit schwindet die Hoffnung, dass diese Städte eine Erholung anführen. In vielen Städten der zweiten und dritten Kategorie, in denen die lokalen Regierungen bereits gelockert haben, fielen die Rückgänge etwas milder aus. Die Tendenz bleibt dennoch negativ.

Immobilien-Investitionen schrumpften in den ersten sieben Monaten 2024 um 12 Prozent. Das ist der stärkste Rückgang seit Beginn der Pandemie.

Die Banken bewerten die Lage unterschiedlich. HSBC erwartet eine Erholung, die vor allem staatlich gestützte Bauträger in den großen Märkten begünstigt. UBS hat die eigenen Prognosen nach einem erneuten Absatzrückgang verschoben. Besonders betroffen bleiben private Entwickler mit schwacher Finanzbasis.

Liquidation von China South City

Ein Gericht in Hongkong ordnete in der vergangenen Woche die Liquidation von China South City Holdings Limited an. Das Unternehmen gilt als der größte staatlich unterstützte Bauträger, der seit Beginn der Evergrande-Krise abgewickelt wird. Mit Verbindlichkeiten von rund 7,8 Milliarden US-Dollar und liquiden Mitteln von lediglich 717,7 Millionen US-Dollar stand der Konzern massiv unter Druck. Gläubiger hatten eine stärkere Unterstützung durch den Hauptanteilseigner Shenzhen SEZ Construction and Development Group gefordert. Diese blieb aus. Die Entscheidung zeigt, dass selbst staatlich gestützte Firmen von der Krise erfasst werden.

Die China Evergrande Group, einst größter privater Immobilienentwickler des Landes, gab unterdessen bekannt, dass ihre Aktien in Hongkong vom Handel ausgesetzt werden.

Neue Maßnahmen mit wenig Wirkung

Einige Städte suchen nach frischen Ansätzen. Peking erlaubt seit Freitag bestimmten Käufern in den Randbezirken unbegrenzt Wohnungen zu erwerben. Analysten werten dies als Versuch der Regierung, den Markt aktiver zu steuern. Doch HSBC betont, dass solche Schritte wenig Wirkung entfalten. Käufer, die mehrfach investieren, richten ihren Blick meist auf zentrale Stadtteile. Ein Markt, der auf diese Gruppe setzt, bleibt anfällig.

Der Immobilien-Sektor bleibt damit ein schweres Hypothek für die chinesische Wirtschaft, die im Juli auch in praktisch allen anderen Sektoren Schwäche zeigte. Die Regierung versucht, das Wachstum zu stabilisieren, während die Branche keine Anzeichen einer schnellen Erholung zeigt.



Dói Ennoson
Über den RedakteurDói Ennoson
Dói Ennoson schreibt unter einem Pseudonym. Er ist China-Experte und vermittelt tiefgreifende Einblicke in das Reich der Mitte.
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2 Kommentare

  1. Wenn die uns ihren Leerstand exportieren würden, hätten wir ne Win-Win.

    Mal ehrlich, die haben viel zu viel von dem was wir am dringendsden brauchen. Die Globalisierung funktioniert richtig gut.

  2. ….China Vanke…mal sehen ob China jetzt die Hufe hoch macht…würde mich auch für Dirk Müller freuen…

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