Asien

China: Immobilienpreise fallen das achte Mal in Folge

Von Markus Fugmann

Die Immobilienpreise in China sind den achten Monat in Folge rückläufig – allerdings scheint sich der Preisverfall zu verlangsamen. So fielen die Preise in den 70 beobachteten Städten im April im Vergleich zum Vormonat um 0,12%, wie das National Bureau of Statistics heute mitteilte. Im Vergleich zum Vorjahresmonat ginegn die Preise um 6,3% zurück, im März hatte der Rückgang im Vergleich zum Vorjahresmonat noch 6,1% betragen. Damit sind die Immobilienpreise im Reich der Mitte seit September kontinuierlich rückläufig (in Bezug auf die Vorjahresmonate).

Im Vergleich zum Vormonat sind die Preis in 48 von 70 Städten gefallen (im März earen es noch 50 von 70). Leicht erholen konnten sich die Preise in Shanghai mit +0,7% und Peking mit +0,6%. Wesentlicher Grund für diese Entwicklung sind die Zinssenkungen der Zentralbank (drei Zinssenkungen innerhalb von sechs Monaten), die Immobilienkredite verbillgen – derzeit liegt der durchschnittliche Finanzierungssatz für Kredite mit Laufzeit über fünf Jahren bei durchschnittlich 5,37%.

Dabei geht aber die Schere zwischen Mega-Cities (Tier1-Städte) wie Shanghai, Pekung und Shenzhen, wo sich die Preise erholen, und den „kleineren“ Städten Chinas weiter auseinander. Besonders in den Tier3-Städten und den Tier4-Städten (allesamt Millionenstädte) zeigt die Preisentwicklung weiter konstant nach unten. In diesen Städten hatten viele Immobilienentwickler auf dem Hochpunkt des Marktes im Jahr 2013 Land zu extrem teuren Konditionen gekauft – und wurden durch den Abschwung des Marktes kalt erwischt. Die Neubauverkäufe waren in 2014 mit -7,8% bereits stark rückläufig, in der ersten Hälfte des Jahres 2015 hat sich dieser Trend fortgesetzt.

Peking versucht alles, um den Abwärtstrend am Immobilienmarkt zu stoppen – zahlreiche Beschränkungen etwa für Käufer von Zweitimmobilien wurden inzwischen wieder aufgehoben. Die weitere Erholung des Immobilienmarktes in China wird davon abhängen, ob die Regierung ihre Geldpolitik weiter lockert und so den Kauf von Immobilien noch günstiger macht. Dennoch: auch bei weiteren Stimulusmassnahmen dürften nur die Tier1-Städte weiter profitieren, während schon die zweite Reihe (Tier2-Städte) auch in den nächsten Monaten kaum Preissteigerungen verzeichnen dürfte.



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