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China will auf Platz 1: Diese zwei aktuellen Nachrichten lassen aufhorchen

Gerade heute kommen zwei Nachrichten zusammen, die den Drang der KP in Peking symbolisieren, dass China weltweit in allen Bereichen auf Platz 1 vorrücken soll, und zwar nicht morgen, sondern am liebsten...

FMW-Redaktion

Gerade heute kommen zwei Nachrichten zusammen, die den Drang der KP in Peking symbolisieren, dass China weltweit in allen Bereichen auf Platz 1 vorrücken soll, und zwar nicht morgen, sondern am liebsten schon gestern. Im Jahr 2007 hatte die KP den Auftrag erteilt, dass China sich unabhängig von den beiden großen Flugzeugherstellern Airbus und Boeing machen solle. Gut, es gibt zwar noch Embraer und Bombardier, aber mal ehrlich. Es ist bis heute ein Zweikampf von Airbus und Boeing!

Heute nun nach zehn Jahren Entwicklungsarbeit hat der staatliche chinesische Flugzeugbauer Comac den Mittelklassejet „C919“ vorgestellt. Der erste Testflug war schon vor drei Jahren vorgesehen, fand aber erst heute statt. Tja, bei allen Flugzeugbauern sind lange Verzögerungen wohl Standard, egal ob in China oder im Westen. Dieses Modell mit 168 Sitzen soll der direkte Konkurrent für den Airbus A320 und die Boeing 737 sein. Zunächst werden jetzt mehrere Testflugzeuge hergestellt.

Die Serienfertigung wird vielleicht in 2 oder 3 Jahren starten. Heißt es dann „warm anziehen bitte“ für Airbus und Boeing? So ganz chinesisch ist die C919 auch nicht, da (nur mal beispielsweise) Lüftung und Fahrwerk von Liebherr Aerospace stammen. Auch andere ausländische Komponentenhersteller liefern für Comac nach China. Fairerweise muss man natürlich sagen, dass auch die bisherigen Platzhirsche diverse Einzelkomponenten für ihre Flugzeuge von zahlreichen weltweiten Zulieferern beziehen. Bei hochkomplexen globalen Lieferketten kann man da eh nicht mehr von amerikanischen, europäischen oder chinesischen Flugzeugen sprechen.


Ein Modell der C919 von Comac. Foto: Kentaro Iemoto/Wikipedia (CC BY-SA 2.0)

Syngenta

Wie auch Comac ist der Chemiekonzern „ChemChina“ ebenfalls ein Staatsunternehmen. Man hat nun endlich die größte jemals durchgeführte chinesische Auslandsübernahme abgeschlossen. Der Schweizer Saatgut- und Pflanzenschutz-Konzern Syngenta sollte schon seit einiger Zeit für 43 Milliarden Dollar gekauft werden. Es zog sich aber endlos lange hin aufgrund von Wettbewerbsbedenken, weil in dieser Branche mit ChemChina, Bayer und DowDuPont nur noch drei Große übrig bleiben, nach jeweils drei Käufen/Fusionen. Heute nun sind nach Ablauf einer Angebotsfrist gut 80% der Syngenta-Aktien dem chinesischen Käufer sozusagen angedient worden. Damit wurde die Mindestannahmequote von 67% klar überschritten.

Der chinesische Staat kauft sich hier de facto Hightech-Wissen in diesem Sektor ein! Natürlich gibt es immer die einen, die von Horror-Szenarien der chinesischen Übernahme des freien Westens reden. Die anderen sehen in solchen Käufen ganz normale Transaktionen. Zu denen zählt wohl (notgedrungen?) auch der derzeitige Syngenta-Chef Erik Fyrwald. Er glaubt nicht an eine Einmischung im aktiven Geschäft. So sagt er nämlich dazu gegenüber CNBC, dass es sehr wichtig sei zu verstehen, dass es sich hierbei um eine reine Finanztransaktion handelt.

Wir meinen dazu: Ach so. Ein chinesischer Staatskonzern scheint 43 Milliarden Dollar gerade noch in der Schublade rumliegen zu haben, und investiert sie lieber in der Schweiz als in China selbst? Will nicht gerade die KP die massive Kapitalflucht raus aus China verhindern? Man kann mehr als nur vermuten, dass es darum geht Spitzentechnologie zu erlangen, und letztlich im eigenen Land zu verwenden. Dass dies eine reine Finanzinvestition ist, wirkt nur schwer vorstellbar, um es mal nett und neutral zu formulieren. Oder wäre es vorstellbar, dass nur mal so als Beispiel die deutsche staatliche Förderbank KfW sozusagen mit Steuergeldern in Südamerika für 40 Milliarden Euro einfach so eine Bank kauft, als Finanzinvestition? Das wäre auch nur schwer vorstellbar.

Und Syngenta? Wie gesagt, man liegt bereits bei einer Annahmequote von 80%. Erik Frywald zeigt sich heute optimistisch, dass letztlich mehr als 90% zustande kommen. ChemChina könne dann falls nötig die verbliebenen freien Aktionäre zwangsweise abfinden. Aktionäre, die bereits angedient haben, erhalten neben 461 Franken pro Aktie noch eine Sonderdividende von 5 Franken pro Aktie. Wenn voraussichtlich im Juni der Kauf technisch komplettiert ist, will ChemChina Syngenta ganz von der Börse nehmen.



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2 Kommentare

  1. Zu „weltweit in allen Bereichen auf Platz 1“ gehört übrigens seit Jahren auch die Kulturvermarktung. Ein Sektor, den in Europa außer den Franzosen kaum jemand so richtig auf dem Radar hat: http://martin-ebner.net/regions/asia/china-kulturerbe/

  2. Flugzeuge sind eigentlich nicht rentabel hmmm

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