China hat seine Finanz-Strategien in den letzten Monaten leicht verändert und Anpassungen bei seinen US-Vermögenswerten und Gold-Reserven vorgenommen.
China kauft wieder die Schulden der USA – aber setzt Pause bei Gold-Käufen fort
Nach einer Phase des Rückgangs stiegen die kombinierten US-Bestände von China und Hongkong im September 2024 auf rund 1,01 Billionen US-Dollar (ca. 950 Milliarden Euro), was einem monatlichen Zuwachs von 0,3% entspricht. Dabei verlagert China zunehmend seine Investitionen von US-Staatsanleihen hin zu höher rentierlichen US-Agentur-Anleihen, wie sie von Fannie Mae und Freddie Mac emittiert werden. Diese gelten als nahezu risikofrei, bieten jedoch im Vergleich zu Staatsanleihen eine höhere Rendite.
Diese Umschichtung steht im Einklang mit Chinas Bemühungen, seine Devisenreserven – die im September auf 3,316 Billionen US-Dollar (ca. 3,12 Billionen Euro) stiegen – effizienter zu nutzen. Die Veränderungen in den Währungsreserven wurden dabei hauptsächlich durch Wechselkursschwankungen beeinflusst. Diese strategische Neuausrichtung dient nicht nur der Maximierung der Renditen, sondern auch der Diversifizierung und dem Schutz vor globalen Risiken.
Die Bestände an Gold blieben mit 72,8 Millionen Unzen (ca. 2.283 Tonnen) unverändert. Der Wert dieser Menge ist aufgrund des gestiegenen Goldpreises leicht gestiegen, wodurch der Anteil des Goldes an den Reserven auf 5,8% anstieg. Damit bleibt China weltweit an sechster Stelle, hinter Deutschland mit seinen 3.370 Tonnen Gold, die fast 69% seiner Währungsreserven repräsentieren.
Saisonal steigende Gold-Nachfrage in China
Während China keine neuen Gold-Käufe seit Mai getätigt hat, zeigte sich eine saisonale Belebung des Gold-Markts in China: Der Goldpreis in Dollar und der Shanghai Gold Benchmark PM (SHAUPM) in Yuan stiegen um 5,0% bzw. 3,7%, was das dritte Quartal mit beträchtlichen Gewinnen abschloss. Die Branche erwarb im September 118 Tonnen Gold von der Shanghai Gold Exchange (SGE), was einem saisonalen Anstieg von 11% gegenüber dem Vormonat entspricht. Dieser Anstieg wurde durch die Nachfrage von Schmuckhändlern angetrieben, die sich auf den erwarteten Verkaufsanstieg während der Nationalfeiertage Anfang Oktober vorbereiteten. Trotz dieser Erholung liegen die Käufe jedoch 18% unter dem 10-Jahres-Durchschnitt.
Darüber hinaus verzeichneten chinesische Gold-ETFs im September erstmals wieder Zuflüsse, da die starke Performance des lokalen Goldpreises Investoren anzog. Die Zuflüsse beliefen sich auf 794 Millionen Yuan (ca. 100 Millionen Euro), was die gesamten verwalteten Vermögenswerte auf 53 Milliarden Yuan (ca. 7 Milliarden Euro) erhöhte. Im bisherigen Jahresverlauf summierten sich die chinesischen Gold-ETF-Zuflüsse auf beeindruckende 16 Milliarden Yuan (+30 Tonnen), womit China im internationalen Vergleich an der Spitze steht.
Im Gegensatz dazu verzeichneten die Volumina der Gold-Futures an der Shanghai Futures Exchange (SHFE) einen Rückgang von 25% im Vergleich zum Vormonat. Der starke Aktienmarkt und die sinkende Volatilität der Yuan-Goldpreise führten zu einer Ablenkung der Investoren, was die Handelsaktivitäten im Bereich der Gold-Futures dämpfte.
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