Das Kredit-Wachstum in China erholte sich im Juli weniger stark als erwartet gegenüber dem Vorjahr, wobei ein wichtiger Kreditindikator auf den niedrigsten Stand seit 2007 fiel, trotz des Aufschwungs durch einen Anstieg der Verkäufe von Staatsanleihen. Darüber berichtet Bloomberg.
China: Kreditvergabe im Juli fällt auf niedrigsten Stand seit Finanzkrise
Die Gesamtfinanzierung in China, ein umfassender Maßstab für Kredite, stieg zwar im Juli um 1,2 Billionen Yuan (167 Milliarden US-Dollar), wie aus Berechnungen von Bloomberg auf Basis der am Mittwoch von der People’s Bank of China veröffentlichten Daten hervorgeht. Dies steht im Gegensatz zu einer mittleren Prognose von 1,6 Billionen Yuan durch Ökonomen in einer Bloomberg-Umfrage und einem Anstieg von 7,7 Billionen Yuan im Vorjahr.
Finanzinstitute vergaben im Monatsverlauf neue Kredite in Höhe von lediglich 49,9 Milliarden Yuan, was den schwächsten Monatswert seit Dezember 2007 darstellt. Die mittlere Prognose hatte bei 300 Milliarden Yuan gelegen – also dem sechsfachen Volumen.
Banken haben es in der Regel nicht eilig, ihre vierteljährlichen Kreditvergabeziele bereits im Juli zu erreichen, was die Finanzierungstätigkeit bremst. Vor einem Jahr schrumpften die Bankkredite an die Realwirtschaft in China zum ersten Mal seit 2005, da die Binnennachfrage einbrach und die Wirtschaft in einen Deflationszyklus geriet.
Angesichts des zumindest nach offiziellen Zahlen soliden Wirtschaftswachstums Chinas in der ersten Hälfte dieses Jahres sind die politischen Entscheidungsträger nicht geneigt, in nächster Zeit weitere Konjunkturmaßnahmen zu ergreifen. Analysten gehen allgemein davon aus, dass die Notenbank PBOC im vierten Quartal eine geldpolitische Lockerung einleiten wird, nachdem sie im Mai die Zinsen und den Mindestreservesatz für Banken gesenkt hatte.
China: Schwache Nachfrage und Deflation
Trotz des starken realen Wachstums leidet die Wirtschaft unter einer sich zunehmend verfestigenden Deflation, die die Kreditnachfrage dämpft. Trumps Handelskrieg gegen China verstärkt die deflationären Tendenzen: chinesische Exporteure sehen sich gezwungen, ihre Preise deutlich zu senken und die Waren zunächst in andere Staaten zu liefern – von wo sie dann Richtung USA exportiert werden.
Das nominale Bruttoinlandsprodukt, das Preisänderungen berücksichtigt, wuchs im zweiten Quartal so schwach wie nie zuvor seit Beginn der Datenreihe im Jahr 1993, wenn man die Pandemie außer Acht lässt.
Chinesische Spitzenpolitiker haben sich in den letzten Wochen darauf konzentriert, den deflationären Preiskampf zu beenden – aber aufgrund fehlender konkreter Pläne ist eine bedeutende Erholung der Wirtschaft in China in naher Zukunft unwahrscheinlich.
FMW/Bloomberg
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Nun berichten sogar schon Markus Fugmann und sein Bloomberg-Wissensuniversum über Probleme oder hinterfragen zumindest kritisch fragwürdige Zahlen zu Chinas Wirtschaft.
Wäre der Urheber dieses Artikels der „linksgrün-versiffte“ Dói Ennoson, würden die Kommentarspalten vor aufgeregten Gegendarstellungen voller wirtschaftlicher und geopolitischer und philosophischer Kompetenz geradezu explodieren.
So aber herrscht betretenes und kontrolliert-entsetztes Schweigen in der sonst so aufgeregten und leicht entzündlichen Protestblase 😘
@Kathie, Sie sind aber eine verbissene Kulturkämpferin, gell? Um Argumente geht es da bei Ihnen eher nicht, wenn man sein eigenes Glaubensbekenntnis reiten kann! Möge am grünen deutschen Wesen die Welt genesen..
Das die Informationen irgendwie nicht wirklich so gut matchen ist ja schon länger Thema. Können Sie gerne mal in die älteren Artikel schauen.
Brummende Wirtschaft und Deflation?
Für mich ist sehr leicht nachvollziehbar, dass die auf Masse ausgelegte Hochdruckproduktion große Probleme verursachen wird, wenn ein bedeutender Abnehmer ausfällt. Wenn die Waren Märkte überschwemmen, fallen die Preise (das ist doch Deflation).
Das ist ähnlich wie bei einer roten Weinrebe. Wenn die zu viel UV-Licht bekommt, wird der Elektronendruck auf Antocyane übertragen, die Rebe bekommt zuerst rote Beeren, dann sogar rote Blätter. Das ist für uns gesund, für die Pflanze aber ein Notmechanismus.
Was werden die Wirtschaftssystem in dem Fall machen?
Da hier die Kreditvergabe stockt – und wenn die Berichte so stimmen – kann man doch davon ausgehen, dass man bereits erkennen kann, dass die Produktion gedrosselt wird. Glaube ich…
Das würde bedeuten: Fette Wirtschaftskrise, oder?
Das Flationsgespenst wird noch in anderen Gegenden der Welt sein Unwesen treiben. Mich würde nicht wundern, wenn in den USA genau das Gegenteil passiert, weil das die Nachfrageseite ist. Angebotsüberschuss in Fernost, Angebotsmangel im Westen.
Wenn die Produktion tatsächlich gedrosselt wird, würde ich fast wagen zu postulieren, dass das nicht das Schlechteste für Europa ist.
Allerdings steckt ja Europa in einer ähnlichen Situation, auch hier können wir davon ausgehen, dass ein Nachfrager ausfällt. Mich würde nicht wundern, wenn wir zwischen Deflation und Inflation hin und her gerissen werden, weil Nachfrageausfall aus Westen und Angebotszuflüsse aus Fernost gegensätzlich wirken.
Traut sich hier jemand eine Vorhersage?
Ich beantworte mal mein eigenes Kommentar.
Wenn einerseits mehr Angebot in die EU kommt und gleichzeigt sich dort Waren stauen, weil weniger Export stattfindet, wirkt das eigentlich gleichsinnig, nicht gegensinnig.
Ich bin mit meiner Chatbot-KI heftigst am diskutieren. Sie beharrt auf Infolationstendenz, ich sehe aber überwiegend deflationären Druck für die nächsten Jahre. Das Thema Lohnerhöhungen ist ja wohl durch nehme ich an. Aktuell geht es ja gerne eher mal um Entlassungen.
Zum Oberen: In der Gesellschaft ist schon eine Polarisierung wahrzunehmen, die durch Berichterstattung gerne etwas angestachelt wird. Foren positionieren sich meist in einer Blase.
@Kathie Worst
Danke, you made my day 😊 – Ihr Kommentar hat in unserem Familienchat für eine kleine Welle der Heiterkeit gesorgt.Teile meiner Familie sollten nach dieser Definiton „Linksradikal“ sein.
Was den Satz „fragwürdige Zahlen zu Chinas Wirtschaft“ betrifft: Die Zahlen zur Kreditvergabe sind eigentlich recht gut überprüfbar, da jede Bank bestimmte Veröffentlichungspflichten hat – dazu gehört auch die Kreditvergabe. In den vergangenen Jahren wurden in China tendenziell eher zu viele als zu wenige Kredite vergeben, was sich auch in einer steigenden Quote fauler Kredite niederschlägt. Die Vergabevolumina sind zudem eine wichtige Kennzahl für die Bonusberechnung von Bankmitarbeitern.
Die einzige Zahl, die man tatsächlich mit Vorsicht genießen sollte, ist die Kennziffer „Gesamtfinanzierung“ (Total Social Financing), die von der PBoC berechnet wird. Analysen und Neuberechnungen von Experten wie Michael Pettis zeichnen hier oft ein realistischeres Bild.
@Doi Ennoson
Gerne, es freut mich, dass Ihre „linkradikale“ Familie und Sie etwas Ironie zu schätzen wissen.
Ich muss nur aufpassen, damit mich der strafende Knüppel der Moderation nicht noch härter trifft 🤕 – immerhin bin ich nun schon mit dem Stigma der religiös-verbissenen Kulturkämpferin mit grünem Wesen gebrandmarkt. Und das alles nur deshalb, weil ich die übliche Protestflut aus der allseits bekannten Wutblase der Kritiker des bösen Westens (und insbesondere der „Meinungsdiktatur Deutschland“) unter Ihren stets sehr guten Artikeln augenzwinkernd auf die Schippe genommen habe.
Mit „fragwürdigen Zahlen zu Chinas Wirtschaft“ meinte ich nicht konkret die speziellen Zahlen zur Kreditvergabe in der ersten Hälfte dieses Artikels. Dahingehend habe ich wohl etwas unpräzise formuliert. Es sollte vielmehr ein Bezug auf die etwas später ebenfalls erwähnten offiziellen Statistiken zum Wirtschaftswachstum usw. sein.
Also die Zahlen, die immer möglichst zielgenau ≥ den 5-Jahresplänen ausfallen sollten (müssen?) und bei denen schon Katastrophenalarm ausgelöst wird, wenn sie mal „nur“ knapp die 5%-Hürde knacken 😄
@Kathie
Ihr erster Kommentar war einfach eine Riesenschippe zu woke. Damit haben Sie die erträglichen Grenzen an grünem Kulturkampf, Klimahysterie und Genderwahn weit überschritten 😅
Ungestraft Grenzen überschreiten darf aber nur einer, und der sitzt im Kreml. Naja, vielleicht auch noch der Bibi in der Balfour Street, aber das darf man so öffentlich nicht sagen, ohne gleich mit 500% Zöllen, einer Milliardenklage und der Nationalgarde vor der Tür sanktioniert zu werden.
Also bitte: Bleiben Sie in Zukunft höflich und leben Sie Ihren Glauben in der Kirche aus 🙏
@Leah
Ich gelobe Besserung, besuche Therapien zur Entwokisierung, trete sofort aus der grünen Klima- und Kulturkampfkirche aus und sage künftig Ja und Amen zu allen rechtslibertären Predigten, die hier geäußert werden. Versprochen! 🤞😊