Gold

China dominiert Gold-Markt China lagert Gold weltweit: Angriff auf den Dollar

Strategisches Ablenkungsmanöver?

China baut weltweit Gold-Lager auf – eine Strategie, die den Dollar schwächen, den Yuan stärken und globale Finanzströme nachhaltig verändern könnte.

Mit der globalen Lagerung von Gold geht China gezielt den nächsten Schritt im Angriff auf den Dollar. Hinter dieser Offensive steckt mehr als reiner Machtaufbau: Es geht um Einfluss, Kontrolle über den Welthandel und die schrittweise Ablösung westlicher Finanzdominanz. Oder ist es doch nur eine Finte?

China mit neuer Strategie: Gold-Handel ohne Dollar

Die Shanghaier Gold-Börse (SGE) plant Lager für Gold im Ausland einzurichten, direkt mit der SGE verknüpft. Nationale und internationale Käufer sollen Gold an der SGE handeln, das aber physisch in anderen Ländern lagert. Der Plan zielt darauf ab, den US-Dollar zu entthronen und China unabhängiger von westlichen Finanzsystemen zu machen. Gleichzeitig öffnet sich eine attraktive Anlageklasse für Chinesen. Sie investieren in Gold und verschieben legal Vermögen ins Ausland.

China dominiert den Gold-Markt. Als größter Produzent, Importeur und Konsument hortet das Land immense Mengen. Jetzt setzt Peking Gold ein, um den Yuan global zu etablieren. Käufer an der SGE handeln in Yuan, ohne den Dollar zu bemühen. Überseelager in Dubai oder Singapur ermöglichen es Investoren, Gold in Shanghai zu kaufen und im Ausland zu lagern. Das steigert die Nachfrage nach Yuan, da Käufer die Währung benötigen.

Die Überseelager passen zur Belt-and-Road-Initiative. Partnerländer wie Kasachstan oder Dubai, etablierte Goldhandelszentren, werden eingebunden. Gold genießt in Krisenzeiten global Vertrauen. Ein Yuan, der Gold handelt, spricht Länder an, die Sanktionen entgehen wollen. Der Dollar, der 90 Prozent der globalen Transaktionen dominiert, gerät unter Druck.

Gold als Fluchtweg für Vermögen der Chinesen

Chinesen gewinnen eine neue Anlageklasse. Strenge Kapitalkontrollen begrenzen Auslandstransfers auf 50.000 US-Dollar jährlich. Gold, in Yuan gekauft und im Ausland gelagert, umgeht diese Beschränkung. Vermögen wird physisch außerhalb Chinas gehalten, ohne Devisenwechsel. Das lockt Wohlhabende, die sich gegen Unsicherheiten absichern. Langfristig stärkt dies den Yuan, da internationale Käufer Yuan erwerben. Kurzfristig droht Abwertungsdruck, wenn viele Chinesen Vermögen verlagern und Kapital abfließt.

Überseelager stoßen auf massive Hürden. Gastländer setzen Regeln für Goldhandel, Steuern, Zoll und Sicherheit durch. In den USA überwacht die Commodity Futures Trading Commission den Markt. Die EU schützt Daten mit der Datenschutzgrundverordnung. Anti-Geldwäsche-Regeln erschweren Transaktionen.

Länder fürchten, China etabliert einen Weg, um westliche Kontrollen und Sanktionen zu umgehen, wie Russland es mit Gold tat. Wer kontrolliert das Gold? Welches Recht gilt bei Streit? China wird Abkommen schließen, vor allem mit BRICS-Ländern, die offener sind. Die westlichen Staaten werden dem Vorhaben skeptisch gegenüberstehen.

Gold als Chinas Waffe oder doch strategisches Täuschungsmanöver?

China versucht seit Jahren, den Yuan international zu stärken und sich gegen den Dollar zu positionieren, mit mäßigem Erfolg. Im März machten Yuan-Zahlungen im SWIFT-System 4,13 Prozent der globalen Transaktionen aus, ein Rückgang von 4,76 Prozent im Juli letzten Jahres. Zudem laufen 80 Prozent dieser Zahlungen über Hongkong. Der Yuan bleibt ein Nischenakteur.

Ein Plan ist ein Plan, und China beherrscht die Kunst, Pläne anzukündigen, die nie umgesetzt werden. Vielleicht geht es gar nicht darum, Überseelager einzurichten. China verliert bei diesem Vorhaben die Kontrolle über physisches Gold – ein Gut, das die Partei schätzt.

Wahrscheinlicher ist ein strategisches Ablenkungsmanöver. Mitten im Handelskrieg mit den USA sorgen die Überseelager für Verwirrung, provozieren westliche Gegenreaktionen und positionieren China als Anführer des globalen Südens. Ein Seitenhieb aus dem Lehrbuch des Sun Tzu.



Dói Ennoson
Über den RedakteurDói Ennoson
Dói Ennoson schreibt unter einem Pseudonym. Er ist China-Experte und vermittelt tiefgreifende Einblicke in das Reich der Mitte.
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6 Kommentare

  1. …Länder fürchten, China etabliert einen Weg, um westliche Kontrollen und Sanktionen zu umgehen…
    Wer, wie die USA, den Dollar als Waffe einsetzen, muss ich nicht wundern, wenn ein Land das zur Weltmacht aufstrebt, seinen Handelspartnern ein Geld (in der Form von Gold) zur Verfügung stellt, das nicht sanktioniert werden kann.
    Durch Drohungen will Trump zwar verhindern, dass Staaten ihre Geschäfte am Dollar vorbei regeln.
    Was auch zeigt, wie sehr die USA sich davor fürchten, dass Chinas Vorhaben Erfolg haben wird.
    Wird China vielleicht auch garantieren, dass für alle von China importierte Waren sich wählen kann, ob sie in Yuan oder Gold bezahlt werden?
    Oder alle Handelsüberschüsse in Gold gewechselt werden können?
    Mal sehen was so passieren wird, und wann China bekannt gibt, wieviel Gold sie wirklich haben.

    Viele Grüße aus Andalusien
    Helmut

    1. Ja, @Helmut, was für eine furchtbare Vorstellung: Man darf seine Nachbarländer nicht mehr ungestraft angreifen. So eine Ungerechtigkeit auch, dass man für einen Angriffskrieg auch noch bestraft wird! Wo kommen wir denn dahin! Ja, immer die Hälfte der Story vergessen, das ist unser Helmut!

      1. Frontsoldat.
        Haben Sie denn nicht einmal etwas sachlicheres zu einem Artikel beizutragen, als Ihr substanzloses Gelaber?
        Schreiben Sie doch einfach mal Ihre Meinung z. B. darüber, warum China sein Gold auf der Welt verteilt, und was für Auswirkungen das auf den Dollar haben kann.
        Natürlich kann das genauso falsch sein wie meine Meinung.
        Oder reicht es dafür nicht?
        Es gibst auch noch andere Dinge auf der Welt, als den Ukrainekrieg.

        Viele Grüße aus Andalusien
        Helmut

        1. @Helmut
          Na, da fühlt sich einer auf den Schlips getreten. Haben wir wieder mal keine Argumente und müssen beleidigen? Tja, Helmut, ich kann mir einen Grund vorstellen, warum China das macht: Sie wollen Taiwan angreifen. Etwas, das du natürlich genauso gut findest, wie die Ukraine anzugreifen.

          Bleiben wir aber bei deinem „substanzlosen Gelaber“: Wie viel Substanz hat denn dein Beitrag? Oder wie sieht es mit anderen aus? Da schimpfst du über die deutsche Energiewende und wie vorausschauend die spanische Energiepolitik ist und zack! fällt in ganz Spanien der Strom aus. So effektiv kann man dein substanzloses Gelaber gar nicht widerlegen.

          Oder du zeigst über Tage, dass du den Unterschied zwischen Mehrwertsteuer und Zöllen nicht verstehst. Tagelang substanzloses Gelaber, und als Krönung schreibt derjenige, der angeblich Jahre Erfahrung mit Steuern hat, dass er nicht verstehen kann, wenn Investitionen, die von irgendjemandem getätigt werden, nicht von einer neuen Gesellschaft steuerabzugsfähig sind. Substanzloses Gelaber in Reinform!

          Nehmen wir dein gesamtes substanzloses Gelaber über den menschengemachten Klimawandel. Da laberst du nur nach, was die von der Erdölindustrie bezahlten EIKE-„Experten“ als substanzloses Gelaber von sich geben.

          Fakten sind für dich so lästig wie Bienen, die um einen Kuchen kreisen. Oder warum lässt du immer die Hälfte weg?

          Also, es wäre schön, weniger von deinem „substanzlosen Gelaber“ hier zu lesen. Argumente hast du ja sowieso eher weniger – und die, die du hast, fliegen dir in schöner Regelmäßigkeit um die Ohren!

          1. @Frontsoldat. Da haben sie sehr schön die geistige Verfasstheit eines der Hauptkommentatoren auf FMW zusammengefasst. Eines Handwerksmeisters, der mit 49 Jahren in den Ruhestand gegangen ist, und der in seinem selbst gewählten Exil glaubt, in wirtschaftlichen, politischen und sogar wissenschaftlichen Dingen eine Art geistiger Führerschaft übernehmen zu können. Was für eine Chuzpe für jemanden, der annimmt, mittels Google die geheimen Strukturen in (Außen)Politik und Wirtschaft ergründet zu haben. Indem er auf bestimmte Seiten verweist, in denen er sich bestätigt fühlt. Alles in allem gemäß dem Motto: Oh wie überzeugend klingt Vieles, wenn ich wenig weiß. Danke für die klarstellenden Fakten.

          2. Ja @ Frontsoldat
            Es reicht offensichtlich tatsächlich nicht für einen themenbezogene Kommentar.

            Viele Grüße aus Andalusien Helmut

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