Asien

China: leuchtendes Vorbild für den Westen

Von Markus Fugmann

In Sachen Menschenrechte ist China schon ganz weit vorne – weshalb man vorsichtshalber ein paar hundert Menschenrechtler und deren Anwälte verhaftet hat. Natürlich zu ihrem eigenen Schutz, weil sie sonst den unheilvollen Einflüssen des Westens ausgesetzt wären.

A propos Westen: der könnte sich, wenn die Dinge einmal ungünstig laufen sollten, an China ein leuchtendes Vorbild nehmen: und zwar dann, wenn es richtig kracht. So hat China faktisch den Markt ausser Kraft gesetzt und staatsnahe Institutionen angewiesen, den Markt nach oben zu kaufen. Das ist eine gute Idee: wenn die Dinge beim Dax schleecht laufen, müssen eben Bayer, Deutsche Bank oder Volkswagen ihre eignen Aktien zurück kaufen – und andere Aktien gleich mit. Dazu die Bundesbank, die KfW etc. Von China lernen, heißt siegen lernen!

Vor wenigen Minuten hat die Notenbank des Landes, die PBOC, mitgeteilt, dass man erneut 109 Milliarden US-Dollar in Banken gesteckt habe: 48 Milliarden in die China
Development Bank, 45 Milliarden in die Export and Import Bank of China, 16 Milliarden in die Agricultural Bank of China.

Begründung: man wolle die Wirtschaft stimulieren. Faktisch sollen also die Banken Chinas ermuntert werden, weitere Kredite zu vergeben – und schon die Auswahl der Banken, die sich über die Liquidität freuen dürfen, zeigt die Stoßrichtung: Infrastruktur, Aussenhandel und Landwirtschaft. Es ist also das alte Stimulus-Muster: bei Problemen baut man Strassen und Brücken, dann wird das schon wieder.

Statistiken zeigen, dass in China alle wichtigen Bereiche derzeit schrumpfen – mit einer Ausnahme: der Finanzsektor. Letzterer hat 0,5% zum BIP beigetragen (von den offiziell genannten 7,0%), hat jedoch nun einen leichten Schiffbruch erlitten, aber führende Politiker versichern, dass die Unruhe jetzt vorbei sei. Gott sei Dank – sie haben wider alles im Griff. Auch die Menschenrechtler..



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