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China – neues Wirtschaftszentrum gegen Trump?

Gerade tobt ein Handelskrieg zwischen den USA und China – scheinbar geht es um den Abbau des Handelsbilanz-Ungleichgewichts zwischen den Supermächten, aber in Wirklichkeit geht es um die technologische, wirtschaftliche und militärische Vorherrschaft auf diesem Planeten. Heimlich still und leise vollzieht sich eine Entwicklung in Asien, die den Kampf um die Weltherrschaft zwischen China und den USA konterkarieren könnte.

 

China und  neue Wirtschaftszone

Bisher ging es in der Weltwirtschaft um drei große Zonen, die das Sagen haben. Die USA, die EU und mehr und mehr China. Nach dem Ausstieg der USA aus der Transpazifischen Partnerschaft TTP, einem Wirtschaftsabkommen, das Donald Trump als eines seiner ersten Amtshandlungen aufgekündigt hatte, treibt China derzeit Verhandlungen voran, die bei Realisierung eine gewaltige Verschiebung der wirtschaftlichen Kraftverhältnisse zur Folge hätten.

Es geht um ein Freihandelsabkommen der Asean, plus 6-Länder, namens RCEP (Regional Comprehensive Economic Partnership). Sollte das Vorhaben gelingen, die zehn Asean-Staaten (mit Singapur, Malaysia, Thailand, Vietnam u.w.) tatsächlich mit China, Südkorea, Japan, Indien, Australien und Neuseeland zu einem Wirtschaftsblock zu vereinen, entstünde die mit Abstand größte Wirtschaftszone der Welt. Dazu ein paar Zahlen der Freihandelszonen:

  • NAFTA – Kanada, USA, Mexico – BIP: 21 Billionen Dollar (2018), Einwohner: ca. 500 Millionen, Anteil am Welthandel: 6,6 Prozent
  • Europa – 28 EU-Staaten – BIP: 17,3 Bio.$, Einwohner: 510 Mio, Anteil am Welthandel: 15 Prozent
  • Freihandelszone RCEP – BIP: 17 Bio. $, Einwohner: 3,6 Mrd., Anteil am Welthandel: 40 Prozent

Ziel des von China betriebenen Abkommens ist unverkennbar die Verringerung der Abhängigkeit von den USA. Die ersten Auswirkungen sind bereits erkennbar, denn nicht zuletzt wegen des Handelsstreits nahm der Warenhandel zwischen China und den anderen RCEP-Staaten im ersten Halbjahr 2019 um mehr als zehn Prozent zu und übertraf erstmals seit über 20 Jahren den Warenaustausch mit den USA.

Sollte sich ein „Asia First“ durchsetzen, so bekommt der „gesättigte“ Westen mehr und mehr Probleme. Egal, ob man auf die Unterschiede in den Arbeitszeiten blickt, den Fleiß und die Genügsamkeit der Bürger, neben der unglaublichen Zahl der Arbeitskräfte bzw. Konsumenten, so wird eine Verschiebung der Kraftverhältnisse schon fast zwangsläufig. Zudem, wenn man den Zahlen des Reports – World Intellectual Property Indicators – Glauben schenkt. Von den 3,3 Millionen Patenten, die im letzten Jahr weltweit angemeldet wurden, kam die Hälfte aus China und damit deutlich mehr als aus dem Land des großen Konkurrenten.

 

Fazit

Wie bereits öfters erwähnt, US Präsident Trump erzeugt mit seiner America first-Politik und der Zerstörung von alten Handelsketten nach und nach auch weltwirtschaftliche Neupositionierungen. Welches Land will sich denn weiter in große Abhängigkeit zu den USA begeben, wenn man nicht weiß, ob wirtschaftliche Abmachungen über die Rahmenbedingungen eine längere Halbwertszeit haben, als die Phase zwischen den Veröffentlichungen des US-Handelsbilanzdefizits. Für teure Investitionen ein unerträglicher Zustand. Deshalb ist die Entwicklung in Asien fast schon eine logische Folge, aber vor allem für Deutschland eine große Herausforderung.

Wie managt man künftig die Handelsbeziehungen in einer zerstrittenen tripolaren Welt?

 

China will sich mit der Wirtschaftszone unabhängiger von Trump machen



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