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China: Notenbank warnt vor Abwärtsdruck, Sojabohnen-Importe aus USA rückläufig, Staatsunternehmen vor Pleite

China zwischen Handelskrieg und Wirtschaftsabschwung

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Derzeit kommen gemischte Signale im Handelskrieg aus China: einerseits stellt Peking die Verhandlungen um den Phase 1 deal als „kurz vor dem Abschluss stehend“ dar, andererseits finden sich in der chinesischen Presse derzeit auffallend viele Attacken gege die USA!

Aber der Reihe nach: am Wochenende hatte Peking mitgeteilt, dass man den Diebstahl gesitigen Eigentums stärker bestrafen werde – die Märkte sahen das als ein Signal an die USA, was Peking jedoch bestreitet: das sei eine von den USA völlig unabhängige Erfordernis der chinesischen Politik.

Auffallend ist derzeit, dass Peking derzeit sich eher optimistisch äussert in Sachen Handelskrieg (und Phase 1 Deal) als die USA. Ein Insider-Bericht, wonach ein dann folgender Phase 2 Deal nicht vor den US-Präsidentschaftswahlen abgeschlossen werden dürfte, weil Peking die Wahlen in den USA (November 2020) abwarten wolle, hat Peking in Gestalt der „Global Times“ zurück gewiesen – die Gespräche stünden kurz vor einem Abschluß:

Andererseits äussert sich derzeit Chinas Aussenminister Wang Yi auffallend negativ gegenüber den USA – am Wochenende hatte Wang auf einem G20-Treffen der Aussenminister die USA als Aggressor bezeichnet, der die Weltordnung gefährde. Heute warnte er die USA vor einer weiteren Einmischung in Hongkong:

So oder so: ob eine stärkere Bestrafung von Diebstahl geistigen Eigentums die Forderungen der USA auch nur ansatzweise erfüllt, darf bezweifelt werden. China will offenkundig auf Zeit spielen in der Hoffnung, dass Trump die Wahlen verlieren könnte, selbst aber nicht den Stecker ziehen für die Verhandlungen – man macht gute Miene zu bösen Spiel, damit nicht der Vorwurf ensteht, man habe nicht wirklich einen Deal angestrebt. Falls die Verhandlungen scheitern, kann man dann der Trump-Administration den schwarzen Peter zuschieben!

Einer der Forderungen der USA ist bekanntlich, dass China US-Landwirtschaftsgüter im Volumen von 50 Milliarden Dollar kauft. Nun dürfte sich der Schweinebestand Chinas seit Ausbruch der Schweinepest aber halbiert haben, was die Nachfrage im Reich der Mitte nach Sojabohnen (das als Schweinefutter genutzt wird) naturgemäß geringer ausfallen läßt. Laut heute veröffentlichten Daten kaufte Peking im Oktober aus den USA Sojabohnen im Volumen von 1,15 Milllionen Tonnen – deutlich weniger als noch im September (1,73 Millionen Tonnen). Das ist die geringste Menge seit drei Monaten und zeigt, wie weit die Forderungen der USA und die Realität auseinander liegen. Auch der Import von Sojabohnen aus Brasilien ging wegen der Schweinepest zurück (von 4,79 Millionen Tonnen im September auf nun nur noch 3,87 Millionen Tonnen im Oktober) – aber gleichwohl kauft eben Peking mehr als die dreifache Menge in Brasilien als in den USA!

Unterdessen hat heute Chinas Notenbank vor einem verschärften Abwärtsdruck der chinesischen Wirtschaft gewarnt. Man könne die Risiken und Probleme der Wirtschaft nicht schnell lösen, werde aber stimulierende Steuersenkungen durchführen.

Eiens dieser Probleme ist die immense Verschuldung chinesischer Staatskonzerne (ca. 160% des BIP). Am Freitag hatte der größte Staatskonzern aus der wirtschaftlich schwachen Provinz Tianjin, Tewoo Group Corp., mitgeteilt, dass man die Auszahlung eines fälligen Coupons einer Anleihe im Volumen von 1,25 Milliarden Dollar nicht bedienen könne. Investoren, die auf einer Auszahlung bestünden, müssten 64% Verlust hinnehmen. Bereits in der letzten Woche musste Tewoo Group Corp. sich von einer Staatsbank 500 Millionen Dollar per Notkredit besorgen, um den vorherigen Coupon auszahlen zu können. Ist Tewoo Group Corp. nur die Spitze des Eisbergs bei den hoch verschuldeten Staatsunternehmen Chinas?

Der Handelskrieg belastet die Wirtschaft in China

3 Kommentare

3 Comments

  1. Avatar

    barthez72

    25. November 2019 14:41 at 14:41

    Tja,irgendwann muss die Realität den Sozialismus ins richtige Verhältnis zum Kapitalismus rücken.
    2015 war der erste Move und jetzt kommt der Zweite ? Die Menschen lassen sich eben nicht ewig täuschen.

  2. Avatar

    Wolfgang M.

    25. November 2019 14:50 at 14:50

    @bartez72. Ihr Kommentar gefällt mir. Sollte China der Spruch von US-Präsident Abraham Lincoln einholen, den er, aus welcher Gesinnung auch immer, gesagt haben soll:
    „Man kann einen Teil des Volkes die ganze Zeit täuschen und das ganze Volk einen Teil der Zeit. Aber man kann nicht das gesamte Volk die ganze Zeit täuschen.“
    Grüße

    • Avatar

      Kritisch on fire

      25. November 2019 17:14 at 17:14

      Der AL zugerechnete Spruch gilt aber zumindest auch für die westliche Hemisphäre und deren Staatsoberhäupter – so hoffe ich zumindest!

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Folgenes Schaubild zeigt, wie aus einem Kauf von Optionen (Calls) auf die Amazon-Aktie im Volumen von 1500 Dollar letztlich Käufe der Amazon-Aktie von 230.000 Dollar resultieren:

Optionen und die Rally von US-Tech-Aktien

Optionen – wie funktionieren sie?

Optionen – das ist zunächst zentral – haben nichts mit den in Deutschland sehr beliebten Optionsscheinen zu tun. Optionsscheine wie auch CFDs sind in den USA verboten, daher greifen Spekulanten in Übersee neben Futures, ETFs und dem direkten Investment in Aktien verstärkt auf Optionen zurück. Wer verstehen will, was an der Wall Street wirklich gespielt wird, sollte sich daher mit Optionen und ihrer Handhabung beschäftigen!

Dafür jedoch braucht man ein gewisses know-how. Vor allem sollte man wissen, dass die Volatilität eine zentrale Rolle spielt, inbesondere die „implizite Volatilität„:

„Während die historische Volatilität die Schwankungsbreite eines Wertpapiers oder Rohstoffs in der Vergangenheit angibt, ist die implizite Volatilität ein Maßstab für die Markterwartungen an die künftige Volatilität.“

Daneben gibt es Begriffe wie „im Geld“ oder „aus dem Geld“. Dirk Schuhmanns hat dieses Prinzip als ein maßgeblichen und wahrscheinlich bewußt inszentierten Treiber etwa für den Höhenflug der Aktie von Tesla ausgemacht – und zeigt, wie oben im Schaubild anhand der Amazon-Aktie dargestellt, wie das in der Praxis funktioniert:

„Das Prinzip dahinter ist, Call-Optionen kurzer Laufzeit relativ weit aus dem Geld zu kaufen, also mit Ausübungspreisen oberhalb des aktuellen Kurses. Diese Optionen sind günstig und der Optionsverkäufer muss nur wenige Aktien kaufen, um sein Risiko abzusichern. Jetzt braucht es noch eine Zündung des Gemisches. Irgendetwas muss dafür sorgen, dass der Aktienkurs überhaupt erst einmal zu steigen beginnt. (..) Doch wenn der Aktienkurs steigt und sich dem Ausübungspreis der gekauften Optionen nähert, müssen die Market Maker als Verkäufer der Optionen immer mehr Aktien nachkaufen, um ihr steigendes Risiko zu kompensieren. So kann sich eine Absicherungsposition schnell von drei Aktien pro Optionskontrakt auf 80 oder 90 steigern, während der Optionskäufer vielleicht nur den Gegenwert von fünf Aktien investieren musste. Diese zusätzliche Hedging-Nachfrage ist es dann, die den Kurs antreibt. Der Optionskäufer wiederrum kann durch kontinuierliche Nachkäufe neuer Optionen mit höherem Strike dieses Spiel am Laufen halten.“

Wer mehr über Optionen wissen will, ist bei Jens Rabe auf jeden Fall an der richtigen Adresse. In folgendem Video erklärt er Grundprinzipien der Optionen:

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