Allgemein

China: Pleite eines staatlichen Unternehmens abgewendet – kommunistischer Kapitalismus

FMW-Redaktion

Es ist ein denkbar ungünstiger Zeitpunkt für schlechte Konjunkturdaten aus China: Staatschef Xi Jinping weilt bekanntlich in den USA, und da sind Meldungen wie der heute auf den tiefsten Stand seit der Finanzkrise gefallene Caixin-Einkaufsmanagerindex (Gewerbe) nicht eben optimal. Der Index fiel auf 47,0 (Prognose war 47,5), dagegen waren – und das geht heute etwas unter – die Einzelhandelsumsätze mit 10,8% sogar etwas besser als erwartet und auch besser als noch im Juli.

Xi Jinping hat denn auch in einer Rede in Seattle erneut versucht, zu beruhigen. Nein, es bestehe wenig Raum für eine weitere Abwertung des Yuan, die Wirtschaft habe etwas Gegenwind, aber sei dennoch stabil, die Intervention am Aktienmarkt sei gerechtfertigt, das hätten andere schließlich auch schon gemacht. In diese Beruhigungsversuche reiht sich auch der Kommentar von Dr. He Fan ein, der die Daten des Caixin-Einkaufsmanagerindex erhebt:

„The Caixin Flash China General Manufacturing PMI for September is 47.0, down
from 47.3 in August. The decline indicates the nation’s manufacturing industry
has reached a crucial stage in the structural transformation process. Overall,
the fundamentals are good. The principle reason for the weakening of
manufacturing is tied to previous changes in factors related to external demand
and prices. Fiscal expenditures surged in August, pointing to stronger
government efforts on the fiscal policy front. Patience may be needed for
policies designed to promote stabilization to demonstrate their effectiveness
.“

Tenor: Geduld, die Reformen werden wirken, Appel an den Glauben, dass Chinas Führung schon weiß, wie sie die Wirtschaft wieder in Gang bringen kann. Und weil Peking wenig Lust auf schlechte Nachrichten hat, hat man heute wieder ein im Grunde zahlungsunfähiges staatliches Unternehmen gerettet: China Erzhong Group (Deyang) Heavy Industries. Das Unternehmen war nicht mehr in der Lage, die Zinsen für zwei Anleihe zu bezahlen (geschweige denn die Schulden begleichen zu können) – und jetzt übernimmt die zur gleichen Unternehmensgruppe gehörende China National Machinery Industry Corporation die Zahlungen für die beiden Unternehmensanleihen der China Erzhong Group (Deyang) Heavy Industries.

Bravo! So geht also kommunistischer Kapitalismus chinesischer Art: wenn der eine nicht zahlen kann, zahlt eben der andere!



Kommentare lesen und schreiben, hier klicken

Lesen Sie auch

1 Kommentar

  1. Es gab heute gar keine China Einzelhandelsumsätze Daten. Diese 10,8% ist von vor 1,5 Wochen!

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.




ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Meist gelesen 7 Tage