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Trotz vieler Maßnahmen China: Preise für Immobilien kollabieren wie seit Jahren nicht

China Immobilien kollabieren wie seit Jahren nicht
Foto: Bloomberg

Die Preise für Immobilien in China sind im Mai so rapide gefallen wie seit Jahren nicht mehr! Offensichtlich greifen die Bemühungen des Pekings zur Stützung des Immobilienmarktes noch nicht – die Nachfrage nach Immobilien bleibt sehr schwach. Darüber berichtet Bloomberg.

China: Preise für Immobilien weiter im freien Fall

Die Preise für neue Häuser in 70 Städten (ohne staatlich geförderten Wohnraum) sanken im Vergleich zum April um -0,71 % und damit so stark wie seit Oktober 2014 nicht mehr, wie aus den Zahlen des Nationalen Statistikamts vom Montag hervorgeht. Die Werte bestehender Häuser fielen um -1%, der stärkste Rückgang seit mindestens 2011, als China die derzeitige Datenerfassungsmethode einsetzte.

Im vergangenen Monat hat China ein umfassendes Rettungspaket für den Immobilien-Sektor vorgestellt, um die größte Wolke über Chinas Wirtschaft zu beseitigen. Dabei wurden die Hypothekenregeln gelockert und die lokalen Regierungen ermutigt, unverkaufte Häuser zu kaufen. Drei der größten Städte des Landes – Schanghai, Shenzhen und Guangzhou – haben seitdem erhebliche Erleichterungen für Immobilienn-Käufer eingeführt, indem sie die Anforderungen an die Anzahlung gesenkt und Raum für günstigere Hypotheken geschaffen haben. Die Hauptstadt Peking hingegen hat sich noch nicht in diese Richtung bewegt.

Anleger und Analysten bleiben jedoch skeptisch, dass die Maßnahmen ausreichen werden, da die Zentralbank bisher nur begrenzte Mittel zur Verfügung gestellt hat und die bestehenden Versuchsprogramme in mehreren Städten nur langsam vorankommen. Das Überangebot an Wohnraum hat die Preise nach unten gedrückt, so dass die Menschen weniger Grund haben, in Immobilien zu investieren.

Die schwächer als erwartet ausgefallenen Immobilien-Preise deuten darauf hin, dass die Maßnahmen das Vertrauen der Hauskäufer noch nicht gestärkt haben, so Raymond Cheng, Leiter der China-Immobilienforschung bei CGS International Securities Hong Kong. Er erwartet, dass die Behörden die lokalen Regierungen dazu drängen werden, die Umsetzung der Politik zu beschleunigen.

Auch der Preisrückgang verstärkte sich gegenüber dem Vorjahr. Die Preise für neue Häuser fielen um -4,3% und die Preise für gebrauchte Häuser um -7,5%, so das Statistikamt.

Ein Indikator für chinesische Bauträgeraktien fiel am Montagmorgen um bis zu -2,4% und rutschte damit weiter in einen Bärenmarkt, der 23% unter seinem Höchststand von Mitte Mai lag.

Ökonomen an der Wall Street rechnen mit neuen Maßnahmen und zusätzlichen Finanzmitteln in Pekings Versuch, den Immobilien-Markt zu stützen, nachdem hochrangige politische Entscheidungsträger in einer Kabinettssitzung Anfang des Monats darauf gedrängt hatten, bei Maßnahmen zum Abbau des Wohnungsbestands „offen“ zu bleiben und bei der Einführung von Unterstützungsmaßnahmen „kreativer und mutiger“ zu sein.

Karl Chan, Immobilienanalyst bei JPMorgan Chase & Co., erwartet eine weitere Lockerung der Beschränkungen für den Erwerb von Wohneigentum. Volkswirte der HSBC Holdings sagen weitere Maßnahmen zum Abbau von Lagerbeständen voraus. Neue Schritte sind vor allem dann wahrscheinlich, wenn sich der Immobilien-Markt in den kommenden Monaten nicht weiter erholt, so Hui Shan, Wirtschaftsexperte bei Goldman Sachs Group Inc.

Die Finanzierung für Bauträger ist weiterhin schwach, seit die Regierung Ende letzten Jahres eine „weiße Liste“ von Immobilien-Unternehmen aufgestellt hat, die für Kredite in Frage kommen. Ein breiter Indikator für die Finanzierung von Bauträgern, der Darlehen, Anleihen und Erlöse aus Hausverkäufen umfasst, schrumpfte weiter stark, und zwar um 24,3 % im Vergleich zum Vorjahr, wie separate Daten am Montag zeigten.

Die Anleger sind noch nicht davon überzeugt, dass der Einbruch im Wohnungsbau einen Wendepunkt für die in Geldnot geratenen Bauunternehmen erreicht hat. Letzte Woche wurde die Dexin China Holdings Co. als letztes Bauunternehmen von einem Hongkonger Gericht zur Liquidation verurteilt.

Im Mai zeigten sich einige Hoffnungszeichen. Nach Berechnungen von Bloomberg, die auf den Zahlen der ersten fünf Monate des Jahres beruhen, stiegen die Wohnungsverkäufe gegenüber April um +13,5 %, der erste nennenswerte Anstieg in diesem Jahr.

Dennoch gehen die Meinungen der Marktbeobachter über die Aussichten auseinander. Chinas Immobilien-Verkäufe werden wahrscheinlich in den nächsten zwei bis drei Monaten mit Hilfe der anhaltenden politischen Lockerung die Talsohle erreichen, insbesondere wenn weitere Fortschritte beim Abbau überschüssiger Bestände erzielt werden, schrieb Wang Tao, Chefvolkswirt der UBS Group AG für China, in einer kürzlich erschienenen Notiz.

„Die Verkäufe könnten sich im Juni weiter verbessern, wenn die Unterstützungsmaßnahmen auslaufen und die Bauträger ihre Verkäufe für ihre Zwischenergebnisse hochfahren“, sagte Chen Wenjing, ein Forscher bei der Immobilienagentur China Index Holdings. „Aber wie schnell der Immobilien-Markt die Talsohle erreichen kann, hängt sehr stark von den Einkommensaussichten der Hauskäufer ab.“

FMW/Bloomberg

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