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Chinas Presse warnt vor Pleitewelle

Das offiziöse China Securities Journal warnt vor einem Dominoeffekt von Pleiten im dritten Quartal des Jahres. Angesichts von hohen Rückzahlungsforderungen, die im dritten Quartal fällig werden könnte die Pleite eines systemrelevanten Unternehmens einen Dominoeffekt von Pleiten nach sich ziehen, zumal sich die Kreditbedingungen weiter verschärfen dürften, so das China Securities Journal. Besonders gefährdet seien Unternehmen aus den Sektoren Stahl, Immobilien und Rohstoffhandel durch ihre extreme Kredithebelung („mutual guarantees and triangle debt“). Gleichzeitig schlägt das China Securities Journal vor, Privatinsolvenzen von Einzelpersonen zu erlauben, um Banken von zusätzlichen Risiken zu befreien und Fehlallokationen von Kapital zu vermeiden. Nur so könne verhindert werden, dass weitere Liquidität in Branchen fließe, die ohnehin schon unter Überkapazitäten litten.

Die Verschuldung Chinas liegt nach Berechnungen des China-Experten Stephen Green von Standard Chartered Bank derzeit bei ca. 250% des BIP – und ist alleine in 2014 um 20% angestiegen. Green bezieht – im Gegensatz zu offiziellen Statistiken Chinas – auch Schattenbanken und offshore-Unternehmen mit ein. In den letzten fünf Jahren ist demnach die Verschuldung um 100% des chinesischen BIPs gestiegen. Damit wuchsen Chinas Schulden mehr als doppelt so schnell wie in den Jahren vor Platzen der Blase in Japan oder auch vor der Finanzkrise in den USA – wie die Ratingagentur Fitch warnte.

Dessen ungeachtet scheint in China der Markt für Mortgage Backed Securities (MBS) wiederbelebt zu werden. So lancierte Postal Savings Bank of China ein MBS-Vehikel im Volumen von 1,1 Milliarden Dollar, um das Geld als Kredit für Hauskäufer weiter zu reichen. Damit erlaubt die Regierung erstmals seit sieben Jahren wieder die Auflegung eines MBS-Produkts – im Zuge der Finanzkrise hatte das Land derartige Produkte verboten.

Die aufgenommene Gelder bei MBS-Vehikeln erscheinen nicht in der Bilanz der Bank, sondern werden bei Zweckgesellschaften verbucht – tendenziell werden dadurch Risiken verschleiert. Nun sieht es so aus, dass China aus Angst vor einem Zusammenbruch des Immobilienmarkts weitere Liquidität in die Märkte pumpt – vorgestern hatte die Regierung der China Bank of Development 1 Billionen Yuan zugeführt – ebenfalls zur Weitergabe für Kredite an potentielle Hauskäufer..



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