Asien

China: Rally trotz Katastrophen-Daten

Von Markus Fugmann

Die Hoffnung stirbt zuletzt: in Shanghai und Shenzhen steigen die Kurse jeweils knapp über 4% – und das trotz (oder gerade wegen) katastrophaler Konjunkturdaten aus dem Reich der Mitte.

So fielen die Exporte um 8,3% gegenüber dem Vorjahr, die Importe sanken 8,1%, wie am Samstag veröffentlichte Daten zeigen. Gestern dann die Veröffentlichung der Produzentenpreise, die mit 5,4% noch deutlich fielen als ohnehin schon erwartet. Das war der 40.monatliche Preisrückgang der Produzentenpreise in China in Folge.

Die Hoffnung ist nun, dass Peking großflächige Stimulusmanssnahmen beschliessen wird – und das trotz der klaren Absage der chinesischen Notenbank PBOC am Freitag.

Wie eine Wirtschaft so mit angeblich 7% wachsen kann, ist mehr als ein Rätsel. Kaum ein ernsthafter Ökonom geht jedoch davon aus, dass die Zahl von 7% der Realität entspricht – entweder, weil die Regierung die Zahlen bewußt maanipuliert, oder weil die Erfassungsmethoden extrem ungenau sind.

Unterdessen hat der zweitgrößte Broker der Landes, Guotai Junan Securities, angekündigt, sogenannte asset backed securities (ABS) zu emitieren, die auf Aktien-Krediten von Kunden basieren. Dazu verkauft Guotai Anleihen im Umfang von 500 Millionen Yuan.

Sollte der Aktienmarkt weiter steigen, ist das eine vermeintlich gute Sache. Wenn nicht, passiert das, was in den USA in der Finanzkrise passierte: eine Abärtsspirale, die sich potenziert. Faktisch lagert der Broker damit nämlich die Risiken auf Anleihehalter aus und schafft damit eine Struktur, die nicht einmal in den USA im größten Überschwwang vor dem Crash auch nur den Hauch einer Genehmigungs-Chance durch die Regulierungsbehörden gehabt hätte. Peking, das diese Praxis genehmigt hat, ist offenkundig zu allem bereit, um den Crash an seinen Aktienmärkten zu stoppen.



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