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China: Ratingagentur S&P warnt vor „gigantischen Kreditrisiken“!

Chinas verdeckte Schulden – und die Konjunktur kühlt weiter ab!

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Sind Chinas Schulden tragfähig?

Kaum ein Land der Welt ist so verschuldet wie China – mithin ist also das Land dazu verdammt, zu wachsen, um dieses Schuldenlast überhaupt noch tragen zu können. Aber sind diese Schulden tragfähig?


(Chart durch anklicken vergrößern)

 

Alleine Chinas staatliche Unternehmen sind mit ca. 160% des BIP verschuldet, die Konsumenten im Reich der Mitte dagegegen sind im internationalen Vergleich recht gering verschuldet. Auch die Verschuldung des chinesischen Staates scheint sich in Grenzen zu halten – scheint! Denn da gibt es gewissermaßen verstecke Schulden, die bei den Provinzregierungen liegen, und genau vor diesen Schulden hat nun die amerikanische Ratingagentur S&P in einer Analyse gewarnt!

 

Verstecke Schulden

Die Zentralregierung in Peking gibt den Provinzen klare Vorgaben in Sachen Verschuldung – allerdings werden diese häufig umgangen durch die sogenannten Local government financing vehicles (LGFVs). Faktisch sind das Investmentvehikel, die nicht in die Bilanzen der Provinzregierungen einfließen und vor allem Infrastrukturprojekte finanzieren sollen. Da diese Infrastrukturprojekte meist langfristig angelegt sind, fehlt es häufig an Erträgen, um die Schulden wieder zu minimieren – im Gegenteil werden oft neue Schulden aufgenommen, um bestehende Schulden aus diesen LGFVs zu refinanzieren.

S&P warnt nun vor einer verdeckten Schuldenbombe und schätzt die in LGFVs versteckten Schulden der Provinzen auf 40 Billionen Yuan (ca. 5 Billionen Euro). Das entspricht ca. 60% der chinesischen Wirtschaftsleistung. S&P sieht darin ein „alarmierend  hohes Niveau“. Bislang seien sie Versuche Pekings, die in den LGFVs schlummernden Schulden tragfähig zu gestalten, nur sehr begrenzt erfolgreich gewesen.

Faktisch heißt das: die Schulden Chinas sind immens – und werden aufgrund der Demografie des Landes latent weniger tragfähig. Durch die jahrzehntelange Ein-Kind-Politik wird Chinas Gesellschaft schrumpfen, immer weniger Arbeitsfähige werden immer mehr Rentner finanzieren müssen. Die Einzelkinder wiederum sind – so steht zu vermuten – weniger leidensfähig als noch vorherige Generationen, sie werden von ihren Eltern gewissermaßen als Investment gesehen und sich in den nächsten Jahrzehnten einer kaum zu bewältigenden finanziellen Lage gegenüber sehen.

 

Smartphones als Anzeichen der Abkühlung Chinas

Unterdessen zeigen neue Daten aus China Anzeichen einer Abkühlung, die auch die globale Konjunktur betreffen wird: so sind die Smartphone-Auslieferungen (mobile phone shipments) von Januar bis September im Vergleich zum Vorjahr um -17% gefallen. Dabei schneiden chinesische Hersteller besser ab als ausländische, da chinesische Mobilgeräte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nur um -9,1% rücklaufig waren zwischen Januar und September.

Kürzlich hatte Goldman Sachs gewarnt, dass die Verkäufe von Apple-Produkten (vor allem iPhones) in China enttäuschen dürften, weil Chinas Konjuhnktur deutliche Anzeichen einer Abkühlung zeige. Zudem dürften viele Chinesen angesichts des von den USA begonnenen Handelskriegs amerikanische Produkte tendentiell meiden.

Unterdessen mehren sich die Anzeichen, dass China versucht, angesichts des schwierigen konjunkturellen Umfelds die Aktienmärkte des Landes zu stützen, die sich seit Jahresbeginn so schlecht entwickelt haben wie in kaum einem anderen Land der Welt. So hat Peking die Regularien für Aktienrückkäufe von börsengelisteten Firmen deutlich gelockert, nun haben offenkundig einzelne Lokalregierungen beschlossen, zur Stützung der Aktienkurse lokaler Unternehmen Milliarden von Yuan zur Verfügung zu stellen.

 

By Australian cowboy (talk) – Own work (Original text: I (Australian cowboy (talk)) created this work entirely by myself.), GFDL, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=11970448

26 Kommentare

26 Comments

  1. Avatar

    Wahrsager

    16. Oktober 2018 12:30 at 12:30

    Schon lustig, wie kann ein Land durch Wachstum seine Schulden bezahlen wenn Wachstum nur durch Schulden entsteht? irgendwie scheinen einige das ex nihilo Geldsystem noch nicht recht in der Gänze verstanden zu haben.
    Auf alles durch Wachstum entstandene Schulden sind Zinsen hinterlegt die nie mitgeschöpft werden,… schon allein aus diesem Grund können Schulden NIE abgebaut werden sondern erzeugen immer neue…. Ponzi und so?
    Das Produkt der Banken sind immer Schulden. An jedem Tag an dem sie weltweit weiter wachsen wird die Macht dieser privaten Geldmacher gestärkt…
    Es gibt in diesem Spiel für alle kein Entrinnen bis zum Reset… Punkt!

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      tm

      16. Oktober 2018 16:17 at 16:17

      Es geht natürlich auch nicht darum, die Schulden absolut abzubauen, sondern die Schuldenquoten zu reduzieren. Und natürlich können die absoluten Schulden langsamer steigen als das nominale BIP. Das ist immer wieder geschehen, die Liste an Beispielen ist sehr lang.

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        Wahrsager

        16. Oktober 2018 19:09 at 19:09

        Ich weiß ja nicht wie manche so gedanklich an die Sache rangehn ,
        ich mein,… wenn man einen Korb mit 5 Äpfeln hat und 8 werden rausgenommen braucht es 3 Äpfel damit der Korb wieder leer ist… klar soweit.
        Nichts anderes ist unser System, da nutzt es auch nichts über Quoten und absolute Schulden zu diskutieren. Es gibt in der Natur kein Minus, alle ist alle.
        Nur in irgendwelchen mathematischen Gehirnwindungen finden solche Überlegungen statt.
        Vielleicht sollte man sich zukünftig darauf konzentrieren das System auf eine Bedarfsökonomie umzustellen und nicht alles auf Pump zu machen… das wäre doch mal ein Ansatz,oder?

        • Avatar

          joah

          16. Oktober 2018 19:31 at 19:31

          Ja, damit könnten zwar einige Blasenbildungen (sinnfreie Überbuchungen) verhindert werden, jedoch wahrscheinlich nicht alle. Die Wertpapiermärkte werden ja faktisch von der überbordenden Erwartungshaltung als Aggregat aller mit dem Streben nach Gewinn überbucht (Gier; Blasenbildung), welche damit immer noch fortbestünde.

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          seidenschwann

          16. Oktober 2018 19:47 at 19:47

          Toller Kommentar

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        joah

        16. Oktober 2018 19:22 at 19:22

        Selbst wenn man die Schuldenquoten reduzieren will, tritt man immer wieder gegen den Zins/Zinseszins an. Dies mag einzelnen Staaten (den leistungsfähigsten) gelingen, aber immer nur auf Kosten anderer. Einer – eher mehrere – müssen immer verlieren, so ist diese Systematik leider bisher konzipiert worden.

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          Wahrsager

          16. Oktober 2018 20:04 at 20:04

          Jip absolut korrekt,… aber das System ist menschengemacht, also durchaus änderbar wenn man es wollte, oder? Ein Problem der menschlichen Emotion? Evolution?
          Aber auch nichts spricht gegen die Gier und der Blasenbildung. Glass-Steagall Act war doch mal eine Idee. Wer der Gier nicht entkommen kann darf ins Casino gehn, auf eigene Gefahr….
          Nichts ist alterantivlos…

          • Avatar

            joah

            16. Oktober 2018 20:37 at 20:37

            Ja, alles ist änderbar. Das schwierige daran ist, das man gegen eine derart festgefahrene und verkarterte Ideologie antritt, die (anscheinend) viele gar nicht loslassen wollen – gleichwohl diejenigen noch gar nicht mal wissen, warum.

            Die noch viel schwierigere Frage ist doch aber hingegen: Wenn wir wissen, das Spielkasinos nur die Kasse nähren, ergo den Benutzer nur schädigen können, warum lassen wir diese dann zu? Warum versuchen wir überhaupt mitzuspielen, wenn wir doch ohnehin wissen, das 99% verlieren werden?

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    Altbär

    16. Oktober 2018 20:27 at 20:27

    Dieses schon lange bekannte u. immer wieder erwähnte Problem von China sollte mindestens den Dauerhaussiers zu denken geben.Hat übrigens viel Ähnlichkeit mit Japan um die 90 er Jahre.
    Nikkeizerfall von 39000 auf ca.7000 lässt grüssen. (. Verlust ca. 80 % )
    @ Andreas , haben sie auch schon gedacht, dass solche Korrektürchen wieder einmal passieren könnten?

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      Andreas

      16. Oktober 2018 21:38 at 21:38

      @Altbär

      Ich hoffe es. Denn tief im Herzen bin ich auch ein Altbär(-;
      Aber an der Börse geht es für mich nun mal ums Geld verdienen. Da sind meine Gefühle und Empfindungen fehl am Platz. Der Markt hat nun mal immer Recht, wissen sie doch.
      Die Statistik spricht nun mal gegen die Bären. Es ist oft sehr hilfreich an der Börse sein Hirn auf Sparflamme zu stellen, stupide Long gehen und ganz einfach nur Geld verdienen. Alles andere drumherum an der Börse ist Nebensache. Und erst Recht FUNDAMENTALES.

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        Wolfgang M.

        17. Oktober 2018 07:51 at 07:51

        @Andreas. Sorry, wenn ich mich einmische, aber mit dem Rückschluss auf das „Fundamentale“ liegen Sie aus meiner Erfahrung falsch. Mittel- und langfristig ist dies das entscheidende, nur hat man die Infos nicht im Voraus. Die Börse nimmt die wirtschaftliche Entwicklung in den meisten Fällen 6 bis 12 Monate vorweg. Ich möchte Ihnen zur Verdeutlichung nur einen kleine Auszug aus meiner nächsten Wochenzusammenfassung bringen:

        Der Dax ist in diesem Jahr besonders schlecht gelaufen. Ständig schlechte Nachrichten von Zollstreit, Brexit, Italien u.s.w. sind das eine, das andere aber die real erwirtschafteten Unternehmensgewinne. Das ist langfristig noch immer das Wichtigste. Und da zeigt sich: Der Dax wird 2018 nicht die Gewinne erreichen, die man zu Jahresbeginn eingepreist hatte.
        Nach 2017, dem Jahr in dem die Unternehmensgewinne um ca. 50% zugelegt hatten, werden die Gewinne 2018 sehr wahrscheinlich bei 95 Mrd.€ stagnieren und nicht zulegen. 20 von 30 Dax-Unternehmen haben schon Grewinnwarnungen herausgegeben. Das ist schlussendlich der Grund, warum der Dax gefallen ist.

        Wenn jetzt eine Rezession kommen sollte und die Dax-Gewinne auf 30 Mrd. € fallen, wird sich der Dax auch dritteln Nur weiß man dies vorher nicht und sonst würde das System Börse als Entdeckungsverfahren auch nicht funktionieren.
        Weil gesagt, die Börse nimmt die Entwicklung „zumeist“ vorweg – es gibt jedoch auch Fehlsignale. Denken Sie nur an das Jahr 2017, wo in den USA die Kurse gestiegen sind, weil man die Umsetzung der Steuerreform eingepreist hat. Oder sehen Sie sich einen Dax-Chart an, in dem die Jahresgewinne des Dax unter den Langfristverlauf über die Jahre gelegt sind. Das Problem ist, dass die Masse der Anleger dies vorher nicht antizipieren kann und das mit der „Zukunft vorhersagen“ ist sowieso eine andere Sache. Die große Entwicklung der Börse ist aus meiner 30-jährigem Erfahrungen schon zu erkennen, wenngleich nicht konkret auf ein Quartal oder manchmal sogar nicht auf ein Jahr bezogen. Das Kurzfristige ist etwas ganz anderes. Da sorgen schon die Psychologie, Gerüchte, Meldungen, insbesodere Angst und Gier u.s.w. für jede Menge Bewegung. Meine Erkenntnis.
        Viele Grüße

        • Avatar

          Andreas

          17. Oktober 2018 08:58 at 08:58

          @Wolfgang M.

          Danke für ihre Erläuterungen und ihre Sichtweise. Ihren Punkten oder den Berichten und Artikeln von Herrn Fugmann muss ich fundamental gesehen natürlich Recht geben. Wie könnte ich dem auch widersprechen? Deshalb vorab auch ein Lob an sie und die FMW für die tägliche Dosis Wahrheit und einen guten Überblick über das Weltgeschehen.

          An der Börse verfolge ich allerdings einen anderen Ansatz. Ich war früher großer Gegner der Chartanalyse. Ich wollte nur fundamental handeln. Ich kann ihnen sagen, das ging leider sehr oft in die Hose.
          Erst nachdem ich mich der Charttechnik gewidmet habe, sind meine Trades sehr häufig im Gewinnbereich. Ich handle auch meist Trades im Daytrading oder Swingtradingbereich. Fundamentale News haben sehr wenig Einfluss auf meine Trades.

          Sehr langfristig gesehen wird der Tag kommen, an dem bricht alles fundamentale auf einem Schlag über die Börsenwelt zusammen. Keiner weiß wann dieser Tag eintrifft. Dann ist die Charttechnik erst einmal Geschichte. Bis dahin reicht aber zu 90% die Chartanalyse und nur ein klein wenig das fundamentale für mein Trading.

          Wie ich Altbär schon schrieb, im Grunde bin ich auch ein Bär, seit Jahren schon, darum besitze ich Edelmetalle. Aber die Börse will nun mal weiter hoch. Da kann ich nichts dagegen tun(-;

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    Altbär

    17. Oktober 2018 10:50 at 10:50

    @Andreas, Ich bin froh ,dass eine kompetente Person wie Wolfgang sie versucht von den Wolken herunterzuholen.Sie sollten einfach mal Daytrading von Aktien als Anlagen unterscheiden.In einem 10jährigen Anstieg lagen sie natürlich richtig, dass es mit Long gehen mehr Gewinnmöglichkeiten gab.Da aber die meisten Börsen ( ausser USA) seit Anfang Jahr im Minus liegen hat es logischerweise auch im Daytrading mehr Verluste als Gewinne gegeben. ( siehe Dax)
    Da sie wie viele andere mit ihren Longs in den letzten 10 Jahren ein Vermögen angehäuft haben müssten,
    nehme ich an dass dieses Geld grösstenteils in Aktien als Anlage mit erstaunlichen Buchgewinnen irgendwo
    liegt.Wenn irgendwann nur ein Teil dieser Buchgewinne realisiert wird ( was z.B. in Europa u.China schon passiert ist) ist ihre ewige Long- Theorie für einige Zeit Makulatur .Wie Wolfgang M. sagte, früher oder später werden die Märkte wieder von den Fundamentals eingeholt.
    Ich glaube nur schon eine grosse Verkaufsorder hat am 10.Okt. in 2Tagen eine ca.8% Korrektur ausgelöst.
    Nicht zu denken, was passiert wenn mehrere grössere Spieler ihre Chips ( Buchgewinne) einlösen wollen.

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      Columbo

      17. Oktober 2018 11:39 at 11:39

      Die „Jungen Wilden“ in den unzähligen Finanzblogs glauben das Rad erfunden zu haben, indem sie jedem, ob er es will oder nicht, beibringen wollen, man müsse nur irgendwann einen Index kaufen und nie mehr verkaufen, auch mit 90 nicht. Das ginge immer gut. Aber irgendwann muß man verkaufen und sich was leisten, ein Iphone, eine Villa oder die Ausbildung der Kinder. Vor dem Herzinfarkt, sonst ist das Ganze sinnlos. Das ist der Realgewinn. Der Buchgewinn ist so schnell weg, wie er gekommen ist, sonst wär es nicht die Börse. Den richtigen Verkaufszeitpunkt zu erraten ist eine Illusion, genau wie den richtigen Kaufzeitpunkt.

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    Altbär

    17. Oktober 2018 13:28 at 13:28

    @Columbo, gute Antwort eines „ ALTEN GEZÄHMTEN“ an einen „ JUNGEN WILDEN“
    Mit seiner 4jährigen Erfahrung ist der junge Wilde halt noch ein AZUBI. Er sollte das nicht als Kritik sehen, sondern aus der Erfahrung der ALTEN lernen.
    Es gibt zwei Arten zu lernen.
    1. Aus eigenen Fehlern , die meistens teuer sind.
    2. Aus Fehlern u. Erfahrungen von andern, die bekommt man gratis von den oft verschmähten Realisten, die in letzter Zeit wegen der totalen Manipulation der Märkte oft ( noch ) falsch lagen.Sehr oft wurden
    sie auch Crash- Propheten genannt.
    Obwohl die Börsen seit Jahrhunderten immer auf u.abwärts gingen haftet an den Korrektur – Warnern ein
    Negativ- Image, während die Permabullen mit immerwährenden Aufwärtsprognosen sehr beliebt sind.
    Ja Politiker , die alles unmögliche Versprechen werden ja auch eher gewählt als Sparfüchse.
    Immerhin richten die IMMERAUFWÄRTS-PROPHETEN mehr Schaden an als CRASH- PROPHETEN
    Ein entgangener Gewinn bei zu frühem Ausstieg ist weniger tragisch als ein 50% Verlust bei einem Crash.
    Bei einem Crash werden oft ganze Unternehmen u.Familien ruiniert.Ich habe beim 87 er Crash im Nachbardorf einen Fall erlebt, u. habe dabei gratis aus Fehlern von andern gelernt.

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    Andreas

    17. Oktober 2018 13:38 at 13:38

    Man hört deutlich die zerknirschtheit von den „alten Hasen“, die den längsten Bullenmatkt der Geschichte nur am Seitenrand mit angesehen haben. Da man vor lauter „German Angst“ nicht selbst investiert war gönnt man es anderen nicht. Typisch deutsche pessimistische Neidgesellschaft.
    Ich erkenne auch die gute Antwort vom Columbo nicht, den diese ist schlicht falsch. Da ist nichts wahres dran.
    Wenn die Welt Untergeht, geht’s allen schlecht, auch euch beiden Miesepeter. Wenn die Welt rund läuft, kann man an der Börse partizipieren und schöne Gewinne machen. Aber dennoch gibt es viele Seitenrandsteher, die alles verpassen, nicht wahr, Altbärchen und Columbo?

    Viel Erfolg noch mit eurer Einstellung! Ihr habt es damit bestimmt weit gebracht.

    • Avatar

      Columbo

      17. Oktober 2018 14:07 at 14:07

      @Andreas, es gibt noch etwas zwischen dem „Rundlaufen“ und dem „Weltuntergang“ und das kam in der Börsengeschichte häufig vor. Genau in diesen Zeiten haben die „alten Hasen“ sehr schöne Gewinne gemacht und werden sie machen. Versprochen.

      • Avatar

        Andreas

        17. Oktober 2018 14:38 at 14:38

        Mit Gold etwa?
        Kann sein, kann auch nicht sein.
        Sollte Gold steigen, dann gewinne ich auch, da ich ebenfalls welches besitze.

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    Altbär

    17. Oktober 2018 14:09 at 14:09

    @ Andreas, statt die Gratisratschläge anzunehmen, reagiert er verärgert.
    Ich glaube Columbo führt ein gutes Leben u.was mich betrifft täuschen sie sich gewaltig.
    Mein Geld liegt in Immobilien an allerbester Lage u.hat sich in den letzten Jahren mehr als verdreifacht.
    Zudem bin ich Profiteur der manipulierten tiefen Zinsen u.die sind noch auf mindestens 10 Jahre
    fest garantiert.Ich gebe auch zu, die Börsenhausse verpasst zu haben.
    Ich bin aber fest entschlossen bei der nächsten Korrektur mit Leerverkäufen die von Ihnen nie erwartete Korrektur mitzuspielen.Die angesprochene Zerknirschtheit u. Anspannung müsste eher bei den vollinvestierten Aktienbesitzern zutreffen.
    NB. Ich möchte sie nicht bekehren, sie dürfen bei einer Korrektur soviel Geld verlieren wie sie wollen.z

    • Avatar

      Andreas

      17. Oktober 2018 14:43 at 14:43

      Altbär

      Ihre Gratisratschläge habe ich bereits seit Kindheitsbeinen von meinen Eltern gelernt, vielen dank aber für die Wiederholung, schaden kanns ja nicht.
      Was Immobilien anbetrifft, meine erste habe ich mit 25 Jahren selber gebaut. Immobilien gehören auch zu meinem Geschäft. Aber woher wollen sie wissen das die Zinsen die nächsten 10 Jahre niedrig bleiben? Werden dann nicht auch Aktien die nächsten 10 Jahre ansteigen, da alternativlos. Und bedenken sie Immobilien sind immobil, nicht beweglich. Der Staat hat da potenzielle neue Einnahmequellen, sollte es crashen.
      Und wie Roberto geschrieben hat(vielen Dank Roberto!), auch ich verdiene wenn die Kurse fallen. So einfach ist es. Oder besitzen nur sie das Recht zu shorten?

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    Roberto

    17. Oktober 2018 14:14 at 14:14

    @ Altbär

    Hallo Herr Altbär,
    Sie sagen das es im daytrading Verluste gegebne haben muß weil die Indizes seit Jahresbeginn im Minus stehen. Ich respektiere Ihre Fundamentale Einstellung und finde sie zum Teil auch richtig.
    Allerdings haben Sie vom Daytrading nicht die leiseste Ahnung, wie der o.g. Satz von Ihnen beweist. Ich oder auch ANDREAS gehen am Tag mehrere Male long und short und partizipieren von der Bewegung im Markt, egal ob runter oder rauf. Logisch das es dort Verluste gibt, genauso wie Gewinne. Abgerechnet wird bei uns auch immer bereits am Tagesende und nicht erst am Jahresende.Wir betrachten den Tag und seine Möglichkeiten die uns geboten werden und warten nicht auf den Sanktnimmerleinstag der uns endlich zeigt das es einen crash gibt. Nur eins weiß ich ganz genau, wenn der crash kommt, werde ich an diesem genauso Geld verdienen wie an der Hausse…und das nur deshalb weil ich und ANDREAS flexibel sind….und noch etwas: Andreas ist zwar „nur“ 4 Jahre am Markt, dafür aber sehr intensiv weil er sich täglich positioniert und ständig umdenken muß. Und nur weil man seit 1987 dabei ist, heisst es nicht das man deshalb besser ist. Ich selbst bin seit über 20 Jahren dabei…ich würde aber niemals behaupten das ich besser bin als jemand der nur 4 Jahre dabei ist. Denn dann wüürde ich quantität mit qualität verwechseln und das ist nicht richtig.
    In diesem Sinne bitte etwas mehr Demut und nicht immer den klügsten spielen wollen…

    VG
    Roberto

    • Avatar

      Columbo

      17. Oktober 2018 14:25 at 14:25

      @Roberto, vom Daytrading hab ich ebenfalls nicht die leiseste Ahnung. Ich weiß nur, daß 80% der Daytrader nach einem Jahr pleite sind. Mehr will ich gar nicht wissen.

      • Avatar

        Roberto

        17. Oktober 2018 14:57 at 14:57

        @ Columbo @ Altbär

        deshalb sind ja solche Leute wie ich nach 20 Jahren und Andreas nach 4 Jahren immer noch da….
        Ich verstehe nicht warum man immer gegen die Leute wettern muß, die nun mal anders agieren und damit nicht nur glücklich sondern auch erfolgreich sind.

        Das werden wohl nur diejenigen wissen die es tun…..

        @ Altbär,

        sehen Sie Herr Altbär…ich habe mich eben nicht als den klügsten dargestellt nur weil ich 20 Jahre dabei bin…das können Sie in meinem Kommentar lesen…aber Sie wollen es so sehen und versuchen es umzudrehen und so zu schreiben damit Sie wieder in einem guten Licht stehen…aber jeder der meinen Kommentar mit Ihrem letzten vergleicht weiß genau das es so ist wie ich es schrieb…SIE WOLLEN der klügste sein und merken das es so nicht sein kann, also tun Sie so als ob der andere so tut….
        Sorry Herr Altbär, da müssen Sie schon früher aufstehen…..:-)

  8. Avatar

    Altbär

    17. Oktober 2018 14:31 at 14:31

    Ja lieber Roberto, weil ich eben weiss ,dass im Daytrading mehr als 50% der Leute Verluste machen , mache ich es nicht.
    Aber bitte, wenn der DAX heute ca. 20 % tiefer steht als anfangs Jahr , dann waren eben die Abwärtsbewegungen insgesamt etwa 2000 Punkte grösser u.somit mit Short- Positionen mehr zu gewinnen
    Zudem will ich nicht der Klügste sein, ich bin zufrieden mit dem Drittklügsten hinter ihnen u. Andreas.

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Allgemein

Warum die Zinsen in den USA dieses Jahr auf null fallen

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Statue of Liberty in New York

Aus diesen Gründen werden auch die Zinsen in den USA, wie in Europa und in Japan bereits geschehen, bis zum Ende des Jahres auf null fallen.

Der Trend der Zinsen Richtung null ist bereits voll im Gange

Entgegen der Erwartung vieler Marktteilnehmer kommt es nicht zu einer dauerhaften Versteilerung der US-Zinsstrukturkurve mit steigenden Renditen für länger laufende Staatsanleihen, wie ich gestern in einem Artikel bereits erläuterte. Es ist eher wahrscheinlich, dass sich ein anderes, typisches Muster wiederholt: Zunächst kommt es zu einer kurzfristigen Invertierung der Zinsstrukturkurve, die die Notenbank zwingt, die Leitzinsen zu senken. Anschließend versteilert sich die Zinsstrukturkurve und relativ kurze Zeit später fallen die Zinsen über alle Laufzeiten erneut ab.

Dieses Muster war bereits in früheren Zinszyklen, wie z. B. ab den Jahren 2001 und 2006 beobachtbar. Der generelle Trend bei den Zinsen (gelbe gestrichelte Linie) ähnelt ohnehin einer absteigenden Sinuskurve. Extrapoliert man diese, kommt man in naher Zukunft auf ein über alle Laufzeiten gegen null tendierendes Zins-Niveau. Da der Weg in Anbetracht der ohnehin schon nominal niedrigen Zinsen bis dort hin nicht mehr sehr weit ist, könnte bereits zum Jahresultimo das im US-Dollar-Raum Realität werden, was in Japan, der Schweiz, in der Eurozone und vielen anderen Währungsräumen bereits Realität ist: Zinsen auf oder unter null.

Zinsen in den USA - kurzfristig vs langfristig

Das US-Zinsniveau folgt dem globalen Megatrend

Angesichts von negativ verzinsten Anleihen in Höhe von aktuell 11,5 Billionen US-Dollar weltweit ist die Annahme, dass die Zinssätze in den USA in Kürze wieder steigen werden, unrealistisch. Noch vor fünfeinhalb Jahren, also Mitte des Jahres 2014, war dieses Phänomen der negativ verzinsten Anleihen völlig unbekannt. Vor genau einem Jahr befand sich das Volumen negativ verzinster Anleihen weltweit noch bei 8,3 Billionen US-Dollar (am 23. Januar 2019). In der Spitze stieg dieses Niveau bereits auf 17,0 Billionen US-Dollar an (am 28. August 2019). Nun steigen diese Volumina erneut und liegen im zweistelligen Billionenbereich (die Amerikaner sagen „Trillions“).

Da die USA über ein Spitzen-Rating verfügen und der US-Dollar nach wie vor die Weltleitwährung darstellt, mit der man am Weltmarkt alles Wichtige kaufen kann, wird so lange Geld in nominal sichere US-Staatsanleihen fließen, bis auch deren Zinsen mindestens bei null, wenn nicht sogar darunter liegen. Diese globale Zinsarbitrage ist ein Garant für weiter sinkende Renditen bei US-Staatsanleihen und dementsprechend weiter steigenden Kursen bei diesen Papieren.

Die US-Notenbank Fed hat keine andere Wahl, als die Zinsen weiter zu senken

Die Tatsache, dass die Weltleitwährung US-Dollar nach wie vor höhere Zinsen bietet als andere Währungsräume, versetzt die US-Notenbank (Fed) in eine ähnliche Lage, wie die Schweizerische Nationalbank (SNB). Letztere hat erst in dieser Woche erneut bekräftigt, dass man an seiner ultralaxen Geldpolitik inklusive Negativzinsen festhalten werde, auch und vor allem im Interesse der internationalen Wettbewerbsfähigkeit der eidgenössischen Wirtschaft, die andernfalls durch einen zu hohen Wechselkurs stark negativ beeinträchtigt wäre.

Bitte klicken Sie hier um Teil 2 des Artikels zu lesen
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Anleihen

Warum die Zinsen schon wieder fallen

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Hauptgebäude der Federal Reserve in Washington DC

Trotz des wieder aufkeimenden Konjunkturoptimismus sendet der Markt für US-Staatsanleihen ein gegenteiliges Signal zum Thema Zinsen. Was ist der Grund dafür?

Die Zinsen in den USA gehen schon wieder nach Süden

Eigentlich wollte die US-Notenbank mit den im Oktober letzten Jahres gestarteten Käufen kurzlaufender Staatsanleihen („Non-QE“-Programm) zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: zum einen die Entlastung des mit Staatsanleihen überfluteten US-Repo-Marktes und zum anderen die Versteilerung der US-Zinsstrukturkurve (Langfristzinsen höher als Kurzfristzinsen). Beide Effekte kommen ganz klar dem Bankensystem zugute, das über Anteilsbeteiligung an der Fed of New York, die für die operative Umsetzung des „Non-QE“ zuständig ist, einen nicht unwesentlichen Einfluss auf die Entscheidungen der privaten Niederlassung des US-Reserve-Systems hat.

Doch wie ich bereits in einem früheren Artikel vermutet hatte, wird aus dem zweiten Teil des Plans nichts, wie die aktuelle Entwicklung der US-Zinsen bestätigt. Die hohe Nachfrage heimischer und internationaler Investoren sorgt dafür, dass die Zinsen in den USA auch am langen Ende der Kurve wieder sinken und sich dementsprechend die Zinsstrukturkurve erneut verflacht, was die Kreditmargen der Geschäftsbanken schmälert.

Betrug die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen Anfang Januar noch ca. 1,95 Prozent, so sind es aktuell mit 1,764 Prozent bereits knapp 19 Basispunkte weniger. Die Kurzfristzinsen verharren mit 1,55 Prozent (Dreimonatszins) am unteren Ende des US-Leitzinsbandes von aktuell 1,5 – 1,75 Prozent (Fed Funds Rate). Der Chart signalisiert bei den Langfristzinsen eine Top-Bildung, die den kurzen Ausreißer nach oben schon wieder beenden könnte.

Zinsen für US-Staatsanleihen - Chart seit Anfang 2019

Trotz des wieder spürbar zunehmendem Konjunkturoptimismus (außer bei den CEOs der Konzerne) und der anhaltenden Euphorie an den US-Aktienmärten, wird der „Sichere Hafen“ US-Staatsanleihen von den Marktteilnehmern wieder vermehrt angefahren.

Der wesentliche Grund für die sinkenden Zinsen in den USA

Schaut man sich die globale Zinslandschaft an, dann fällt es schwer, bei akzeptablem Bonitätsrisiko noch Jahreskupons mit einer Eins vor dem Komma zu finden. In der Eurozone sind beispielsweise bis auf die zehnjährigen Staatsanleihen Italiens, Portugals und Griechenlands alle anderen Staatsanleihen nominal negativ verzinst. Und selbst die drei Südländer mit positiven Anleihekupons bieten deutlich weniger Zinsen als die US-Staatsanleihen. Kein Wunder also, dass auch europäisches Kapital auf der Suche nach risikolosem Passiveinkommen US-Bonds präferiert. Das Gleiche gilt für die Japaner.

Schlechte Zeiten für die Zinsmargen der US-Banken

Für die Profitabilität des Kreditgeschäfts der US-Banken ist die erneute Verflachung der US-Zinsstrukturkurve eine schlechte Nachricht. Die Differenz zwischen der Ausleihrate bei der US-Notenbank und der Verleihrate für Kredite an Kunden schmilzt schon wieder auf historisch niedrige Niveaus zusammen. Mit 0,4 Prozent Zins-Spread lässt sich im Kreditgeschäft kein Blumentopf gewinnen, zumal der Wettbewerb der Banken um potenzielle Schuldner in den USA weiter zunimmt. Die Zinsen am langen Ende der Zinsstrukturkurve gelten als Benchmark für Immobilien-, Automobil-, Studenten- oder Konsumdarlehen. Lediglich im Kreditkartengeschäft sind die Margen noch auskömmlich (dank Wucherzinsen im zweistelligen Prozentbereich).

Zinsen Strukturkurve für die USA

Fazit und Ausblick

In Anbetracht der globalen Zinswüste bei gleichzeitig weltweit sprudelnder Quellen frischer Notenbankliquidität wundert es nicht, dass das renditesuchende Kapital den Hafen ansteuert, wo es bei relativ geringem Bonitätsrisiko (S&P-Rating für die USA : AA+) noch Zinsen mit einer Zahl größer null vor dem Komma zu holen gibt. Darüber hinaus setzt sich der langfristige, auch wesentlich von der globalen Überschuldung erzwungene Abwärtstrend weiter fort. Da man dem Rentenmarkt mehr ökonomische Intelligenz, als dem Aktienmarkt zutraut, da sich hier mehr Profis tummeln (so jedenfalls die These), folgt der Markt diesem Trend unbeirrt. Wohlwissend, dass die US-Notenbank in Anbetracht der Explosion des US-Defizits langfristig ohnehin den Großteil der Staatsverschuldung, analog zu Japan, aufkaufen und die Zinsen auf null senken wird.

Solange die Inflation kein Problem darstellt, bleiben Staatsanleihen der USA daher auch für Privatanleger als Absicherungsinstrument fürs eigene Portfolio attraktiv. Neben einer laufenden Verzinsung steigen die Kurse besonders dann stark an, wenn die Aktienmärkte irgendwann einmal heftiger korrigieren sollten und von Aktien in diesen „Sicheren Hafen“ umgeschichtet wird. Das den US-Bonds innewohnende Währungsrisiko sollte man zusätzlich mit einer adäquaten Portion Gold im Portfolio absichern, da das gelbe Edelmetall ebenfalls als „Sicherer Hafen“ gilt und zudem negativ zum US-Dollar korreliert (Gold steigt i. d. R., wenn der US-Dollar vs. Euro fällt).

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Anleihen

Rendite – Anleihen der Südländer als Objekt der Begierde

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Die Politik der Europäischen Zentralbank bringt viele Investoren in Anlagenotstand: Vor allem Großinstitutionelle, die nach ihren Anlagerichtlinien verpflichtet sind, Anleihen zu kaufen (und zu halten) und daraus die Rendite für ihre Verpflichtungen zu erwirtschaften. Mittlerweile ist das fast ein Ding der Unmöglichkeit, denn die letzten, mehr und mehr auslaufenden und gut rentierlichen Langläufer müssen demnächst ersetzt werden. Zusätzlich ist die EZB seit November weiter als Aufkäufer mit 20 Milliarden Euro pro Monat tätig und sorgt für eine Verknappung des Angebots.

Rendite: Der Drang in den Süden

Der Kampf um Rendite ist sehr gut an den Daten der elektronischen Handelsplattform Tradeweb erkennbar: Ende Dezember notierten 56 Prozent aller ausstehenden Staatsanleihen der Euro-Zone leicht im Minus. In Deutschland waren es über 80 Prozent, in Spanien 45 Prozent und selbst im hochverschuldeten Italien 25 Prozent. Damit verbessert die Zentralbank unwillkürlich die Situation der Staatsschulden in verschiedenen Staaten der EU-Zone und betreibt damit Staatsfinanzierung, auch wenn sie es niemals so bezeichnen würde. Die südeuropäischen Staatsanleihen sind gefragter denn je, wie es die jüngsten Anleiheauktionen beweisen, der Run in den Süden geht weiter. Beispiele:

Für eine neue, zehn Milliarden Euro schwere 10-jährige Staatsanleihe aus Spanien gab es mit 50 Milliarden Euro die höchste bisher verzeichnete Nachfrage eines europäischen Staates bei einer Auktion. Ähnlich hoch war auch die Nachfrage nach einer italienischen 30-Jährigen – 47 Milliarden Euro – , man gab sich mit sieben Milliarden Euro zufrieden. Investoren glauben an die Zuverlässlichkeit der EZB und spekulieren darauf, dass es infolge der weiteren Käufe durch die Zentralbank bald zu einer Verknappung des Angebotes kommen könnte.

Anders die Situation in Deutschland: Wie bereits berichtet, gab es bei der Emission neuer 10- und 30-jähriger Staatsanleihen eine so genannte Unterdeckung, was bedeutet, dass die Nachfrage nach den Nullkupon-Anleihen geringer war, als das Angebot.

In Summa entsteht durch diese Käufe der Investoren mit ihrem Kampf um Rendite eine absurde Divergenz zwischen Risiko und Ertrag bei Anleihen nach früheren Maßstäben. Demzufolge hat der (Fast)-Pleitestaat Griechenland auch niedrigere Zinsen als der (vermeintlich) sicherste Schuldner der Welt – die USA.

Der aktuelle Vergleich der Renditen für die 10-Jährigen lautet: Griechenland 1,402 Prozent – USA 1,794 Prozent.

Die Effekte der bisherigen Bilanzausweitung der EZB auf die Rendite

Das ständige Intervenieren am Markt für Anleihen durch die EZB hat trotz fallender Zinsen in den letzten Jahren doch noch zu recht ansehnlichen Renditen der Bonds geführt. Grund hierfür ist natürlich der Kursanstieg von Anleihen, der selbst beim Sturz in den negativen Verzinsungsbereich stattfindet.

In den vergangenen fünf Jahren konnten Anleger mit Staatsanleihen der Euro-Zone noch 2,5 Prozent pro Jahr verdienen, bei Unternehmensanleihen mit vernünftigem Rating waren es auch noch 2,3 Prozent. Auf Sicht der ganzen Dekade betragen diese Erlöse sogar durchschnittlich 4,3 Prozent bei EU-Staatsanleihen, beziehungsweise 4,1 Prozent bei Unternehmensanleihen.

Die Zinsen sind weiter gefallen, mit Nullkupons und Renditen im Minusbereich.

Aber der Minuszins schafft mehr und mehr Probleme, wie die schwedische Zentralbank mit ihrer Leitzinsanhebung ganz klar zum Ausdruck gebracht hat.

Und hiermit verschärft sich das Problem mit der Zinssituation in Europa.

Fazit

Aus den oben angeführten Überlegungen ergibt sich sehr anschaulich die Zwangslage für die europäische Notenbank im Hinblick auf ihre Anleihekäufe. Die Kurse liegen absonderlich hoch, die Zinsen ebenso niedrig aber damit wird auch sofort erkennbar, was passieren würde, sollte sich die Zentralbank als Käufer am Markt zurückziehen oder sogar ihre Bilanz zurückführen. Ein sofortiger Sprung bei der Rendite für viele Länder wäre die Folge, die Zinsbelastung schösse in die Höhe.

Damit wird klar: Die Anleihen der EZB dürften nie mehr am Markt auftauchen, sondern werden irgendwann einfach ausgebucht werden, um einen Finanzierungskollaps der Staaten zu verhindern. Man muss nur nach Japan blicken, wo die Bank of Japan schon die Hälfte der Staatsschulden in den eigenen Büchern hält. Unmöglich diese wieder am Markt loszuwerden. Das große Experiment der Notenbanken. Wohin wird es irgendwann führen? In Vertrauensverlust und Inflation?

Auf der Jagd nach Rendite kaufen Investoren südeuropäische Anleihen

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