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China reagiert auf Trump: Massive Rückkäufe eigener Aktien um Aktienkurse nach oben zu pushen

Feuer frei – so lautet wohl nun das Motto in China! Peking will massiv in die Infrastruktur investieren und so die ohnehin immense Verschuldung noch weiter steigern, aus Angst vor einer Abschwächung der Wirtschaft, die ohnehin im Gange ist. Man reagiert damit wie einst nach der Finanzkrise, als man ebenfalls riesige Summen aktivierte, um Brücken, Straßen etc. zu bauen.

Nun aber scheint Peking auch zunehmend daran interessiert zu sein, den eigenen Aktienmarkt nach oben zu pumpen – und das ist kein Wunder, nachdem Trump immer wieder auf die Stärke der Wall Street verweist als Symbol für die so starke US-Konjunktur, während Chinas Aktienmärkte am Boden seien, also auch die Wirtschaft Chinas am Boden liege:

https://twitter.com/realDonaldTrump/status/1040242677877551104

In der Tat handelt etwa der Shanghai Composite auf dem tiefsten Stand seit vier Jahren – aber vermutlich nicht mehr lange. Denn Peking hat erkannt, dass der von eher kleineren Privatinvestoren dominierte (ca. 70% der Umsätze) Aktienmarkt Chinas mit seinen aktuellen Tiefs als Schwächezeichen von den Amerikanern wahrgenommen wird – und das soll so wohl nicht bleiben!

Von den Amerikanern lernen heißt siegen lernen, denkt man sich in dem pseudokommunistischen Land China – denn die Hausse der Wall Street ist erheblich auch bedingt durch die Rückkäufe eigener Aktien von börsengelisteten US-Unternehmen. Alleine in 2018 dürften US-Unternehmen ca. eine Billionen Dollar in die Hand nehmen und ihre eigenen Aktien kaufen – neuer Allzeitrekord. Peking hat nun erkannt, dass der effektivste Weg, Aktienkurse nach oben zu hieven, die Rückkäufe eigener Aktien sind – und ermuntert nun chinesische Konzerne, die an der Börse gelistet sind, genau das zu tun!

So hat kürzlich die mächtige China Securities Regulatory Commission mitgeteilt, dass sie die Regularien ändern werde, damit diese Aktienrückkäufe einfacher und in größerem Maßstab möglich werden. Sie können nun als Instrument eingesetzt werden im Zusammenhang mit dem Verkauf von convertible bonds oder mit dem Verkauf von Optionen. Aber auch, wie es bei der China Securities Regulatory Commission recht unverblümt heißt, zur „Stärkung der Glaubwürdigkeit der Unternehmen“ und für die „Interessen der Aktienbesitzer“.

Jenseits dieser Zwecke ist eines aber auch klar: während die US-Unternehmen fast durchgängig ihre eigenen Aktien auf historisch hohem Bewertungsniveau (das Shiller-KGV war nur während der Dotcom-Blase höher) zurück kaufen, sieht das nach dem Niedergang des Aktienmarkts in China anders aus: so liegt die price-to-earnings ratio des Shanghai Composite derzeit bei 11.96, das Preis-Buch-Verhältnis (price-to-book ratio) bei 1.37 – das ist niedriger als bei den letzten drei Böden, die der Shanghai Composite in den letzten Jahren gebildet hatte!

Und Chinas Konzerne verstehen das Signal der Pekinger Führung: in diesem Jahr haben sie bereits 3,33 Milliarden eigene Aktien zurück gekauft im Volumen von 23,65 Milliarden Yuan – im gesamten Jahr 2017 waren es nur zwei Milliarden Aktien im Volumen von 9,1 Milliarden Yuan. Besonders in den letzten Tagen schoß das Volumen der Aktienrückkäufe massiv nach oben! Auch Chinas Finanzanalysten reagieren auf die Botschaft und werten die gesteigerten Aktienrückkäufe nun als Zeichen für eine Bodenbildung des chinesischen Aktienmarkts – mahnende Analysten, die darauf verweisen, dass bei vielen jener Firmen, die ihre eigenen Aktien zurück kaufen, die Gewinne rückläufig seien, bleiben eher die Ausnahme.

Peking hat also verstanden: Wenn die Amerikaner die schwache Entwicklung der Aktienmärkte Chinas als Schwächezeichen deuten, dann wird man eben dafür sorgen, dass das nicht nur bei Trump, sondern in den US-Finanzmedien insgesamt dominante Motiv, dass die USA schon deshalb den Handelskrieg gewinnen würden, weil die US-Konjunktur so stark sei (sichtbar in den Allzeithochs an der Wall Street), ins Leere läuft. Dann werden eben wir diesen schwächelnden Aktienmarkt nach oben pushen und damit den Amerikanern ein zentrales Argument aus der Hand nehmen, so die Logik Pekings.

Wer eigene Aktien billig zurück kauft wie aktuell viele chinesische Konzerne, der riskiert schließlich weniger als die US-Firmen, die das zu historisch hohen Preisen tun – und dann ein Problem bekommen, wenn die Hausse einmal ein Ende finden wird..

 


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1 Kommentar

  1. Scheint dass es wieder eine abgesprochene Aktion der China u.Japan Notenbank ist, denn der Nikkei steigt auch schon seit Tagen .

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