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Produzentenpreise steigen so stark wie seit Jahren nicht China: Rohstoff-Schock treibt Industriepreise stark an

Iran-Krieg und seine inflationäre Wucht

China Rohstoff-Schock treibt Industriepreise stark an
Foto: penacreatipss - Freepik.com

Steigende Energie- und Rohstoffkosten treiben die Industriepreise in China, während der Preisdruck bei Verbrauchern bereits nachlässt und strukturelle Schwächen sichtbar bleiben.


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China: Rohstoff-Schock treibt Industriepreise stark an

Der Rohstoffschock, der aktuell die Industriepreise in China stark antreibt, zeigt sich zunehmend in den Erzeugerpreisen, während sich auf Verbraucherebene bereits eine spürbare Beruhigung abzeichnet. Der Iran-Krieg und seine inflationäre Wucht schlagen sich nunmehr deutlich in der chinesischen Industrie nieder, während der durch das Frühlingsfest verzerrte Preisschub bei Konsumenten abklingt und einem deutlich nüchterneren Bild weicht. In den März-Daten bestätigt sich damit eine Entwicklung, die sich in den vergangenen zwei Monaten bereits in den Einkaufsindizes abgezeichnet hatte.

Produzentenpreise steigen so stark wie seit Jahren nicht

Nach 41 Monaten durchgehender Rückgänge drehen die Erzeugerpreise erstmals wieder ins Plus, was mit einem Anstieg von 0,5 Prozent im Jahresvergleich zwar moderat wirkt, durch den kräftigen Monatswert von plus 1,0 Prozent jedoch an Schärfe gewinnt. Es handelt sich um den stärksten Zuwachs seit fast vier Jahren. Getragen wird diese Bewegung von Sektoren, die besonders eng mit globalen Rohstoffmärkten verflochten sind. Sowohl die Energiepreise, während parallel dazu auch metallische Produkte kräftige Preissprünge verzeichnen. Vor allem im Bereich der Nicht-Eisen-Metalle zeigt sich die Breite des Anstiegs, da sowohl der Abbau als auch die Weiterverarbeitung zweistellige Zuwachsraten erreichen.


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Der Ursprung dieses Kostenschubs liegt in der höheren Importpreisen von Energie- und Rohstoffen, die sich in die chinesische Industrie überträgt. Die Spannungen rund um den Iran und die strategisch zentrale Route durch die Straße von Hormus wirken dabei wie ein Katalysator, weil sie die Preise für Öl und darauf aufbauende Produkte nach oben treiben. Dabei treten die hören Energie- und Rohstoffpreise auf eine höhere Nachfrage, zumindest aus dem Ausland.

Verbraucherpreise in China verlieren deutlich an Dynamik

Ein vollkommen anderes Bild ergibt sich bei den Endverbrauchern. die nach dem durch das Neujahrsfest verzerrten Februar deutlich an Schwung verliert. Die Inflationsrate sinkt im März auf 1,0 Prozent im Jahresvergleich, während auch die Kernrate spürbar nachgibt, was weniger auf einen plötzlichen Einbruch als vielmehr auf die Normalisierung zuvor überhöhter Komponenten zurückzuführen ist. Auf Monatsbasis ergibt sich sogar ein Rückgang, der vor allem durch Dienstleistungen geprägt ist, deren Preise nach dem Ende der Feiertagssaison kräftig nach unten korrigieren.

Besonders deutlich zeigt sich dieser Effekt im Reisebereich, wo Flugtickets, Mietwagen und Pauschalangebote nach dem Feiertagshoch spürbar günstiger werden und damit einen erheblichen Beitrag zum Rückgang leisten. Mittlerweil steigen diese aber wieder sprunghaft an. Die Zuschläge für den Treibstoff haben sich im April versechsfacht. Ähnlich verhält es sich in der Gastronomie und bei freizeitnahen Dienstleistungen, deren Preise im Februar noch von einer außergewöhnlich starken Nachfrage getragen worden waren und nun wieder näher an ihr übliches Niveau zurückfallen. Der zuvor sichtbare Preisdruck erweist sich damit als temporäres Phänomen, das weniger mit struktureller Stärke als mit saisonalen Effekten zusammenhing.

Auch bei Lebensmitteln verliert der Preisanstieg an Tempo, nachdem sich Angebot und Nachfrage nach den Feiertagen wieder ausbalancieren. Während die Preise weiterhin leicht steigen, fällt der Zuwachs deutlich geringer aus als im Vormonat, was vor allem auf die Normalisierung bei frischen Produkten und Fleisch zurückzuführen ist. Gleichzeitig bleibt der Dienstleistungssektor insgesamt von einer eher schwachen Preissetzung geprägt, da die Nachfrage nicht ausreicht, um breitere Preisanhebungen durchzusetzen.

Eine Ausnahme bildet der Transportbereich, in dem die Preise nach zuvor rückläufiger Entwicklung wieder anziehen, was jedoch in erster Linie auf höhere Kraftstoffkosten zurückgeht. Der Einfluss steigender Energiepreise zeigt sich hier direkt, wird jedoch durch staatliche Eingriffe wie durch die Preisobergrenze gedämpft, sodass der Effekt auf die Gesamtinflation begrenzt bleibt und nicht in voller Höhe beim Verbraucher ankommt.
Der PPI und CPI spiegeln deutlich den PMI wider, bei der sich die Erzeugerpreise aus einer Kombination aus höherer Nachfrage und Energiepreise steigen, während der schwache Konsum sich in einer abschwächenden Preisentwicklung niederschlägt. Positiv ist nur, dass der CPI nicht wieder ins deflationäre Umfeld umschlägt.

Transportkosten bleiben trotz Krise erstaunlich stabil

Bei den Frachtraten macht sich die Sperrung der Straße von Hormus und die damit verbundenen gestiegenen Bunkerkosten nur bedingt bemerkbar. Der World Container Index (WCI) stieg um ein Prozent, wobei die Überfahrten in die USA um 7 Prozent stiegen. Der Transport eines 40-Fuß-Container vergünstigte sich dagegen. Der größte Preissprung Erfolgte auf der Route zwischen Rotterdam und New York, die um 25 Prozent stiegen.

Der Shanghai Containerized Freight Index (SCFI) notierte eine Verteuerung von 1.6 Prozent. Auf den Inter-Asiatischen Routen entspannt sich die Situation wieder, nachdem letzte Woche der entsprechende Index einen Sprung von 676 auf 865 US-Dollar gemacht hatte. Die gestiegenen Bunkerkosten werden aber primär über die Extra-Zuschläge weitergegeben, die derzeit je nach Route bei etwa 200 US-Dollar pro Container liegen. Die Preisveränderungen sind weiter dem Zusammenspiel aus Angebot und Nachfrage der Transportvolumina zurückzuführen.

Im Ergebnis zeigt der Märzbericht weniger eine Rückkehr zu inflationärem Druck im klassischen Sinne als vielmehr eine Verschiebung seines Ursprungs, bei der externe Kostenschübe in der Industrie sichtbar werden, ohne dass sich daraus bislang ein entsprechender Effekt auf den Konsum ableiten lässt. Genau in dieser Differenz liegt der entscheidende Hinweis auf den Zustand der chinesischen Wirtschaft, deren Produktionsseite an Fahrt gewinnt, während die Nachfrage im Inland weiterhin hinterherläuft und den Preisdruck nur gedämpft weiterträgt. Der PMI vom April zeigt, dass sich der Preisschub aus den erhöhten Energie- und Rohstoffpreisen fortsetzen wird.



Über den RedakteurDói Ennoson
Dói Ennoson schreibt unter einem Pseudonym. Er ist China-Experte und vermittelt tiefgreifende Einblicke in das Reich der Mitte.
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