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China – Scharfe Reaktion auf Mike Pence: „Heuchler“

China hat heute scharf auf die gestrige Rede von Mike Pence reagiert – in Gestalt der Sprecherin des chinesischen Aussenministeriums, Hua Chunying. Die Aussagen des US-Vizepräsidenten vermischten Fragen des sozialen Systems, die Frage der Menschenrechte und religiöse Aspekte, so Hua Chunying. Die Rede sei gespickt mit „Lügen“ und zeuge von der Arroganz von Pence:

Die Aussagen von Mike Pence seien „unverantwortlich“ und zielten darauf, China zu destabilisieren:

Der US-Vizepräsident hatte China gestern beschuldigt, mittels Diebstahl geistigen Eigentums die eigene Wirtschaft gestärkt zu haben – und gleichzetig dafür gesorgt, dass deshalb viele Millionen Amerikaner arbeitslos geworden seien. Nach wie vor würde China diesen Diebstahl betreiben, wodurch amerikanische Firmen herbe Verluste erleiden würden: “American enterprises continue to lose hundreds of billions of dollars each year in intellectual property theft.”

Peking agiere auch in der Aussenpolitik “aggressive and destabilizing”. Besonders schwer wiegt jedoch die klare Verbindung, die Pence gestern zog zwischen der Hongkong-Frage und den Handelsgesprächen:

“Hong Kong is a living example of what can happen when China embraces liberty We are inspired by you. Know that you have the prayers and the admiration of millions of Americans.”

Das war bisher die eindeutigste Parteinahme der Trump-Administration für die Protestierenden in Hongkong – für Peking ist das eine unzulässige Einmischung in die inneren Angelegenheiten Chinas und daher ein absolutes „no go“.

Die Hongkong-Debatte nutzte Pence darüber hinaus auch als Aufhänger für eine Kritik an der US-Basketball-Organisation NBA und der US-Firma Nike, die auf Druck Pekings „eingeknickt“ wären und somit eine Art Verrat an amerikanischen Werten begangen hätten:


“far too many American multinational corporations have kowtowed to the lure of China’s money and markets by muzzling not only criticism of the Chinese Communist Party, but even affirmative expressions of American values.”

Und Pence konkret:

“Some of the NBA’s biggest players and owners, who routinely exercise their freedom to criticise this country, lose their voices when it comes to the freedom and rights of other peoples. By siding with the Chinese Communist Party and silencing free speech, the NBA is acting like a wholly owned subsidiary of the authoritarian regime.”

“Nike promotes itself as a so-called social-justice champion, but when it comes to Hong Kong, it prefers checking its social conscience at the door.”

Dagegen klangen die Aussagen des US-Vize-Präsidenten, dass man China nicht vom Aufstieg abhalten wolle, eher halbherzig (“not seeking to contain China’s development.”; “We want a constructive relationship with China’s leaders”).

Die Reaktion Pekings auf die Rede ist eindeutig negativ – und dürfte die Handelsgespräche wieder erschweren. Zumal Pence der Führung in China unterstellte, sie betreibe mit allen ihren Aktionen die Ablösung von Donald Trump:

“Beijing’s economic and strategic actions, its attempts to shape American public opinion, prove out what I said a year ago, and it’s just as true today: China wants a different American president.”

 

China kritisierte die Aussagen con Mike Pence scharf

By Gage Skidmore, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=51680104



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2 Kommentare

  1. Die Rede von Mike Pence fand ich auch sehr heuchlerisch. Sie war unecht und wirkte wie lange einstudiert. Hatte er vorher Schauspielunterricht genommen? So bekommt die Trump-Regierung niemals einen Deal mit China. Jedenfalls keinen, der für die USA von dauerhaftem Vorteil sein könnte. Man kann der chinesischen Führung sicher viele Vorwürfe machen, ich halte sie aber dennoch für ehrlicher und auch für cleverer als die amerikanische.

  2. Alles geplant, es wird auch alles gemacht das China nicht Weltmacht Nr. 1 wird, egal wer dabei fällt

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