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Kampf um wichtige Rohstoffe China: Seltene Erden – Exporte brechen ein

USA und EU starten Rohstoff-Allianz

China Seltene Erden - Exporte brechen ein
Foto: penacreatipss - Freepik.com

Die Exporte aus China bei Seltenen Erden fallen deutlich auf ein neues Tief, während USA und Europa ihre Rohstoffstrategien neu ausrichten und Abhängigkeiten reduzieren wollen.

Exporte aus China: Seltene Erden brechen ein

Die Exporte aus China bei Seltenen Erden brechen spürbar ein und markieren eine deutliche Verschiebung im globalen Rohstoffmarkt. Während die Ausfuhren auf den niedrigsten Stand seit Monaten fallen, reagieren USA und Europa mit neuen Strategien, um ihre Versorgung mit kritischen Mineralien langfristig abzusichern. Der Wettbewerb um strategische Rohstoffe verschärft sich damit weiter und verändert die geopolitischen Machtverhältnisse in der Industrie grundlegend.

Seltene Erden: Weniger für alle, aber mehr für die USA

Die chinesischen Exporte von Seltenen Erden haben sich im ersten Quartal diesen Jahres gegenüber dem letzten Quartal praktisch halbiert und beliefen sich nur noch auf 8.643 Tonnen. Dies ist der niedrigste Stand seit dem 2. Quartal letzten Jahres. Damals beliefen sich die Ausfuhren noch auf gut 21.000 Tonnen.

China Seltene Erden Export

Entgegen dem Trend konnten sich die USA deutlich mehr von wichtigen Mineralien sichern. Ihre Käufe stiegen von 1.529 Tonnen im 4. Quartal auf 2.767 Tonnen zu Beginn diesen Jahres. Das Abkommen zwischen Präsident Donald Trump und Generalsekretär Xi Jinping zeigt zumindest eine begrenzte Wirkung.

Die Ausfuhren in die EU blieben über den gesamten Zeitraum mit Mengen zwischen 1.150 und 1.500 Tonnen über den gesamten Zeitraum stabil. Die Bemühungen europäischer Politiker bzw. der europäischen Kommission entfalten keine Wirkung, während umgekehrt die Berichte über dramatische Einbrüche sich nicht bewahrheiten.

USA und EU starten Rohstoff-Allianz

Vor diesem Hintergrund haben die USA und die EU ein Aktionsplan beschlossen, um Handelsabkommen, Subventionen und Lagerhaltung abzustimmen. Das Abkommen zielt direkt auf China, wenn das Land auch nicht namentlich genannt ist. Denn in dem Papier, dass durch ein Memorandum of Understanding von US-Außenminister Marco Rubio und EU-Handelskommissar Maroš Šefčovič bekräftigt wurde, ist von „nicht-marktwirtschaftliche Praktiken“ die Sprache, denen entgegengetreten werden soll.

Langfristig soll daraus ein verbindliches plurilaterales Abkommen entstehen, ähnlich wie es die USA bereits mit Japan und Mexiko geschlossen hat. Konkret werden Mindestpreise für kritische Mineralien geprüft, um Dumping zu verhindern, und es gibt Pläne für gemeinsame Beschaffung sowie Investitionen in Bergbau, Verarbeitung und Recycling außerhalb Chinas.

Auf beiden Seiten des Atlantiks wächst der Druck, sich aus der einseitigen Abhängigkeit zu lösen. China kontrolliert nicht nur große Teile der Förderung, sondern vor allem die Weiterverarbeitung. Genau dort entsteht der Engpass, weil selbst Rohstoffe aus anderen Ländern häufig erst in China aufbereitet werden, bevor sie in der Industrie eingesetzt werden.

Peking hat den Zugang zu mehreren strategisch wichtigen Elementen eingeschränkt und damit gezielt dort angesetzt, wo Alternativen fehlen. Auch wenn einzelne Maßnahmen zwischenzeitlich gelockert wurden, bleiben zentrale Beschränkungen bestehen. Besonders schwere Seltene Erden stehen weiter unter Kontrolle und sorgen für anhaltende Unsicherheit bei Abnehmern.

Neben neuen Abkommen bauen die USA die heimische Produktion und werden durch staatliche Unterstützung abgesichert. Neue Projekte zur Förderung und Verarbeitung werden gezielt finanziert, während parallel strategische Lagerbestände aufgebaut werden. Damit soll verhindert werden, dass kurzfristige Ausfälle sofort in der Industrie durchschlagen.

Europa geht einen breiteren Weg und setzt stärker auf Regulierung und Koordination. Mit dem Critical Raw Materials Act wurden bereits konkrete Zielwerte für Förderung, Verarbeitung und Recycling festgelegt. Ergänzt wird das durch zusätzliche Programme, die Investitionen beschleunigen und den Zugang zu Rohstoffen sichern sollen. Gleichzeitig wird versucht, über gemeinsame Beschaffung mehr Gewicht im Markt zu bündeln.

Europas neue Lithiumindustrie nimmt Fahrt auf

Trotz dieser Ansätze bleibt die Lage angespannt, denn neue Minen benötigen Jahre bis zur Produktion. Gerade im Herzen von Europa, am oberen Rheingraben entsteht ein Zentrum zur Förderung von Silizium und Lithium. Im März erhielt das Unternehmen Vulcan Energy eine Abbaulizenz für das Gebiet Insheim und im April erfolgte die Grundsteinlegung für die Produktionsanlage, an der sich unter anderem Siemens beteiligt. Hier sollen ab 2028 jährlich bis zu 24,000 Tonnen Lithiumhydroxid (LHM) für Batterien produziert werden. Eine Menge, die ausreicht um für rund 500,000 E-Autos pro Jahr Lithium zur Verfügung zu stellen.

Auf französischer Seite entstehen zurzeit drei nennenswerte Projekte. Am weitesten fortgeschritten ist das Projekt „Alsace Géothermie Lithium“, dass ab 2030 etwa 10,000 Tonnen Lithiumcarbonat produzieren will. Ein zweites großes Vorhaben treibt Lithium de France voran, dass sich auf das nördliche Elsass konzentriert. Nach Protesten der Bevölkerung hat ein Gericht in Straßburg den Bau- und Umweltgenehmigungen zugestimmt und damit den Weg für den Aufbau der Produktion freigemacht. Zusätzlich ist auch Vulcan Energy auf französischer Seite aktiv und plant bei Mulhouse einen weiteren Standort. Allen drei Projekten ist gemein, dass sie die Förderung mit den geothermischen Kraftwerken kombinieren wollen. Denn die Sole, aus denen das Lithium gelöst wird, muss vor den weiteren Produktionsschritten heruntergekühlt werden. Die daraus entstehende Abwärme soll zur Stromgewinnung genutzt werden.

Während in Europa langsam eine eigene Industrie rund um die Seltenen Erden entsteht und zumindest langfristig die Abhängigkeit von China vermindert werden kann, zeigen die aktuellen Daten, dass trotz aller Bemühungen von Seiten Europas die Machthaber in Beijing ihre Politik gegenüber der EU nicht geändert haben, während Präsident Trump zumindest eine leichte Lockerung den USA gegenüber erreichen konnte. Allerdings dürfte der gerade beschlossene MATCH-Act eine Gegenreaktion der Volksrepublik hervorrufen, die wahrscheinlich in einer wieder verschärften Exportkontrolle der Seltenen Erden bestehen dürfte.



Dói Ennoson
Über den RedakteurDói Ennoson
Dói Ennoson schreibt unter einem Pseudonym. Er ist China-Experte und vermittelt tiefgreifende Einblicke in das Reich der Mitte.
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